Geschichte und Hinweise zum Modelleisenbahnhersteller Märklin
Hinweise zur Firma Märklin
In der 150-jährigen Unternehmensgeschichte entwickelte sich Märklin von einer kleinen Fabrik für
Blechspielwaren zu einem weltweit bekannten Produzenten von hochwertigem Metallspielzeug.
Heute bedient Märklin als Marktführer alle bedeutenden Spurweiten des Modellbahnmarktes. Kein anderer
Hersteller bietet die Möglichkeit, bestehende Anlagen und Sammlungen über viele Jahre zu erweitern
und systematisch auszubauen.
Die Firma Märklin stellt seit 1859 Qualitätsspielwaren insbeondere funktionsgerechte
Nachbildungen der aktuellen Großtechnik. Märklin stellte schon früh komplette
Eisenbahnsysteme der Baugrößen III,II, I und 0 mit verschiedenen Antriebsarten her. Als
Pionier der elektrisch betriebenen Modelleisenbahnen und des ungefährlichen 20 Volt Systems war Märklin an der
Baugröße H0 (ehemals 00) im Jahre 1935 maßgeblich beteiligt.
Eisenbahnmodelle von internationalen Vorbildern brachten Märklin den internationalen Durchbruch und
Marktgeltung in aller Welt.
Außer dem H0-System stellt Märklin auch noch Eisenbahnmodelle in der Baugröße "Z" (M 1: 220 ; 6,5 mm Spur)
her.
Als bedeutenster Hersteller von H0-Wechselstrommodellen bietet Märklin ein umfangreiches Fahrzeugsortiment
Viele Triebfahrzeuge werden auch unter der Marke „HAMO‘ für das Gleichstromsystem geliefert. Alle
Märklin-Wagen können durch Austausch der Radsätze auch auf das "HAMO" Gleichstromsystem umgerüstet werden.
Alle Märklin-Loks fahren auf einem Dreileitersystem. Die Gleise sind mit Mittelleiter-Punktkontakte
ausgestattet.
Schon immer steckte in Märklin Modellen ein hohes Maß an Ingenieurwissen, gepaart mit der Arbeit
geschickter Hände.
Ab dem Jahre 1980 startete Märklin in das Digitale Modelleisenbahnzeitalter. Im Jahre 1980 kam
die erste echte "digitale Mehrzugsteuerung" auf den Markt. Die Miniaturisierung der elektronischen
Komponenten und deren Massenherstellung liess es nun zu, die digitale Technik auch für Fahrpulte
und Lokomotivdecoder einzusetzen. Märklin wählte für die ersten Encoder und Decoder dieselben
Bausteine, die damals als Massenware in TV-Fernbedienungen eingesetzt wurden. Die Firma Motorola
produzierte unter den Bezeichnungen MC145026 und MC145027 die beiden protokollbestimmenden
Komponenten, den Encoder und den Decoder. Anstatt die digitalen Informationssequenzen mit
Adresse und Inhalt, die der Encoder produziert, auf eine Infrarot-Sendediode zu geben, wurden
sie auf den auf jeder Modellbahn vorhandenen 2-Leiter-Bus - das Gleis - geschickt. Mit einem
Booster (Leistungsverstärker) wird das schwache digitale Signal auf die für die Modellbahn
erforderliche Spannung und Leistung gebracht. Mit dieser digital modulierten Spannung werden
alle auf dem Gleis befindlichen Triebfahrzeugdecoder, Funktionsdecoder und Wagenbeleuchtungen
versorgt. Die Inhalte dieser digitalen Sendetelegramme bestimmen, ob eine Lokomotive sich
angesprochen fühlt und losfährt. Damit die Spannung auch vorhanden ist, wenn keine
Lokomotive gesteuert wird, werden auch "leere" Informationssequenzen gesendet. Durch Märklins
damalige Wahl der Motorola Bausteine, wurde das Gleisprotokoll dieses Digitalsystems unter
der Bezeichnung Märklin/Motorola bekannt.
Ergänzend hierzu noch folgendes:
Die Firma Lenz entwickelte ab dem Jahre 1980 elektronisches Zubehör für Märklin. Parallel
dazu baute die Firma Lenz aber auch ein eigenes digitales Mehrzugsystem auf, das die Vorteile von
EMS und aller bestehenden digitalen Mehrzugsteuerungen in einem System vereinte.
Eine konventionelle Lokomotive war somit problemlos mit digitalen Lokomotiven auf
digitalen Anlagen einsetzbar und umgekehrt fuhren auch die mit Decoder ausgerüstete
digitalen Fahrzeuge auf konventionellen Gleichstromanlagen. Die Einschränkungen bei der
Adressierung von Lokomotiven und die Anzahl der möglichen Fahrstufen, die beim Märklin System
vorhanden waren, wurden beseitigt. Das Prinzip der digitalen Lok auf der konventionellen
Anlage wurde von Lenz patentiert. Erst im Jahre 2001 lief dieses Patent aus.
Ein weiteres Highligth erlebt der Märklin-Modellbahner im Märklin Museum in Göppingen. Hier sind
rund 150 Jahre Märklin-Modellbau zusammen getragen worden. Neben einer Vielzahl an attraktiven
Modellbahnen, Sammlerstücken und historischem Spielzeug können Klassiker wie die erste
Echtdampflokomotive oder das seltene Schiffsmodell Bruncvik in Augenschein genommen werden.
Dabei wird die Historie des Traditionsunternehmens, die eng mit der Geschichte des Modellbaus
verbunden ist, auf interessante und spielerische Weise vermittelt. In der Märklin Erlebniswelt
können Familien, Sammler und Einsteiger einen unterhaltsamen Zugang zur Thematik finden. Nachstehend
ein paar Bilder von alten Märklin-Artikel, die vielleicht nicht jeder Modellbahner kennt.
Märklin Bahnhof
Märklin Bahnhof Friedrichshafen aus dem Jahre 1953
Märklin liefert ausschließlich über den Fachhandel.
Leider musste die Fa. Märklin im Februar 2009 Insolvenz anmelden. Wie es nun mit dieser Firma
weitergeht bleibt abzuwarten. Nach den neuesten Meldungen geht es Märklin nun wieder besser und macht
wieder Gewinne.
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