Das Lackieren, Restaurieren, Patinieren, Altern und Weathern von Lok und Wagen
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Modellbautechnik
Vertiefungsthema: Das Altern, Restaurieren und Umlackieren von Eisenbahnmodellen
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   Inhaltsverzeichnis:



    - Einführung

    - Lackarten

    - Zusammensetzung von Lacken

    - Kleine Farbenlehre

    - Der Verdünnungsmittel und Lösungsmittel

    - Mischen von Lacken

    - Trocknen von Lacken

    - Arbeitsmittel

    - Achtung beim Farbenkauf

    - Pinseln oder Spritzen

    - Glänzend bis Matt - der Glanz

    - Altlacke entfernen

    - Beseitigung von Farbfehlern

    - Das Herstellen von Rostfarbe

    - Das Altern, Patinieren bzw. Weathern von Modellen

    - Das Altern, Patinieren bzw. Weathern von Modellen mit Kreide

        -- Das Altern von Dampfloks

        -- Das Altern von Dieselloks

        -- Das Altern von E-Loks

        -- Das Altern von Hoch- und Niederbordwagen

        -- Das Altern von geschlossenen Güterwagen

        -- Das Altern von Tankwagen

        -- Das Altern von Rungenwagen

        -- Das Altern von Behälterwagen

    -- Das Umlackieren und Ausbessern von Fahrzeugen

        -- Umlackieren von Lokomotiven

        -- Umlackieren von Güterwagen

        -- Umlackieren von Personenwagen

    - Beschriften von Modellen

    - Der Fotografieranstrich

    - Lackierfehler

    -- Anhang 1 : RAL-Farbtabelle

    -- Anhang 2 : Die Wiederhold-Farbtabelle

    -- Anhang 3 : Die TGL-Farbtabelle

    -- Anhang 4: Fahrzeug-Farbgebungen der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn/ Deutsche Bahn AG (DB-AG)


    



Einführung
Der Anblick von Lokomotiven und Waggons auf dem Bahnhof oder auf der freien Strecke löst bei Modellbahnern eine große Faszination aus. Der Modelleisenbahnliebhaber wird deshalb auch auf seiner Anlage versuchen die Realität bis ins kleinste Detail nachzubauen. Bei dieser Arbeit kommt der Modellbahner dann auch mit Farben in Kontakt. So muss er u.a. Häuser, Gleise, Bahnhöfe, Landschaftsteile entsprechend bemalen, damit sie realitätsnah in Erscheinung treten.

An das sog. rollende Material (Loks, Wagen) wagen sich viele Modellbahner jedoch nur dann mit dem Pinsel heran, wenn der farbliche Zustand der Lok oder des Wagens unbedingt einer Restaurierung bedarf.

Leider wird diese Arbeit aber dann meistens ohne große Fachkunde vorgenommen und der Misserfolg ist vorprogrammiert. Nach einem missglückten Versuch an einer Lok, wird sich dann mancher Modellbahner wieder von derartigen Arbeiten verabschieden.

Modell     Modell
Neues Modell von Roco - wirkt auf der Modellbahnanlage wie ein Fremdkörper.
Auch das Tunnelprotal entspricht nicht der Realität.
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Aber gerade die reale farbliche Gestaltung von Loks und Wagen ist wichtig um den realistischen Gesamteindruck einer Anlage zu erreichen. Fahren nur Loks und Wagen auf der Anlage die wie „frisch geputzt“ aussehen, wird die Anlage – auch wenn das Diorama realitätsnah dargestellt wurde – keinen positiven Eindruck auf die Betrachter machen.

Betriebsspuren wie Bremsstaub, Ruß, Flugrost,Öl- und Schmierstellen und auch Witterungseinflüsse sind aber in der Wirklichkeit die Regel und nicht die Ausnahme.

gealtertes Modell
gealtertes Modell einer BR 50 der Firma Betriebswerk Schreyer (http://www.betriebswerk.de)
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Lackarten
Bevor wir mit der Praxis beginnen, müssen wir uns natürlich zuerst mit den dafür erforderlichen Arbeitsmitteln auseinandersetzen. Und hier ist zuerst mal als wichtigstes der Lack zu nennen.

Die Einteilung der Lacke erfolgt in der Regel nach den Rohstoffgrundlagen. Folgende Lackarten sind im Handel erhältlich:

   - Öl-Lacke

   - Naturharz-Lacke

   - Acryl-Lacke

   - PUR-Lacke

   - Kunstharz-Lacke

   - Epoxyd-Lacke

   - NC-Lacke

   - Chlorkautschuk-Lacke

   - Eisenglimmer-Lacke

   - Plakafarbe

   - Trockenfarben

   - Alkoholfarben

Sehen wir uns mal die einzelnen Lacke näher an:

Öllacke bzw. Ölfarben sind mit Ölen verkochte Naturharze, die mit Lösemitteln und mit Pigmenten, versetzt sind. Aus gesundheitlichen Überlegungen sind diese Lacke sehr zu empfehlen, da sie selten Giftstoffe aufweisen. Im Modellbahnbau werden diese Lacke meistens für das „Altern“ von Loks und Wagen verwendet.

Naturharzlacke sind qualitativ hochwertige Öllacke auf der Basis von pflanzlichen Harzen und Leinöl, versetzt mit Lösemitteln, Pigmenten und meistens mit Sikkativen (beeinflussen den Trocknungsprozess). Sie weisen kaum Giftstoffe auf. Da die schonende Aufbereitung der Rohstoffe sehr aufwendig ist, wirkt sich dies auf einen höheren Preis aus. Naturharzlacke sind in der Regel doppelt so teuer wie Kunstharzlacke.

Alkydharzlacke sind Kunstharzlacke auf der Basis von Leinöl. Sie werden im Modellbaubereich als Lacke für Holz und Metall verwendet. Sie stellen den größten Anteil der zu verarbeitenden Lacke dar. Die Glanzgrade gehen von matt, seidenmatt bis hochglänzend. Die Lackschicht ist gegen mechanische Beanspruchung sehr widerstandsfähig. Dementsprechend sind sie auch gut geeignet für das Lackieren von Lokomotiven und Wagen.

Nitrozelluloselacke bzw. Nitrolacke sind schnelltrocknende, wasserfeste Lacke, die jedoch schwer zu verarbeiten sind, da sie beim Überstreichen durch das im Lack enthaltene Lösemittel die erste Schicht wieder anlösen können. Sie bestehen aus Nitrozellulose, Lösungsmitteln, Harzen, Weichmachern und Verdünnungsmitteln. Sie und die aus einer Kombination mit Kunstharzen entstandenen Nitrokombinationslacke. Sie können im Modellbau zum Lackieren von Metallen verwendet werden. Für Kunststoffe sind sie nicht geeignet, da sie zu aggressiv sind und auch Kunststoffteile auflösen können. Die Nitro-Lacke bestehen aus einer Kombination von Nitrozellulose und Alkydharzen. Sie werden überall dort verarbeitet, wo einerseits sehr schnelle Trocknung verlangt und andererseits auf Glanz und Wetterbeständigkeit Wert gelegt wird. Die Trocknung erfolgt durch Verdunsten der Lösungsmittel. Durch scharf wirkende Lösungsmittel ist der Lackfilm wieder löslich. Die Lackierung mit Nitro-Lacken ist nicht sehr belastbar. Ältere Märklin Modelle wurden mit Nitro-Lacken farbrikmäßig bemalt.

