Hinweise zum Modellbahnhersteller Piko
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Hinweise zur Firma Piko

PIKO-Modellbahnen in der Baugröße H0 werden in der DDR Seit 1949 hergestellt, Seit dem Jahre 1964 auch in der Baugröße N. Die Spur TT hat unter einer eigenen Marke große Bedeutung. Bei PIKO wurden Modelleisenbahnfahrzeuge für die Nenngröße H0 und Nenngröße N (1964–1989) sowie elektromechanisches Spielzeug produziert. Die PIKO-Fahrzeuge bestachen bereits zu DDR-Zeiten durch ein sehr hohes Maß an Detaillierung. Über die Firma Schreiber aus Fürth gelangten die Produkte auch auf den westdeutschen Markt.

In dieser Zeit waren auch Modelle nach osteuropäischen Vorbildern ein Domäne der Firma Piko, die der einzige oder zumindest einzige größere Modellbahnhersteller im Wirtschaftsgebiet des COMECON war und daher die sog. sozialistischen Bruderstaaten mitversorgte. Es gab von den Modellen der Sonneberger Firma nicht nur zahlreiche Beschriftungsvarianten der westeuropäischen Verwaltungen, der Katalog zeigte auch Ausführungen für alle Mitglieder des Ostblocks und für das - offiziell blockfreie - Jugoslawien. Allerdings waren die Modelle im Westen fast nicht zu bekommen. Durch den Zerfall des Ostblocks und die Wiedervereinigung Deutschlands kommt nun doch so manches seltene Stück in den Gebraucht-Verkauf.

PIKO stellte in dieser Zeit auch ein recht breite Modellpalette an Reichsbahn-Güterwagen her. Da die Vorbilder aufgrund des Kriegsverlaufes in praktisch alle Länder Europas verstreut wurden und dort auch nach dem Krieg verblieben (Ausnahme: Ungarn), konnten auch die Modelle ohne Schwierigkeiten als PKP-, CSD- oder J2-Fahrzeuge angeboten werden.

Der Öffentlichkeit präsentierte Piko sich erstmals 1949 auf der Leipziger Herbstmesse mit dem "PICO- Express". Es schloss sich der Aufbau eines großen Spielwarenbetriebs in der ehemaligen DDR an. Das Jahr 1990 brachte die "Wende" und den Übergang in die Marktwirtschaft. Aus dem ehemals staatlichen Unternehmen wurde zum 1. Mai 1992 die Piko-Spielwaren GmbH. Beginnen wir hiermit.

Nachdem in den 1970er Jahren mehrere verstaatlichte Privatbetriebe zum PIKO-Kombinat zusammengeschlossen worden waren, lief ein großer Teil der DDR-Modellbahnproduktion unter dieser Marke. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde auch das VEB Kombinat PIKO von der Treuhandanstalt abgewickelt, die 1971 zwangsverstaatlichten Betriebe wieder verselbstständigt. Für PIKO drohte das Aus. Der Betrieb konnte jedoch von Dr. René F. Wilfer gekauft werden und trägt seitdem den Namen "PIKO Spielwaren GmbH".

Die neu gegründete PIKO Spielwaren GmbH eröffnete mit dem Kauf des PIKO Modellbahn- und Spielwarenprogramms zum 01.05.1992 ihre Pforten. Sie wurde von Herrn Dr. René F. Wilfer gegründet und nahm mit dem Kauf des Produktionsprogramms des Sonneberger Traditionsunternehmens PIKO ihren Geschäftsbetrieb auf.

Daraufhin erfolgte eine sukzessive Überarbeitung des Sortiments, das dem aktuellen technischen Stand angepasst und verbessert wurde. Zudem wurde das Fahrzeugprogramm in H0 stetig erweitert. Dabei vermied PIKO Mehrfachentwicklungen und setzte konsequent auf solche Modelle, die von den Konkurrenten nicht oder nicht mehr angeboten wurden.

Aus dem anfangs eher spielzeughaft wirkenden Sortiment entwickelte sich nach und nach eine echte Modellbahn.

