Die Beschriftung von Modelleisenbahnmodellen
Modellbeschriftungen


Weshalb eine Modellbeschriftung

Viele Modellbahner achten nicht groß darauf, was da auf einer Lok oder einem Wagen steht. Manche Modellbahner und vor allem auch Sammler sind aber sehr darauf bedacht eine orginalgetreue Beschriftung auf der Lok oder dem Wagen zu sehen.

Die Hersteller von Modellbahnen bilden auf ihren Modellen leider nicht immer die korrekte Betriebnummer ab. Auch bei Modellen - insbesondere Dampfloks - gibt es Länderbahnnummern und Reichsbahnnummern für ein und dieselbe Lok.
Hier ist es dann dem Geschick des Modellbahners überlassen die korrekten Nummern auf die Lok oder den Wagen zu bringen. Der nachfolgende Aufsatz soll hier helfen.


Möglichkeiten der Beschriftung

Es gibt zwei sinnvolle Möglichkeiten, seine Modelle zu beschriften:

  • Einen fertigen Beschriftungssatz bei einem der Händler kaufen. Die Auswahl ist hier mittlerweile in jeder Spurgröße sehr groß. Vor allem Kleinserienhersteller haben interesssante Beschriftungssätze im Angebot. Das Internet hilft hier weiter.

  • Die Beschriftung komplett selber herstellen. Hier besteht das Problem die Druckvorlage zu erstellen und korrekt auf das Modell zu bringen. Als Trägermaterial gibt es im Handel Abziehfolien, Klebefolien, Metallfolien und dünne Metallblätter.



Woher kommen die Ziffern an den Modellen

Ein weiteres Problem stellt sich in Hinblick auf die Herkunft der Modelle. In den frühen Jahren der Eisenbahnzeit bekamen alle Loks Namen, genau wie Schiffe. Später ging man dann zu Zahlen über und bezeichnete die Lokomotiven mit einer Baureihen-Nummer. Und weil Loks einer Type meist gleich in größeren Mengen hergestellt wurden, gab es eine fortlaufende Nummerierung.

Die ersten Ziffern auf dem Lokschild bezeichnen also die Baureihe, gefolgt von einer laufenden Nummer, der sogenannten Ordnungsnummer. Meist wurden die Loks der Reihe nach, entsprechend ihrer Herstellung durchnummeriert. Manchmal gerieten die laufenden Nummern aber auch durcheinander, wegen Sonderbauarten, Testlokomotiven, technischen Änderungen in der Baureihe, oder weil Montag war.

Zu Beginn hatten E-Loks ein E vorangestellt, also zum Beispiel E44 (Dieselloks ein V wie Verbrennungsmotor). Ende der 60er Jahre erhielten alle Fahrzeuge, neue, computergerechte Nummern, aus der E44 wurde die 144. Zusätzlich zu Baureihe und laufender Nummer wurde eine Prüfziffer angehängt, damit man kontrollieren konnte, ob die Nummer korrekt war. Mehr zu diesem Thema ist auf dieser Homepage zu finden.




Wie berechne ich die Prüfziffern

Jede Zahl der Baureihen- und der Ordnungsnummer wird abwechselnd mit 1 und 2 multipliziert. Dann wird die Quersumme aller Ziffern gebildet, wobei aus zweistelligen Zahlen, zum Beispiel 14, die Ziffern 1 und 4 wurden. Die Differenz zur nächsten Zehnerzahl ist die Prüfziffer. Die nachfolgende Tabelle bringt den Überblick:

Prüfzimmern

Bei Loks wurde übrigens bei der Multiplikation im ersten Schritt mit der 1 begonnen, bei Wagen mit der 2.

Die Kontrollziffer kann auch berechnet werden. Deshalb nachfolgend ein Link zum Rechner: Hier gehts zum Rechner


Welche Schrifttypen werden benötigt?

Als nächster Schritt ist - unabhängig von den dann zu wählenden Druckverfahren - ist nun der erforderliche Schrifttyp zu ermitteln.

