Hinweise zum Modellbahnhersteller Fleischmann
Die Geschichte der Firma Fleischmann
Die Firma Gebr. FLEISCHMANN GmbH & Co. KG mit Sitz in Nürnberg hatte bis zur Jahrtausendwende
zu den international bedeutenden Herstellern von Modelleisenbahnen (H0, N«piccolo» und Magic Train)
gehört.
Das Unternehmen wurde 1887 gegründet und war bis zur dritten Generation im Familienbesitz. Der letzte
Geschäftsführer war Horst Fleischmann.
Der Erfolg von Fleischmann wurde eine perfekte Fertigung auf höchstem Qualitätsniveau,
hundertprozentige Vorbildtreue und eine erfolgreiche Partnerschaft mit dem Handel und den
Endkunden möglich.
Geschichte von Fleischmann
1887: Jean Fleischmann gründet eine Gravieranstalt in Nürnberg.
1949:
Auf der Frankfurter Herbstmesse wird neben einem neuen Passagierschiff die neue
Modelleisenbahn der Spurweite 0 vorgestell. Dabei handelt es sich um die erste Modellbahn
mit Zweileiter-Gleichstrom-System. Das Dampfmaschinen-Programm der Vorkriegszeit läuft modifiziert weiter.
Ferner ging die Dampfmaschinenproduktion in Betrieb.
1952:
Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg präsentiert die Firma Gebr. Fleischmann ihr neues H0-Programm.
Wie schon bei der Spur O entschied sich Fleischmann für das 2-Leiter-Gleichstromsystem und war
somit der erste deutsche Hersteller, der eine HO-Bahn mit dieser Technik anbot.
Die Fahrtrichtung der Loks ließ sich eindeutig bestimmen. Die Fahrzeuge fuhren auf trittfesten
Metallschienen mit schwarzen, niedrigen Pappschwellen. Das Anfangsprogramm umfasste die
Schlepptenderlok der Baureihe 01, die Tenderlok der Baureihe 80 und die Ellok der Baureihe E 44.
Von Beginn an wurde dem Modellbahner ein komplettes Modellbahnsystem angeboten mit allem, was
zum Betrieb einer Modellbahnanlage dazugehört.
1955:
Produktionsende der Dampfwalzen
1959:
Die H0-Modelleisenbahn wird ein so großer Erfolg, dass die Herstellung von Spur 0-Eisenbahnen
eingestellt wird. Die ersten Kunststoff-D-Zug-Wagen lösen die Blechwagen ab.
1961:
Erstes Erscheinungsjahr der Hauszeitschrift FLEISCHMANNKURIER.
1967:
Einführung der Fleischmann-Autorennbahn
1967/68:
Produktionsende der Fleischmann-Dampfmaschinen
1968:
Einführung Spur N
1969:
Die Spurweite N-piccolo erblickt das Licht der Welt. Bei FLEISCHMANN hatte man Ende
der 60-er Jahre den Entschluss gefasst, die Chancen zu testen, da man überzeugt war, eine
völlig maßstäbliche und technisch perfekte Modelleisenbahn im Maßstab 1:160 herstellen zu können.
Mit der Baureihe 50 mit Kabinentender kommt die erste schwere Güterzug-Schlepptenderlok ebenso
auf den Markt wie das neue N-Gleissystem. Die robusten Gleise besitzen Vollprofilschienen und
angeformtes Schotterbett.
1970:
Die "Denkenden Weichen" sind da.
1977:
Die Drehscheibe in Super-Modellqualität erobert den Modellbahn-Markt.
1982:
Das H0-PROFI-Gleis wird geboren und setzt sich erfolgreich durch.
1986:
Präsentation der digitalen FLEISCHMANN-Mehrzugsteuerung FMZ.
1987:
100 jähriges Firmenjubiläum. Die FLEISCHMANN-PROFI-Kupplung in Spur N«piccolo» wird vorgestellt.
1992:
Einführung der Magic-Train
1991:
Der ICE von FLEISCHMANN wird in H0 und N«piccolo» ein überaus erfolgreicher Triebwagenzug.
1994:
Der "Pendolino" in den Spurweiten H0 und N«piccolo» legt sich genauso elegant in die Kurven
wie sein großes Vorbild - dank einer voll funktionsfähigen Neigetechnik.
1998:
Der ICE 2 von FLEISCHMANN in H0 und N«piccolo» - kuppeln wie das Original.
1999:
Der ICE-T erscheint in H0 und N«piccolo» mit Neigetechnik wie beim Vorbild.
2000:
Mit der TWIN-TECHNIK wird eine neue Generation der digitalen Mehrzugsteuerung vorgestellt.
