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linie Bekannte und interessante Deutsche Bahnstrecken
- hier: Die Bayerische Oberlandbahn -
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Historie
Die Bayerische Oberlandbahn bedient als Tochter-Betrieb der Connex (ehemals Deutschen Eisenbahn-Gesellschaft) seit Ende 1998 die DB- und TBG-Strecken südlich von München nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell. Die Schienenfahrzeuge (17 Stück) stammen vom österreichischen Herstellers Jenbach.

Bild Oberlandbahn - VT 109     Bild Oberlandbahn - VT 109


Das Streckennetz der Bayerischen Oberlandbahn
Die Bayerische Oberlandbahn ist auf der 120 Kilometer langen Strecke zwischen München und Bayrischzell/Tegernsee/Lenggries unterwegs. Das nachfolgende Bild zeigt das Streckennetz.

Bild Oberlandbahn - VT 109


Die Logistik
Eine der Besonderheiten der Oberlandbahn ist das Kuppel- und Flügel-Prinzip des Integrals. Mit diesem können umsteigefreie Verbindungen von München ins Oberland bzw. umgekehrt realisiert werden. In der Praxis sieht dies so aus:

Der Zug verlässt München Hauptbahnhof meist als 3-teilige Garnitur. Diese wird in Holzkirchen getrennt. Ein Zugteil fährt dann in Richtung Bayrischzell, die verbleibenden zwei Traktionen bis Schaftlach, wo sie nochmals geteilt werden – nach Tegernsee und Lenggries.
Auf dem Rückweg kuppeln die Integrale wieder entsprechend zusammen. Möglich wird dies durch die automatische Mittelpufferkupplung, die ein schnelles Aneinanderfügen und Trennen der einzelnen Integral-Triebzüge ermöglicht.
Wichtig ist, dass Passagiere, die von München ins Oberland fahren darauf achten, in den Teil des Zuges einzusteigen, der zu Ihrem Zielbahnhof fährt.
Wenn Zugreisende also beispielsweise von München nach Bad Tölz wollen, müssen Sie in das Zugteil nach Lenggries einsteigen. Die automatischen Anzeigen über den Einstiegtüren des Integrals weisen auf den richtigen Triebzug hin. Außerdem sind auf den Bahnsteigen in München Hbf, Donnersbergerbrücke, Harras, Siemenswerke und Solln Wagenstandsanzeiger angebracht, aus denen für den jeweiligen Zug die entsprechende Reihung entnehmen können. Und natürlich helfen auch die Oberlandbahn-Fahrgastbetreuer/innen.

In der Regel ist der erste Triebzug einer 3-fach-Traktion der Bayrischzeller, der zweite der Lenggrieser und der dritte der Tegernseer. Aus betrieblichen Gründen kann es jedoch vorkommen, dass sich die Reihenfolge verändert.
Es ist deshalb darauf zu achten, dass auch immer auf die Ansagen geachtet wird und die Zugreisenden sollten auch sicherheitshalber auf die Anzeige über der Tür sehen, wenn sie einsteigen.


Daten der Bayerischen Oberlandbahn
Betriebsaufnahme: 29. November 1998
Gesellschafter: Veolia Verkehr
Streckenlänge: 120 km
Fahrzeuge: 17 Dieseltriebfahrzeuge "Integral" und 3 Dieseltriebfahrzeuge "Talent"
Mitarbeiter/innen: ca. 140
Fahrgäste: ca. 13.500/Tag
Zugkilometer: ca. 1,7 Mio/Jahr
Fahrzeugkilometer: ca. 3,1 Mio/Jahr
Kuppel-/Flügelvorgänge: ca. 60.000/Jahr
Bahnbetriebswerk, Lenggries


Die Loks der Bayerischen Oberlandbahn

Der Inegral

Der Integral     Der Integral

Der Integral


Als ersten Triebwagenzug ist der Ingeral zu nennen. Der Integral gehört zu den modernsten Dieseltriebwagen Europas und ist ein sog. 2-Richtungsfahrzeug, was bedeutet, dass sich an beiden Enden des Zuges ein Führerstand befindet, von dem aus der Zug gefahren werden kann. Konzipiert wurde er als ein Baukastensystem. Trieb-, Laufwagen sowie Fahrgastzellen in Einstock- oder Doppelstockausführung können je nach Zweck des Einsatzes miteinander kombiniert werden und so verschiedenen Anforderungen gerecht werden.

Der Integral Gliederzug ist ein Nahverkehrszug aus der Ende 2001 stillgelegten Produktion der Integral Verkehrstechnik AG, Jenbach, Österreich.
Mit täglich über 12.000 Fahrgästen, ca. 3,1 Millionen Fahrzeugkilometern und 60.000 Kupplungsvorgängen im Jahr ist der Integral nicht nur beliebt sondern auch sehr erfolgreich geworden. Auch bei widrigsten Wetterverhältnissen und dem anspruchsvollen Streckennetz der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) läuft der Betrieb problemlos.