Die DB AG verwendet für die Beschriftung der Loks und Wagen eine DIN Schrift. Der Schriftfont lautet DIN 1451 "Mittelschrift". Dieser Schrifttyp ist in der Regel in den gängigen Computerprogrammen enthalten. Falls nicht können über die nachfolgenden Links die Schriftfonts beschafft werden:

Hier gehts zu Freefont

Hier gehts zu Railfonts

Allerdings gilt dies nur für die neueren Loks und Wagen.

Bei den deutschen Länderbahnloks sind die Schriftfont nach der preußischen Musterzeichnung IV 44, 3. Ausgabe 1906 zu verwenden. Die Schriftfonts wurden von der preußische Staatsbahn entwickelt.

Die Deutsche Reichsbahn benutzte die 4. Auflage der Musterzeichnung bis 1932. In diesem Jahr wurde die DIN 1451 eingeführt. Die Norm basiert auf der preußischen Musterzeichnung mit einigen Abweichungen.

Die DIN 1451, Ausgabe 1932, teilt sich in drei Proportionen auf:

Verhältnis Höhe x Breite der Großbuchstaben (Buchstabe H) Verhältnis Höhe x Breite der Zahlen (Zahl 3) Übliche Verwendung
Engschrift
7 x 3
7 x 3
sämtliche Anschriften, Zahlen an Güterwagen
Mittelschrift
7 x 5
7 x 4
nur Zahlen
Breitschrift
7 x 7
7 x 6
Betriebsnummer an Kriegslokomotiven


Die Deutsche Reichsbahn der DDR (ab 1945) verwendete statt der DIN 1451 eine ähnliche Schrift nach TGL 0 1451.
Der Schriftfont nach Prof. R. Klein wurde 1939 eingeführt. Bei der Deutschen Reichsbahn-west ist sie 1947 von der Schrift DIN 1451 abgelöst worden. Die Deutsche Reichsbahn-Ost benutze diese Schrift bis zum Jahre 1966.

Gehen wir von der eigentliche Lokbeschriftung weg und zu den sog. Heimatschildern. Diese Schilder bezeichnen den Heimatbahnnhof der Lok. Die Schilder bzw. die Schrift erfolgt nach Zeichnung Fld 24.32 Blatt 2, 4. Ausgabe von 3.52.:

Inhalt:
- Die Grundfläche der Platte glatt.
- Oberfläche der Buchstaben geschliffen und poliert.
- Grundfläche der Platte sowie die Seitenflächen der Platte und die Buchstaben mit schwarzer Farbe streichen.
Werkstoff: Aluminiumlegierung GAl-Mg-Si oder GAL-Si
Schrift: Fette Engschrift nach DIN 1451.
Maß x = gleicher Abstand an beiden Enden, mindestens 20 mm. Die Länge "l" des Schildes richtet sich nach der Beschriftung. Schilder die bei einreihiger Beschriftung über 370 mm lang werden würden, erhalten eine zweireihige Beschriftung.

Die Direktionsschilder von Deutschen Lokomotiven werden nach der Zeichnung Fld 24.32 Blatt 1, 7. Ausgabe von 10.53. Alle Maße in mm.
- Grundfläche der Platte glatt
- Oberfläche der Buchstaben geschliffen und poliert.
- Danach wurde die Grundfläche der Platte sowie die Seitenflächen der Platte und die Buchstaben mit schwarzer Farbe gestrichen.
- Schrift: Fette Engschrift nach DIN 1451
- Maß x = gleicher Abstand an beiden Enden, mindestens 20 mm.

Nummernschilder von Deutschen Lokomotiven Nach Zeichnung Fld 24.32 Blatt 2, 3. Ausgabe von 3.52
Alle Maße in mm.
Grundfläche der Platte glatt. Oberfläche der Zahlen geschliffen und poliert. Grundfläche der Platte sowie Seitenflächen der Platte und Ziffern mit schwarzer Farbe gestrichen.
Schrift: Fette Mittelschrift nach DIN 1451.
Werkstoff: Aluminiumlegierung GAl-Mg-Si oder GAL-Si. Die Länge des Schildes richtet sich nach der Beschriftung.

