Bahninfos - Signale auf der großen und kleinen Eisenbahn
     
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Signale zur Steuerung des Eisenbahnbetriebs


Die Signale auf Deutschen Bahnstrecken

Signale sind keine Errungenschaft der Neuzeit. Bereits zur Römerzeit gab es auf den damigen Straßen Hinweise und Wegweisungen. Auch In der Frühzeit der Eisenbahn wurden erforderliche Anweisungen den Lokomotivführern von Bahnangestellten mittels Fahnen oder Lampen signalisiert. Mit fortschreitenden Zugfrequentierung mussten dann andere Möglichkeiten der "Mitteilung" gefunden werden. So entstanden dann Signaltafeln und Masten mit beweglichen Elementen (sog. Formsignale), die vom Stellwerk über Drahtzüge, elektrisch oder auf andere Weise bedient werden konnten.
Sicherlich habt ihr euch als Modellbahner schon mal Gedanken gemacht, welche Signalarten es auf der großen Eisenbahn gibt, welche Bedeutung und vor allem welchen Zweck haben die jeweiligen Signale. Als nächstes drängt sich dann die Frage auf: wo werden welche Signale eingesetzt ?
Spätestens da beginnt der Zeitpunkt, wo sich der Modellbahner seine Anlage ansieht und überlegt welche Signale eigentlich auf seiner Modellbahnanlage erforderlich sind bzw ob die bestehenden Signale auch korrekt gesetzt wurden.
Signale werden bei der "großen" Eisenbahn natürlich dazu genutzt, um dem Lokführer Informationen zu übermitteln, z.B. ob und wie schnell er mit seinem Zug fahren darf. Früher wurden mechanische Konstruktionen hierfür verwendet (Formsignale). Mit dem Aufkommen sicherer Relais- und Lampentechniken wurden dann auch zunehmend Lichtsignale eingeführt. Dabei entwickelten sich in Ost- und Westdeutschland verschiedene Systeme. Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde für Gesamtdeutschland das Ks-Signalsystem entwickelt.

Da Signalbauformen eng mit der Stellwerkstechnik verbunden sind und mechanische Stellwerke eine besonders hohe Gebrauchsdauer aufweisen, sind auch heute noch viele mechanische Signalsysteme in Betrieb.

Damit die Kosten für die Streckenausrüstungen minimiert werden können ist die DB-AG bestrebt, in Zukunft auf die Streckensignale zu verzichten und die Informationen dem Lokführer direkt in den Führerstand zu übertragen. Bis dieses System allerdingseinsatzreif ist, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

Auf Schnellfahrstrecken in z.B. in Deutschland, in China etc wird aber schon direkte elektronische Signalübertragung an die Lokomotive bzw. das Triebfahrzeug (ICE, Shinkansen usw.) eingesetzt, da herkömmliche optische Signalbegriffe mittels Lampen oder Formzeichen vom Triebfahrzeugführer wegen der hohen Geschwindigkeiten nicht mehr sicher wahrgenommen werden können. Außerdem kann so ein Bordcomputer Unterstützung geben und die Signalaufträge gegebenenfalls auch ohne Mitwirkung des Triebfahrzeugführers direkt umsetzen.

Das Deutsche Eisenbahn-Bundesamt (EBA) verlangt, dass ein Triebfahrzeugführer ein vor ihm liegendes Signal wenigstens fünf Sekunden lang sehen muss, bevor er davon eine Handlung ableitet. Rechnet man mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h = 45 m/sec legt der Zug in 5 Sekunden 225 m zurück. Bei höherer Geschwindigkeit muss deshalb ein Zugsicherungssystem eingesetzt werden, das Signalinformationen direkt in das Fahrzeug überträgt. In Deutschland wird beispielsweise die Linienzugbeeinflussung (LZB) eingesetzt. Europaweit sollen funkbasierte elektronische Systeme vereinheitlicht werden. Weitere Ausführungen sollen aber hier nicht vorgenommen werden, da wir uns von unserem Thema sonst zu weit entfernen.

