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Vorbemerkung Bevor wir uns mit den Digitalsystemen einiger bekannter Hersteller (auch: Modellbahnhersteller) befassen, wollen wir uns mal zuerst mit den digitalen Protokollen befassen. Digitale Protokolle sind vereinfacht ausgedrückt nichts anderes als Sprachen mit denen z.B. zwischen der Digitalzentrale und dem Lokdecoder gesprochen wird. Die Vorgänger der CV-Programmierung waren: - die Adress-Programmierung, - die Page-Programmierung - die Register-Programmierung. Die Möglichkeiten zur Definition der Eigenschaften von Decodern sind bei diesen Programmierarten stark eingeschränkt. Ältere digitale Zentralen unterstützen oft nur eine dieser Programmierarten und ermöglichen daher nicht die Definition aller progammierbaren Eigenschaften eines modernen Decoders. Der Überblick über die wichtigsten sich am Markt befindlichen Protokolle - DCC-Protokoll: weitesten verbreitet (Zweileiter-Gleichstrom) - Motorola I und II: von Märklin eingeführtes und hauptsächlich im 3-Leiter-Wechseltromsystem vorkommendes, stabil laufendes Protokoll - Selectrix: von Trix eingeführtes und aussterbendes Protokoll - FMZ-Protokoll: von Fleischmann eingeführtes und fast nur dort eingesetztes Protokoll - mfx/Systems: neues, von Märklin eingeführtes Protokoll, welches noch im Aufbau ist und noch nicht alle versprochenen Möglichkeiten bietet. Das DCC-Protokoll (Format) Als bekanntes Format, welches mittlerweile bei fast allen Modellbahnherstellern verwendet wird (mit Ausnahme der alten Digi-Zentralen von Fleischmann und Märklin) ist das DCC-Format. Das DCC-Protokoll wurde von der Firma Lenz Elektronik GmbH (Huettenbergstrasse 29, 35398 Giessen) entwickelt und von der nordamerikanischen NMRA (National Model Railroad Association) zum Standart erklärt. Das DCC-Gleisprotokoll, das von den Lokdecodern der neuesten Generation voll unterstützt wird, bietet u.a.: Bis zu 10.239 Lokomotivdecoder adressierbar (4-stellige Adressen) Bis zu 512 Zubehördecoder (für bis zu 2044 Weichen/Signale) Bis zu 8 (12) Funktionen im Lokomotivdecoder Ändern von CVs auf dem Hauptgleis Das Senden von Broadcasts (Telegramme, die von allen Loks gelesen werden) Bis zu 128 Geschwindigkeitsstufen (Decoderabhängig) Im DCC-Protokoll werden sämtliche Eigenschaften von Lok-, Funktions-, Weichendecodern über Konfigurationsvariablen (einstellbare sog. CV-Werte - engl.: ConfigurationsVariable --- zu deutsch: Register) definiert. Beide Wörter meinen dasselbe und bezeichnen einen kleinen Speicherbereich innerhalb des Decoders. Die CVs werden von 1 an fortlaufend nummeriert und können Zahlenwerte zwischen 0 und 255 enthalten. Die Nummerierung ist weitgehend standardisiert, z.B.: - CV 1 enthält die digitale Adresse der Lok - CV 3 und CV 4 bestimmen die Anfahrbeschleunigung bzw. die Bremsverzögerung - in CV 5 wird die Höchstgeschwindigkeit der Lok festgelegt - usw. Die Bedeutung der CV-Werte ist in den Empfehlungen der NMRA im Detail festgelegt. Die CVs können mit jeder Zentrale verändert / geschrieben werden. Das ist je nach Zentrale und Decoder mehr oder weniger komfortabel zu erledigen. Mittlerweile gibt es auch Programme, welche in Verbindung mit einem PC eine komfortable Programmierung ermöglichen. Das Auslesen einer CV geschieht ebenfalls mit einer Zentrale. Das Auslesen klappt aber nicht bei jedem Decoder. Motorola-Decoder von Märklin weigern sich hier beharrlich, ihr Innenleben preiszugeben. Man kann also nicht mal eben in die CV 1 schauen, um die Adresse der Lok zu erfahren. Diese Decoder lassen sich nur beschreiben. Bei DCC- Decodern ist das anders, alle CVs lassen sich hier problemlos lesen Die wichtigsten CV-Werte und ihre Bedeutung wurden nachstehend zusammengefasst.
