Modelleisenbahninfos: Kupplungsarten
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linie Modellbahntechnik
Vertiefungsthema: Die Kupplung an der Lok und dem Wagen im H0-System
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Die Frage welche Kupplung ist die beste und welche Kupplung eignet sich am besten für meinen Modellbahnbetrieb ist so alt wie die Modelleisenbahn.

Mit dem nachfolgenden Aufsatz soll zum Einen ein Überblick über die vorherrschenden Kupplungsarten im H0-System gewonnen werden. Zum Anderen soll auch auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kupplungssysteme eingegangen werden.

Begriffsdefinitionen
Bevor wir aber weiter in dieses Thema vordringen noch ein paar Begriffsdefinitionen:

Der Pufferabstand

Die Angabe des Pufferabstands ist mit Vorsicht zu geniessen; sie hängt davon ab mit welchen Toleranzen die Abstände Pufferebene-Vorderkante Normschacht ausgelegt sind. Bei den ersten Kurzkupplungsfahrzeugen von Roco ist dieser Abstand sehr knapp gehalten, was bei Verwendung von echten Kurzkupplungen zu Problemen beim Ankuppeln führt. Bei Loks, die in aller Regel nicht genügend Platz für eine ausreichend dimenionierte Kurzkupplungskinematik bieten, ist der Abstand Pufferebene-Vorderkante Normschacht höher. Hier entsteht meist auch bei Verwendung von echten Kurzkupplungen ein Pufferabstand von 5 mm oder höher.

Vorentkupplung

Die Vorentkupplung ermöglicht die Entkupplung am Entkuppelgleis oder mit einem Handentkuppler bzw. das Schieben und Abstellen von Fahrzeugen an beliebige Positionen. Nach dem Abziehen des Wagenverbands fallen die Kupplungen zurück und sind bereit für den nächsten Kuppelvorgang

normale Kupplung
Die normale Kupplung findet man bei allen alten Wagen und Loks. Die "normale" Kupplung besitzt keine Knickstabilität. Deshalb können damit nur mit Federpuffern die Wagen Puffer an Puffer gefahren werden. Der Kupplungsvorgang erfolgt in der Regel über die Schwerkraft des Wagens (sanftes Einkuppeln). Dabei wird der Kupplungsbügel leicht angehoben und über den Kupplungsdorn gehoben. Der Vorteil dieses Kupplungstyps ist, dass ein Einkuppeln auch im Bogen möglich ist.
Die Kupplung ist relativ tolerant gegenüber Höhenabweichungen Diese Kupplungstechnik ist z.B. bei Märklin-Relex-Kupplung, Fleischmann-Fallhakenkupplung, Trix-Express-Bügelkupplung zu finden.

KK-Kupplung

Die KK-Kupplung hat ein sog. 0-Spiel in der Länge und ist nicht abknickbar. Die KK-Technik ist damit fähig, die Wagen Puffer - an - Puffer fahren zu lassen. Das Einkuppeln der Kupplungen wird normalerweise über Federkraft realisiert. Deshalb ist der Einkuppelvorgang mit einer gewissen Kraft verbunden, da die Feder mehr Widerstand aufbringt als die Schwerkraft des Wagens zustande bringt.
Der Nachteil: Nicht kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und ein einkuppeln im Bogen ist nicht möglich.
Diese Kupplungen sind z.B. Roco-Kurzkupplung und der Fleischmann-Profikupplung zu finden.

unechte KK-Kupplung

Es handelt sich hier eigentlich um eine Bügelkupplung, die aber weniger Längenspiel hat und mit seitlichen "Nasen" knickstabiler ist. Diese Kupplungen können aber wegen ihrer Konstruktion "weich" einkuppeln. D.h. der Einkuppelvorgang erfolgt bereits mit der normalen Schwerkraft des jeweilgen Wagens. Allerdings hat diese Kupplungsart wieder mehr Spiel zwischen den Wagen als die KK-Kupplung. Dieses Spiel ist erforderlich um Platz zum Herabfallen des Kupplungsbügels zu haben. Die unechte KK-Kupplung ist kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und vorentkuppelbar. Diese Kupplungen sind z.B. bei der Märklin-Kurzkupplung und der Roco-Universalkupplung zu finden.