Der Integral wurde ursprünglich für die Modernisierung der Wiener S-Bahn von Dr. Rudolf Sommerer entwickelt. Durch das Modulkonzept war es möglich, nicht nur antriebstechnisch, sondern auch fahrzeugtechnisch sich den Anforderungen der verschiedenen Verkehrsgesellschaften anzupassen und dabei immer eine Kompatibilität der verschiedenen Einheiten und Systeme zu erreichen. Aufgrund des Baukastenprinzips wäre es möglich gewesen, nicht nur 5-gliedrige Einheiten wie man Sie bei der BOB einsetzt, sondern auch 3-, 7-, 9- oder gar 11-gliedrige Einheiten zu fertigen. Zudem wäre es auch möglich gewesen, die Gondeln als Doppelstockeinheiten zu bauen und zwischen den Triebköpfen und Laufwagen einzuhängen.
Aufgrund der Liberalisierung des Eisenbahnnetzes 1996 in Deutschland, und einem gewissen politischen Druck, bekam die Integral Verkehrstechnik AG Jenbach (IVT) mit Gründung der BOB (DEG und Bayerische Zugspitzbahn)den Auftrag zum Fahrplanwechsel Mai 1998 den Integral in Betrieb zunehmen. Die 17 Einheiten des Integral wurden alle als Dieselversion an die BOB ausgeliefert. Doch mit der Aufnahme des Regelbetriebes zeigten sich sehr schnell einige Mängel, die den Zug und die BOB in die negativ Presse brachten. Was letztlich das aus für diese Version bedeutete. Im Jahr 2000 wurden die 17 Integral aus dem Betrieb gezogen und vom Hersteller IVT und unter Mitwirkung von Molinari-Rail komplett überarbeitet.
Nach Behebung der Mängel, wurde der Integral zum Fahrplanwechsel 2001 wieder bei der BOB in Betrieb genommen. Seither läuft der Betrieb absolut zuverlässig, was sich an den steigenden Fahrgastzahlen widerspiegelt.
Die Rechte zum Bau weiterer Integral Gliederzüge sind mit der Schließung der IVT zunächst an die BOB und damit deren Besitzer Connex, heute Veolia übergegangen. Connex mit 30% Anteil an der IVT und der damalige neu gewonnene Partner ADtrans, planten den Integral in Nürnberg zu bauen. Dies scheiterte mit dem Verkauf von ADtrans an Bombardier. Da Bombardier in diesem Einsatzbereich den Bombardier Talent baut und verkauft besteht seitens Bombardier kein Interesse den Integral wieder in Serie zu fertigen. Bisher sind auch Versuche von finanzieller wie auch politischer Seite gescheitert, einen "Integral II" zu fertigen.
Der Integral enthält neben den üblichen Standards wie einer automatischen Scharfenbergkupplung für Mehrfachtraktion mit bis zu fünf Einheiten, einer hohen Beschleunigung sowie dem modularen, behindertengerechten Aufbau mit niederflurigem Einstieg und Klimaanlage auch einige ungewöhnliche Neuheiten wie das »virtuelle Drehgestell«, Fußbodenheizung im Einstiegsbereich und ein geschlossenes Toilettensystem mit Bio-Reaktor.

Bei der Bayerischen Oberlandbahn ist ein fünfteiliger Integral, bestehend aus zwei Triebköpfen an den Spitzen des Zuges, einem Laufwagen in der Mitte sowie zwei Fahrgastzellen, im Einsatz. Eine seiner vielen Besonderheiten ist die automatische Mittelpufferkupplung als Voraussetzung für das Kuppel- und Flügelprinzip, wodurch umsteigefreie Verbindungen auf allen Ästen des Streckennetzes ermöglicht werden. Ebenfalls eine technische Neuerung ist das "virtuelle Drehgestell", das automatisch eine optimale Einstellung der Achsen bewirkt, so für maximale Laufruhe sorgen soll und gleichzeitig den Verschleiß von Rädern und Schienen minimiert.

Wegen seiner hohen Fahrdynamik kann der Integral schneller aus dem Bahnhof heraus beschleunigen als die meisten anderen Züge, was den Vorteil hat, dass kürzere Fahrzeiten erzielt werden. Zusätzlich bietet er einen bequemen, bahnsteigebenen Einstieg und eine gute Übersichtlichkeit des Innenraums.

Die Toiletten sind behindertengerecht gebaut und bilden ein geschlossenes System mit Bio-Reaktor.

Für Kinder wurde eine Kinderspielecke entworfen, die die Bahnfahrt kurzweiliger macht.