Um euch einen Überblick über die Signalarten und deren Einsatzgebiet zu geben, wurde nachfolgender Aufsatz verfasst. Dieser Aufsatz ist erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Bezeichnungen

Die offizielle Vorschrift für die Bahn-Signaltechnik ist das sogenannte "Signalbuch", bei der Deutschen Bahn AG geführt unter dem Namen "Gemeinsames Signalbuch 301 DS/DV " der DB Netz AG".

Der Zweck von Signalen beim Bahnbetrieb ist, wie oben bereits erwähnt, denen von Straßenverkehrsampeln ähnlich. Signale sollen den Zugverkehr regeln, also den Lokführer z.B. mitteilen welcher Zug in den Bahnhof einfahren darf, wer ausfahren darf und wer noch nicht fahren darf. Ferner sollen sie auf der freien Strecke ebenfalls z.B. bei eingleisigen Strecken den Fahrbetrieb auch in Gegenverkehrsrichtung ermöglichen. Zu unterscheiden ist weiterhin noch der Rangierbetrieb.
Es gibt Formsignale (mechanische Signale) und Lichtsignale (optische Signale). Die Formsignale werden - da elektronisch besser zu steuern und wirtschaftlicher zu betreiben - immer mehr von den Lichtsignalen abgelöst.

Signale werden ihrem Zweck entsprechend in mehrere Gruppen eingeteilt, die mit zwei Buchstaben- Abkürzung gekennzeichnet sind:

- Zs für Zusatzsignale
- Ks für Kombinationssignale.
- Ne für Nebensignale

Am wichtigsten sind die Haupt- und Vorsignale, da diese insbesondere die Zugfolge auf der freien Strecke und im Bahnhof selbst regeln. Folgende Kurzbezeichnungen kennt man:

- Hauptsignal = "Hp"
- Vorsignal = "Vr"
- Kombinationssignal = "Ks"
- Zusatzsignal = "Zs"
- Langsamfahrsignale = "Lf"
- Schutzsignale (Sh)
- Rangiersignale (Ra)
- Weichensignale (Wn)
- Fahrleitungssignale (El)
- Nebensignale (Ne, DB)
- sonstige Signale (So, DR)
- Signale für das Zugpersonal = "Zp"
- Signale an Zügen = "Zg"
- Siganle an Fahrzeugen = "Fz"
- Bahnübergangssignale = "Bü"
- Spezialsignale = "Signale" ohne eigene Bezeichnung

Auswahl von Kurzbezeichnungen der Schaltstellungen von Signalen
Hp0 = "Halt"
Hp00 = "Halt und Rangierverbot"
Hp1 = "Fahrt" - erlaubt die Fahrt mit der im Fahrplan zugelassenen Geschwindigkeit -
Hp2 = "Fahrt mit 40 km Begrenzung" - erlaubt die Fahrt mit 40 km/h durch den anschließenden Weichenbereich, wenn nicht durch das Signal 'Zs3' oder ein Hinweis im Fahrplan eine andere Geschwindigkeit vorgegeben ist
Sh0 = "Halt für Zug und Rangierfahrten"
Sh1 = "Fahrt für Zug und Rangierfahrten"
Zs3 = "Geschwindigkeitsanzeiger"
Zs2 = "Richtungsanzeiger"
Zp6 = "Bremse anlegen" (Bremsprobesignal)
Zp7 = "Bremse lösen" (Bremsprobesignal)
Zp8 = "Bremse in Ordnung" (Bremsprobesignal)
Zp9 = "erteilt durch Schaffner" (Abfahrauftragssignal)
Vr0 = "Halt erwarten"
Vr1 = "Fahrt erwarten"
Vr2 = "Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung erwarten"
Ra7 = "Langsam abdrücken"
Ra11 = "Wartezeichen zum abwarten eines Rangierauftrages"
Zs2v= "Richtungsvoranzeiger"


Formsignale
Das alte Formsignal-System stammt aus der Anfangszeit der Eisenbahn und ist auch heute noch an alten Bahnstrecken zu finden. Da es lange vor dem zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, ist es im Gegensatz zu den meisten Lichtsignal-Systemen sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands identisch. Die Signale werden bei den Formsignalen durch bestimmte Formstellungen dargestellt. Die Betätigung der "Formen" erfolgt meist mechanisch über Stelldrähte von einem Hebelstellwerk aus. Es gibt aber auch elektrisch angetriebene Formsignale. Für den Betrieb bei Nacht und schlechter Sicht verfügen auch die Formsignale über Lichter, deren Farbwechsel bzw. Aufleuchten durch bewegliche Blenden mit Farbscheiben realisiert wird. Die Lichter werden meist durch Propangaslaternen erzeugt. Einige Signale sind aber bereits auf Leuchtdioden umgerüstet, deren Akku tagsüber durch Solarzellen geladen wird. Die Formsignale sind nicht auf eine externe Stromversorgung angewiesen.