Polymerisathharzlacke, Polyurethanlacke (DD-Lacke), Epoxidharzlacke und Polyesterlacke sind Zweikomponentenlacke auf der Basis verschiedener Kunstharze. Sie sind für unterschiedliche und höchste Ansprüche wegen ihrer Säurefestigkeit, Hitzebeständigkeit, Stoß-, Schlag- und Abriebfestigkeit geeignet. Die Inhaltsstoffe sind leider teilweise sehr giftig. Für den Hobbymodellbahnbauer nicht interessant.

Farbenauswahl
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Acrylharzlacke gehören zu Gruppe der Kunstharzlacke. „Acrylharze“ ist der Sammelbegriff für verschiedene Kunstharze, von denen sicherlich der bekannteste „Plexiglas“ ist. Bei den Acrylharzlacken werden die Harze mit speziellen Zusätzen zu Lacken verarbeitet, so dass sie mit Wasser verdünnbar sind. Acryllacke gehören zu den schadstoffarmen Lacken, da sie nur bis zu 10 Prozent organische Lösemittel enthalten. Da Acryllackoberflächen von ihrer Belastbarkeit her den Alkydharzlackoberflächen fast ebenbürtig sind, setzen sie sich auch wegen ihrer Schadstoffarmut immer mehr durch. Für alle farbigen Lackierungen gibt es die RAL-Farbtonkarte. Als Acryllack können die Acrylharze entweder in Lösemitteln gelöst oder in Wasser dispergiert (fein verteilt) sein. Acryllacke auf Wasserbasis sind weniger gesundheitsschädigend. Acrylfarbe entwickelt beim Trocknen einen leichten Glanz und es kann so ein plastischen Effekt erzielt werden. Nach dem Trocknen ist die Farbe wasser- und abriebfest und je nach Verdünnung entsprechend deckend. Sie eignet sich somit vor allem für die farbliche Gestaltung von Bausätzen, die aus natürlichen Werkstoffen wie Holz oder Pappe bestehen, oder bei denen ein Material in seiner Struktur (zum Beispiel Holz) imitiert werden soll. Aber auch Zinkdruckgussmodelle können mit Acryllack lackiert werden. Der Vorteil von Acryllacken besteht auch darin, dass sie meistens keine starke Geruchsentwicklung aufweisen. Mit den wasserlöslichen Acrylfarben lässt sich ein großes Farbspektrum, vor allem dort, wo es auf eine authentische Farbgestaltung, etwa bei Dioramen, ankommt abdecken.

Der PUR-Lack - Diese Polyurethan-Decklacke werden auch als Desmophen-Desmodur-Lacke, kurz „DD-Lacke“ bezeichnet. Sie sind durch ihre Härte besonders beständig gegen Wasser, Chemikalien und Lösungsmittel. Außerdem zeichnen sich diese Lacke durch große Fülle und Glanz, sowie durch gute Haftfestigkeit auf sämtlichen Untergründen aus. Polyurethan-Lacke sind besonders für den Schiffsmodellbaubereich geeignet, da sie unempfindlich gegen Feuchte sind. Für den Modellbahnbereich sieht der Verfasser keine große Bedeutung. Polyurethane können je nach Herstellung hart und spröde, aber auch weich und elastisch sein. Besonders die Elastomere weisen eine vergleichsweise hohe Reißfestigkeit auf. In aufgeschäumter Form ist Polyurethan als dauerelastischer Weichschaum (z.B. für Sportschuhsohlen) oder als harter Montageschaum bekannt.

Die Epoxy-Lacke zeichnen sich durch schnelle Trocknung, sehr gute Haftfestigkeit, Härte und Elastizität aus. Außerdem durch sehr gute Beständigkeit gegen Chemikalien und Lösungsmittel in der Dauerbelastung. Die Epoxy-Lacke können in hohen Schichtdicken aufgetragen werden, sind besonders abriebfest und bieten einen ausgezeichneten Korrosionsschutz.

Die Chlorkautschuk-Lacke - Chlorkautschuk ist eine nicht ganz exakte Bezeichnung hierfür, weil es sich bei dieser Art von Polymeren um thermoplastische Materialien und nicht wie der Name vermuten lässt, um Elastomere handelt. Diese Lacke sind extrem wasser-, chemikalien- und wetterbeständig. Das gilt besonders für beanspruchte Lackierungen, die Dauerbelastungen durch Wasser und Chemikalien ausgesetzt sind. Auch gegen Laugen und Säuren sind Chlorkautschuk-Lacke weitgehend beständig. Sie trocknen mit Hochglanz ab und sind glanzbeständig. Die Härte und Elastizität ist sehr gut.

Eisenglimmer-Lacke sind für die Anwendung im Modelleisenbahnbereich nicht interessant. Sie dienen vor allem dem Korrosionsschutz. Im Metallbau sind sie unverzichtbar.

Die Kunstharz-Lacke gehören zur Gruppe der Kunstharzfarben. Sie sind die am häufigsten verwendeten Lacke bei den Modellbahnern. Sie werden auch als Alkydharzlacke bezeichnet und sind für Modellbaumaterialien wie Kunststoffe (Polystyrol), jede Art von Metallen, Gips, Holz und Porzellan geeignet. Ein sehr reichhaltiges Angebot matter, seidenmatter und glänzender Farbtöne deckt das komplette Modellbauspektrum ab. Die Verarbeitung der Farben mit dem Pinsel oder mit der Spritzpistole stellt keine besonderen Anforderungen an den Modellbahner.

Dispersionsfarbe sind im Handel in Plastikflaschen bzw Plastikeimer zu bekommen. Die Grundfarbe ist weiß. Durch Zumischen von sog. Abtönfarbe (wird in Plastikflaschen verkauft) kann jeder Farbton gemischt werden. Dispersionsfarbe lässt sich wie Plakafarbe verwenden. Man nutzt Dispersionsfarbe vor allem bei der Landschaftsgestaltung zum Einfärben von Gips, Vogelsand und stark verdünnt zum Bemalen von Gipsteilen, Wasserflächen, Ackerflächen etc. Übrigens: Latexfarbe ist eine Sonderform der Dispersionsfarbe.

Plakafarbe ist eine Kaseinfarbe, die in nicht allzu vielen Farbtönen und ohne große Brillianz in Gläsern oder Dosen gekauft werden kann. Sie lässt sich allerdings mit Gouache und Tempera abtönen, womit man eine etwas breitere Farbskala erreicht. Als stark deckende Farbe ist sie nach dem Trocknen wasserfest aber nicht abriebfest. Auf der Modellbahn wird sie am häufigsten zum Bemalen von kleinen Flächen und Landschaftselementen genutzt. Eigentlich für den Modellbahner uninteressant.

Trockenfarben sind pulverförmige Farbpigmente mit Füllstoffen. Direkt aus dem Glas mit einem Pinsel verarbeitet, sind sie bestens für die Landschaftsgestaltung geeignet. Nach dem Farbauftrag benötigen sie allerdings einen Schutzauftrag mit Klarlack oder eine spezielle Fixierung, damit sie vom Obekjt nicht mehr abgeht. Trockenfarben sind vor altem für das Altern bzw. Weathern von Loks, Wagen und Häusern sehr gut geeignet.

Alkoholfarben sind wegen ihrer feinen Pigmentierung und dem flüchtigen Lösungsmittel Alkohol sehr gut geeignet für hauchdünne, hochdeckende Farbaufträge. Eine sehr kurze Trocknungsphase (Staubtrocken in zwei bis fünf Minuten) ermöglicht eine staubfreie Lackierung, die vor allem bei Loks und Wagen wichtig ist. Für die Lackierung von Kunststoffmodellen mit den amerikanischen „Floquil-Farben“ sollte ein spezieller Schutzgrund benutzt werden, da einige Zusatzstoffe die meist aus Polystyrol bestehenden Modelle anlösen.