Die Daten werden im DCC-Protokoll fortlaufend übertragen. Es entsteht daher keine Gleichspannung am Gleis. Anders als in digitalen Anlagen, die im Motorola-Format (z.B. Märklin) gesteuert werden, fahren daher analoge Loks hier nicht einfach los. In DCC-Anlagen ist es jedoch möglich, außer den digitalisierten Loks jeweils eine analoge Lok von der Zentrale aus anzusteuern. Die dafür nötigen Fahrsignale werden den digitalen Signalen überlagert und beeinflussen die digitalisierten Loks nicht. Im DCC-Format können bis zu: - 10.239 Adressen - 9 Funktionen - 128 Fahrstufen - sowie die absolute Fahrtrichtung codiert werden. Wieviele Adressen, Funktionen und Fahrstufen konkret genutzt werden können, ist von den Komponenten (Zentrale, Decoder) abhängig. Die häufigste Fehlfunktionen beim DCC-Protokoll ist die falsche Einstellung der Adressen und die Anzahl der Fahrstufen: Die Einstellung der Anzahl der Adressen und der Anzahl der Fahrstufen müssen an der Zentrale und am angesteuerten Decoder übereinstimmen (CV-Variable 29). Stimmen die Einstellungen nicht überein, treten Fehler bei der Interpretation der digitalen Signale durch den Decoder auf. Fehlfunktionen, die hierauf beruhen, sind: - Die Frontbeleuchtung der Lok kann nicht eingeschaltet werden. - Die Frontbeleuchtung flackert bei Geschwindigkeitswechsel. - Die Lok reagiert nicht auf die von der Zentrale gesendeten Signale. Das FMZ-Protokoll Das FMZ-Protokoll wurde von Fleischmann vor dem Jahre 2000 in seinem Digitalsystem angewandt. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse im Februar 2000, wurde dieses Protokoll dann durch das Twin-System abgelöst. Davon aber später mehr. Das FMZ System stammt aus den 80iger Jahren. Es erlaubt Adressen von 1 bis 119, wobei max. 8 Lokomotiven direkt angesteuert werden können und max. 32 Loks insgesamt gesteuert werden können - d.h. dass sie mit einer voreingestellten Geschwindigkeit fahren, jedoch ohne direkten Zugriff. Unterstützt werden 15 Fahrstufen. Zusätzlich kann eine analoge Lok im Digitalkreis gesteuert werden. Durch Unterteilen in zwei Kreise können auch zwei Analogloks gesteuert werden. Zusätzlich können: - Magnetartikel gesteuert werden - Weichenstraßen gestellt ein Computer über eine Schnittstelle eingebunden werden. Leider ist das FMZ-System nur mit sich selbst kompatibel. Nicht einmal ein Einsatz von FMZ-Loks auf einer analogen Anlage ist hier möglich. Das System konnte sich deshalb auch nicht im Markt etablieren. Fleischmann hat deshalb seine Strategie der "digitalen Kundenbindung" aufgegeben und ist auf das zukunftsfähige DCC-Formt mit dem TWIN-Center umgestiegen. Was bedeutet dies nun für Modellbahner, die das Fleischmann FMZ-System erworben haben ? Nun, das DCC-System ersetzt das alte FMZ-System. Allerdings wird Fleischmann den Support noch eine Weile weiterbetreiben. Fest steht aber, das FMZ-System wird nicht mehr weiter entwickelt. Es ist ein zu hoher Aufwand und die Einschränkungen die bei FMZ/DCC Multiprotokoll Decodern bestehen, wird höchstwahrscheinlich auch die Entwicklung der sog. Twin-Decoder zum Erliegen bringen. Das Motorola-Protokoll Da Motorola-Format ist ebenfalls eine digitale Eigenentwicklung von Märklin aus den Zeiten, da man dachte ein eigenes Digitalsystem bindet den Kunden besser an das Produkt. Märklin wurde auch hier, wie Fleischmann, eines besseren belehrt. Die Leidtragenden sind aber wie immer bei Märklin die "treuen" Märklin-Modelleisenbahner. Märklin