2002:
Die Spur H0 feiert bei FLEISCHMANN ihr 50-jähriges Jubiläum. FLEISCHMANN bringt die ersten
2 Sound-Lokomotiven auf den Markt.
2003:
Die Baureihe E 19 in der Spurgröße H0 und die BR V 200.1 in N «piccolo» erscheinen.
Preisattraktive DCC-Startsets ergänzen das Digital-Sortiment und machen den Einstieg in die
Welt der digitalen Modelleisenbahnen leicht.
2004:
Das Lokomotiv-Programm wird um weitere Highlights bereichert: Die Baureihe 18.6 in der
Spurgröße H0 sowie die Baureihen 194 und 185 in N «piccolo» sind die Top-Neukonstruktionen.
TRAIN NAVIGATION - das Steuerungs-System mit Fahrzeug-Rückmeldung und dem Auslösen
unterschiedlichster Befehle zur Realisierung einer Vielzahl von Vorbildfunktionen über das TWIN-CENTER.
N «piccolo» ist seit 35 Jahren am Markt.
2005:
Als Top-Highlight in der Spurgröße HO erscheint die preußische Tenderlok der BR 76.0.
Das N «piccolo»-Programm wird u. a. um die aktuellen Fahrzeuge "Herkules" (ÖBB Rh 2016)
und "Desiro" (BR 642 der DB AG) erweitert.
2006:
Das Lokomotiv-Programm wird um weitere Highlights bereichert: Die Baureihen 17.10 und
648 ("LINT") in H0 sowie in N «piccolo» die BR E 19.0.
2007:
Im Jubiläumsjahr '120 Jahre FLEISCHMANN' präsentiert das Unternehmen folgende Topneuheiten:
Die Baureihen 95 (preuß. T 20), 18.5 und den Jubiläumszug, geführt von einer preußischen
T 3 als Einmalserie in H0 sowie in N «piccolo» die BR 70.0 und BR V 60 sowie den Jubiläumszug 'Schnellzug-
Berlin-München' der DRG geführt von einer Ellok E 19.0 (Einmalserie).
2008:
Als Top-Neuheiten in der Spur H0 liefert FLEISCHMANN die Dampflok der BR 54.15-17 und als
Einmalserie den Zechenzug "Bergmannsglück" (Ep. I) aus. In N «piccolo» rollen die "Alpenboliden"
in Form der SBB Ae 6/6 und ÖBB Rh 1010 auf das 16 mm-Gleis. Als Einmalserie erscheint der
bayerische Personenzug (Zuglok Pt 2/3) im Epoche I-Outfit. "Fahren, Schalten & Programmieren" - mit
dem neuen digitalen Steuergerät PROFI-BOSS hat der Modellbahner den Fahrbetrieb locker im Griff.
Um die große Detailgenauigkeit und die hohe Qualität der Modellbahnen zu gewährleisten, werden
alle Arbeitsprozesse, die zur Entstehung eines Modells notwendig sind, in den eigenen drei
Produktionsstätten in Nürnberg, Heilsbronn und Dinkelsbühl durchgeführt. Moderne Konstruktions-
und Fertigungsmethoden wie z. B. die Konstruktion mittels CAD, der Formenbau mit Funkenerosion
sowie lupenreine Bedruckung mittels Tampondruck sind nur einige hochspezialisierte Prozesse auf
dem Weg zum perfekten Modell. So entsteht aus einer Hand langlebige Technik ausschließlich made
in Germany.
Die Produkte werden in alle Welt exportiert, der Exportanteil beträgt über 20 %.
Fleischmann Modelle sind allesamt Zweileiter-Gleichstrommodelle
(H0 und N).
Wegen der internationalen Normung seiner Modelle und des
Gleissystems sind Loks und Wagen von Fleischmann auf nahezu
allen Gleichstromanlagen einzusetzen.
Im Jahre 1982 hat Fleischmann für die H0-Spur ein sog.
"Profi-Gleis" eingeführt. Dieses Gleis besitzt ein integriertes
Schotterbett. Damit hat Fleischmann seine H0-Gleiskollektion
an seine N-Spur-Gleiskollektion angepasst. Auch das N-Spur-Gleis
besitzt ein integriertes Schotterbett, das sehr realitätsnah
dargestellt ist.
Fleischmann stellt auch Modelle in der Größe "TT" her. Allerdings
führen diese Modelle nach meiner Auffassung, trotz der guten
Qualität, ein Schattendasein.