Zusammensetzung von Lacken
Obwohl es große Vielfalt an Lacken gibt, sind doch alle Lacke ähnlich zusammengesetzt. Das Grundgerüst jedes Lackes besteht aus:

 - Bindemitteln
 - Pigmenten
 - Lösemitteln
 - Hilfsstoffen

Sehen wir uns mal die einzelnen Bestandteile näher an:

Die Bindemittel
Bindemittel in der Farbe nennt man die nicht flüchtigen (verdampfenden) Teile eines Lackes. Die Eigenschaften der Bindemittel sind entscheidend für die Funktionsfähigkeit von Lacken. Bindemittel umhüllen die farbgebenden Pigmente und verbinden sie mit dem Untergrund.

Die Pigmente
Als Pigmente werden die im Bindemittel fein verteilten Stoffe bezeichnet, die dem Lack seine Farbe geben. Mit organischen oder synthetischen Pigmenten können vielfältige Farbtöne erreicht werden. Anorganische Pigmente (z.B. Erdpigmente, Mineralpigmente) zeigen wenig Brillanz, sind aber absolut licht- und wetterbeständig.

Die Lösungsmittel
Lösungsmittel werden im Lack benötigt, um die festen Bindemittel zu lösen und damit die Lacke verarbeitungsgerecht einzustellen. Für den Trocknungsprozess ist es von Bedeutung,dass durch eine richtige Mischung verschiedener Lösemittel der Filmbildungsprozess des Lackes ungestört verläuft.

Hilfsstoffe
Zu den Hilfsstoffen gehören:

Die Additive
Bei den Additive handelt es sich um Zusatzstoffe, die in geringen Mengen einem Lackprodukt zugesetzt werden, um notwendige Eigenschaften zu erreichen oder unerwünschte Eigenschaften zu unterdrücken.

Emulgatoren
Emulagatoren werden zur Stabilisierung der Verteilung der Lackbestandteile benötigt.

Hautverhinderer
Sie Wirken der Bildung einer ‚Haut‘ in der Dose entgegen.

UV-Absorber
Sie hemmen das Vergilben und Verspröden der Lacke durch Sonneneinstrahlung.

Verlaufsmittel
Verlaufsmittel begünstigen die gleichmäßige Verteilung des Streichfilms beim Streichen.

Trockenbeschleuniger
Sind Katalysatoren für die Reaktion von chemisch trocknenden Lacksystemen. (Härter, Konverter)


Der Einsatz von Verdünnungsmittel und Lösungsmittel
Farben und Lacke benötigen speziell angepasste Lösungsmittel, die zugleich auch ihre Verdünnungsmittel sind. Als Verdünnungsmittel können Wasser, Alkohol, Aceton und verschiedene Benzindestillate zur Anwendung kommen.

Außer Wasser sind alle Verdünnungsmittel gesundheitsschädlich und auch teilweise hochentzündlich. Deshalb mit Lösungsmittel nur nur in gut belüfteten Räumen oder in Spritzkabinen mit einer Abzugsanlage arbeiten.

Die Lösungsmittel bzw. Verdünnungsmittel weisen auch unterschiedliche "Flüchtigkeiten" (Verdunstungszeit) auf. Diese wirkt sich hauptsächlich auf die Verarbeitungszeit der Lacke aus. Eine schnellere Verdunstung des Lösungsmittel verhindert z.B. die Anfälligkeit der lackierten Fläche gegenüber Stäuben und anderen Verunreinigungen.

Bei mehrschichtigen Lackierungen verringert sich zudem die Durchtrocknungszeit, so dass sich der ganze Vorgang Lackierungsvorgang beschleunigt werden kann. Lösungsmittel mit schneller Verdunstungszeit eignen sich auch für Reinigungsarbeiten (Pinsel, Spritzpistolen etc.).

Nun werden von den Herstellern viele Lacke und Farben miteiner relativ dickflüssigen Konsistenz (Viskosität) geliefert. Auch bei einer längeren Lagerung verdickt sich der Lack. Eine der wichtigsten Fragen bei der Arbeit mit Farben und Lacken ist deshalb, wie viel Verdünnungsmittel muss ich einsetzen, damit die Farbe gut verläuft. Am einfachsten ist es zuerst einen Probeanstrich vorzunehmen. Wenn beim Streichvorgang der Lack konturlos verläuft - also der Pinselstrich nicht mehr zu sehen ist, dann hat der Lack bzw. die Farbe die richtige Viskosität.

Die Hersteller bieten für ihre Farbprodukte die verschiedensten Verdünner an. Es kann aber deutlich aus dieser unüberschaubaren Anzahl von Produkten dennoch festgestellt werden, dass man im Wesentlichen mit zwei Verdünnerarten auskommt und zwar mit einem Universalverdünner und einem Pinselreiniger. Natürlich kann auch Wasser bei entsprechend wasserlöslichen Lacken und Farben eingesetzt werden.
Wer überwiegend mit Emaillefarben (z.B. von Revell) abeitet, dem genügt der Universalverdünner oder der Pinselreiniger. Natürlich gibt es im Handel noch andere Verdünner, wie den Modellmaster-Verdünner, Tamiya-Verdünner etc. All diese Artikel sind aber im Verhältnis zum Universalverdünner bzw.Pinselreiniger teuer.

Universalverdünner   
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Mischen von Lacken
Bei der Lackierung von Modellen kommt es häufig vor, dass ein Farbton aus verschiedenen vorhandenen Farben gemischt werden muss. Vielfach ist der Modellbahner auch gezwungen Farben von verschiedenen Herstellern zu mischen. Es sind nun natürlich nicht alle Lacke untereinander mischbar. Dies liegt bereits an den Grundstoffen. Aber dennoch sind vergleichsweise viele Lacke untereinander mischbar.
Sehen wir uns mal an, welche Lacke miteinander mischbar sind:

Alkydharzlacke, Acryllacke und Nitrolacke sind untereinander mischbar. Demgegenüber können Spirituslacke nur mit Spirituslacken gemischt werden (Achtung bei älteren Trix und Märklin Modellen).

Wie geht man nun beim Mischen von Farbe vor, damit zum Einen der Farbton erreicht wird und zum Anderen die Farbmenge vergrößert werden kann.

Wichtig ist, dass der gewünschte Farbton mit wenig Farbtönen erreicht wird. Dadurch vereinfacht sich die Herstellung entscheidend. Um dies zu erreichen geht man schrittweise vor:

1. Schritt
Anmischen von wenigen Tropfen eines Lackfarbtones, danach aufbringen von Zusatzfarbtontropfen. Die Tropfenzahlen werden aufgeschrieben.
Beispiel: 5 Tropfen blau, 2 Tropfen hellblau, 2 Tropfen grau, 3 Tropfen gelb = 12 Tropfen.
Zum Aufbringen der Tropfen auf die Mischunterlage kann eine Glaspipette oder ein Zahnstocher dienen. Die jeweiligen Tropfenmengen werden aufgeschrieben
Unter ständigen Vergleich mit dem Orginalfarbton, wird die Farbmischung dem Orginalfarbton angenähert. Dabei ist immer die jeweilige Tropfenzahl aufzuschreiben.
Nun kann es aber vorkommen, dass der Farbton fasst erreicht ist und durch einen zusätzlichen Farbtontropfen das Ergebnis wieder verschlechtert wird. Um nun wieder auf den alten Stand zu kommen muss die Aufschreibung (Mischtabelle) herangezogen werden. Man fängt mit dem Mischen wieder von vorne an und geht bis zum vorletzen Schritt. An dieser Stelle kann man sich dann überlegen, ob man mit einem anderen Farbton weitermacht oder aufhört.