Formsignale     Formsignale
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Das Hauptsignal wird durch ein etwa 1.000 m davor stehendes Vorsignal angekündigt. Folgen zwei Hauptsignale in diesem Abstand, so wird das Vorsignal des zweiten unmittelbar vor dem ersten Hauptsignal platziert.

Allein stehende Vorsignale sind überlicherweise über Stelldrähte mit ihrem jeweiligen Hauptsignal verbunden und bewegen sich synchron mit ihm.

Einflügelige Signale können nur "Halt" oder "Fahrt" anzeigen. Solche Signale gibt es bei Blockstellen auf der freier Strecke. Sie können aber auch noch bei Bahnhofsausfahrten, die niemals über abzweigende Weichen führen. aufgestellt werden. Das dazu gehörende Vorsignal hat nur die Scheibe, besitzt keinen Flügel.

Das zweiflügelige Formsignal kann zusätzlich auch "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung" signalisieren. Das dazu gehörige Vorsignal ist mit einem Flügel unter der Scheibe ausgerüstet.

Die rot-weiß gestreiften Tafeln am Mast der Formhauptsignale sind Mastbleche. Sie dienen der besseren Sichtbarkeit und haben keine Signalbedeutung.

a) einflügeliges Formhauptsignal und das dazugehörige Vorsignal

Formhauptsignal - HP0       Formhauptsignal - HP1


Bild 1: Zeigt das Formhauptsignal auf "Halt". In der Fachsprache wird dies als HP0 bezeichnet. Das Formvorsignal stellt dementsprechend das Signalbild VR0 = "Halt" dar.

Bild 2: Zeigt das Formhauptsignal auf "Fahrt". In der Fachsprache wird dies als HP1 bezeichnet. Das Formvorsignal stellt dementsprechend das Signalbild VR1 = "Fahrt" dar.


b) zweiflügeliges Formhauptsignal und dessen Vorsignal

zweiflügeliges Formsignal       zweiflügeliges Formsignal       zweiflügeliges Formsignal


Bild1: Zeigt das zweiflügelige Formhauptsignal auf "Halt". In der Fachsprache wird dies als HP0 bezeichnet. Das Formvorsignal stellt dementsprechend das Signalbild VR0 = "Halt" dar.

Bild2: Zeigt das zweiflügelige Formhauptsignal auf "Fahrt". In der Fachsprache wird dies als HP1 bezeichnet. Das Formvorsignal stellt dementsprechend das Signalbild VR1 = "Fahrt" dar.

Bild3: Zeigt das zweiflügelige Formhauptsignal auf "Fahrt mit 40 km/h Begrenzung". In der Fachsprache wird dies als HP2 bezeichnet. Das Formvorsignal stellt dementsprechend das Signalbild VR2 = "Langsamfahrt" dar.


Nachfolgend eine Signalbrücke

Signalbrücke





Lichtsignale
Lichtsignale wurden bereits vor dem zweiten Weltkrieg entwickelt. Aber erst nach diedem Krieg wurden sie im nennenswerten Umfang in Westdeutschland eingeführt. Vor allem wegen der elektronischen Signalregelung, die bei der Bahn Einzug gehalten hat, sind Lichtsignale die bessere Signalform.
Das Lichtssignalsystem basiert ebenfalls auf einem klassisches Vor- und Hauptsignal-System.
In der Praxis steht ein Vorsignal etwa einen Kilometer vor dem Hauptsignal.
Vorsignale sind mit einer Tafel mit zwei gegenüberstehenden schwarzen Winkeln gekennzeichnet.
Hauptsignale tragen meist ein weiß-rot-weißes Mastschild. Sie dürfen, wenn die Leuchteinrichtung gestört ist, nur auf Befehl passiert werden.
An Blocksignalen sieht man vereinzelt auch weiß-gelb-weiß-gelb-weiße Mastschilder, das "gestörte" Signal darf dann ohne Befehl auf Sicht passiert werden, wenn eine Verständigung mit dem Fahrdienstleiter nicht möglich ist.