hat im Jahre 1994 mit der - Control Unit 6021 - dieses System eingeführt. Die Märklin-Motorola-Digital-Steuerung beruht auf dem Prinzip, dass die Kontrolleinheit (Controller, Control-Unit) für jeden Empfänger (Dekoder in Lok, Waggon, Weiche etc.) Steuersignale generiert und diese über einen Verstärker (Booster) der Betriebsspannung quasi aufprägt: Die am Gleis anliegende Betriebsspannung wird entsprechend der Steuersignale zwischen +18 V bis +22 V und -18 V bis -22 V hin- und hergeschaltet. Die in den Loks bzw Wagen und Weichen etc. eingebauten Dekoder reagieren nur auf für sie bestimmte Signalpakete. Jedes Signalpaket besteht aus einem Adressteil und einem Steuerteil. Nur bei Übereinstimmung des Adressteils mit der an dem jeweiligen Dekoder eingestellten Adresse erfolgt eine Auswertung und Ausführung der Steuerdaten. Das Motorola-Protokoll, ist in den Motorola-ICs - MC145026 - MC145027 und - MC145029 - (die mittlerweile nicht mehr erhältlich ist) enthalten. Zu erwähnen ist hier, dass die Adressdaten nicht der zweiwertigen Logik entsprechen, also als Bits bezeichnet werden können, sondern auf der dreiwertigen Logik beruhen: Die Trits (oder t-Bits genannt) können 0, 1 und offen (open) sein. Als Sendeimpuls wird dies durch jeweils zwei Bits realisiert, die in der Kombination ein Trit darstellen. Die ersten vier Trits beschreiben die Adresse, so dass im ursprünglichen Motorola-Format 81 Adressen eingestellt werden können. Es folgt als fünftes Trit das Sonderfunktionstrit, das von Märklin nur mit den beiden Zuständen "00" für Masse und "11" für Plus verwendet wird. Den Abschluss bilden die ursprünglich ebenfalls nur binär verwendeten vier Datentrits, die bei Lokdecodern die Geschwindigkeit und bei Weichendecodern die Weichen-Subadresse darstellen. Soweit das alte, ursprüngliche Datenformat. Mittlerweile wird aber für die Lokbefehle bei allen Trits die dreiwertige Zuordnung in deren Bestandteile aufgelöst, so dass der Adressteil mit 8 Bits 256 Adressen ermöglicht und das Sonderfunktionstrit tatsächlich 4 Kombinationen erlaubt, die z.B. beim Wikinger-Decoder und beim ESU-Lokpilot die unmittelbar ansteuerbaren 27 Fahrstufen ermöglichen. Bei den Geschwindigkeitsdaten hat Märklin sowohl die Richtung als auch die Kommandos für die 4 Extrafunktionen inkorporiert. Seit 1994 ist für die Loksteuerung ein neues oder erweitertes Motorola-Format von Märklin eingeführt worden. Hierzu muss die Märklin-Control-Unit (6021) über DIP-Schalter entsprechend eingestellt werden. Da aber z.B. EDITS und auch einfache Eigenkonstruktionen auf dem Motorola-Chip MC145026 basieren, der dieses Format nicht beherrscht, ist man zur Nutzung der Features des neuen Formats auf die Control-Unit, eine - naturgemäß flexible - Softwarelösung oder aber eine völlige Eigenkonstruktion etwa mittels eines Mikrocontrollers angewiesen. Die Fa. Uhlenbrock hat bereits die von der Fa. Modeltreno entwickelte Intellibox (IB) auf den Markt gebracht, die nicht nur vieles besser kann als die Märklin-Hardware sondern auch die anderen Digitalformate erzeugt. Die Steuerung umfasst für maximal 80 Loks die Richtung und Geschwindigkeit in fünfzehn Stufen, sowie eine schaltbare Funktion, die zwischen Rückwärtsfahrt und Vorwärtsfahrt unterscheidet. Das Protokoll bietet u.a. eine verbesserte Fahrtrichtungsumschaltung bzw. deren Kontrolle, sowie vier Extra-Funktionen, bei denen aber nicht zwischen Rückwärts- und Vorwärtsfahrt