2. Schritt
Mischen einer gleichartig zusammengesetzten Farbe, aber mit einer größeren Menge. Die geschieht dadurch, dass die Aufschreibung unter "Schritt 1" zugrunde gelegt wird. Dazu wird ein frei gewählter Faktor (Multiplikationswert) herangezogen.
Beispiel: Die erforderliche Menge der Farbmischung soll 4 cm³ Lack sein – Diese 4 cm³ Lackmenge erreicht man durch 30 Lacktropfen/cm³ --> also 120 Lacktropfen. Für jeden Farbton unter "Schritt 1" wird somit die 10-fache Menge benötigt ---> also: 50 Tropfen blau, 20 Tropfen hellblau, 20 Tropfen grau, 30 Tropfen gelb = 120 Tropfen.



Kleine Farbenlehre
Nun besteht natürlich noch ein weiteres Problem für den Anfänger in Sachen Lackierung von Eisenbahnmodellen und zwar - welche Farben benötige ich um eine bestimmte Farbe zu erzeugen ? Hierzu nachfolgend eine kleine Farbmischtabelle:

rot + gelb ==> orange
schwarz + deckweiß ==> grau
rot + deckweiß ==> rosa
gelb + blau ==> grün
grün + deckweiß + hellgrün ==> schönes grün
grün + blau ==> braun
geld + deckweiß ==> cremegelb
wenig braun + deckweiß ==> cremebraun
blau + etwas grün + deckweiß ==> türkis
kaminrot + wenig deckweiß +normales rot +etwas rosa ==> helles weinrot (cremefarbe)
dunkelblau+deckweiß ==> hellblau

Bei Ölfarben:
Kadmiumrot + Kadmiumgelb ==> Orange Farbton
Kadmiumrot + wenig Ultramarinblau ==> dunkles Rot
Kadmiumrot + größere Menge Ultramarinblau ==> dunkles Blau/Rot
Kadmiumrot zu gleichen Teilen Ultramarinblau ==> Lila Farbton
Kadmiumrot + Chromoxydgrün stumpf ==> rotes Braun / Erdfarbe
Kadmiumrot + Chromoxydgrün feurig ==> dunkles Braun / Erdfarbe
Kadmiumrot + Titanweiß ==> helles Rot bis Rosa
Kadmiumgelb + Ultramarinblau ==> grüner Farbton
Kadmiumgelb + Chromoxydgrün feurig ==> saftiges Grün
Kadmiumgelb + Chromoxydgrün stumpf ==> Olivgrün
Ultramarinblau + Chromoxydgrün ==> dunkles grün
Chromoxydgrün stumpf + Lichten Ocker ==> Olivgrün
Chromoxydgrün feurig + Lichten Ocker ==> stumpfes Grün
Elfenbeinschwarz + Lichten Ocker ==> stumpfes/dunkles Grün
Elfenbeinschwarz + Kadmiumgelb ==> Olivgrün
Elfenbeinschwarz + Titanweiß ==> Grau
Elfenbeinschwarz + Titanweiß ==> wenig Ultramarinblau = kaltes Grau
Elfenbeinschwarz + Titanweiß ==> wenig Kadmiumrot = warmes Grau



Trocknen von Lacken
Auf das Trocknen von Lacklasuren ist ein besonderes Augenmerk zu legen. Insbesondere bei mehreren aufeinanderfolgenden Lackierungsvorgängen ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Schichten gut durchgetrocknet sind, bevor eine neue Lackschicht aufgebracht wird.
Die Trocknungszeiten von Lacken sind von folgenden Faktoren abhängig:

- vom Lack selbst (das im Lack enthaltene Lösungsmittel und die Pigmente)

- von der Temperatur der Umgebungsluft

- von der Luftfeuchtigkeit

- vom Untergrund

In der Regel sind die im Modellbau verwendeten Lacke alle „lufttrockene“ Lacke. Dies bedeutet, dass sie bei Raumtemperatur austrocknen. Nur selten wird ein Modellbahner andere Lacke verwenden. Es kann aber der Fall eintreten, dass die Trocknungszeiten der einzelnen Schichten verkürzt werden sollen. Hierzu gibt es drei Methoden:

- Die Ofentrocknung

- Die Föhntrocknung

- die Haubentrocknung

Sehen wir uns die drei Methoden näher an:

Die Ofentrocknung verbessert nicht die Lackeigenschaften. Es ist aber hier durchaus möglich, dass der Lackverlauf an der Oberfläche verbessert wird, d.h. die Oberfläche erscheint dann glatter. Ferner verkürzt die Ofentrocknung die Einwirkzeit von Staubpartikel. Gerade beim Trocknungsprozess ist darauf zu achten, dass im Raum kein Staub aufgewirbelt wird. Die Staubeinwirkung kann aber auch durch einen Behälter minimiert werden, in dem man das Modell stellt.
Der Verfasser stellt seine Modelle zum Trocknen grundsätzlich in eine selbstgebastelte Plastikhülle. Mit einer derartigen Methode ist der Staubpartikelflug zu vernachlässigen. Zu beachten ist, dass vor der Ofentrocknung der Lack noch 10 Minuten ablüftet. Erst dann sollte das Modell in den Ofen gestellt werden. Der Backofen ist dann auf 60° - 70°Celsius einzustellen.
Bitte darauf achten, dass diese Temperatur nicht überschritten wird, sonst verliert der Lack seinen Glanz oder der Farbton ändert sich. Es kann aber auch der Lack verbrennen (verspröden).

Leider hat der Verfasser bei seinen Anfängen mit der Ofentrocknung erheblichen Ärger mit seiner Frau bekommen, da der Backofen natürlich auch der Essenszubereitung diente. Um diesen Ärger zu entkommen, hat er sich entschlossen einen Kinderbackofen zu kaufen. Kinderbacköfen sind aber leider nicht temperaturgeregelt und so muss dann in der Regel noch ein Temperaturfühler mit Abschaltautomatik gekauft werden. Aber derartige Dinge bekommt man z.B. bei Conrad-Elektronik.
Der Kinderbackofen hat sich bestens bewährt und kann vom Verfasser nur empfohlen werden.

Eine weitere Möglichkeit den Lack schnell zu trocknen ist die Föhntrocknung . Allerdings ist hier der Staub das größte Problem. Ohne einen geschlossenen Behälter sollte eine Föhntrocknung nicht vorgenommen werden. Der Vorteil der Föhntrocknung liegt in der schnellen Ablüftung des Lackes. Dadurch kann die Staubeinwirkung die bei der Lufttrocknung auftritt minimiert werden. Geeignet sind alle handelsüblichen Föhne.

Die Haubentrocknung ist eine Weiterentwicklung der Föhntrocknung. Benötigt wird eine Trockenhaube (wie bei der Haartrocknung). An diese Haube wird dann der Föhn angeschlossen. Das Ergebnis einer Haubentrocknung kommt dem einer Ofentrocknung sehr nahe.