a) Lichtsignal und Lichtvorsignal - Blocksignal -

Diese Signale zeigen nur die Begriffe "Halt" und "Fahrt" an. Es wird deshalb auch nur überwiegend auf der Freistrecke - als Blocksignal - eingesetzt

Lichtsignal              Lichtsignal


Bild 1: stellt ein Lichtsignal dar, welches auf "Halt" steht. Die Fachbezeichnung lautet "Hp0" bezeichnet. Das dazu gehörige Vorsignal zeigt ebenfalls "Halt". Die Fachbezeichnung lautet hier "VR0".

Bild 2: stellt ein Lichtsignal dar, welches auf "Fahrt" steht. Der Lokführer darf hier mit unveränderter Geschwindigkeit an dem Signal vorbeifahren. Die Fachbezeichnung lautet hier "Hp1". Das dazu gehörige Vorsignal zeigt ebenfalls "Fahrt". Die Fachbezeichnung lautet hier "VR1".


b) Licht-Einfahrsignal und dessen Vorsignal

Enfahrsignale können zusätzlich auch "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung" anzeigen. Der Standort ist deshalb bevorzugt an Bahnhofseinfahrten, wo Fahrten in abzweigende Gleise mit verringerter Geschwindigkeit durchgeführt werden müssen.
Das zugehörige Vorsignal steht in verkürztem Abstand zum Hauptsignal. Dies wird durch das weiße Zusatzlicht kenntlich gemacht wird.

Lichtsignal              Lichtsignal              Lichtsignal


Bild 1: Das Hauptsignal und Vorsignal zeigen auf "Halt". Die Fachbezeichnung lautet "HP0" für das Hauptsignal und "VR1" für das Vorsignal.

Bild 2: Das Haupt- und Vorsignal zeigen auf "Fahrt" Die Fachbezeichnung lautet HP1 für das Hauptsignal und VR1 für das Vorsignal.

Bild 3: Das Haupt- und Vorsignal zeigen auf "Langsamfahrt - 40 km/h" - Bei der Bahn als HP2 bezeichnet. Die Fachbezeichnung lautet HP2 für das Hauptsignal und VR2 für das Vorsignal.


c) Ausfahrsignal und dessen Vorsignal

Dieses Signal ist dazu gedacht, neben Zugfahrten auch Rangierfahrten zu regeln. Es besitzt zwei rote Lichter nebeneinander. Rangierfahrten müssen bei zwei roten Lichtern halten.

Lichtsignal              Lichtsignal              Lichtsignal              Lichtsignal


Bild 1: Das Hauptsignal und Vorsignal zeigen auf "Halt". Die Fachbezeichnung lautet "HP00" für das Hauptsignal und "VR1" für das Vorsignal. HP00 bedeutet Halten und Rangierverbot.

Bild 2: Das Hauptsignal und Vorsignal zeigen auf "Fahrt". Die Fachbezeichnung lautet "HP1" für das Hauptsignal und "VR1" für das Vorsignal.

Bild 3: Das Haupt- und Vorsignal zeigen auf "Langsamfahrt - 40 km/h" . Die Fachbezeichnung lautet HP2 für das Hauptsignal und VR2 für das Vorsignal.

