Hinweise zum Modellbahnhersteller Hornby
Hinweise zur Firma Hornby
Nach Meinung mancher Modelleisenbahner liegt die Wiege der Modellbahn in Großbritannien.
Nun ob dem so ist oder nicht ist hier nicht weiter zu erörtern. Sicher ist aber, dass es in
England auch namhafte Modellbahn-Hersteller gibt. Einer davon ist die Firma Hornby, die schon
sehr früh Modellbahnen fertigte.
Die Firma Hornby hat eigentlich Deutschland nie eine großen Bekanntheitsgrad erreicht. Mittlerweile
ist es aber anders geworden, da durch die Insovenzen der Firmen Lima, Arnold, Jouef die Hornby aufgekauft hat,
Hornby nun auch auf dem Kontinent präsent ist.
Der lange Weg vom Spielzeug zur Modellbahn lässt sich gut in England verfolgen. Auch dort gab es,
teilweise schon im 19 Jahrundert gegründet, eine Reihe von Spielwarenfabriken, die u. a. auch
Modellbahnen herstellten. Zu den wohl bekanntesten Firmengründern gehört Frank Hornby (1863 — 1936).
Obwohl Hornby eigentlich den Kaufmannsberuf erlernt hatte, interessierte er sich mehr und mehr für
die Technik. Da er das Weihnachtsspielzeug für seine Kinder selbst bastelte, hatte er die Idee,
mittels gelochter Metallstäbe sowohl Modell-Brücken als auch Modell-Kräne zu bauen.
Das für die fünfziger Jahre typische Deckelbild der Hornby-DUBLO-Anfangspackung
Seine Idee meldete er im Jahr 1901 zum Patent an und hatte damit den Metallbaukasten erfunden und patentiert.
Dem System gab der Erfinder den Namen „Meccano".
Der geschäftstüchtige Tüftler begann in seiner Heimatstadt Liverpool als selbständiger Unternehmer
zunächst im handwerklichen Umfang die „Meccano“-Metallbaukästen zu produzieren. Im Jahre 1903
bezog er in Liverpool ein eigenes Fabrikgebäude, das bis heute den Stammsitz der Firma Meccano Ltd.
darstellt.
Der geschäftliche Erfolg durch die Produktion der Metallbaukästen war so groß, dass sich Hornby bald
darauf entschloss, seine Baukästen auch auf dem europäischen Festland anzubieten. Zu diesem Zweck
gründete er 1905 in Berlin eine Filiale, die jedoch mit Beginn des 1. Weltkriegs als „Feindvermögen"
beschlagnahmt wurde.
Die Göppinger Spielwarenfabrik Märklin machte sich diese Situation zunutze und erwarb die
deutschen Rechte zur Herstellung der „Meccano“-Metallbaukästen und nahm schon bald die Produktion
unter eigener Firmierung auf. Ebenso wie der Meccano-Metallbaukasten kam der Märklin-Baukasten bei
den Käufern gut an.
Modell einer britischen Tenderlok (Tank 2-6-4) aus Metalldruckguß (1954)
Die weitere Betrachtung der Hornby-Firmengeschichte zeigt, daß Frank Hornby schon frühzeitig versuchte,
sein Produktionsprogramm zu erweitern. Bereits 1915 brachte Hornby verschiedene Spielzeugbahnen mit
Uhrwerkantrieb heraus. Einige Jahre später folgten elektrische Spielzeugeisenbahnen, die unter dem
Namen „Hornby Trains“ bzw. „Meccano‘ angeboten wurden.
Nachdem 1935 in Deutschland die Tischbahnen von Märklin und Trix allmählich den Markt eroberten,
brachten im Jahre 1938 die Erben des 1936 verstorbenen Frank Hornby ebenfalls eine Modellbahn der
Baugröße 00 unter der Bezeichnung „Hornby DUBLO“ heraus. „DUBLO“ bedeutete dabei soviel wie die
phonetische Schreibweise für „Double 0“ (deutsch: Doppel Null).
