Die Beschriftung von Modelleisenbahnmodellen
     
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Modellbeschriftungen
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Weshalb eine Modellbeschriftung

Die Frage ist eigentlich nicht rational zu beantworten. Viele Modellbahner achten nicht groß darauf, was da auf einer Lok oder einem Wagen steht. Manche Modellbahner und vor allem auch Sammler sind aber sehr darauf bedacht eine orginalgetreue Beschriftung auf der Lok oder dem Wagen zu sehen.

Über die Notwendigkeit einer korrekten Beschriftung kann wieder rational gesprochen werden.
Bei den Loks und Wagen gibt es immer wieder zwei identische Modelle und entsprechend eine doppelte Nummer. Zum Glück verwenden unterschiedliche Hersteller auch verschiedene Nummern, aber wenn es denn zwei (oder mehr) gleiche Loks eines Herstellers sind und dieser nie Serien mit anderen Nummern aufgelegt hat, dann gibt es doppelte Loks.
Exaktes Vorbild mit Wunschnummer; immer dann, wenn Modelle in eine bestimmte Region und einen exakten Zeitrahmen passen sollen.
Andere Ausführung oder Lackierung, zum Beispiel in einer anderen Epoche. Viele Altbau Elloks wurden in den 20 er und 30er Jahren gebaut und liefen bis in die 70er; sie wurden entsprechen öfter mal umlackiert.


Möglichkeiten der Beschriftung

Es gibt zwei sinnvolle Möglichkeiten, seine Modelle zu beschriften:

1. Beschriftungssatz bei einem der Händler kaufen. Die Auswahl bei Spur N ist nicht so groß wie bei anderen Spuren, aber ganz beachtlich. Vor allem Kleinserienhersteller haben einige Beschriftungssätze im Angebot. Schwierig wird es meist bei bei bestimmten Loks und Wagen.
2. Komplett selber machen. Die Druckvorlage muss irgendwie auf das Modell gebracht werden, möglichst so, dass es gut aussieht. Hierfür gibt es Abziehbilder, auch Schiebbilder oder Decals genannt.


Woher kommen die Ziffern an den Modellen

In den frühen Jahren der Eisenbahnerei bekamen alle Loks Namen, genau wie Schiffe. Später ging man dann zu Zahlen über und bezeichnete die Lokomotiven mit einer Baureihen-Nummer. Und weil Loks einer Type meist gleich in größeren Mengen hergestellt wurden, gab es eine fortlaufende Nummerierung.

Die ersten Ziffern auf dem Lokschild bezeichnen also die Baureihe, gefolgt von einer laufenden Nummer, der sogenannten Ordnungsnummer. Meist wurden die Loks der Reihe nach, entsprechend ihrer Herstellung durchnummeriert. Manchmal gerieten die laufenden Nummern aber auch durcheinander, wegen Sonderbauarten, Testlokomotiven, technischen Änderungen in der Baureihe, oder weil Montag war.

Zu Beginn hatten E-Loks ein E vorangestellt, also zum Beispiel E44 (Dieselloks ein V wie Verbrennungsmotor). Ende der 60er Jahre erhielten alle Fahrzeuge, neue, computergerechte Nummern, aus der E44 wurde die 144. Zusätzlich zu Baureihe und laufender Nummer wurde eine Prüfziffer angehängt, damit man kontrollieren konnte, ob die Nummer korrekt war. Mehr zu diesem Thema ist auf dieser Homepage zu finden unter diesem Link:


Wie berechne ich die Prüfziffern

Jede Zahl der Baureihen- und der Ordnungsnummer wird abwechselnd mit 1 und 2 multipliziert. Dann wird die Quersumme aller Ziffern gebildet, wobei aus zweistelligen Zahlen, zum Beispiel 14, die Ziffern 1 und 4 wurden. Die Differenz zur nächsten Zehnerzahl ist die Prüfziffer. Die nachfolgende Tabelle bringt den Überblick:

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Bei Loks wurde übrigens bei der Multiplikation im ersten Schritt mit der 1 begonnen, bei Wagen mit der 2.

Die Kontrollziffer kann auch berechnet werden. Deshalb nachfolgend ein Link zum Rechner: Hier gehts zum Rechner Herstellen der Nummern bzw Ziffern

Wenn ich die richtige Kontrollziffer bzw die korrekte Beschriftung der Wagen und Loks ermittelt habe, muss natürlich die Beschriftung hergestellt und auf das Modell gebracht werden. Dies geschieht über sog. Abziehbilder. Zu überlegen ist dabei folgendes:

- Welchen Schrifttyp benötige ich ?

