Historie
Schon im Jahre 1843 gab es Überlegungen für den Bau einer
Bahnstrecke von Cannstatt über das Bottwartal nach Heilbronn.
Am 9.05.1894 wurde dann das erste Teilstück von
Marbach nach Beilstein in der Spurweite von 750 mm eröffnet.
Im November 1899 folgte die Verlängerung bis Ilsfeld und im
Dezember 1900 bis Heilbronn-Süd.
Beilstein war der Bahnbetriebsmittelpunkt, hier wurden
auch die Lokomotiven gewartet. Mit einer Streckenlänge
von etwa 35 Kilometern war die Bottwarbahn die längste
Schmalspurstrecke der Königlich Württembergischen
Staats-Eisenbahnen.
Der stetig wachsende Individualverkehr und die Umstellung des
Schienenpersonenverkehrs auf Busse fühtre dann im Jahre 1966
zur Einstellung des Personenverkehrs.
Die Einstellung des Güterverkehrs am 31. Dezember 1968
bedeutete dann das endgültige Aus für die Bottwartalbahn.
Der südliche Abschnitt zwischen Marbach und Steinheim an
der Murr wurde 1968 auf Normalspur umgebaut und bis Ende
1989 mit Güterzügen bedient. Auf der nördlichen Rumpfstrecke
zwischen Talheim und Heilbronn verkehrte bis 1976 noch
Güterverkehr.
Zuletzt wurden von Heilbronn Süd und Marbach aus einige
Anschlussgleise betrieben. Versuche, die Bahn als
Museumsbahn zu erhalten, blieben leider erfolglos.
Pläne für eine teilweise Wiederinbetriebnahme der Strecke
von Marbach nach Beilstein wurden leider wegen zu hoher Kosten
verworfen.
Mittlerweile wurde auf der Trasse in Geh- und Radweg errichtet
der einen Teil des Alb-Neckar-Radwegs bildet.
In Marbach steht noch das Gleisstück vom Bahnhof bis
zur Markungsgrenze, damit das Marbacher Kohlekraftwerk
per Spitzkehre erreicht werden konnte.
Betriebsmittelpunkt der Strecke war der Bahnhof
Beilstein mit Bahnhofsgebäude, Lokomotivschuppen,
Wasserkran, Werkstatt und ausgedehnten Gleisanlagen
zum Abstellen der Fahrzeuge. Obwohl die Deutsche
Bundesbahn 1964 noch schmalspurige Diesellokomotiven
der Baureihe V 51 beschafft hatte, waren bis zuletzt
auch Dampflokomotiven der Baureihe 99 im Einsatz.
Bedeutung der Bahnstrecke
Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr hatte die
Bottwartalbahn von Beginn an ein bedeutendes
Verkehrsaufkommen, wahrscheinlich das höchste aller
württembergischen Schmalspurbahnen. Die Bottwartalbahn
transportierte landwirtschaftliche Produkte (Zuckerrüben an die
Zuckerfabrik in Heilbronn),Lieferungen und Abfuhren für
die im Südteil angesiedelte Holz- und Möbelindustrie und
zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde das kohlegefeuerte
Dampfkraftwerk in Marbach vollständig über die Bottwartalbahn
mit Brennstoff versorgt, da die Brücke der Normalspurstrecke
über den Neckar zerstört worden war.
Der Güterverkehr und das war eine Besonderheit wurde
mit Rollböcken abgewickelt, so dass ein Umladen der Waren
nicht erforderlich war.
Der Personenverkehr profitierte von der Ausrichtung nach
Marbach und nach Heilbronn. Aber auch der Ausflugsverkehr
in das Weinbaugebiet "Bottwartal" hatte Bedeutung.
Die Loks der Bottwartalbahn
Auf der Strecke waren Württembergische aber auch Sächsische
Schmalspurloks im Einsatz. Die württembergische Tss4
(später Br. 99 gennannt)wurde von der Maschinenfabrik
Esslingen geliefert und war ausschließlich auf der
Bottwartalbahn im Dienst. Sie waren die einzigen
Lokomotiven die Namen getragen haben. In den zwanziger
Jahren des 20 Jahrunderts wurden die Loks ausgemustert
und verschrottet.
Bei späteren Lok Beschaffungen griff die Königlich
Württembergische Staatsbahn auf die württ. Tssd
(später Br. 9963) mit Mallet System zurück.
Dieses System versprach einen guten Bogenlauf, war aber
nicht so störanfällig und unterhaltungsaufwendig wie
die Lokomotiven nach dem System Klose.
Nachdem Ende der dreißiger Jahre mehrer Maschinen der
sächsischen Gattung Vlk nach Beilstein kamen, begannen
die Ausmusterungen der Tssd.
Nach dem Umbau einer Sächsischen Schmalspurbahn kamen
zwei Loks des Types Vlk zu den württembergischen
Schmalspurbahnen. Sie wurden erst auf der Strecke
Ochsenhausen - Biberach eingesetzt. Nachdem der
Personenverkehr dort eingestellt wurde, kamen die
beiden in das Bottwartal. Die 99 650 wurde im Jahr
1967 ausgemustert und im Folgejahr verschrottet.
Die BR 99 651 erlebte die endgültige Stilllegung und
wurde in Steinheim am Bahnhofsgebäude auf einen
Denkmalsockel gestellt.
Von der Firma Gmeinder wurden 1964 eine Diesellok
der Baureihe V51 für 750 mm Spurweite und 1 Lok
der Baureihe V52 für die Spurweite von 1000 mm der
Bottwartalbahn zur Verfügung gestellt.


Streckenbilder der ehemaligen Bottwartalbahn
Die Bilder stammen von der Homepage "www.uni-hohenheim.de"
Links zu weiteren Informationen über die Bottwartalbahn
www.uni-hohenheim.de
www.drehscheibe-online.de
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