Bild 4: Das Haupt- und Vorsignal zeigen auf "Fahrt für Rangierfahrten". Die Fachbezeichnung lautet "SH4" für das Hauptsignal.


d) Kombinationssignale

Nachfolgendes Bild zeigt ein sog. Kombinationssignale, das die klassische Vor-/Hauptsignal-Systeme nach und nach ersetzen. Füher waren die Blockabschnitte lang, wenn ein Streckenteil zwischen zwei Bahnhöfen überhaupt unterteilt war.
Die Signale mit ihren Vorsignalen standen in großen Abständen. Nur an Bahnhöfen war ggf. das Vorsignal und das Ausfahrsignals an derselben Stelle wie das Einfahrsignal. beide Signale wurden dann gemeinsam an einem Mast angebracht.
Mit steigender Zugfrequentierung wurden immer kürzere Blockabschnitte notwendig. Dabei kam es immer häufiger vor, dass Vor- und Hauptsignal an einem Mast zusammen montiert werden mussten.
Ein kombiniertes Vor-/Hauptsignal des Hp-Systems hat aber mindestens sechs Lichter, während ein Kombinationssignal des Ks-Systems mit drei Lichtern auskommt.

Lichtsignal             



e) Kompaktsignale

Nachfolgendes Bild zeigt ein sog. Kompaktsignal.
Bei dieser neueren Bauform sind die Lampen für das Ersatzsignal im Hauptsignalschirm integriert. Die Anordnung der Lichter, soweit sie vorhanden sind, ist bei den verschiedenen Bauformen identisch. Bei Signalen, die nur ein einzelnes Rotlicht zeigen, dient das rechte Rotlicht als Ersatzrot. Die Vorsignale sind rechteckig und das grüne Licht befindet sich jeweils über dem gelben, anstatt daneben.

Lichtsignal             



Weitergehende Informationen zu diesem Thema:
Infos über die Signalstellungen



Lichtsignale und deren Vorsignale
In nachfolgenden Beispielen werden die Lichtsignale in möglichen Kombinationsformen gezeigt

Kombination-Lichtsignale     Kombination-Lichtsignale     Kombination-Lichtsignale     Kombination-Lichtsignale     Kombination-Lichtsignale     Kombination-Lichtsignale


Bilder von links nach rechts gesehen


Bild: Vorsignal "Halt erwarten" (Vr0)
Hauptsignal "Langsamfahrt" + Vorsignal "Halt erwarten" (Hp2 + Vr0)

Bild: Vorsignal "Fahrt erwarten" (Vr1) Hauptsignal "Fahrt" + Vorsignal "Fahrt erwarten" (Hp1 + Vr1)

Bild: Vorsignal mit verkürztem Bremsweg "Langsamfahrt erwarten" (Vr2) Hauptsignal "Fahrt" + Vorsignal mit verkürztem Bremsweg "Langsamfahrt erwarten" (Hp1 + Vr2)

Bild: Hauptsignal "Halt", Vorsignal dunkel (Hp0 + Vr)

Bild: Hauptsignal "Halt" (Hp0) ----- Hauptsignal "Halt für alle Fahrten" (Hp00)

Bild: Hauptsignal "Halt für Zugfahrten / Fahrt für Rangierfahrten" (Hp0/Sh1)
links Vorserienbauform (1950), rechts Serienbauform (1959)


Weitergehende Information zu diesem Thema:
Weitere Infos



Das Hinweis-Signal
Wie wir wissen, steht das Signal, das für ein Gleisstrang zuständig ist, immer rechts vom Gleis oder bei Signalbrücken hängt es über dem Gleis.

Laut Signalbuch der Bahn stehen Hauptsignale rechts von oder in der Mitte über dem Gleis, für das sie gelten. Nun gibt es zuweilen örtliche Verhältnisse, die es nicht ermöglichen, das Signal unmittelbar rechts des Gleises aufzustellen, und auch eine Signalbrücke ist — wegen des damit verbundenen höheren Aufwands— nicht immer gerechtfertigt.

Es gibt Situationen wo dies aber nicht möglich, z.B. bei Bergstrecken, wo sich z.B. rechts neben dem Gleis eine steile Felswand auftut. Hier werden dann die Signale auf der linken Seite aufgebaut.
Rechts befindet sich dann ein Hinweisschild, das auch als “Schachbretttafel” oder NE4 bezeichnet wird.

Seit dem Ende der zwanziger Jahre wird ein solcher, unregelmäßiger Standpunkt von Hauptsignalen eigens gekennzeichnet, indem man unmittelbar rechts neben dem Fahrgleis, dem das „falsch“ plazierte Hauptsignal gilt, „eine viereckige, schachbrettartig schwarz und weiß gemusterte Tafel“ aufstellt, um den Wortlaut des Signalbuches von 1935 zur Definition heranzuziehen.

