Die Zugbeeinflussung durch MARCo von Uhlenbrock



Navigationssysteme auf der Modelleisenbahn
Das MARCo-System von Uhlenbrock





Einsatz des MARCo-System

Mit dem MARCo-System können Modellbahner ihre Anlage automatisch - ohne Einsatz eines Computers - gesteuert werden. Das nachfolgende Systembild zeigt die Anschlussmöglichkeiten

Lokbild
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Eigenschaften des MARCo-System

MARCo besteht aus einem RailCom-Sender, oder einem RailCom fähigen Lokdecoder, der im Fahrzeug montiert wird und einem Empfängermodul, dessen Detektoren ans Gleis angeschlossen werden. Die vom RailCom-Sender gemeldete Lokadresse, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung wird vom Empfänger erkannt und ans LocoNet übermittelt. Zusätzlich sind, ohne den Einsatz eines Computers, verschiedenste, automatische Steuerfunktionen zu realisieren.

MARCo kann auf der Modellbahnanalge folgende Funktionen ausüben
    Zugerkennung
    - MARCo erkennt die mit einem Sender ausgerüsteten Loks und zeigt an, welcher Zug sich auf welchem Gleis befindet.

    Pendelzugsteuerung
    MARCo steuert den Pendelzugverkehr im Endbahnhof der eingleisigen Nebenbahn.
    Lokabhängige Schattenbahnhofsteuerung
    MARCo verwaltet den Schattenbahnhof, findet selbständig für jeden Zug ein individuelles Gleis und lässt bei Bedarf die Züge automatisch wieder aus dem Schattenbahnhof herausfahren.

    Digitale Blocksteuerung
    MARCo ist ein Blocksystem für Digitalanlagen und steuert die Blockstrecken auf der Anlage automatisch, ohne Einsatz eines Computers.

    Aufenthaltsstelle
    MARCo hält die Züge am eingleisigen Bahnhof der Nebenstrecke an und lässt sie nach einer einstellbaren Zeit weiter fahren.

    Anfahr- und Bremsverzögerung an Signalen MARCo bremst jede DCC-Digitallokomotive vor einem roten Signal mit der decoderinternen Bremsverzögerung langsam ab.

    Automatische Steuerung von Loksonderfunktionen
    MARCo schaltet situationsabhängig den Sound von Lokomotiven, z.B. den Pfeifton vor dem Tunnel oder das Signalhorn am Bahnübergang vor der Pfeiftafel. MARCo blendet bei Fahrten in unsichtbare Bereiche (Schattenbahnhof, Tunnel) den Sound von mit „IntelliSound“ ausgerüsteten Lokomotiven aus. MARCo schaltet das Licht einer bestimmten Lok nach einer bestimmten Zeit ein oder aus, z.B. wenn der Lokführer die Lok abgestellt hat.

    Lokindividuelles Schalten von Magnetartikeln und Fahrstraßen
    MARCo schaltet alle Magnetartikel und Fahrstraßen, die in Intellibox oder IB-Switch hinterlegt worden sind.

    Lokabhängige Geschwindigkeitsbeeinflussung
    MARCo steuert die Geschwindigkeit von Loks, z.B. in Bahnhofseinfahrten oder Langsamfahrstrecken.

    Programmieren von Decoder CVs MARCo kann während der Fahrt auf dem Hauptgleis die CVs der RailCom-fähigen Lokdecoder und RailCom Sender lesen und programmieren.



Funktion des MARCo-System

MARCo ist ein Automatisierungssystem und basiert auf der RailCom-Technik, die ein bidirektionales Meldesystem darstellt. Dies funktioniert vereinfacht so:
Die Lok sendet iher Lokadresse an das Gleis und bekommt als Reaktion darauf vom Gleis neue Fahrinformationen zurück. Hierzu werden also Informationen aus der Lok in das Gleis abgesetzt. Am Gleis befindet sich ein Detektor, der diese Informationen empfangen kann. Damit diese Informationen im Digitalsignal des Gleises Platz finden, muss vom Booster eine entsprechende Lücke im DCC-Digitalsignal erzeugt werden (z.B. Power 4, Art.Nr. 63240). Diese Lücke wird als „Cutout“ bezeichnet. Hat der Detektor die Informationen empfangen, so meldet er diese an den MARCo-Empfänger weiter. Der MARCo-Empfänger reagiert mit der hinterlegten Programmierung und sendet dann z.B. neue Lokbefehle über das LocoNet an die Intellibox. Die Zentrale setzt die Befehle in ein DCC-Signal um und sendet sie dann über das Gleis an den Lokdecoder, der nun die Lok mit den neuen Informationen steuert. Wichtig ist, dass diesew RailCom-Technik nur mit dem DCC-Datenformat funktioniert.