unterschieden wird. Für H0 gibt es Lok-Dekoder, die diese Funktionen zur Verfügung stellen. Das Selectrix-Protokoll Das von vielen Modellbahnern als zuverlässig und durchdacht gelobte Selectrix-Format wurde Anfang der 80er Jahren von der kleinen Firma Doehler & Haass entwickelt und 1982 von der Firma Trix unter dem Namen Selectrix erstmals vorgestellt. Die Firma Trix gibt es nicht mehr. Sie wurde Anfang der 90iger Jahre von der Fa. Märklin übernommen und wird bis heute als eigenständige Firma von Märklin weitergeführt. Selectrix ist vor allem bei den N-Modellbahnern beliebt, da es für diese Spurgröße geschaffen wurde. Selectrix ist leider zu keinem anderen Protokoll kompatibel. Es gibt aber kleine Firmen die Zubehör für das System im Programm haben. Sogar eine Zentrale, die das Format verwendet - aber selbst nicht von Trix stammt - ist inzwischen auf dem Markt. Es ist die Digirail-Zentrale von MÜT, die das Selectrix-Format verwendet. Weiter beliebt bleibt Selectrix trotz bisher eher stagnierender Innovationskraft auch dadurch, dass die Uhlenbrock-Intellibox - unter anderem - auch Selectrix beherrscht. So kommt man auch ohne die wenig benutzerfreundliche Selectrix-Zentrale in den Genuss der Vorteile dieses Protokolls. Vor allem aber kann man Loks steuern, die die extrem kleinen, qualitativ aber hervorragenden und sehr leistungsfähigen Selectrix-Lokdecoder eingebaut haben. Die Selectrix-Decoder besitzen 31 Fahrstufen, was den Loks in die sie eingebaut sind, ein sehr gutes Fahrverhalten beschert. Mittlerweile baut Selectrix-Erfinder Doehler & Haass eigene Selectrix-Decoder, die mehr können als das Original. Eine Original-Selectrix-Zentrale kann lediglich neun (!) Lokadressen verwalten. Sollen es mehr sein, muss man Zusatzgeräte kaufen oder sie an den PC anschließen. Maximal 100 " Geräte " mit den Adressen 00 bis 99 können es mit Original-Selectrix-Geräten dann sein; obwohl intern eigentlich 112 Adressen zu Verfügung stehen. Einige dieser Adressen braucht die Selectrix-Zentrale aber für sich, so dass sich maximal 100 Adressen mit den Nummer 00 bis 99 ergeben. Die Intellibox von Uhlenbrock und auch die Digirail-Zentrale von MÜT zum Beispiel erreichen gleich von vornherein alle der im Selectrix-System vorgesehen 112 Adressen. Eine Besonderheit gibt es beim Selectrix-Format: Die zur Verfügung stehenden Adressen können sowohl von Lokdecodern als auch von Gleisbesetztmeldern oder Magnetartikeldecodern (Trix nennt sie " Funktionsdecoder " ) belegt sein. Dabei hat man völlig freie Hand, wie man die Adressen aufteilt werden. Einen seperaten Rückmeldebus gibt es also nicht. Der so genannte Sx-Bus verbindet fast alle Geräte miteinander und transportiert sämtlich Daten. Während das Original-Selectrix-Format die Beschränkung auf 112 Adressen kennt, lässt sich ein Selectrix-System auch mit dem so genannten " erweiterten " Selectrix-Format betreiben. Dabei wird zusätzlich zum Haupt-Bus ("Sx0") ein weiterer Sx-Bus ("Sx1") aufgemacht, über den wieder 112 Adressen zu Verfügung stehen. Dies können Adressen von Funktionsdecodern oder solche von Gleisbesetztmeldern sein. Lokadressen haben hier leider keine Chance - sie lassen sich auch nach der Erweiterung leider nur über den " Stamm-Bus "Sx0" abfragen und kontrollieren. Mehr als maximal 112 (mit den Original-Trix-Geräten 100) Loks sind bei Selectrix ohne weiteres nicht drin - eine Einschränkung, die bei der Entscheidung für ein bestimmtes