Die Kupplungsarten
Wie bisher bereits zu lesen war, gibt es eigentlich nur drei Kupplungsarten und zwar:

- die "normale" Standardkupplung
- die KK- Kupplung
- die unechte KK-Kupplung

Die normale Kupplung

a) Bügelkupplung nach NEM
Diese Kupplung ist universell einsetzbar, preiswert und fast überall verwendbar. Allerdings ist sie nicht vorentkuppelbar

Kupplung nach NEM


b) Märklin Relex-Kupplung:
Diese Kupplung ist kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und vorentkuppelbar. Sie besitzt allerdings einen großen Pufferabstand und ist ferner sehr teuer.

Relex-Kupplung von Märklin



c) Fleischmann - Fallhaken-Kupplung:
Diese Kupplung gestattet ein sehr weiches einkuppeln. Sie ist allerdings nicht vorentkuppelbar und leider nicht kompatibel zur NEM-Bügelkupplung. Hinzu kommt, dass sie sehr teuer ist. Fleischmann H0-Wagen haben dementsprechend den Nachteil, dass sie umgerüstet werden müssen, wenn sie auf Anlagen anderer Hersteller eingesetzt werden sollen. Es handelt sich bei dieser Kupplungsart um eine überholte Kupplungsform.
Fleischmann-Halen-Kupplung      Fleischmann-Halen-Kupplung      Fleischmann-Halen-Kupplung



d) Trix-Express-H0 und Märklin-H0 Bügelkupplung:
Diese Kupplung ist ebenfalls überholt. Die Kupplung ist sehr klobig, weist einen extrem großen Kuppelabstand auf und ist nicht vorentkuppelbar. Hinzu kommt, dass sie sehr teuer ist, da nicht mehr im Handel.
Trix-H0-Bügelkupplung     Trix-H0-Bügelkupplung



e) Kadee-Kupplung:
Sehr weiches Einkuppeln ist bei dieser Kupplung möglich. Sie ist vorentkuppelbar und besitzt eine berührungsfreie Fernentkupplung durch Magnete. Leider ist sie nicht kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und sehr teuer (Weitere Infos im Modellbahnarchiv)
Kadee-Kupplung




Die KK-Kupplung

a) Roco-Kurzkupplung
Der Klassiker unter den Kurzkupplungen. Die alte Variante (ohne Vorentkupplung, schwarz) wird nicht mehr produziert und wurde durch die neue Version mit Vorentkupplung (dunkelgrau) ersetzt.
Diese Kupplung gestattet ein relativ weiches Einkuppeln. Neigt jedoch bei hoher Zuglast zur Zugtrennung. Die Kupplung reagiert auch sehr empfindlich auf falsche Höhenlage der Kupplungen zueinander.
Der lange Kupplungskopf ist störend.
Die Vorteile dieser Kupplungen sind, dass sie leicht kuppel- und entkuppelbar sind (leider nicht im Gleisbogen). Die Fahrzeuge lassen sich auch leicht nach oben aus dem Zugverband herausnehmen.
roco-Kurzkupplung


b) Fleischmann-Profi-Kupplung-H0
Besitzt eine Vorentkupplung. Die Kupplung wirkt unauffällig. Der Nachteil ist aber, dass sie sehr sehr hart einkuppelt. Sie ist teurer und neigt zur Zugtrennung.
Fleischmann-Profi-Kupplung



Die unechte KK-Kupplung

a) Märklin-Kurzkupplung-H0
Ist relativ unauffällig und gestattet ein weiches Einkuppeln. Sie besitzt einen kurzen Kuppelabstand. Das Einkuppeln funktioniert nicht immer zuverlässig. Sie neigt in engen Radien zum Verhakeln mit den Puffern (nicht höhenverstellbar).

