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Nun wollen wir uns zuerst der banalen Frage zuwenden - Was macht
den Unterschied zwischen "digital" und "analog" aus ? -
Wie dem Bild zu entnehmen ist, fließt auch bei der Fahrreglerstellung "0" ein Strom. Wird der Fahrregler auf die Stellung 4 gebracht, so wird diese Wechselstromspannung moduliert - sprich: sie wird mit einer digitalen Information versehen. Diese digitale Information spricht den betreffenden Lokdecoder an, der darauf hin den Lokmotor zum laufen bringt. Die Lok fährt. Durch ein weiteres Hochdrehen des Fahrtreglers, wird eine weitere digitale Information an den Lokdecoder gegeben und die Lok erfährt eine Beschleunigung. Dieser Vorgang wiederholt sich mit jeder weiteren Drehung des Fahrreglers auf die nächsthöhere Laststufe. Umgekehr funktioniert das selbstverständlich genauso. Tatsächlich wird somit am Fahrpult die Stellung des Fahrreglers in eine Zahl umgewandelt, die der eingestellten Fahrgeschwindigkeit entspricht. Diesen Vorgang nennt man "digitalisieren" oder "codieren". Codieren heißt dementsprechend dann auch eine Information umwandeln oder verschlüsseln. Die Zahl "15" wird beim Märklin System übrigens zum Umschaltung der Fahrtrichtung benutzt.
Sehen wir uns noch weitere Vorteile der digitalen Steuerung an: - Jede Lok kann direkt angesprochen werden. Damit werden grundsätzlich auch keine Trennabschnitte zum Abstellen von Zügen mehr benötigt. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Soll nämlich eine Anlage automatisiert werden, so sind Trennabschnitte, zumindest zum Rückmelden, wieder notwendig. Aber da kommen wir hier schon zu sehr ins Detail. - Bei digital betriebenen Modelleisenbahnanlagen wird die Verdrahtung einfacher. Im einfachsten Fall werden nur 2 Drähte zum Anschließen der Gleise an die Zentralstation benötigt. Wer allerdings mehr als einen Kreis mit einem Abstellgleis baut, wird damit dann allerdings doch nicht mit dieser einfachen Verdrahtung auskommen. Sobald die Anlage größer wird, muss darauf geachtet werden, dass man mehrere Einspeisepunkte vorsieht, die nicht zu weit auseinanderliegen, um das Digitalsignal nicht durch den Widerstand der Schienenprofile zu verfälschen (die Empfehlung des oftmaligen Einspeisens gilt natürlich auch im Analogbetrieb - hier geschieht dies aber oftmals automatisch, da man Trennstellen vorsehen muss, die mit eigenen Stromanspeisungen versehen werden müssen). - Mehrzugbetrieb: Wenn mehrere Züge auf der Anlage verkehren sollen, so muss ein Booster (Verstärker) vorgesehen werden. Das Thema "Booster" wird im weiteren Verlauf noch ausführlich behandelt. Nur hierzu folgendes. Der Booster hat die Aufgabe einen Teil der Anlage mit Strom zu versorgen, der vom Rest der Anlage allpolig abgetrennt ist (z.B. Isolierverbinder an beiden Gleisprofilen an jeder Seite zur restlichen Anlage - insgesamt also mindestens vier Isolierstellen). Wenn Schaltvorgänge auch über das Digitalsystem erledigt werden sollen (es kann selbstverständlich auch weiterhin analog geschaltet und digital gefahren werden oder auch umgekehrt), steigt der Verdrahtungsaufwand. Für jedes Objekt (Weiche, Signal, Häuserbeleuchtung etc.) wird ein entsprechender Decoder benötigt. Dieser Decoder bekommt seine Informationen entweder von einem Signal-Bus oder direkt vom Gleissignal (abhängig vom Digitalsystem). Die zu schaltenden Verbraucher werden direkt an den Decoder angeschlossen. Die Vorteile des digitalen Schaltens liegen in der dezentrale Verkabelung (es müssen nicht alle Leitungen bis zu einem zentralen Stellpult gezogen werden) und der Möglichkeit, bei Verwendung eines Interfaces (Schnittstelle), alle Schaltvorgänge über einen PC zu steuern. Der Vorteil hier: Gleisbildstellwerke lassen sich am Computer wesentlich schneller und einfacher erstellen. Noch ein Hinweis sei hier noch gestattet. Es wird immer wieder von Märklin-Modellbahnern die Frage gestellt, ob der Digitalbetrieb auch mit Wechselstrom funktioniert. Hier gibt es eine klare Antwort. Im Digitalbetrieb gibt es keinen Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom. Alle Digital betriebenen Loks besitzen Gleichstrommotoren. Weshalb die älteren Märklin Loks mit Ihren Wechselstrommotoren auch digital fahren können (natürlich nur, wenn ein Lokdecoder eingebaut wird) liegt daran, dass es sich beim "alten" Märklin Motor um einen Allstrommotor handelt, der sowohl mit Gleichstrom, als auch mit Wechselstrom betrieben werden kann. Wegen der schlechten Fahreigenschaften von Allstrommotoren im Digitalbetrieb stellte deshalb auch Märklin alle Lokmotoren auf Gleichstrom um. Im einfachsten Fall wird die Feldspule durch einen Hamo- Magneten und der Umschalter durch einen Decoder getauscht, um aus einer klassischen Wechselstromlok eine Digitallok zu machen. Der in der Lok eingebaute Decoder übernimmt im konventionellen Betrieb dann die Funktion des Fahrtrichungsumschalters. Hier haben es die 2- Leiter Fahrer einfacher, da hier grundsätzlich nur Gleichstrommotoren zum Einsatz kommen. |
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Die Vorteile beim Digital-System ergeben sich dadurch, dass
zusätzlich zur Fahrgeschwindigkeit noch eine zweite Information
über das Gleis übertragen wird, nämlich die "Digital-Adresse" einer
Lokomotive.
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Bevor wir uns die einzelnen benötigten Teile ansehen vorab noch folgendes:
Es gibt aber komplette Zentraleinheiten, wie die CONTROL UNIT oder die Central Station von Märklin. Auch andere Hersteller wie Uhlenbrock bieten solche Komplett-Systeme an. Will man z.B. aber die Leistungsfähigkeit der CONTROL UNIT voll ausnutzen, sollte man den speziell für den Digital-Betrieb entwickelten TRANSFORMER einsetzen. Damit können auf der Anlage mindestens vier H0-Lokomotiven gleichzeitig fahren, alle im gleichen Stromkreis. Bereits mit dieser Grundausstattung können jederzeit weitere Fahrpulte an die CONTROL UNIT angeschlossen werden. Mit einer Control Unit können bis zu 80 verschiedene Loks bedient werden. In die Zentrale wird die Nummer einer Lok eingegeben und mit dem Fahrtregler wird die Geschwindigkeit geregelt. Weitere Loks können gleichzeitig gefahren werden. Dazu werden die Nummern weiterer Loks in die Zentralstation eingegeben und diese dann angesteuert. Die erste Lok fährt mit ihrer letzten Einstellung weiter. Die zweite ebenfalls u.s.w.. Das alles auf dem gleichen Stromkreis. Theoretisch sind somit 80 Loks mit einer Control Unit einzeln steuern. Allerdings verliert man praktisch den Überblick. Weitere Lokomotiven oder mehrere beleuchtete Zuggarnituren benötigen natürlich mehr Strom. Dann wird keine weitere Zentraleinheit, sondern ein zusätzlicher - "BOOSTER" - benötigt. Dazu aber auf den nächsten Seiten mehr.
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