Datenformat sicher mit ins Gewicht fallen müsste. Zum Glück gibt es, wie schon erwähnt, aber mittlerweile ein paar hervorragende Alternativen wie Digirail, Intellibox, MDVR/Rautenhaus zur Hardware des Original-Herstellers Trix, die die bekannten Einschränkungen und Probleme zum Teil umgehen. Aus den obigen Ausführungen ist zu entnehmen, dass das Selectrix-System sich im Wesentlichen auf die Marke Trix bezieht. Für N-Bahner ist es deshalb bei einer Neuanschaffung sinnvoll gleich z.B. auf die Uhlenbrock-Intellibox auszuweichen, da damit auch anderen Protokolle wie DCC angesprochen werden können und somit auch Loks von anderen Modellbahnherstellern auf der N-Bahn gefahren werden können. |
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Vorbemerkungen Unter dem Bussystem versteht der Modellbahner sicherlich nicht den Fahrplan für Linienbusse. Gemeint sind hier die elektronischen Busse. An einen Bus können mehrere Geräte angeschlossen werden. Bei einigen Bussen müssen dabei alle Geräte kettenförmig aneinander geschaltet (z.B. S88-Bus). Andere (z.B. Loconet) ermöglichen auch sternförmige Strukturen. Ihr seht es hat schon etwas mit Verbindungen zu tun. Der Bus (englisch gesprochen: bas) dient dazu, unterschiedliche (oder auch identische) Geräte/Module auf der Anlage miteinander zu verbinden. Dadurch lässt sich die digitale Zentrale um Funktionen erweitern, die in der Grundausstattung in der Regel fehlen und somit als Zusatz-Gerät neue Möglichkeiten bieten (z.B. weitere Fahrregler / Keyboards /Schnittstellen zum Gleisbildstellwerk oder zum PC). Auf der anderen Seite werden durch die Busse auch Module angeschlossen, bei denen eine Integration in der digitalen Zentrale einfach Unfug wäre. So ist z.B. bei Rückmelde-Modulen eine dezentrale Installation sehr sinnvoll, weil dadurch der Verdrahtungsaufwand erheblich reduziert wird. Busse können somit auch mit einem Computernetzwerk verglichen werden. Die digitale Zentrale ist der Computer und die Zusatzgeräte wie Drucker, Scanner etc werden eben über diese Busse angeschlossen. Weshalb es so viele Bus-Anschlusssysteme gibt ist für mich nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich liegt aber der Grund hierfür wie immer in der Kundenbindung. Wenn ein Kunde ein Gerät eines bestimmten Herstellers gekauft hat, so soll er auch bitte schön alle teuren Zusatzgeräte dieses Herstellers kaufen. Ich halte so eine Firmenlogik nicht für hilfreich, insbesondere nicht auf dem digitalen Markt. Hier sollten die Modellbahner auch mal Flagge zeigen und nur die digitalen Geräte kaufen, die auch internationalen Normstandart haben. Die Details über die nachfolgend aufgezeigten Busse werde ich im Eisenbahnarchiv hinterlegen. Der S88-Bus Der S88-Bus ist sehr einfach konzipiert. Er wird nur für Rückmeldungen verwendet. Die Rückmeldemodule müssen dabei in einer Reihe verdrahtet werden. Abzweigungen sind nicht möglich (nur mit elektronischen Tricks, aber das ist nicht unser Thema). Die Ansprüche an die Rückmeldemodule sind gering, es ist kein Prozessor nötig. Jedes Modul kann normalerweise 16 Eingänge einlesen. Die einzelnen Module haben keine Adresse oder ähnliches, sondern werden einfach durch ihre Reihenfolge nummeriert. Da es sich beim S88-Bus um den "Märklin-Standard Rückmelde-Bus" handelt und die Module auch von anderen Herstellern angeboten werden (Märklin, Uhlenbrock, ESU, etc) wird dieser Bus auch von vielen digitalen Zentralen unterstützt.