Wie lange muss ich nun mein Modell im Ofen lassen bis der Lack durchgetrocknet ist ?> Hier können keine genauen Angaben gemacht werden, da die Trocknungszeiten von Lack zu Lack bzw. von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. Hier sind die Herstellerangabe zu beachten. In Hinblick auf den Unterschied zwischen Lufttrocknung / Ofentrocknung gilt folgende Faustformel:

      Zeit = Lufttrocknung / 48

Hierzu ein Beispiel:
Ein Lack von Revell benötigt für die Trocknungszeit (durchgetrocknet) rd. 24 Stunden. Die Ofentrocknung dauert dann (24*60) / 48 = 30 min.


Arbeitsmittel
Wir haben uns nun ausreichend mit den Grundlagen der Lacke und der Farben auseinander gesetzt und können nun in den praktischen Bereich einsteigen. Um mit den Arbeiten am Modell zu beginnen brauchen wir natürlich eine entsprechende Ausrüstung. Sehen wir uns mal an, welche Gerätschaften wir zum Umlackieren, Altern und Restaurieren von Modellbahnartikel benötigen.

Arbeitsmittel      Arbeitsmittel      Arbeitsmittel

Pinsel, Farben Pulverfarbe
Airbrush zum Aufspitzen von Farbe auf das Modell
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Arbeitsmittel zum Umlackieren und Restaurieren

   - Pinselsortiment mit den unterschiedlichen Stärken

   - Farben

   - Küchentuch (zum Reinigen der Geräte und Pinsel)

   - Holzstäbchen (zum Umrühren der Farge und gezielten Entnehmen von Farbe aus der Dose und aufbringen auf den Mischteller)

   - Mischteller (Verschlussdeckel eines Glases, Untersetzer für Gläser oder ähnliches)

   - Verdünner (zum Reinigen und Mischen von Farben)

   - Reinigungsbenzin (zum Reinigen der Modelle vor dem Bemalen)

   - Abklebeband

   - Wattestäbchen

   - Optional ein Airbrush-Set (muss aber nicht sein)

Farbenset
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Arbeitsmittel zum Altern von Fahrzeugen

   - Pinselsortiment mit den unterschiedlichen Stärken

   - Borstenpinsel

   - Wattestäbchen

   - Emailfarben (z.B. von Revell – gibts in der Regel im Baumarkt)

   - Küchentuch (zum Reinigen der Geräte und Pinsel – gibt’s bei Aldi oder Norma)

   - Holzstäbchen (zum Umrühren der Farge und gezielten Entnehmen von Farbe aus der Dose und aufbringen auf den Mischteller)

   - Mischteller (Verschlussdeckel eines Glases, Untersetzer für Gläser oder ähnliches)

   - Verdünner (zum Reinigen und Mischen von Farben)

   - Reinigungsbenzin (zum Reinigen der Modelle vor dem Bemalen)

   - Abklebeband

   - Lötkolben (zum Anbringen von Dellen oder anderen Beschädigungen an Güterwagen)

   - Pulverfarben (können im Baumarkt bezogen werden).

Nun wissen wir zwar, welche Gerätschaften wir benötigen. Wir wissen aber noch nicht, wie wir nun vorgehen sollen. Ist der Pinsel besser als der Airbrusher ? Wie muss ich meine Arbeitsgeräte behandeln?

Der Pinsel ist nach wie vor das wichtigste Werkzeug. Hier bitte nicht auf das billigste Angebot schielen. Qualität ist hier gefragt. Zu empfehlen sind Aquarell-Pinsel – also Künstlerpinsel – in den Größen 0 bis 6. Aquarellpinsel werden in Plastik-Schutzröhrchen angeboten, so wird das Pinselhaar geschützt. Die feinen Pinsel werden zum Beschriften benützt. Die größeren Stärken zum flächenhaften Bemalen. Die empfindlichen Künstlerpinsel sind schonend zu behandeln, sonst hat man keine lange Freude damit. Mit diesem Pinsel wird die Farbe streichend, also ziehend, aufgetragen. Das „Schieben“ von Pinsel auf der aufzutragenden Fläche sollte vermieden werden, da hier den Pinselhaaren geschadet wird. Von den Anfängern wird auch oft der Fehler gemacht, die Pinsel zum Aufrühren von Lack zu verwenden. Damit ruiniert man die Pinsel in kürzester Zeit. Die Pinselhaare spleißen dabei auf und werden unbrauchbar.

Zum Reinigen der Pinsel werden sie in Pinselreinigerflüssigkeit oder Pinselverdünnerflüssigkeit eingetaucht und ein paar Mal getupft. Dann sofort auf einem Reinigungstuch trocken gestrichen. Danach mit Daumen und Zeigefinder wieder in die ursprüngliche Ausgangsform streichen. Niemals die Pinsel stundenlang oder wochenlang in der Reinigungsflüssigkeit verweilen lassen !!!

Vor dem Aufstecken der Plastikschutzhülle einen Tropfen leichten Maschinenöls (wird für die Loks verwendet) auf die Pinselhaare geben. dadurch bleiben sie geschmeidig.

Zum Lagern der Pinsel schafft man sich ein leeres Gurkenglas oder ähnliches an. Darin werden die Pinsel gestellt. Aber bitte nicht mit den Bosten voran, sondern umgekehrt. Die Pinselhaare müssen aus dem Glas heraus sehen.

Sollte dennoch mal ein Pinsel versehentlich nicht gründlich gereinigt worden sein und sich abgetrocknete Restfarbe darauf befinden, so ist er nicht mehr zum bemalen geeignet, da diese Restfarbkrümmel jedes Mal den Arbeitserfolg verderben. Zum Reinigen von Loks kann er aber allemal noch verwendet werden.

Nun gibt es natürlich außer dem Pinsel auch noch den sog. Airbrusher – also eine Spitzpistole -. Falls sich der Modellbahner mit der Anschaffung eines Airbrusher beschäftigt, sollten doch ein paar Gedanken hier weiterhelfen. Trotz einer derartigen Anschaffung wird aber der Pinsel immer noch benötigt.

Sehen wir uns deshalb mal den Anwendungsbereich eines Pinsels und seinen Vorteil gegenüber dem Airbrusher an:

   - Kleinste Details, wie Fensterrahmen, kleine Anbauteile, Schriften können nur mit dem Pinsel bemalt werden.

   - Der Vorbreitungsaufwand ist gering.

   - Die Umgebung braucht nicht gegen den Lacknebel geschützt zu werden.

   - Der Reinigungsaufwand ist gering.

   - Die Kosten für Pinsel sind wesentlich geringer als für einen Airbrusher.

   - Kleine Kratzer lassen sich nur mit einem Pinsel beheben.

   - Kleinste Ecken sind mit dem Pinsel erreichbar.

   - Das Abkleben der Modelle entfällt.

Demgegenüber stehen natürlich Vorteile bei der Spritzlackierung:

   - Gleichmäßige Aufbringung einer Lackschicht ist möglich.

   - Zeitgewinn bei der Lackierung größerer Flächen

   - Der Glanzgrad lässt sich besser einstellen bzw. verändern.

   - Metalliklackierungen lassen sich nur über das Spritzverfahren ansehnlich darstellen.

   - Anstriche mit ineinanderlaufenden Farbübergängen sind nur über das Spritzverfahren herzustellen.

Sowohl Pinsellackierungen, als auch die Spritzlackierungen haben somit entscheidende Vorteile. Es gibt aber keine Konkurrenz zwischen Pinsel und Airbrusher.

Wie soll sich nun ein Modellbahner entscheiden?