Die Informationen aus der Lok werden über einen RailCom-Sender, oder einen Lokdecoder der RailCom-fähig ist, gesendet. Der RailCom Sender wird im MARCo-System als MARCo-Sender bezeichnet. Dieser MARCo-Sender im Fahrzeug verfügt wie ein Lokdecoder über eine digitale Adresse. Diese Adresse wird über das Gleis an den MARCo-Empfänger gesendet.

In MARCo-Empfänger können verschiedene Befehle zum Verändern von Geschwindigkeiten, zum Schalten von Lokfunktionen (z.B. Sound) oder zum Schalten von Weichen, Signalen oder ganzen Fahrstraßen, die in Intellibox oder IB-Switch gespeichert sind, ablegt werden. Die Befehle werden je nach erkannter Adresse ausgeführt. Ferner kann der MARCo-Empfänger über Gleisbesetztmeldungen Fahrstraßen in der Intellibox II, dem IB-Control II, oder im IB-Switch auslösen oder ein PC-Programm steuern.

Erkennt der MARCo-Empfänger eine Lokadresse, werden alle abgespeicherten Befehle durchsucht, ob für diese Adresse etwas zu tun ist. Wenn ja, wird ein entsprechender Befehl über das LocoNet an die Intellibox gesendet. Da die MARCo-Empfänger an beliebigen Stellen verbaut werden können, also nicht zentralisiert arbeiten, ergibt sich ein modularer Aufbau. Dieser hat auch dem System seinen Namen gegeben: Modulare Automatik für RailCom-MARCo.

Der MARCo-Empfänger kann auch auf komplexe Automatiken eingestellt werden, z.B. Pendelstrecke oder Blockstrecke. Jetzt führt er Funktionen aus, ohne dass diese für spezielle Fahrzeugadressen programmiert werden müssen. So wird er als Endstelle einer Pendelstrecke jedes Fahrzeug anhalten und nach einer Wartezeit in Gegenrichtung wieder anfahren lassen, egal wie die Adresse des Fahrzeugs ist. Auch wird er passend zur Automatikfunktion Signale beachten oder setzen. In einem Block wird jeder Zug bei grünem Signal durchfahren, bei rotem Signal anhalten. Jeder MARCo-Empfänger hat eine eindeutige Empfängeradresse (Hausnummer). Er ist unter dieser Adresse jederzeit von der Intellibox aus identifizierbar. So ist er auch im eingebauten Zustand programmierbar und auslesbar.




Mindestausstattung um mit MARCo arbeiten zu können

- Intellibox mit Trafo, z.B. unser 70 VA-Trafo Art.-Nr. 20 075
- Power 4 Art.-Nr. 63 240 mit Trafo, z.B. unser 70 VA-Trafo Art.-Nr. 20 075
- MARCo-Set Nr. 68100 beinhaltet:
    - zwei MARCo-Sendern Nr. 68320
    - einem MARCo-Empfänger Nr.68500
    - LocoNet-Kabel 2,15 m.
    - Handbuch

- DCC-Lokdecoder


Einbau und Funktion des MARCo-Senders

Jedes Fahrzeug, das eine automatische Steuerfunktion ausführen oder dessen Adresse zurückgemeldet werden soll, erhält einen RailCom-Sender. Der Sender wird zusätzlich zum Lokdecoder in eine Lok eingebaut und lediglich mit der Stromabnahme der Lok verbunden. Er kann wie ein DCC-Decoder mit allen kurzen oder langen DCC-Adressen programmiert werden. Zusätzlich ist die Anschlussmöglichkeit für ein LISSY-Mini-Sendemodul vorhanden

Die Befestigung des MA RCo-Sender erfolgt mit einem Klebepad an der Digital-Lok (DCC-Protokoll erforderlich). Es darf ferner keine Verbindung zwischen Sender und Lokchassis bestehen (Kurzschlussgefahr). Wenn in der Lok kein Platz vorhanden ist, dann kann er auch in einen Wagen eingebaut werden. Dieser ist dann allerdings der entsprechenden Lok dauerhaft zuzuordnen. Ferner muss er eine Stromabnahmemöglichkeit aufweisen.

Als nächstes sind die Leitungslitzen des MARCo-Senders mit der Stromaufnahme der Lok zu verbinden.