Diese sog. Schachbrettafel steht in Höhe des Hauptsignals, auf das sie hinweisen soll. Bei Beginn ihrer Anwendung wurden die Schachbrettafeln auch als Hauptsignalbaken bezeichnet. Diese Tafel dient nur dazu, den Lokführer darauf aufmerksam zu machen, dass hier ein Signal steht.

Die Schachbrettafel ist in der Regel „hochformatig“, kann aber, wenn es bei der Regelausführung zu Komplikationen mit dem Lichtraumprofil kommt, auch quadratisch ausgeführt werden.

Die beiden Varianten haben gemeinhin dieselben Abmessungen wie rechteckige oder quadratische Vorsignalbaken. Die Schachbrettafel kommt auch bei vorübergehendem eingleisigen Betrieb zur Anwendung. Hier kann sie, wenn die Arbeiten im gesperrten Gleis dies erforderlich machen, auch einmal links vom Fahrgleis stehen.

Schachbretttafel     Schachbretttafel     Schachbretttafel
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Rangierbetrieb
Im Rangierbetrieb gibt es sog. Gleissperrsignale. Auch hier ist wieder in Form- und Lichtsignale zu unterscheiden. Gleissperrsignal erlauben oder verbieten die Ausfahrt aus Gleisen des Bahnhofs. Deshalb auch der Name - Gleissperr -. Sie sind für den Rangierbetrieb gedacht.

a) Form - Gleissperrsignal

Gleissperrsignal          Gleissperrsignal


Bild 1: Der hier gezeigte Zustand heißt Sh 0 und bedeutet "Halt für Zug- und Rangierfahrten". Das Form-Gleissperrsignal in dieser Stellung verbieten die Ausfahrt aus Gleisen des Bahnhofs.

Bild 2: Der hier gezeigte Zustand heißt Sh 1 und bedeutet "Fahrt für Zug-und Rangierfahrten". Es gibt die die Fahrt für Rangierfahrten frei.

b) Licht- Gleissperrsignal

Die Lichtgleissperrsignale gibt es in einer flachen und in einer hohen Ausführung.

Gleissperrsignal          Gleissperrsignal


Bild 1: Der hier gezeigte Zustand heißt Sh 0 und bedeutet "Halt für Zug- und Rangierfahrten"". Das Gleissperrsignal in dieser Stellung verbieten die Ausfahrt aus Gleisen des Bahnhofs.

Bild 2: Der hier gezeigte Zustand heißt Sh 1 und bedeutet " "Fahrt für Rangierfahrten". Es gibt die Fahrt für Rangierfahrten frei.

c) Schutzhaltschild

Sh2 - Schutzhalt - Schild. Die Tafel wird vom Bahnwärter aufgestellt, z.B. als Gleisabschlußsignal an Prellböcken, an Einfahrstumpfgleisen und an ausliegenden Wasserkränen (war beim Dampflokbetrieb wichtig).

als Formsignal          als Lichtsignal


Die rote Schutzhalt-Tafel — Signal Sh2 (Schutzhalt) hat eine mehrfache Verwendung:

- als Wärterhaltscheibe zur Kennzeichnung einer Gleisstelle, die vorübergehend nicht befahren werden darf
- als Brückendeckungssignal z. B. vor beweglichen Brücken.
- als Abschlusssignal von Einfahrtstumpfgleisen z. B. an den Prellböcken eines Kopfbahnhofs.