Eigentumsschilder von Deutschen Lokomotiven
Nach Zeichnung Fld 24.32 Blatt 4, 3. Ausgabe von 11.56 Alle Maße in mm.
Grundfläche der Platte glatt. Oberfläche geschliffen und poliert.
Grundfläche der Platte sowie Seitenflächen der Platte, Linien und Buchstaben mit schwarzer Farbe gestrichen.
Werkstoff: Aluminiumlegierung GAlMg3(Cu).
Stärke der Grundplatte 3 mm, der Buchstaben und Linien 2,5 mm.
Anmerkung: Es gab diese Schilder auch in profilierter Form, ähnlich der Pressguss-Schilder an Dampflokomotiven. Diese wurden anschließend eingeführt.

Gattungsschilder von Deutschen Lokomotiven
Nach Zeichnung Fld 24.31 Blatt 1, 4. Ausgabe von 3.52 Alle Maße in mm.
Die Grundfläche der Platte war glatt. Die Oberfläche der Buchstaben war geschliffen und poliert. Die Grundfläche der Platte sowie die Seitenflächen der Platte, Buchstaben und Ziffern wurden mit schwarzer Farbe gestrichen.
Werkstoff: Aluminiumlegierung GAl-Mg-Si oder GAL-Si.
Schrift: Fette Mittelschrift nach DIN 1451.




Herstellen von Buchstaben, Ziffern und Bildern

Wenn die richtige Kontrollziffer bzw die korrekte Beschriftung der Wagen und Loks ermittelt wurde, muss zur Tat geschritten werden. Zuerst ist folgendes zu überlegen:

- Wie bringe ich die Schrift auf das Trägermaterial?

- Welches Trägermaterial will bzw soll ich verwenden?



Die gewünschten Buchstaben und Ziffern kann mit Computerprogrammen (grafikprogramm bzw. Textverarbeitungsprogramm) hergestellt werden. Auf die Auflösung von > 1000 DPI ist zu achten. Zu beachten ist auch, dass die Schrift für Spur: N-Loks nur etwa einen Millimeter hoch ist.
Weiter brauchen wir nicht weiter auf dieses Thema eingehen, da über die Graphikbearbeitung und Textverarbeitung auf dem Computer es genügend gute Literatur gibt.

Wurde die gewünschte Beschriftung ausgearbeitet wird sie vernünftiger auf einer Datei abgespeichert. Danach muss die Schrift auf das Trägermaterial gebracht werden.


Wie bringe ich nun die gewählte Schrift auf das Trägermaterial . Das Trägermaterial ist das Material auf dem die Schrift aufgebracht werden soll. Dieses ist dann allerdings maßgebend, ob die Schrift aufgeklebt, aufgeschoben (Wasserbild) oder mittels Ätztechnik auf die Lok bzw. Wagen gebracht werden soll.

Als grober Anhalt kann folgendes gelten:
  • bei Kunststoffgehäuse ist das Klebeverfahren bzw das Schiebebildverfahren (aufgeschobene Fertigschriften) das zweckmäßigste Verfahren.
  • bei Metallgehäuse bzw. Druckgussgehäuse kann sowohl das Klebeverfahren, Schiebebildverfahren oder die Ätztechnik angewandt werden. In den meisten Fällen ist die Ätztechnik hier wohl aber das geeigneste Verfahren, soweit es sich nicht um die Sanierung einer Metalllok bzw. Druckgusslok, bei denen die Schriften in der Regel bereits eingeäzt sind.