Technische Daten des Integrals

Gesamtlänge: 53,43 m
Größte Höhe: 4,33 m
Breite: 2,95 m
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Leistung: 3 Motoren à 315 KW
Sitzplätze: 164
Stehplätze: 200

Der Talent

Bild Oberlandbahn - VT 109     Bild Oberlandbahn - Talent     Bild Oberlandbahn - Talent


Seit Anfang Juli 2004 sind bei der Bayerischen Oberlandbahn drei Talent-Triebzüge im Einsatz. Sie fahren als Verstärker in den Hauptverkehrszeiten.
TALENT nennt sich eine Triebwagenfamilie des Herstellers Bombardier Transportation (ursprünglich Waggonfabrik Talbot). Der Talent kann sowohl als Dieseltriebzug mit mechanischer oder elektrischer Kraftübertragung als auch als Elektrotriebzug ausgeliefert werden; es gibt Versionen mit und ohne Neigetechnik, und die Inneneinrichtung (Sitzteiler) ist frei wählbar. Das Akronym TALENT steht dabei für Talbot leichter Niederflur-Triebwagen.
Der Talent ist ein normalspuriges Vollbahnfahrzeug nach UIC-Norm. Er ist auch mit Straßenbahn ausstattung wie Blinker, Außenspiegel etc. lieferbar. Typisch für das Fahrzeug ist seine windschnittige Form (Design von Alexander Neumeister). Die Köpfe laufen spitz zu, an der jüngsten Stelle bildet eine Scharfenbergkupplung den Abschluss. Die Seitenwände sind auffällig nach außen gekrümmt, nicht senkrecht wie bei den meisten Schienenfahrzeugen. Der Querschnitt des Fahrzeugs ist daher fast oval, dadurch bleibt der Talent auch mit Neigetechnik (bisher nur in Norwegen eingebaut) im Lichtraumprofil.
Der Talent ist ein zwei-, drei- oder vierteiliges Gelenkfahrzeug. Die Gelenke sind als Wagenübergang über einem Jakobs-Drehgestell ausgeführt. Angetrieben sind nur die Drehgestelle an den Enden der Wagen. Außer über den beiden (unabhängigen) Antriebseinheiten ist der Triebwagen durchgängig niederflurig; die Fußbodenhöhe ist wählbar zwischen 590 mm, 800 mm oder 960 mm über Schienenoberkante (SO) im Niederflurteil und somit am Einstieg; im Hochflurteil beträgt sie dann z. B. 1130 mm über SO. Die üblichen Merkmale eines modernen Nahverkehrstriebwagen wie Klimaanlage, barrierefreie Vakuumtoilette, Mehrzweckraum etc. sind vorhanden.
Wie gesagt, Modernität, Schnelligkeit und Leistungsstärke zeichnen diese Fahrzeuge aus, die über eine umfangreiche und komfortable Ausstattung verfügen, wie z. B. Klimaanlage, WC, Rollstuhlrampe, Tische an den Sitzgruppen und zwei großräumige Mehrzweckbereiche mit Fahrradstellplätzen.

Technische Daten
Länge: 49,5 m
Breite: 2,93 m
Fußbodenhöhe, Einstiegsbereich: 80 cm
Antrieb: 2 x 315 kW
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Sitzplätze: 141
Stehplätze: 160



Die Diesellok V 125

Seit November 2005 ist die V 125 für Schneepflugeinsätze und als Reservelok bei der Oberlandbahn im Einsatz.

Bild Oberlandbahn - VT 109     Bild Oberlandbahn - Talent




Technische Daten
Hersteller: Krupp
Fabriknummer: 4383
Baujahr: 1962
Bautreihe: V 100.10
Achsfolge: B'B'
Spurweite: 1435 mm



Die Wartung der Züge
Die Wartung der Züge wird durch das Bahnbetriebswerk in Lenggries durchgeführt. Das Bahnbetriebswerk (Bw) Lenggries gehört zur Bayerischen Oberlandbahn GmbH und ist der Mittelpunkt der Triebfahrzeugwartung. Hier werden die bei der Bayerischen Oberlandbahn im Einsatz befindlichen Schienenfahrzeuge und auch Schienenfahrzeuge anderer Unternehmen instand gehalten und Bedarfsarbeiten wie Wartung, Reinigung, Ergänzung von Betriebsstoffen und Reparaturen durchgeführt.
Darüber hinaus disponiert das Bahnbetriebswerk in Abstimmung mit der Transportleitung in Holzkirchen die im täglichen Einsatz befindlichen Triebzüge.

Namensbenennung
In Anlehnung an die Tradition der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen und anderer heutiger Privatbahnen hat die Bayerische Oberlandbahn ihre Integral-Züge bis auf den Kinderland-VT117 nach Orten entlang der Strecken benannt.
* VT101 München
* VT102 Agatharied
* VT103 Valley Darching
* VT104 Bayrischzell
* VT105 Reichersbeuern
* VT107 Bad Tölz
* VT108 Gaißach
* VT109 Gmund am Tegernsee
* VT110 Holzkirchen
* VT111 Tegernsee
* VT112 Miesbach
* VT113 Lenggries
* VT114 Fischbachau
* VT115 Schaftlach
* VT116 Schlierse

Der Link zur Bayerischen Oberlandbahn
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