Dieses schon sehr lange sich im Betrieb befindliche Signal gehörte ursprünglich zu den Wärtersignalen und hatte, als nicht ortsfeste Haltscheibe oder als ortsfestes Deckungssignal, die Bezeichnung 6b (Haltscheibe).
Im Signalbuch (1935 bis 1958) wurde es als Schutzsignal (Sh2) bzw. als bewegliches Deckungssignal (Ve1) geführt.
In den 1950iger Jahren mussten in entsprechenden Abständen vor den Sh2- bzw. Ve1-Signalen Haltescheiben (Sh3) bzw. Deckungsvorscheiben (Ve2) aufgestellt werden.
In der Regel ist jedes Stellwerk, sowie jeder Schrankenposten mit mindestens zwei Wärterhaltscheiben ausgerüstet. Diese werden häufig außen am Gebäude angelehnt aufbewahrt, um sie im Notfall schnell bei der Hand zu haben. Die Sh2-Scheibe kann aber auch einen am Ende eines Nebengleises plazierten Bauzugwagen sichern. Dazu wird sie in der Mitte des Gleises aufgestellt. Auch auf der Plattform eines Bauzugwagens ist die Scheibe möglich. Des weiteren sind Sh2-Scheiben an Werkstoren angebracht, durch die Anschlussgleise ins Werksgelände oder in Gebäude führen.
Prellböcke in Kopfbahnhöfen oder an stumpf endenden Gleisen von Durchgangsbahnhöfen, die von Zügen befahren werden, sind ebenfalls denkbare Aufstellungsorte für Schutzhalt-Scheiben.

Rh2
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d) Sonstige Rangiersignale

Sonstige Rangiersignale
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Zur Rangierhalttafel Ra 10 noch ein paar Bemerkungen.
Die Rangierhalttafel ist ein Signal, das noch aus preußisch-hessischen Eisenbahnzeiten stammt. Im Signalbuch (Ausgabe von 1922) wird es als „Signal 35“ bezeichnet. In den 1930iger Jahren hieß es dann K 10 (Kennzeichen) und heute wird es im Abschnitt C des aktuellen Signalbuches (sonstige Signale für den Rangierdienst) als Ra 10 bezeichnet.
Die Rangierhalttafel ist in der Regel links vom Gleis zwischen Einfahrweiche und Einfahrsignal angeordnet. Über das Signal „Ra 10“ hinaus darf nur auf schriftlichen Befehl des Fahrdienstleiters rangiert werden.
Die Abmessungen der Tafel betragen 50 cm x 35cm mit einer Rundung. Die Tafel trägt in der Regel die Aufschrift „Halt für Rangierfahrten“. Der „Text“ kann aber, insbesondere bei Werksanschlüssen, auch variiert werden.

Für die Herstellung von derartigen Signalen sind im Modellbahnarchiv entsprechende Unterlagen zu finden.

RA 10 an einer Werkszufahrt      RA 10 an einer Werkszufahrt
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Das nachfolgende Bild zeigt sehr schön das Ausfahrsignal mit einem Rangierformsignal

Ausfahrsignal mit Rangierformsignal
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Nebensignale
Nebensignale - Kurzbezeichnung (Ne) - , sind Eisenbahnsignale, die keiner andere Kategorie zuzuordnen sind und mehr eine hinweisende als eine verbindliche Funktion haben. Bei der Deutschen Reichsbahn (DDR) wurden sie mit - (K) = Kennzeichen - bezeichnet. bei der Deutschen Reichsbahn wurden sie als - (So) = Sonstige Signale - bezeichnet. Nachfolgend sind die Nebensignale dargestellt.