Märklin-Kurzkupplung

b) Roco-Universalkupplung-H0
Diese Kupplung gestattet ein weiches Einkuppeln. Sie ist verhakelungssicher gegenüber den Puffern und ist auch in einer höhenverstellbaren Version zu haben. Sie ist allerdings empfindlich gegenüber Höhenabweichungen.

Roco-Universalkupplung       Roco-Universalkupplung




Die Kupplung mit Zukunft

Aus den bisherigen Ausführungen ist erkennbar, dass ein Zugbetrieb mit Wagen von unterschiedlichen Herstellern bereits bei den Kupplungen erhebliche Probleme bereiten kann.
Als Modellbahner, der die verschiedensten Wagentypen von den unterschiedlichsten Herstellern verwendet (als Epochensammler ist das zwangsläufig so) bereitet dies immer wieder Probleme.
Als besten Lösungsansatz sehe ich derzeit die Normkupplung an.
Um verschiedene Kupplungsfabrikate freizügig verwenden zu können, wurde in den Normen Europäischer Modellbahner (NEM) auf Blatt 362 (H0) sowie 355 (N) eine einheitliche Kupplungsaufnahme für Kupplungsköpfe vereinbart, welche für Modellbahnhersteller nun verbindlich sind. Damit im Zusammenhang steht NEM 352, welche die Führungen für Kupplungsaufnahmen (die sogenannte Kurzkupplungs-Kinematik) vorschreibt (siehe NEM 352, NEM 355, NEM 362). In diesen Normen ist auch die Lage des Normschachtes bezüglich Schienenoberkante und der Pufferebene festgelegt. Leider ist bei manchen älteren Fahrzeugen der Abstand Pufferebene-Normschacht- Vorderkante zu gering, wodurch sich Verhakungen/Überpufferungen bei ungünstigen Gleisführungen (S-Kurven ohne Ausgleichsgerade oder zu enge Radien) ergeben können.
Durch die Lösung mit dem Normschacht ist es möglich verschiedene Kupplungssysteme sehr schnell im täglichen Modellbahnbetrieb zu vereinheitlichen.
Anders ausgedrückt:
Durch die Möglichkeit des schnellen Kupplungswechsels (der Schacht passt für verschiedene Kupplungen) ist das Umrüsten von Modellbahnwagen unterschiedlichster Hersteller kein Problem mehr. Dies bringt auch beim Zusammenstellen von epochenreinen Zügen erhebliche Vorteile, da die Zuggarnitur dann auch einheitliche Kupplungen aufweist.
Nichts ist für einen Epochensammler schlimmer als ein epochenreiner Zug mit den unterschiedlichsten Kupplungen.
Der NEM Kupplungsschacht bietet auch noch den Vorteil, dass ein paar mm weniger Kuppelabstand herausgeholt werden kann, indem die Kupplung tiefer in den NEM-Schacht gesetzt wird.
Dies geschieht entweder durch Kürzen des NEM-Schachtes oder durch das Einfeilen des hinteren Kupplungsendes (in dem Bereich, wo die Kupplung an den NEM-Schacht anliegt).

Der NEM-Schacht bietet auch die Möglichkeit kleinere Höhenabweichungen korrigieren zu können.
Dies geschieht dadurch, dass an der Kupplung etwas Material entweder am oberen (höhersetzen) oder am unteren Teil (tiefersetzen) abgefeilt wird. Gegenüber der abgefeilten Seite ist dann entweder ein Pappstückchen oder ein Kunststoffplättchen in den NEM-Schacht einzulegen, damit die Kupplung nicht wackelt.

Ich will aber hier Schluss machen, da es nun zu sehr in die Basteltechnik geht und da gibt es bestimmt bessere Fachleute als mich.

Zu diesem Thema "Kupplung" könnte man noch eine Vielzahl von Seiten verfassen. Mir ging es hier aber nur darum, euch ein paar Informationen und Hilfestellung zu den Modellbahnkupplungen zu geben.
Falls noch Ergänzungen bzw Korrekturen von euch gesehen werden, einfach ein Mail an hpw-modellbahn.


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