Der Loconet-Bus Beim Loconet-Bus handelt es sich um einen universellen Bus. Hier kann eigentlich alles angeschlossen werden, was der digitale Modellbahner so benötigt, wie Handregler, Booster, Rückmelder, Zugidentifizierung, Infrarot-Regler. Die Verbindung wird über eine 6-polige Western-Buchse hergestellt. Ein sternförmiges Netzformsysten ist hier möglich. Loconet-Anschlüsse haben z.B. Uhlenbrock, Fleischmann, Piko. Das schöne am LocoNet-Bus ist, dass er preiswert ist und eine sichere Verknüpfung der digitalen Steuer- und Bediengeräte untereinander sicherstellt. Das Verbindungskabel ist sechspolig und ist mit Westernsteckern ausgerüstet (wie beim Telefon). Das leichte Lösen und Zusammenfügen der Stecker erleichtert den Netzaufbau oder das Trennen von Modulanlagen. Mit LocoNet kann ein Netzwerk mit eine Vielzahl von passenden Elementen aufgebaut werden. Leitungswege von bis zu 100 Metern sind für das System kein Problem. Alle Geräte, die über das LocoNet angeschlossen werden, beziehen ihre Spannung aus eben diesem Netzwerk. Ab einer gewissen Größe des Netzwerks, die sich nicht nach der Kabellänge richtet, sondern nur nach dem Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte, ist eine einwandfreie Funktion der angeschlossenen Geräte allerdings nicht mehr gewährleistet. Dann muss eine LocoNet-Stromeinspeisung eingesetzt werden, die in einem neuen Abschnitt dem LocoNet weitere Stromstärke zur Verfügung stellt.
Der I²C-Bus Dies ist der Märklin Gerätebus, über den (rechts und links) an die Central-Unit die verschiedenen Erweiterungen (Keyboard, Memory, Interface usw.) angesteckt werden. Die Intellibox besitzt diesen Bus ebenfalls, ESU bietet den Funk-Handregler Mobile-Control für diese Schnittstelle an.
Der X-Bus/XpressNet-Bus Für diesen Gerätebus bietet der Hersteller "Lenz" Handregler und PC-Interface an. Der Handregler Mobile-Control von ESU verfügt ebenfalls über diese Schnittstelle. Es können bis zu 30 Geräte an diesen Bus (auch während des Betriebes) angeschlossen werden. Technisch ist dies ein Standart-Bus, der sonst unter der Bezeichnung "RS-484" läuft. Zwar ist die Buchse 5-polig, es werden jedoch nur 4 Leitungen verwendet. Es gibt verschiedene Versionen wie z.B. die Roco Multimaus: Version 3.0.
Der "RS-Bus" Es handelt sich hier um einen Rückmelde-Bus für Lenz-Digital- Zenralen und für die Lenz-Rückmelder. Der Maus-Bus Dies ist ein vereinfachter X-Bus, an den die Roco Lokmaus angeschlossen werden kann. Hier gibt es von Roco auch ein Weichenstellpult für diesen Bus. Den Maus-Bus findet ihr an Roco, LGB, Uhlenbrock Intellibox, Massoth-Geräten
Der Sx-Bus Dies ist ein TRIX-Bus, der natürlich ebenfalls von den Selectrix-Anbietern, wie Rautenhaus und MÜT verwendet wird.
Der Can-Bus Es geht auch so. Dieser Bus ist allgemiener Industrie-Standard für Industrieanlagen und Autos. Der Hersteller Zimo hat deshalb kundenfreundlich agiert und diesen Bus in sein digitales System integriert. Damit kann mit jedem Industriebus gearbeitet werden. Beim CAN-Bus handelt es sich um ein sehr ausgereiftes und robustes System. Es können ZIMO Rückmelder, Dekoder usw. angeschlossen werden und über eine CAN-Karte sogar der PC.
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