Fleischmann ist von der Größe her nicht mit Märklin zu
vergleichen. Dennoch hat die Firma vor allem in der
Spurgröße N einen hohen Marktanteil. Die Spurgröße H0 besitzt
in Bezug auf Märklin nur einen relativ kleinen Kundenkreis.
Dies ist vor allem dadurch begründet, dass die H0 Modelle
doch relativ teuer sind und am Gleichstrommarkt eine sehr
große Konkurrenz, mit vielen Billigherstellern, vorhanden ist.
Wegen seiner guten Qualität hat Fleischmann auch von der
Stiftung Warentest ein "sehr gut" erhalten.
Für Sammler sind Fleischmann Modelle eine Top-Adresse, da
bis auf wenige Ausnahmen die Modelle sehr wertstabil sind.
Einige Fleischmann Modelle aus den 50iger und 60iger Jahren
haben zusätzlich einen überproportionalen Wertzuwachs erfahren.
Fazit:
Wer Fleischmann Modelle kauft kann sicher sein, dass der überwiegende Teil der Modelle eine sehr hohe Qualität
aufweist. Für Sammler sind vor allem die H0-Modelle (und hier insbesondere die Gußmodelle) eine nicht
uninteressante Wertanlage. Aber auch die älteren N-Modell sind in dieser Richtung interessant.
Fleischmann Modelle sind nur über den Fachhandel und nicht direkt von Fleischmann selbst zu beziehen.
Leider ist dadurch die Kundenbetreuung nicht so ausgeprägt. Die Firma hat sich hier zu sehr auf den
Fachhandel verlassen. Der Erfolg war dann die Insolvenz. Wie wir alle wissen, ist der Fachhandel
aber in Hinblick auf Fachkunde nicht immer gut aufgestellt.
Wir haben schon selbst erleben müssen, dass ein sog. Fachverkäufer bei einer alten Lok, für die wir
nach neuen Kohlestiften für den Motor nachgefragt haben, uns verärgert mitgeteilt hat "..wir sollen
doch bitte diese alte Lok in den Müll werfen. Für so etwas lohnt sich doch kein Pfennig mehr....".
Mit ein wenig Fachwissen hätte der Händler aber wissen müssen, dass die besagte Lok in Sammlerkreisen
hoch gehandelt wird.
Anfang 2008 wurde die Firma Fleischmann von der deutsch-österreichische Modelleisenbahn Holding -
Roco Modelleisenbahn GmbH - übernommen. Somit ist heute Fleischmann leider kein eigenständiges Unternehmen mehr.
Eingeführte technische Neuerungen
1952 Einführung Spur H0
1953: Motor 53
1957: Schaltpilz, Modellgleis
1958: Motor 58 (Rundmotor)
1959: D-Zugwagen aus Kunststoff
1959: Sentinel-Serie in USA
1959: Ende Spur 0
1966: Plastikkupplungen
1966: Antrieb in Tender
1982: Profi-Gleis
1985: Profi-Kupplung
1986: FMZ-Digitalsystem
1986: Kurzkupplungskulisse
1989: Schwungmasse im Motor-Rotor
1990: Brünierte Räder an Lokomotiven
1996: DIGITAL-Control
2000: TWIN-Center
Weitergehende Hinweise für Sammler und Käufer von Fleischmannmodellen
Die weitergehenden Infos dienen der Ersatzteilbeschaffung. Diese Informationen werden fortlaufend aktualisiert,
soweit es von die zeit erlaubt.
Hinweise zu den Radsätzen der Firma Fleischmann
Dieser Radsatz kam 1952 zum Einsatz. Die Räder bestanden aus schwarzen Kunststoff mit einem Durchmesser
von 13,3 mm und einer Breite von 2,0 mm. Die Spurkränze waren 1 mm hoch. Die Räder wurden auf 22 mm
langen Stahlachsen in einer Achshalterung lose gelagert. Die schwarzen Räder wurden nur kurze Zeit
eingebaut und sind sehr selten.
Bereits noch im Jahre 1952 wurden dann braune Kunststoffräder eingesetzt. Wagen der 1952iger
Serie mit braunen Kunststoffrädern sind deshalb wesentlich häufiger anzutreffen.
1952 bis 1953 wurden die Wagen mit größeren braunen Kunststoffrädern mit einem Durchmesser
von 14,2 mm und einer Breite von 3,0 mm ausgerüstet. Die Spurkränze waren jetzt 2 mm hoch.
Die Räder waren fest auf Stummelachsen mit einer Länge von 27,5 mm befestigt.