Wenn die Beschriftung auf ein Plastikgehäuse aufgebracht werden soll, dann ist die Drucktechnik die beste Technik. Als Trägermaterialen kommen hier wasserlösliche Abziehfolien (Decals bzw. Schiebebilder) in Frage. Bei diesen Artikeln ist eine dünne, transparente Trägerfolie auf Trägerpapier aufgebracht, von dem es sich im Wasser löst. Das Abziehbild lässt sich dann an der passenden Stelle auf der Chassis positionieren. Wenn das Wasser getrocknet ist, haftet das Abziehbild. Es sollte dann noch mit Decklack fixiert werden.
Besser ist allerdings eine bedruckbare Klebefolie zu nehmen (gibts im Schreibwarenhandel oder im Versandhandel z.B. von der Firma 3M). Hier wird die Folie bedruckt, dann von der Unterlage abgelöst und auf das Gehäuse geklebt. Zu beachten ist, dass die Chassis völlig fettfrei ist, damit die Folie auch richtig klebt. Bei nicht absolut sauberen Untergrund kleben diese Folien nur mangelhaft und vor allem die Ecken stehen dann ab. Auch sollte beim Aufbringen darauf geachtet werden, dass die Folien durch einen Föhn leicht angewärmt werden, damit das Klebematerial die erforderliche Klebefähigkeit entwickelt (nicht überhitzen, da sonst die Folie schrumpft).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die ausgearbeitete Schift oder die ausgearbeitete Graphik auf das Trägermaterial zu bringen. Mit Papier sollte nicht gearbeitet werden, da die Papierstruktur und die Schriftkanten immer zu sehen sind. Nachfolgend stellen wir deshalb folgende praktikable Möglichkeiten vor:

1. Aufbringung auf eine selbstklebende Plastikfolie oder auf eine Abziehfolie
Die am Computer erarbeitet Schrift kann mit der Drucktechnik auf die Folien gebracht werden. Es können Laser-Drucker oder Tintenstrahldrucker verwendet werden. Beim Laserdrucker ist darauf zu achten, dass die Folien nicht wärmeempfindlich sind. Es können nur Folien verwendet werden - egal ob Klebefolie oder Decals - die für den Druck mit Laserdrucker zugelassen sind. Ferner braucht der Laserdrucker eine Auflösung von mind. 1200 dpi. Bei geringerer Auflösung gibt es einen Treppcheneffekt, der sich bei den kleinen Ziffern unschön bemerkbar macht. Die dürfte aber bei den neueren Druckern kein Problem darstellen. Der Nachteil von Laserdruckern ist, dass der auf die Folie aufgebrannte Toner sich abreiben lässt. Um dies zu Verhindern ist nach dem Druck sofort Decklack über die Schrift gebracht werden.
Die einfachste Möglichkeit die Schrift bzw. Logos der Bahngesellschaften auf Klebefolie oder Abziehfolie zu bringen ist sicherlich der Tintenstrahldrucker. Die meisten dieser Drucker verwenden Tinten die für den Folienauftrag geeignet sind.

Beim Druckvorgang selbst ist folgendes zu beachten:
Die Abziehbilder sind in der Regel sehr klein. Insbesondere bei Schrift und Logos in Spurgröße: N. Dementsprechend können diese Schnipsel nicht in den Druckereinziehschacht gelegt werden. Die Lösung hierfür sieht wie folgt aus:
  • Ein kleines, etwa 2 x 2 Zentimeter großes Stück Klebefolie oder Abziehfolie wird mit Tesa-Film am unteren Rand eines Papierbogens mittig festgeklebt. So vermeidet man auch einen Papierstau durch das dann etwas dickere Abziehbild.

  • Das zu druckende Dokument wird dann entsprechend formatiert. Gedruckt wird natürlich nur auf die kleinen Folie die auf das Papier geklebt wurde. Bevor auf die Folie gedruckt wird - zuerst ein oderer mehrere Probedrücke vornehmen, bei dem die Nummern im richtigen Abstand voneinander platziert werden. Lieber statt nur vier gleich ein paar mehr ausdrucken, vor allem am Anfang klappt es nicht immer wunschgemäß. Der Probedruck kann dann verwendet werden, um das Decal richtig zu platzieren.


Mit einem sehr scharfen Cutter oder einer Schere werden die Schilder dann nach dem Ausdruck zurecht geschnitten. Dabei ist es zweckmäßig, wenn man die einzelnen Schilder so zueinander positioniert werden, dass mit einem Schnitt die Trennung gleich für zwei Schilder passend geschnitten werden kann. Das Schneidwerkzeug muss scharf sein, sonst gelingen die Schnitte nicht.
Hat man sog. Ablösefolien verwendet legt man diese mit dem Schriftdruck in das Wasser. Nach 20 bis 30 Sekunden löst sich das Abziehbild und es kann z.B. auf dem Lokgehäuse mit einer Pinzette positioniert werden. Hat man einen Laserdruck durchgeführt muss vor dem Wasserbad die Schrift mit einem Lack gesichert werden. Ohne diesen Schutzlack "bröselt" der Schriftzug oder das Logo ab.
Wenn das Abziehbild auf eine nicht vollkommen ebene Fläche aufgebracht werden soll, muss es nach dem Positionieren mit einem Weichmacher behandeln werden. Der mit einem mittels Pinsel aufgebrachte Weichmacher sorgt dafür, dass sich das Abziehbild auch auf unebenen Flächen anschmiegt.

