Kleine Historie
Die Krebsbachtalbahn ist eine 17 km lange Nebenbahn im Norden von Baden-Württemberg. Sie zweigt die
bei Neckarbischofsheim-Nord von der Schwarzbachtalbahn (Meckesheim–Aglasterhausen) ab und
führt nach Hüffenhardt.
Die Bahnstrecke wurde am 15.10.1902 eröffnet. Bereits einen Tag später begann der planmäßige
Bahnverkehr. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Verkehrsaufkommen hinter den Erwartungen
zurückblieb. Dies führte zur Konsequenz, dass die BLEAG (Badische Länderbahn AG) im Jahre 1927
bei der badischen Regierung die Streckenstilllegung beantragte. Soweit kam es aber dann doch nicht.
Im Jahr 1931 wechselte die Bahnstrecke den Eigentümer, nachdem die BLEAG im Zuge der Weltwirtschaftskrise
Konkurs anmelden musste. Neuer Eigentümer wurde die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG).
Im Jahre 1940 wurde ein Anschlussgleis zum im Jahre 1939 eröffneten Munitionsdepot in der Nähe von
Siegelsbach gebaut und die Gleisanlage im Siegelsbacher Bahnhof erweitert
Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs das Güterverkehrsaufkommen auf der Krebsbachtalbahn.
Der Personenverkehr stagnierte dagegen.
Im Jahre 1963 übernahm die Südwestdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (SWEG) die Strecke, die ihr
den offiziellen Namen NH (Neckarbischofsheim - Hüffenhardt) gab.
Am 01.01.1982 entschloss sich die SWEG den Streckenabschnitt Meckesheim–Aglasterhausen von der DB
zu übernehmen, da sonst die Streckenstilllegung drohte.
Das Streckennetz
Die Krebsbachtalbahn erschließt den äußersten Nordosten des Kraichgaus. Ihren Namen
erhielt sie vom Krebsbach, einem Nebenfluss des Schwarzbach, dem sie von Neckarbischofsheim bis
Obergimpern folgt.
Von Neckarbischofsheim Nord bis Untergimpern befindet sich die Bahnlinie
innerhalb des Rhein-Neckar-Kreis, Obergimpern und Siegelsbach sind Teil des Landkreis Heilbronn.
Die Endstation Hüffenhardt liegt im Neckar-Odenwald-Kreis.
Entlang der Strecke wurde in großem Umfang Holz aus dem Kleinen Odenwald transportiert. Die
Güterwagen wurden von dem NE-81-Triebwagen gezogen. Nachdem aber die Güterverkehrsgleise am Ende
der Schwarzbachtalbahn (Baden) in Meckesheim entfernt wurden, ist ein Umschlag von der SWEG auf
die Deutsche Bahn AG-Gleise nicht mehr möglich. Zudem wurden die beiden NE-81-Triebwagen zu anderen
SWEG Betriebsstellen abgegeben. Darüber hinaus wird das Siegelsbacher Depot der Bundeswehr
gelegentlich bedient
Während die Bedeutung der Strecke ursprünglich vor allem im Transport gewerblicher Güter lag,
steht heute der Schülerverkehr nach Neckarbischofsheim im Mittelpunkt.
Gefahren wird dabei im Zweistundentakt, wobei jedoch kein richtiger „Taktfahrplan“ existiert.
Der Ausblick für die Krebsbachtalbahn
Mit der Integration der Schwarzbachtalbahn in das Netz der S-Bahn RheinNeckar
im Jahr 2009 ist zu erwarten, dass die SWEG den Verkehr auf der Strecke einstellt.
Da bereits viele Mitarbeiter der SWEG Waibstadt wegen der absehbaren Stilllegung gekündigt haben,
herrscht ein Lokführermangel, weshalb rund die Hälfte der planmäßigen Fahrten im Mai 2007 auf
Busverkehr umgestellt wurden.
Für den Fall einer Stilllegung gibt es seitens der Anliegergemeinden und des Landratsamtes Überlegungen,
die Strecke mittels eines Museumsbahnbetriebes für die Zukunft zu erhalten.
Die Loks der Krebsbachtalbahn
Die Dampflokzeit
In den beiden ersten Jahrzehnten des Betriebs kamen die beiden Dampfloks "Vulcan-B-Loks 3c und 4c"
der BLEAG (Badische Lokal-Eisenbahn AG) zum Einsatz (Vulcan Stettiner Maschinenbau-AG, Abt. Lokomotivbau,
Stettin-Bredow). Anfang der sechziger wurde diese Strecke von der SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-
Aktiengesellschaft) übernommen. Mitte der Sechziger wurde der Dampfzugbetrieb zugunsten von
Dieseltriebwagen aufgegeben.
Die Diesellokzeit
Ab dem Jahre 1969 wurde die Esslinger VT 114 auf der Bahnlinie eingesetzt, die jedoch von
überwiegend anderen, zwischenzeitlich stillgelegten SWEG-Strecken kamen. Ab dem Jahre 1982, als
auch die Strecke Meckesheim–Aglasterhausen von der SWEG übernommen wurde, fuhren auch fabrikneue
NE81-Triebwagen auf der Krebsbachtalbahn, sowie vereinzelt solche von MAN.
Im Jahr 1998 endete schließlich der Einsatz der Esslinger Triebwagen auf der Strecke.
Die heutige Zeit
Der Personenverkehr wird heute mit Dieseltriebwagen (siehe Bild unten) von MAN und Triebwagen vom Typ NE 81
bedient.
|