Nebensignale     Nebensignale
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Hinweise zum Ne2 Signal
Die vor jedem Vorsignal — ausgenommen sind Lichtvorsignale an Lichthauptsignalen — erforderlichen Vorsignaltafeln sind getrennt vom Vorsignalmast, jedoch in dessen unmittelbarer Nähe an einem eigenen Pfosten anzubringen. Die schwarzgeränderte weiße Tafel mit den zwei übereinanderstehenden schwarzen Winkeln, die sich an den Spitzen berühren, kennzeichnet den Standort eines Vorsignals. Wenn erforderlich, ist die Tafel rückstrahlend ausgeführt oder beleuchtet. Bis in die 1920iger Jahre wurden die Tafeln als „Merkpfahl bezeichnet.
Sie hatten da eine Größe von 75 x 110 cm bei Vorsignalen, die außerhalb des Gleisbereichs standen, eine Größe von 40 x 90 cm bei Vorsignalen, die z.B. an parallel verlaufenden Strecken oder im Bahnhofsbereich zwischen den Gleisen aufgestellt waren.
Im Jahre 1935 wurde auf Schnellzugstrecken das Vorsignal mit Zusatzflügel eingeführt. Vorsignaltafeln vor diesen Signalen mit Zusatzflügeln erhielten zur besseren Unterscheidung auf dem oberen Rand ein schwarzgerändertes weißes Dreieck mit einem schwarzen Punkt in der Mitte. Das Signalbuch von 1935 bezeichnet die beiden unterschiedlichen Vorsignaltafeln mit K 3o (= ohne Zusatzflügel) und K 30z (= mit Zusatzflügel).
Mit Signalbuch von 1959 — der weiße Zusatzflügel mit rotem Rand wurde inzwischen von einem gelben schwarz-weiß geränderten Flügel ersetzt — verschwand die Vorsignaltafel für Vorsignale mit Zusatzflügel (K 3z).
Die neue Vorsignaltafel mit der Bezeichnung Ne 2 (vorher K30) steht seither auch vor Vorsignalen mit Zusatzflügel.
Die zwischen 1959 bis 1972 gültige Vorsignaltafel (Ne 102) war vor den später wegfallenden Vorsignalen Vr 101 / 102 aufgestellt.
Seit dem Jahre 1972 gibt es nur noch das Signal Ne2. Die Abmessungen betragen in der Regel 48 x 75 cm. Bei verkürztem Bremswegabstand zwischen Form-Vor- und Hauptsignal trägt die Vorsignaltafel auf dem oberen Rand ein auf der Spitze stehendes Dreieck mit schwarzem Rand. Die Vorsignaltafel kann auch allein stehen, und zwar auf Nebenbahnen zur Ankündigung eines Hauptsignals, oder aber als Hinweis auf ein Vorsignal, das nicht rechts neben dem Gleis steht, sondern aus Profilgründen nach links rücken musste oder über dem Gleis plaziert ist. Befinden sich Form-Vorsignale über dem Gleis — z. B. auf einer Signalbrücke —‚ so sind die Vorsignaltafeln über den Signalen angebracht.



Geschwindigkeitsschilder
Geschwindigkeitsschilder oder anders ausgedrückt "Geschwindigkeitsanzeiger" dienen dazu den Lokführer auf beschränkungen hinzuweisen. Nachfolgend die bekanntesten Geschwindigkeitsanzeiger:

Geschwindigkeitsschilder
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Standortwahl
Noch einige Hinweise zu den Standorten der Signale.
Ein Zug fährt in den Bahnhof ein. 500 m vor dem Bahnhof steht ein sog. Einfahrtsignal. Es handelt sich hier um ein Hauptsignal.
Wenn der Zug in den Bahnhof einfahren darf steht es auf Hp1.
Muss der Zug durch das abzweigende Gleis einer Weiche fahren, dann zeigt es Hp2.
Wenn der Zug im Bahnhof angekommen ist, dann hält er am Bahnsteig. Hinter dem Bahnsteig steht das Ausfahrtsignal - ebenfalls ein Hauptsignal.
Nun will ein Güterzug durch den Bahnhof fahren. Er soll aber nicht anhalten.
Dazu muss ein Vorsignal beim Einfahrtsignal stehen. Dieses zeigt dem Lokführer, ob er schon die Ausfahrt aus dem Bahnhof hat.
Bei zweigleisigen Strecken gilt in der Regel, wie auch auf der Straße: Rechtsverkehr - Die Züge benutzen also meist das in Fahrtrichtung rechte Gleis. Es gibt auch Strecken, wo dies nicht festgelegt ist.
Ob jetzt Rechtsverkehr ist oder nicht, es stehen bei zweigleisigen Strecken auch zwei Einfahrtsignale auf jeder Seite des Bahnhofs.
Handelt es sich um eine Strecke mit Rechtsverkehr, wird das Signal auf der linken Seite auch als Falschfahrsignal bezeichnet.
Bei Bauarbeiten oder Unterhaltsarbeiten kann das andere Gleis dann für den gesamten Verkehr genutzt werden.
Die Gleissperrsignale sind nur für den Rangierverkehr zuständig und kommen somit nicht außerhalb des Bahnhofs vor.
Sie stehen in der Regel an Abstellgleisen oder an den Enden der Bahnsteige, um dort den Rangierverkehr zu regeln.

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