Übrigens gibt es bedruckbare Abziehbilder. Sie werden (unter anderem) in USA von den Firmen Walthers, Microscale, und Vitachrome hergestellt und können hierzulande bestellt werden (siehe Quellen). Auch im deutschen Versandhandel sind fertig bedruckte Abziehbilder zu bekommen.


2. Aufbringung der Schrift, Nummern oder Logos mit der Ätztechnik
Wie wir bereits wissen, ist die Ätztechnik grundsätzlich nur für Metallchassis und Druckgusschassis geeignet.

Beim Ätzen handelt es sich um ein chemisches Verfahren, bei dem aus dem Werkstoff durch Umwandlung Teilchen ausgelöst werden. Das hierfür meist verwendete Material ist Kupfer. Diese Technik ist allerdings aufwendiger als die Drucktechnik auf Klebefolien bzw. Abziehfolien.
Wer schon Erfahrungen mit der Ätztechnik im elektronischen Leiterbau gesammelt hat, tut sich hier leicher.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der Ätzvorgang nur mit chemischen Mitteln möglich ist. Der Umgang mit diesen Chemikalien ist deshalb mit der erforderlichen Vorsicht und der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften vorzunehmen. Auch auf eine fachgerechte Entsorgung der Ätzmittel ist zu achten. Zu Beachten ist auch, dass Ätzmittel und deren Dämpfe nicht nur Metall, sondern auch Haut und Augen angreifen können. Also Vorsicht walten lassen und keinesfalls Kinder hier ohne Aufsicht experimentieren lassen.
Wie wir bereits festgestellt haben, ist die Ätztechnik nur bei Druckgussloks und Metallkoks bzw. Metallwagen sinnvoll.
Zu unterscheiden ist ferner noch die einseitige Ätzung und die doppelseitige Ätzung. Für den Modellbauer der lediglich Beschriftungen für seine Loks und Wagen anfertigen will reicht das Wissen über die einseitige Ätzung völlig aus.

Grundsätzlich ist jedes Metall ätzfähig. Die erforderliche Metalldicke für den Ätzvorgang ist jedoch vom jeweiligen Metall abhängig. Nachfolgend die Dicken für die verschiedene Metalle
  • Messing (halbhart): 0,2 mm, 0,3 mm, 0,4 mm, 0,5 mm, 0,6 mm, 0,8 mm, 1,0 mm

  • Neusilber (hart): 0,2 mm, 0,3 mm, 0,4 mm, 0,5 mm, 0,6 mm

  • Edelstähle: 0,05 mm bis 0,3 mm

  • Federbronze. 0,1 mm bis 0,6 mm.

Wir haben zwar bereits über die Schrifterstellung gesprochen dennoch sind bei der Ätztechnik noch einige Hinweise zur Erstellung der Schrift erforderlich. Wichtig ist, dass die Mindest-Linienstärke von 0,2 mm nicht unterschritten wird. Ferner sollte nur schwarze Farbe verwendet werden, da beim Ätzvorgang die schwarzen Stellen bleiben und nur die nicht bemalten Stellen (die sog. weißen Stellen) geätzt werden.

Das Aufbringen der Schrift auf das zu ätzende Metall kann:
- durch Reibebilder
- durch eine Folie
- durch fotochemische Verfahren erfolgen.

Wichtig ist - um es nochmals zu wiederholen, dass die schwarzen Stellen auf dem Metall (also z.B. Buchstaben, Ziffern, Logos) beim Ätzen nicht angegriffen werden. Alle anderen Stellen am Metall werden entsprechend abgeätzt. Dadurch entsteht eine höhenmäßig abgegrenzte Schrift.