- Welches Trägermaterial will bzw soll ich verwenden ?

- Wie bringe ich den Druck auf das Trägermaterial

Fangen wir mit dem Schrifttyp an. Die Bahn verwendet für die Beschriftung der Loks und Wagen eine DIN Schrift. Der Schiiftfont lautet DIN 1451 "Mittelschrift". Dieser Schrifttyp ist in der Regel in den gängigen Computerprogrammen enthalten. Falls nicht können über die nachfolgenden Links die Schriftfonts beschafft werden:

Hier gehts zu Freefont

Hier gehts zu Railfonts

Die nächste Hürde ist die Wahl des Trägermaterials, dass vom Aufbringungsverfahren abhängig ist. Wir können sowohl mit der Ätztechnik, als auch mit der Drucktechnik arbeiten. Davon hängt dann auch das zu wählende Trägermaterial ab. Da stellt sich dann schon die weitere Frage auf welche Lok oder welchen Wagen gehört die Ätztechnik und auf welches Modell die Drucktechnik.
Die Frage ist eigentlich aus meiner Sicht recht einfach zu beantworten. Auf Druckgußlok eignet sich bestens die Ätztechnik, während sich bei den Plastikmodellen das Klebebild bestens eignet.

Sehen wir uns zuerst die Drucktechnik an. Als Trägermaterialen kommen hier Papier oder wasserlösliche Abziehbilder in Frage. Besser ist allerdings eine bedruckbare Folie zu nehmen (gibts im Schreibwarenhandel) die mit Wasser vom Trägermaterial abgelöst und so auf das Modell gebracht werden kann. Klebefolien eignen sich hier eigentlich nicht, da ich die Erfahrung machen musste, dass diese manchmal nicht richtig kleben und dann die Ecken abstehen. Ferner sieht man oft die Folie.
Mit Papier sollte nicht gearbeitet werden, da die Papierstruktur und die Schriftkanten immer zu sehen sind.
Also besser es werden wasserlösliche Abziehbilder genommen. Diese werden auch Decals genannt. Eine dünne, transparente Trägerfolie ist auf Trägerpapier aufgebracht, von dem es sich im Wasser löst. Das Abziehbild lässt sich dann an der passenden Stelle positionieren. Wenn das Wasser getrocknet ist, haftet das Abziehbild. Es sollte dann noch mit Decklack fixiert werden.

Wir haben uns nun erfolgreich bis hierher vorgearbeitet. Es bleibt die Überlegung, wie ich die Schrift auf das Trägermaterial bringe. Es bleibt die Frage Laser-Drucker oder Tintenstrahldrucker ?

Laserdruckern sind heute nicht mehr teuer und auch im Privatbereich schon weit verbreitet. Für unsere Zwecke sind aber nur Laserdrucker geeignet, die eine hohe Auflösung (1000 dpi oder mehr) erreichen. Bei geringerer Auflösung gibt es einen Treppcheneffekt, der sich bei den kleinen Ziffern unschön bemerkbar macht. Der Nachteil von Laserdruckern ist, dass der auf das Abziehbild aufgebrannte Toner bröselt. Hier muss schnell mit Decklack gearbeitet werden, um an "abbröseln" zu verhindern. Insbesondere bei kleinen Schriften kann es aber trotzdem passieren und dann muss neu begonnen werden.

Besser eignen sich in vielen Fällen Trintenstrahldrucker. Allerdings ist auch hier eine hohe Auflösung gefragt.

Vorgehen bei der Drucktechnik :

1. Vorlage erstellen. Hierfür kann man jedes Computergrafikprogramm benutzt werden. Gute Programme sind z.B. Corel-Draw oder Photoshop. Pixelbasierende Programme wie Paint können auch verwendet werden. Aber hier ist eine Auflösung von 1000 DPI oder mehr erforderlich.