Der Verfasser lackiert nunmehr Modelle schon seit zwei Jahrzehnten. Aber er besitzt bis heute keinen Airbrusher und kommt auch ohne ihn gut aus. Bei einer guten Pinselbemalung ist kein Unterschied zum Airbrusher zu sehen. Größere Flächen und insbesondere Metalliklackierungen lassen sich auch gut mit einer Sprühdose aufbringen. Dies gilt auch für einen Transparent-Lackauftrag. Natürlich hat die Spritzpistole gegenüber einer Spraydose entscheidende Vorteile. So kann bei einem Airbrusher der Sprühstrahl eingestellt werden. Dadurch kann die Auftragsstärke optimal eingestellt. Demgegenüber muss auch gesehen werden, dass viel mehr Farbmenge benötigt wird (gegenüber Pinselbemalung).

Eine Spraydose erzeugt natürlich einen größeren Sprühnebel als ein Airbrusher. Allerdings ist der zeitaufwand für die Reinigung eines Airbrushers unverhältnismäßig hoch.

Nun muss jeder Modellbahner selbst wissen, wie er lackieren will. Er sollte aber zuerst mal mit dem Pinsel und der Spraydose seine Fertigung erlangen, bevor er mit dem Airbrusher seine handwerkliche Vollendung anstrebt.

Es gibt noch weitere Verhaltensregeln beim Lackieren:

Größere Modellteile Teile sollten grundsätzlich werden (Spraydose oder Airbrusher). Mit dem Pinsel ein vergleichbares Resultat zu erzielen ist aufwendig und schwierig. Kleinteile hingegen sind mit dem Pinsel zu behandeln.Die Lackierreihenfolge ist ferner zu beachten. Lackieren Sie zuerst die gesamte Oberfläche des Modells (oder spritzen). Die farblich abgesetzten Kleinteile und Anbauteile können dann mit dem Pinsel – entsprechend der gewünschten Farbe – nachlackiert werden. In jedem Fall nie die Kleinteile zuerst lackieren.

Für dampflokmodelle solle grundsätzlich nur der Pinsekl eingesetzt werden. Die Ecken, Mulden und Vertiegungen sind eigentlich nichts für die Spritzlackierung.

Nun hat sich der Verfasser beim Schreiben dieses Aufsatzes auch an ein paar Modellen mit einem Airbrusher gearbeitet. Dabei wurden folgende Erfahrungen gesammelt:

Es sollten nur Farben genommen werden die mit Wasser verdünnbar sind. Je feiner die Düse der Pistole eingestellt wird, um so mehr Wasseranteil sollte die Mischung enthalten. Ohne Verdünnen kann Farbe nur genommen werden, wenn Düsengrößen ab 0,3 mm benutzt werden. Ist aber für den Modellbahnbereich nicht akzeptabel. Verwendet man feinere Düsen, so ist die Farbe immer mit Wasser zu verdünnen.
Beim Verdünnen ist jedoch zu beachten, dass beim Zugeben von Wasser nicht nur die eigentliche Farbe verdünnt wird, sondern auch das darin enthaltene Bindemittel. Dadurch nimmt die Haftung der Farbe zum Untergrund ab. Dies verursacht in Hinblick auf die Deckungsfähigkeit und Haftfähigkeit Probleme.
Das richtige Farbe/Wasser-Verhältnis ist auch von der Pistole abhängig. Hier ist probieren angesagt. Wichtig ist auch der richtige Spritzdruck. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn der Druck am Kompressor auf die Farb-Wasser-Mischung angepasst wird. Der Spritzdruck beim Airbrushen beträgt rd. 2 bar. Bei feinen Düsen und stark verdünnten Farben kann sich dieser Druck aber andern.
Das Verdünnen der Farbe bringt folgende Vorteile:
-- bessere Spritzbarkeit
-- Sparsamkeit beim Farbverbrauch
-- Düsennadel setzt nicht so schnell Farbe an
-- Leichteres Reinigen der Airbrush-Pistole
-- einfacheres Dosieren der Farbe

Noch ein wichtiger Hinweis zu den Puderfarben (werden auch Pulverfarben genannt).
Wagen oder Loks sind vor dem Betupfen mit den Puderfarben sauber und fettfrei zu reinigen, da die Farbe ansonsten an diesen Stellen mehr anhaftet als auf den sauberen Stellen. Das Modell auch nicht mit bloßen Händen anfassen. Am besten besorgt man sich einen Baumwollhandschuh, damit keine Fettflecken auf das Modell gebracht werden. Die Farbe wird mit einem relativ harten Pinsel auf das Modell aufgetupft. Dabei kann durchaus mehr aufgetragen werden, da ein Teil der Farbe beim Besprühen mit Klarlack abgeblasen wird.






Achtung beim Farbenkauf
Die Farben von Revell sind eine preiswerte Wahl für Einsteiger und in sehr vielen Farbtönen am Markt erhältlich. Fast jeder baumarkt führt diese Farben. Es gibt sie in attraktiven kleinen Gebinden. Die Farben trocknen bei Raumtemperatur, lassen sich gut verdünnen und sind mit dem Pinsel gut verarbeitbar. Diese Farben können auch vorverdünnt für die Arbeit mit dem Airbrusher verwendet werden. Die Farben von Revell haben aber einen Nachteil der schon auf ihren Etiketten und in jeder Bauanleitung erkennbar ist. Revell hat im Farbensortiment kein einheitliches Farbschema. Bei dem Altern von Modellen spielt dies aber keine Rolle. Probleme wird es aber geben, wenn es mehrere gleiche Modelle gibt. Hier kann es dann zu unterschiedlichen Farbtönen kommen.
Die Farben des Herstellers "Xtracolor" werden in den selben Döschen wie die von Revell angeboten und schon auf dem Etikett ist zu erkennen, dass die Farbangabe FS oder RLM mit Name der Farbe geschrieben steht. Mit diesen Farben sind alle möglichen Farbtöne möglich. Bei diesem Hersteller entfällt jegliches zusammenmischen der Farben um einen bestimmten Standardfarbton zu bekommen. Ein weiterer Pluspunkt dabei ist das Xtracolor die Farbtöne auch recht genau trifft. Bei der Verarbeitung der Xtracolorfarben wird man nun feststellen das diese Farben sehr oft Hochglänzend angeboten werden und diese Farben auch tatsächlich sehr hochglänzend sind. Leider sind diese Farben teilweise nur in einschlägigen Modellbaufachgeschäften zu finden - mit den entsprechenden Preisen .

Ein weiterer Hersteller der nach diesem Prinzip arbeitet ist Testors/ModelMaster. Diese Farben werden in kleinen Gläsern vertrieben und auch hier gibt es eine genaue Farbbezeichnung auf dem Etikett.

Farbenset
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Ebenso gestaltet sich das Sortiment der Wasserlöslichen Farben von JPS (alias "DonColor") oder von Aeromaster - auch finden sich eindeutige Farbangaben auf dem Etikett. Ein weiterer Hersteller, der seine Farben auch in den Baumärkten vertreibt (z.B. OBI) ist Humbrol. Diese Farben werden ebenfalls wie bei Revell in kleinen Dosen vertrieben. Humbrol bedient sich eines Farbsystems das einfach nach Zahlen geordnet ist (siehe Revell). Hier allerdings findet man auch bereits "fertige" Farbtöne - man muss sie anhand von Farbtabellen eben nur erst mal herausfinden.