Aufbringung der Reibebilder:
Eine andere Möglichkeit der Schrifterstellung bieten sog. Abreibebilder bzw -Buchstaben. Damit können Buchstaben, Zahlen und Symbolen hergestellt werden. Da die Reibebilder aus Kunststoff bestehen kann er nicht von den Ätzmitteln angegriffen werden. Die Reibebilder sind sorgfältig auf das Metall, aber mit nicht zu hohem Druck, auf das Metall aufzubringen. Dabei darauf achten, dass sie vollflächig und ohne Falten aufliegen, da sonst das Ätzmittel unter die Reibebilder fließen kann und es so zu unscharfen bzw. ausgefransten Schriftbildern kommt.

Aufbringung der Schrift über einen Folienfilm:
Eine andere Möglichkeit der Schrifterstellung bieten die Folie (Klebefolie oder normale Folie). Durch einen Druckvorgang über einen Läser oder Tintenstrahldrucker wird das Schriftbild auf die Folie gebracht. Danach wird die so beschriftete Folie auf das zu ätzende Metall gebracht.

Aufbringung der Schrift über fotochemische Verfahren:
Eine weitere Möglichkeit des Schriftauftrages ist durch "fotochemische" Verfahren möglich. Dieses Verfahren arbeitet mit einem Film und lichtempfindlichen Lack arbeitet. Beim fotochemischen Verfahren ist zunächst ein Film anzufertigen. Dieser Film darf nur tiefschwarze und völlig klare Flächen aufweisen (ähnlich einer Folie). An den schwarzen Stellen wird das Material später stehen bleiben, an den klaren Stellen weggeätzt.
Der Film ist spiegelverkehrt. Wenn das Bild wie gewünscht, also seitenrichtig zu sehen ist, muss die Schichtseite des Films hinten liegen.
Das zu ätzende Metall wird nun entfettet und einseitig (bei einseitiger Ätzung) mit einem Lichtempfindlichen Fotolack beschichtet. Im einschlägigen Versandhandelt wie z.B. bei der Firma Conrad, Fa. Westfalia ect. gibt es hierfür sog. Sprühlacke (Sprühdosen) um diesen Lack aufzutragen.
Der Film wird nun - Schichtseite nach unten - auf dem beschichteten Material aufgelegt. Aus dem Film und dem Material wird dann eine Tasche gebaut. Der Film wird mit einer sauberen Glasplatte beschwert, damit er dicht anliegt. Dann wird - gerade von oben - damit keine Lichtstrahlen seitlich unter die Filmschicht dringen - belichtet. Dafür geeignete Lampen weisen eine hohe Leistung auf und sollen einen möglichst hohen Ultraviolett–Anteil haben. Geeignet sind Nitraphot–Lampen ab 150W. Wie lange zu belichten ist, hängt von der Lampe, deren Leistung und Entfernung sowie der Stärke der Beschichtung ab. Hier ist ein wenig Übung angesagt.
Der belichtete Lack ist dann zeitnah zu entwickeln. Die Entwicklung erfolgt mit einer Lösung von Natriumhydroxid in einer Kunststoff–Schale (hochgradig ätzend). Bei der Entwicklung kann beobachtet werden, wann und wie sich die belichteten Lackteile ablösen. Ist das nach etwa zwei Minuten nicht vollständig und sauber geschehen, wurden bei der Belichtung oder der Dicke der Beschichtung Fehler gemacht. Danach wird die Metallplatte gespült um den Entwicklungsvorgang zu stoppen. Damit ist die Platte fertig zum Ätzen.