Liefermöglichkeit:
Art.-Nr. 68320: RailCom-Sender einzeln
Art.-Nr. 68321: RailCom-Sender, 5er Pack

Stromanschluss
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Einbau des MARCo-Empängers (Nr. 68500)

Jeder MARCo-Empfänger wird zunächst an den Gleisausgang des RailCom-fähigen Boosters angeschlossen. Die zu überwachenden Gleisabschnitte werden einseitig vom Rest der Modellbahnanlage getrennt. Dann wird die in Fahrtrichtung erste Trennstrecke mit dem Eingang Gleis 1 und die zweite mit dem Eingang Gleis 2 verbunden. Die Länge und Position der isolierten Gleisabschnitte richtet sich nach der gewählten Funktion, die der Empfänger ausführen soll und dem Fahrverhalten (z.B. Anfahr- und Bremsverzögerung) der Loks. Es sollte immer eine Lok komplett in einen Abschnitt hinein passen.

Sollen einfache Schaltfunktionen fahrtrichtungsunabhängig ausgeführt werden, so kann eben ein Modul zwei Gleisabschnitte überwachen. Dabei werden lediglich die Adresse der vorbeifahrenden Lok übermittelt und einfache Schaltaufgaben ausgeführt. An Stellen, an denen eine fahrtrichtungsabhängige Automatikfunktion ausgeführt werden soll, werden die beiden Gleisabschnitte eines Detektors hintereinander ins Gleis eingebaut. So wird zusätzlich zur Adresse die Fahrtrichtung erkannt und die Automatik kann den Zug zielgenau im zweiten Abschnitt anhalten.

Sollen z.B. nur einfache Schaltaufgaben ausgeführt werden, so reichen kurze Abschnitte aus. Soll aber z.B. eine Blockstelle mit Zielbremsen eingerichtet werden, so muss der erste Gleisabschnitt so lang sein, dass die Lok mit dem längsten Bremsweg zunächst abbremsen kann, bevor sie in den zweiten Abschnitt einfährt.

Wichtig: Trennstrecken sollen in die Seite des Gleises eingefügt werden, die mit der Digitalspannung (rot) verbunden ist (3-Leiter Gleis im Mittelleiter). Die Masseseite (braun) bleibt ohne Trennung.

MACro-Empfänger Einbau
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Sollen mehrere Booster zum Einsatz kommen, ist ein störungsfreien Betrieb dann möglich, wenn die Massen der Versorgungstrafos miteinander verbunden werden.
Der MARCo-Empfänger ist in der Nähe der isolierten Gleisabschnitte unter der Anlage zu befestigen. Als nächstes sind die Gleisspannung und die Gleisabschnitte entsprechend der Beschriftung mit den Anschlussklemmen des MARCo-Empfängers zu verbinden. Danach ist das beiliegenden LocoNet-Kabel das Modul mit der LocoNet T-Buchse der Intellibox zu verbinden. Bei korrektem Anschluss leuchtet eine Kontroll-LED des MARCo-Empfängers kurz auf.


Das LISSY/MARCo-Pc-Programm

Das LISSY/MARCo-Pc-Program wird von Uhlenbrock als LISSY/MARCo-Creator bezeichnet. Mit diesem PC-Programm kann eine Modellbahnanlage mit LISSY/MARCo geplant und alle LISSY- und MARCo-Empfänger mit den notwendigen Einstellungen programmiert werden.

Mittels eines Anlagengleisplans kann die gewünschte Automatisierung entworfen werden. Ob Pendelzugstrecke, Anhaltestellen, Schattenbahnhof oder das Schalten von Loksonderfunktionen, alle automatischen Steuerungsvorgänge, die LISSY/MARCo beherrscht, können mit dem LISSY/MARCo-Creator in die Anlagenplanung übernommen werden.

Das Programm verwaltet ferner alle Adressen, die auf Ihrer Anlage vorkommen, für Magnetartikel, Rückmelder, LISSY- und MARCo- Empfänger. Fahrstraßen, die für Bahnhofsteuerungen benötigt werden, können ebenfalls mit dem Programm erstellt und verwaltet werden.

Fahrstraßen in der Intellibox II, im IB-Control II und im Track-Control- Fahrstraßenspeicher können mit dem LISSY/MARCo-Creator auch direkt programmiert werden. Alle Anlagendaten können auch abgespeichert und ausgedruckt werden. Die Lizenzsierung ist an die Seriennummer Ihrer Digitalzentrale gebunden, für die die Softwareregistrierung erfolgt ist. Sie kann nicht auf andere Digitalzentralen übertragen werden. Zur Nutzung der Software für weitere Digitalzentralen, bietet Uhlenbrock eine Zusatzlizenz zum ermäßigten Preis an.

LISSY/MACRo-Creator
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Art.-Nr. 19300: LISSY/MARCo-Creator
Art.-Nr. 19310 LISSY/MARCo-Creator Zusatzlizenz



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