Farbenset
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Weitere Farbhersteller nachfolgend:

Modell-Master
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Modelmaster Acryl --- Model Air --- Acryl/Vallejo ---- Lifecolor Acryl --- Tamiya --- Gunze Sangyo

Ein gesonderter Bereich der Farben stellen die Metalltöne dar. Deratige Farben hat fast jeder Hersteller im Sortiment - die Unterschiede sind aber enorm.
Eine Farbe besteht wie oben bereits erwähnt aus dem Pigment, dem Lösungsmittel und dem Binder. Bei den Metallfarben ist nun zu unterscheiden zwischen Farben mit und Farben ohne Binder.
Als Pigment dienen immer - je nach Farbton und/oder Qualität - kleinste Metall- oder Aluminiumteilchen.
Ein Metallfarbe mit Binder funktioniert genauso wie eine "normale" Farbe. Sie kann ohne Probleme verdünnt werden und auch mit dem Pinsel verarbeitet werden. Hersteller derartiger Farben ist z.B. Revell oder Humbrol
Es gibt aber auch eine Metallfarbe ohne Binder. Diese Farben haben eine Lösungsmittel mit einer hohen Agressivität. Das Lösungsmittel "ätzt" beim auftragen der Farbe die Grundlage an (Plastik) und die mikroskopisch kleinen Metallteilchen in der Farbe werden praktisch auf die Grundlage aufgeschweißt.
Größere Flächen können hier nur aufgesprüht werden. Mit einem Pinselauftrag entstehen Schlieren.
Diese Farben sind dann nach dem Austrocknen in der Regel auch polierbar.

Modell-Master
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Eine weitere Farbgattung sind die Pulverfarben. Das sind mehlig fein gemahlene Farbpigmente, die trocken mit einem Pinsel aufgetragen werden. Die zu alternden Stellen werden einfach mit diesen Farben "eingepudert". Je stärker mit dem Pinsel die Farbe auf den Untergrund aufgedrückt wrd, umso intensiver ist die die Wirkung. Die Verarbeitung ist einfach. Die Pulverfarben lassen sich bei Bedarf mit Wasser oder Waschbenzin wieder entfernen. Diese Farben sind aber nicht abriebfest. Deshalb ist eine abschließende Behandlung mit Klarlack aus der Sprühdose erforderlich.

Eine weitere Möglichkeit bei der Alterung von Modellen jedweder Art bieten Wasserfarben, wie sie jeder von der Schulzeit noch kennt. Der Glanz neuer Modelle aus Kunststoff-Spritzguss, der jeder Realität entgegen steht, kann mit Wasserfarben behoben werden - und zwar ohne den Wert der Modelle dauerhaft zu mindern. Eine Vielzahl von Modelleisenbahner scheut den Alterungsprozess bei den Modellen, weil der Wiederverkaufswert - insbesondere bei Sammlern - bei dem betreffenden Modell stark sinkt.
Dieser Nachteil kann durch den Gebrauch von Wasserfarben behoben werden. Wasserfarben können jederzeit leicht vom Objekt entfernt werden und so das Modell wieder in den Ursprungszustand versetzt werden.

Wie geht man nun bei Wasserfarben vor:
Eigentlich genauso wie bei jeder anderen Farbe auch. In der Regel wird das Modell so zerlegt, dass das entsprechende Teil bemalt werden kann, ohne andere Modellteile zu beeinträchtigen. Als nächstes sind die Modellteile zu entfetten, da sonst die Wasserfarbe nicht anhaftet.
Zum Entfetten eignet sich warmes Wasser (nicht heißes Wasser), dem ein kleiner Spritzer Spülmittel beigegeben wird. Dann die so behandelten Teile ausreichend trocknen lassen.
Zur weiteren Bearbeitung "Einmalhandschuhe" anziehen, damit kein Fettfleck mehr auf die entfetteten Flächen kommt.
Für die Alterung bzw neue Farbgebung ist Wasserfarbe mit feinen Pigmenten ideal. Als Farbtöne sind insbesondere die Varianten der Farben schwarz, braun und weiß (z. B. für Kalktransporte) interessant. Die Wasserfarbe ist vor dem Aufbringen „dick“ anzurühren.
Sie wird dann entweder mit einem Pinsel, einem Schwammpinsel oder einem Tuch (Wischtechnik) aufgebracht. Besonders bewährt hat sich beim Verfasser der Schwammpinsel.
Eine realistische Schmutzdarstellung erhält man, wenn die aufgebrachte Farbe kurz vor der Rest-Trocknung mit einem Papiertuch wieder abwischt wird.
Leider halten die Wasserfarben nur dann dauerhaft, wenn das entsprechende Modell nicht oft mit feuchten oder fettigen Fingern angefasst wird. Dafür ist die Farbe aber sehr schnell wieder abwaschbar. Alles kann man halt nicht haben.
Wer die neue Farbgebung bzw Alterung seines Modells dauerhaft sichern will, kann die Oberfläche mit transparenten, seidenmatten Sprühlack ansprühen. Ein „Schutzlack“ ist in jedem Baumarkt zu bekommen. Allerdinsg ist die Wiederherstellung des Ursprungszustandes dann nur noch erschwert bzw. bei manchen Modellen überhapt nicht mehr zu erzielen.


Pinseln oder Spritzen
Dies ist eine "fast" Glaubensfrage. Aber Scherz beiseite. Sicher ist eines, Pinsel–Lackierungen können fast so gut gelingen wie Spritzlackierungen. Dabei gibt es jedoch Einiges zu beachten.

- Nur qualitativ hochwertige Pinsel benutzen.
- Pinsel sorgfältig auswaschen bzw Reinigen.
- Die Saugfähigkeit und die Spitze des Pinsels müssen zur Aufgabe passen.

Das nur mit einem qualitativ hochwertigen Pinsel gute Arbeitsergebnisse erzielbar sind dürfte außer Zweifel sein.

Das Pinsel reinigen wird oft vernachlässigt. Meist wird der Pinsel nur mit einer Verdünnermenge ausgewaschen. Die reicht aber in der Regel nicht aus, da insbesondere der hintere Teil der Pinselhaare nicht ordentlich gereinigt wird. Besser man füllt die Schale zur Reinigung der Pinsel nach dem ersten auswaschen nochmals mit Reinigungsmittel auf und lässt den Pinsel 5 Minuten in der Reinigungsflüssigkeit. Dadurch werden auch hartnäckige Farbreste gelöst. Nach dieser Phase den Pinsel nochmals kurz durchwaschen und dann trocknen. Der Pinsel muss auch manchmal während der Lackierarbeit völlig ausgewaschen werden, weil die Farbe sogar innerhalb der Haare antrocknet. Dadurch sinkt die Saugfähigkeit, und der Pinsel wird unmerklich härter. Er hinterlässt dann unerwünschte Spuren im Lackierbild. Die Lackierarbeit ist deshalb so zu organisieren, dass bei größeren Flächen auch der letzte Auftrag keine Möglichkeit hat anzutrocknen, bevor Sie den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen. Die Übergänge müssen nahtlos in einander fließen.

Die Saugfähigkeit und der Pinsel müssen aufeinander abgestimmt sein. Wenn Zierlinien oder Schriften aufgebracht werden, muss die Fähigkeit des Pinsels Farbe zu speichern, sehr groß sein - die Spitze des Pinsels dagegen sehr fein. Die große Speicherfähigkeit muss sein, damit die Farbe im Pinselhaar nicht zu schnell austrocknet und die Linie bzw Schrift durchgezogen werden kann, ohne neu ansetzen zu müssen. Sollen größere Flächen lackiert werden muss die Spitze genau definiert sein (weiche Pinsel–Haare, beispielweise Rotmarder), die Speicher–Kapazität jedoch um ein vielfaches größer. Die Ränder der zu lackierenden Fläche sollten deshalb zuerst mit einem feineren Pinsel vorlackiert werden und dann erst mit einem größeren Pinsel die größere Restfläche. Die Randlackierung darf aber nicht antrocknen, wenn die Innenflächen noch nicht lackiert sind.
Die verwendete Farbe muss so verdünnt sein, das sie nach dem Auftrag noch gut verfließen kann. Das ist vielfach aber wieder ein Problem, da manche Lacke nicht gut decken. da bleibt dann nichts anders übrig als den Lack durchtrocknen lassen und danach eine zweite Schicht aufbringen.