2. Schriftgröße
Die Schrift für Spur N Loks ist etwa einen Millimeter hoch. Das Schild wird dann fünf bis sieben Millimeter lang.
3.
Die Abziehbilder sind klein. Dementsprechend können sie nicht in den Druckerschacht gesteckt werden. Zudem wird nur ein kleines Schnipsel von wenigen Zentimetern benötigt. Abhilfe kann durch folgende Methode geschaffen werden:
- Ein kleines, etwa 2 x 2 Zentimeter großes Stück Decal wird mit Tesa-Film am unteren Rand eines Papierbogens mittig festgeklebt. So vermeidet man einen Papierstau durch das etwas dickere Abziehbild.
- Das zu druckende Dokument wird entsprechend vorbereitet. Gedruckt wird nur auf der kleinen Fläche unten in der Mitte.
- Zuerst ein Probedruck, bei dem die Nummern im richtigen Abstand voneinander platziert werden. Lieber statt nur vier gleich ein paar mehr ausdrucken, vor allem am Anfang klappt es nicht immer wunschgemäß. Den Probedruck kann man gleich verwenden, um das Decal richtig zu platzieren. Lieber etwas großzügiger planen, es gibt immer leichte Verschiebungen

4. Vorlage ausdrucken
Man braucht auf jedem Fall einen Drucker, der eine Auflösung von 1200 DPI schafft. Ältere Laserdrucker schaffen nur 300 DPI und man sieht auf den klitzekleinen Ausdrucken dann Treppchen. Zum Ausdrucken sind nur Laserdrucker (oder Wachs-Thermodrucker) geeignet. Tintenstrahldrucker schaffen zwar auch die hohe Auflösung von 1200 DPI, aber die Tinte trocknet nicht auf dem Träger und löst sich spätestens beim Einweichen in Wasser wieder auf.

Mit einem sehr scharfen Cutter oder einer Schere werden die Schilder zurechgeschnippelt. Dabei bewährt es sich, wenn man die einzelnen Schilder so zueinander positioniert, dass mit einem Schnitt die Trennung gleich für zwei Schilder passend geschnitten werden kann. Wenn das Schneidwerkzeug nicht scharf genug ist, dann bröselt die vom Laserdrucker aufgebrannte schwarze Tonerschicht wieder ab. Dieses Bröseln ist das größte Problem. Man muss die Dinger sehr vorsichtig behandeln. Hin und wieder löst sich der Toner auch beim Einweichen. Die kleinen Schnipsel werden einfach in ein flaches Gefäß mit Wasser gelegt. Nach 20 bis 30 Sekunden löst sich das Abziehbild und man kann es mit einer Pinzette positionieren. Die Bröselquote ist hoch, also nicht verzagen, wenn nur jedes zweite oder dritte Schiebebild gelingt. Wenn man das Abziehbild auf eine nicht vollkommen ebene Fläche aufbringen will, dann muss man es nach dem Positionieren noch mit Weichmacher behandeln. Den gibt es beim Lieferanten der Decals. Der mittels Pinsel aufgebrachte Weichmacher sorgt dafür, dass sich das Abziehbild auch auf unebenen Flächen anschmiegt. Am Schluss dann kommt Fixativ oder Lack drüber, so ist das mühevoll aufgebrachte Schildchen gegen Beschädigung etwas geschützt. Nun zur Ätztechnik. Diese Technik ist schon wesentlich aufwendiger. Wer schon Erfahrungen mit der Ätztechnik im ektronischen Leiterbau gesammelt hat, tut sich hier leicher. Auf einem dünnen Metallfolie wird die Beschriftung aufgebracht.....................

Übrigens gibt es Bedruckbare Abziehbilder werden (unter anderem) in USA von den Firmen Walthers, Microscale, und Vitachrome hergestellt und können hierzulande bestellt werden (siehe Quellen). Vielleicht bekommt man die auch im Modellbauladen.


Quellen und Links

Selbstverständlich gibt es im Handel eine Menge an fertigen Beschriftungssets. Wer sich die Arbeit selbst nicht machen will, dem sind die nachfolgenden Links sicherlich eine Hilfe.

a) Fertige Beschriftungen für Spur H0 • Kuswa hat neben Beschriftungen auch Messingbausätze und andere Kleinigkeiten für Spur N. • KH Modellbahnbau bietet neben Beschriftungen auch allerhand Bauteile und Modelle. • TL Decals: Erstellt Beschriftungen mit Siebdruck. • Andreas Nothaft fertigt individuelle Decals, auch für Spur N. • Color Transfer Service: hat fertige Abreibebeschriftungen im Programm und fertigt auch auf Auftrag. • Drucker-Onkel fertigt Decals und Klebefolien mit Festtintenrucker und Laserdrucker blattweise.

b) Fertige Beschriftungen für Spur N

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