Ab dem Jahre 1953 wurden dann die Wagen mit größeren braunen Kunststoffrädern (Durchmesser: 14,2 mm --
Breite: 3,0 mm) ausgerüstet. Die Spurkränze waren jetzt 2 mm hoch. Die Räder waren auf Stummelachsen
mit einer Länge von 27,5 mm befestigt.
Von 1953-1956 erhielten die Räder eine Spitzenlagerung in einer außenliegenden Achslagerbrücke.
Ab dem Jahre 1955 wurden dann schwarze Plastikräder mit Plastikachsen eingesetzt
Ab dem Jahre 1956 kamen die ersten Metallräder. Sie hatten eine breitere Lauffläche.
Ab dem Jahre 1959/60 wurden die Laufflächen schmaler. Die Isolierung war erst schwarz, ab dem Jahre
1963 dann farblos.
Hinweise zu den Fleischmann-Kupplungen
a) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1952
Hakenkupplung aus Blech mit einer Breite von 13 mm. Die Kupplung ist Vorentkuppelbar (Feder in der
Kupplungsmechanik enthalten). Der Kupplungsbügel hat keine Kröpfung.
Die Kupplung besteht aus folgenden Teilen:
1. schwenkbar gelagerter Träger
2. darauf verschiebbarer Bügel
3. Fallhaken
b) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1952 - 1953
Überdimensionierte Fallhaken-Kupplung aus Blech mit einer Breite von 13mm.
Die Kupplung ist Vorentkuppelbar (Feder in der Kupplungsmechanik enthalten).
Der Kupplungsbügel weist eine Kröpfung auf.
Die Kupplung besteht aus folgenden Teilen:
1. schwenkbar gelagerter Träger
2. darauf verschiebbarer Bügel
3. Fallhaken
c) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1953
Überdimensionierte Fallhaken-Kupplung aus Blech mit einer Breite von 13mm.
Die Kupplung ist Vorentkuppelbar (Feder in der Kupplungsmechanik enthalten).
Der Kupplungsträger ist abgeschrägt, damit der bewegliche Blechbügel beim Kupplungsvorgang nicht klemmt.
d) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1954 bis ca. 1961
Überdimensionierter Fallhaken. Die Kupplung besteht lediglich aus einem Fallhaken, der mit einem nach
oben gerichteten Kragarm ausgestattet ist, um eine Handentkupplung vornehmen zu können. Sie besitzt keine
Vorentkupplung.
e) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1954 bis ca. 1956
Überdimensionierter Fallhaken. Zwiwschen den Jahren 1954 und 1956 waren diese einfachen Fallhaken
aus Kupferblech gearbeitet. Die Kupplung besteht lediglich aus einem Fallhaken, der mit einem nach
oben gerichteten Kragarm ausgestattet ist, um eine Handentkupplung vornehmen zu können. Sie besitzt keine
Vorentkupplung.
f) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1961 bis ca. 1966
Ausstattung der Wagen mit einem einfachen Überdimensionierter Fallhaken. Die Kupplung besteht lediglich
aus einem Fallhaken, ohne Handentkupplung. Das Charakteristikum ist die schräge Kupplungsstange.
g) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1966 bis ca. 1976
Ausstattung der Wagen mit einem einfachen Überdimensionierter Fallhaken, der nun aus Plastikmaterial besteht.
Die Kupplung besteht lediglich aus einem Fallhaken, ohne Handentkupplung. Das Charakteristikum ist die schräge Kupplungsstange.
h) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1985 bis heute
Hier trat bei Fleischmann in Hinblick auf die Kupplungstechnik ein Wendepunkt ein. Nun wurde erstmals eine
technisch akzeptable Kupplungstechnik mit der sog. Profi-Kurzkupplung eingeführt. Durch diese Kurzkupplung
wurde Fleischmann in der Kupplungstechnik führend. Diese Kupplung nennt Fleischmann "Profikupplung".
Die wichtigsten Vorteile dieser Kupplung sind:
- Einbau in jeden NEM-Schacht möglich.
- Kurzkupplungskulisse konnte realisiert werden
Hinweise zu den Fleischmann-Kupplungen im Ausland
a) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1954
Ab dem jahre 1954 wurden in Fleischmann-Fahrzeuge, die nach USA geliefert wurden, Klauenkupplungen
nach NRMA-Standard eingebaut. Die ersten Kupplungen waren aus Metall, später wurden sie durch Plastik-Kupplungen
ersetzt.
b) Wagenkupplungen ab dem Jahre 1966
Es wurde für die Wagen mit Fallkupplung ein Kupplungsadapter entwickelt, um Fahrzeuge mit deutscher
Fallhaken - auch mit den Kupplung mit Fahrzeugen mit US-Kupplungen zu verbinden
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