Die Anfang der 1950iger Jahre entwickelte E-Lok E 44 besaß bereits einen Allrad-Gelenkantrieb. Die zweite PIKO-Generation wurde 1958/59 von der heute schon fast legendären Baureihe 23 angeführt, die an Vorbildtreue und Laufkultur manches Mitbewerber-Modell jener Jahre in den Schatten stellte.

In den 1960iger Jahren produzierte Piko auch N-Modelle. Die Firma gab aber diese Fertigung bereits 1989 wieder auf und verkaufte die Formen für diese Modelle an andere N-Hersteller. Seit den Jahren 2007/2008 produziert Piko allerdings wieder N-Modelle auf relativ hohen Niveau.


Festzuhalten ist, dass insbesondere die H0-Modelle von Piko Maßstäbe setzten. Vor allem das vorzügliche Güterwagenprogramm war anderen Anbietern zeitweilig mindestens eine Nasenlänge voraus. Einzelne Modelle dieser Zeit zählen auch heute noch zu den beliebten Klassikern auf dem Modellbahnmarkt. Andererseits hat Piko schöne Modelle geschaffen wie eine kleine Rangier-E-Lok, die aber einen nicht akzeptablen Gummitreibriemen für den Antrieb beinhaltete.

Heute verfügen die Piko-Modelle selbstverständlich über sämtliche Vorzüge heutiger Modellbahntechnik, wie NEM-Schacht, Kurzkupplungs-Kinematik und präzis gedrehte Radsätze. Zu den neuen Qualitätsmerkmalen gehören aber auch eine exakte Farbgebung und historisch korrekte, superfeine Bedruckung. Alles Eigenschaften, die ein anspruchsvoller Modellbahner von "seinen" Modellen erwartet.

Die technische Ausstattung der H0-Modelle und auch N-Modelle - entspricht den NEM-Normen. Deshalb sind Piko Loks und Wagen ab dem Jahr 2000 mit allen Gleistromherstellern kombinierbar (Fleischmann, Lima, Jouef, Trix, Arnold etc). Das Zubehör ist reichlich und reicht von Gleisen über Weichen, Autos, Häusern bis hin zu Landschaftsgestaltungsartikel.
Heute ist VEB PIKO Sonneberg der Leitbetrieb aller in der Erzeugnisgruppe Modellbahnen, Modellbau und Zubehör zusammengefaßten Betriebe in Ostdeutschland.
In diesem Rahmen steht ein umfangreiches Fertigungsprogramm zur Verfügung. Der jeweilige Herstellungsbetrieb einzelner Artikel lässt sich aus den Vorziffern der Bestellnummer entnehmen.
Auch bei den Modelleisenbahnartikeln, die das westdeutsche Versandhaus Quelle in der Zeit vor der Wende zeitweise anbot, handelte es sich um PIKO-Produkte.
Zu den N-Modellen ist ergänzend noch folgendes festzustellen:

Grundsätzlich fahren alle Piko-N-Loks und Piko-N-Wagen auf heutigen Standart-N-Gleisen. Bei manchen Weichen anderer Hersteller insbesondere Fleischmann, kann es jedoch zu Problemen kommen. Dies liegt daran, dass die Piko-Radsätze eine relativ großen Raddurchmesser aufweisen und dadurch manchmal bis auf die Nachbildungen der Schienennägel reichen. Dies führt beim Fahrbetrieb zum holpern der Loks bzw. Wagen. Beim Überfahren der Weichen kann dies zum Entgleisungen führen. Dieser Nachteil kann durch das Auswechseln der Radachsen - insbesondere bei den Wagen - problemlos umgangen werden. Bei Loks ist dies schwieriger.

Ein weiteres unangenehmes Merkmal der Piko-Modelle sind die teilweise lauten Motorengeräusche.

Ein weiterer Nachteil sind die teilweise sehr unrunden Achsen und Räder die in der Vergangenheit den Piko-N-Wagen eingesetzt wurden. Sie führen oft zu unrunden Fahrverhalten (bei schneller Fahrt). Hier bringt ein Austausch mit Achsen und Rädern heutiger Produktion Besserung.



Die Lieferung erfolgt heute nur über den Fachhandel.


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