Der Ätzvorgang
Um Metall ätzen zu können muss ein Ätzmittel vorhanden sein. Die gängigsten Ätzmittel sind Ammoniumperoxodisulfat und das schnellere und aggressivere Eisen–III–Chlorid. Ein Tipp: Es kann auch mit Drano Rohrfrei (enthält NaOH = Natriumhydroxid = Ätznatron -- es steht NaOH). Mit diesem Mittel kann gut Aluminium geätzt werden.
Es werden ferner eine Waage, Paketband, Messer, Wasser, Ätzwanne (Plastikbehälter), alte Kleider zum Anziehen, Schutzbrille, Schutzhandschuhe benötigt. Möglichst im Freien ätzen -- Beim Lösen von NaOH in Wasser entstehen ätzende Dämpfe -- !!!. NaOH auf gar keinen Fall zusammen mit Wasser in ein Gefäß geben und dieses verschließen – Explosionsgefahr !!.
Wenn das zu ätzende Metall mit der Beschriftung oder einem Logo versehen ist, wird dieses Werkstück in eine Kunststoff–Schale oder eine Kunststoffschale gelegt. Keinesfall ein Metallgefäß verwenden - aus den bekannten Gründen.
Bevor das Ätzmittel mit dem Wasser gemischt wird, ist das Wasser bis zu einer Temperatur von ca 40° C zu erwärmen. Das Ätzmittel wird nun entsprechend der Hersteller–Anweisung in Wasser aufgelöst - keine Angst wenn das Wasser zum brodeln beginnt. In der Regel ein ausgedienter Plastiktopf sinvoll. Bitte nur mit Schutzbrille und Plastikhandschuhen (Haushaltshandschuhe) arbeiten. Ein Tropfen Ätzflüssigkeit im Auge kann das Augenlicht dauerhaft zerstören.
Die Ätzemulsion wird dann vorsichtig und ohne zu spritzen in die Kunststoffschale in der das Werkstück liegt gegossen (Mischungsverhältnis: 100g zu 200ml Wasser). Der Behälter wird dann vorsichtig hin und her geschwenkt, sodass das Ätzbad leicht über das zu ätzende Metall schwappt. Aufpassen, dass es nichts aus der Schale fließt und vor allem Schutzbrille tragen. Wie gesagt, es sollte im Freien gearbeitet werden, da die entstehenden Dämpfe ätzend sind.

Ätzbeispiele     Ätzbeispiele     Ätzbeispiele
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Der Ätz-Fortschritt ist bei Messing– und Neusilberblechen nicht so gut zu erkennen. Deshalb ab und zu das Werkstück aus der Kunststoffschale nehmen - mit einer Pnzette - und von der Seite her betrachten. So kann festgestellt werden wie tief bereits die Ätzung erfolgt ist. Ist das Ergebnis befriedigend wird das Werkstück mit heißem Wasser abgespült. In der Regel dauert der Ätzvorgang nur wenige Minuten.
Das Ätzbad kann dann mit Wasser verdünnt werden, in eine Kunststoff - oder Glasflasche gefüllt und in einer kommunalen Entsorgungsstelle abgeben werden. Keinesfall darf es über die Kanalisation entsorgt werden.

Wem die ganze Arbeit zu schwierig bzw zu aufwendig ist der kann sich auch fertige Metallbeschriftungen kaufen. Die entsprechenden Infos stehen weiter unten unter Quellen und Links.




Quellen und Links
Selbstverständlich gibt es im Handel eine Menge an fertigen Beschriftungssets. Wer sich die Arbeit selbst nicht machen will, dem sind die nachfolgenden Links sicherlich eine Hilfe.

a) Fertige Beschriftungen für Spur H0
• Kuswa hat neben Beschriftungen auch Messingbausätze und andere Kleinigkeiten für Spur N.
• KH Modellbahnbau bietet neben Beschriftungen auch allerhand Bauteile und Modelle.
• TL Decals: Erstellt Beschriftungen mit Siebdruck.
• Andreas Nothaft fertigt individuelle Decals, auch für Spur N.
• Color Transfer Service: hat fertige Abreibebeschriftungen im Programm und fertigt auch auf Auftrag.
• Drucker-Onkel fertigt Decals und Klebefolien mit Festtintenrucker und Laserdrucker blattweise.

b) Fertige Beschriftungen für Spur N

c) Firmen die Ätzungen vornehmen
Ätztechnik Herbert Caspers, Solingen
Ätzteile - Beckert-Modellbau
Formätzteile von Herz
Modellbauversand Hanke
Ätzteile - Modellbau-König
Hobby-Lobby-Modellbau-Ätzteile
Ätzteile - Finelinemodellbau
Ätzteile - Modellbaukaufhaus



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