Bedingt durch den Maßstab „4 mm to 1 foot (das ist ein Maßstab von 1:76) wirkten die Fahrzeuge der
Hornby DUBLO-Bahn etwas größer als vergleichbare Modelle von Märklin bzw. Trix - aslo H0. Die
Spurweite der Hornby DUBLO-Bahn betrug 16,5 mm. Als technische Konzeption wählte die Firma Hornby das
2 Leiter — 3 Schienen Gleichstromsystem mit einer Spannung von 12 Volt.
Wagenmodell von Hornby aus lithographiertem Blech
Bei Betrachtung des Gleissystems der DUBLO-Bahn fällt sofort die täuschende Ahnlichkeit mit dem
Gleissystem der Märklin Spur 00-Bahn auf. Das Fertigungskonzept ist bis auf die schmalere und
niedrigere Ausführung des Metall-Gleiskörpers (Böschung) und der anderen Gleis-Geometrie so gut
wie identisch. Dies betrifft insbesondere die Darstellung des Schwellenbandes und des Schotterbetts.
Das Startprogramm der Hornby DUBLO-Bahn aus dem Jahre 1938 bestand aus einem Schnellzug
und einem Güterzug. Die Loks waren vollständig aus Metalldruckguß, die Wagen dagegen aus
lithographiertem Stahlblech gefertigt. Loks und Wagen entstanden ausschließlich nach Vorbildern
der Britischen Eisenbahnen.
Im Jahre 1959 wagte die Fa. Hornby den Schritt auf das 2 Leiter-Schienen-System. Aber bereits 1964
ging die Familientradition des Unternehmens zu Ende. Im Jahre 1964 kaufte der Konkurrent Tri-ang-Railways
die Meccano Ltd, und Hornby verschmolz mit Tri-ang-Hornby. Die frühere Hornby-Produktlinie wurde
zugunsten der preiswerteren Kunststoff-Ausführungen von Tri-ang aufgegeben. Die ehemaligen
Hornby-Produkte und Werkzeuge wurden an G & R Wrenn verkauft.
Bereits im Jahre 1971 wurde die Triang-Gruppe aufgelöst. Tri-ang-Hornby wurde an Dunbee-Combex-Marx
verkauft und firmierte ab 1972 unter Hornby-Railways. 1976 musste sich Hornby der Herausforderung
durch Palitoy und Airfix stellen, die beide qualitativ hochwertige, detaillierte Modelle herstellten.
Die Detaillierung der Hornby-Modelle wurde überarbeitet, um sie für den Käuferkreis der erwachsenen
Modelleisenbahner attraktiver zu machen. Ein Mehrzugsystem mit dem Namen Zero 1 wurde zu Beginn der
1980er Jahre eingeführt. Dieses analoge System war ein Vorgänger des DCC-Systems, das in den 1990er
Jahren auf den Markt kam.
Dunbee-Combex-Marx geriet um 1980 herum in finanzielle Schwierigkeiten und wurde aufgelöst. Aus Hornby
wurde nun Hornby-Hobbies. Wegen des großen Preiosdrucks wurde 1995 die Produktion nach China verlagert.
Die Verlagerung war 1999 abgeschlossen. Im Rahmen dieses Prozesses kaufte Hornby auch einige
Dapol-Produkte und Airfix-Formen auf, die zu diesem Zeitpunkt Dapol gehörten.
Besonders erfolgreiche Hornby-Produkte waren seither Zugpackungen wie Thomas die Tenderlok oder der
aus den Harry Potter-Büchern und -Filmen bekannte Hogwarts-Express. Als Kooperationsprodukte wurden
diese Modelle auch vom deutschen Hersteller Märklin angeboten. Im September 2003 brachte Hornby sein
erstes Echtdampf-Modell, ein Modell der Rekordlokomotive Mallard, heraus. Mehrere andere Echtdampf-Modelle
wurden seither angeboten.
Mittlerweile hat Hornby europäische Festlandsfirmen aufgekauft wie Lima, Rivarossi,Jouef und Arnold. Die Produkte
werden von Hornby unter den Marken Rivarossi (Nenngröße H0), Lima (Nenngröße H0) und Arnold (Nenngröße N)
wieder auf den Markt gebracht. Die Produktion der neuaufgelegten Produkte erfolgt ebenfalls in China.
Am 1. Mai 2008 wurde bekannt, dass Hornby die Firma Corgi Classics Limited, die insbesondere für Diecast-Modelle
von Straßenfahrzeugen und Flugzeugen bekannt ist, gekauft hat. Die Produktion soll, angepasst, unter
altem Label weiterlaufen.
Zur Hornby-Gruppe gehören heute auch die Marken Humbrol (Modelbaubedarf), Airfix , Scalextric. und
Bassett-Lowke.
Hornby ist damit derzeit einer der großen europäischen Modelleisenbahnhersteller. Wenn der Modellbahner heute
Rivarossi, Lima, Jouef oder Arnold kauft, kauft er Hornby-Produkte die in China billig hergestellt werden.
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