Arbeitsunterbrechungen lassen sich beim Pinsellackieren nicht verheimlichen. Es sollte deshalb angestrebt werden, wenn mit Arbeitsunterbrechungen zu rechnen ist, dass die Grundfarbe des Modells in genügender Menge vorhanden ist um die Arbeit mit derselben Farbe fortsetzen zu können.


Sehen wir uns mal die Spritz–Lackierung an. Eigentlich kommen nur zwei Arten in Frage.

- die Spraydosenspritzung
- die Airbrush–Pistolen-Spritzung mit Klein–Kompressoren oder Druckluft–Dosen

Bevor wir auf die einzelnen Spritzmethoden eingehen, ein paar Regeln die unbedingt bei der Spritzlackierung zu befolgen sind um beste Arbeitsergebnisse zu bekommen:

1. Für eine Staub– und Zugluftfreie Umgebung sorgen. Diese Bedingungen können durch den einfachen Bau einer Spritzkabine erreicht werden. Der Verfasser hat sich eine kleine Kabine aus Kunststofffolie und Dachlatten gebaut. Die Größe 0,80 m x 0,80 m x 0,80 m. Zu bedenken ist auch, dass Spaydosen eine große Farbvernebelung verursachen. Deshalb sollte die Kabine relativ "dicht" sein. Zur Not tut es auch ein Pappkarton. Leider ist aber die Beleuchtung dann sehr schlecht.

2. Auf ausreichende Lichtverhältnisse achten, damit die Wirkung der lackierung angemessen beurteilt werden kann. Am besten wäre natürlich ein Arbeitsplatz am Tageslicht. Wenn dies nicht klappt, dann zumindest eine Ausleuchtung mit Energiesparlampen. Die Ausleuchtung mit Glühbirnen, LED-Leuchten oder ... ist nicht ratsam.

3. Auf eine gute Auflage für das Modell achten bzw sich eine Möglichkeit schaffen, dass Modell auch zu halten, zu wenden und zum trocknen abstellen zu können, ohne den lackierten teil zu berühren. Bei kleinen Modellteilen können z.B. Zahnstocher oder Schaschlik–Spieße gute Dienste, die in kleine Öffnungen des Modells gesteckt werden können. Zum Trocknen können dann diese Hölzchen in einen kleinen Schraubstock eingespannt werden oder mit einem Holzklemmer fixiert werden.

3. Beim Spritzlackieren immer zuerst eine dünne erste Schicht auftragen. Sie dient als Verbindung zum Träger–Material. Diese erste Schicht muss auch nicht voll decken. Dann Warten bis der Lack leicht angetrocknet ist (nicht durchtrocknen lassen) und dann erst weitere Schichten auftragen. Als Regel gilt. drei dünne Schichten im Abstand von zwei bis drei Minuten auftragen.

4. Farbtöne können auf unterschiedlichen Untergründen verschieden gut decken und auch wirken. Daher kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, ein gesamtes Modell zunächst neutral grau oder gar weiß zu spritzen und dann erst die gewünschte Farbe aufzutragen. Schlecht deckende Farben sind beispielsweise rot und gelb. Beide sollten auf homogene Untergründe aufgetragen werden. Beide Farben ergeben z.B. auf weißen Grund eine bessere Leuchtkraft als beispielsweise auf schwarzen Grund.

5. Eine wichtige Arbeit beim Spritzlackieren ist auch das Abkleben der nicht zu spritzenden Teile. Dies gilt auch, wenn zwei verschiedene Farben aufgespritzt werden, In diesem Fall muss zuerst die aufgetragene Schicht abgeklebt werden. Zuerst die Schicht aufspritzen, die sich mit geringem Aufwand abkleben lässt. Komplexe Abklebestrukturen können hergestellt werden, in dem der Klebefilm auf eine saubere Glasplatte geklebt wird und mit einem passenden Messer - am besten mit einem Cutter oder Rasiermesser - passend zugeschnitten wird. Die so entstandene Maske von der Glasplatte abheben und auf das abzudeckende Teil kleben. Es gibt auch flüssige Klebefilme, die aber teuer sind.

6. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Unterlage fettfrei und natürlich auch staubfrei vor dem Spritzen gemacht wird. Der Verfasser macht dies immer mit seinen Modellen in einem warmen mit Spülmittel versetzten Wasser und einem Pinsel. Nur wenn der Fettfilm, der immer durch das Berühren der Modelle mit Hand vorhanden ist abgewaschen ist, kann die Farbe auch auf der Unterlage haften. Bei Modellbahnvereinen habe ich erfahren, dass aber Kunststoffmodelle anders zu reinigen sind als Gußmodelle. Deshalb soll auch diese Weisheit hier mitgeteilt werden.
Kunststoffmodelle wie bereits gesagt in warmem Spülwasseer reinigen.
Blanke unlackierte Metall-Modelle in einer Mischung aus 90% Wasser, 10% Ammoniak-Lösung (25%ig) und einem Schuß Spülmittel reinigen. Nach Beendigung dieser Reinigung wäscht man am besten anschließend noch mit reinem Wasser nach.


Bevor mit Spraydosen gespritzt wird, ist mind. 3-4 Minuten (ab hörbarem Schlag der Mischkugeln) die Dose zu schütteln. Dies klingt jetzt übertrieben. Tatsache ist aber, dass die Mischkugel Zeit viele Drehbewegungen benötigt um den Lack in der Dose gut durchzumischen. Bitte auch den Lack nicht unter 18°C spritzen. Wenn diese Grundlagen nicht befolgt werden, ist in der Regel das Spritzergebnis mit Dosen nicht sonderlich gut. Es kann dann zu Lackabplatzungen und besonders auch "Lacknasen" führen.

Das Spritzen mit dem Airbrusher oder auf Deutsch mit der Luftdruckspritzpistole ist natürlich besser als mit der Spraydose. Dies liegt schon daran, dass die Düsen einer Sraydose sich nicht einstellen lassen und auch der Druck nicht regelbar ist.
Zum Spritzen mit der Spritzpistole wird ein Kleinkompressor oder eine Druckluftdose benötigt. Eine billigere Möglichkeit für das Druckmittel Luft habe ich bei einem Modellbahnkollegen gesehen. Um die Druckluft für die Spritzpistole zu bekommen hat er einen Fahrradreifen aufgepumpt und mit einem entsprechenden Adapter an den Airbrusher angedockt. Funktioniert eigentlich wunderbar.
Wenn das Arbeitsgerät bereit ist, muss dann darauf geachtet werden, dass der Druck und die Verdünnung der Farbe zueinander passen. Die Spritzpistole erzeugt durch den Luftstrahl an der Farbdüse eine äußerst feine Zerstäubung des verdünnten Lacks. Der einzustellende Verdünnungsgrad hängt vom verwendeten Lack ab. Je kleiner und diffiziler das Spritzgut ist, desto feiner muss auch die Düsenweite sein.sein. in der Grundausstattung bietet die Spritzpistole eine 0,2 mm Düse an. Diese Düse ist besonders gut für feine und feinste Arbeiten geeignet. Benutzt man jedoch stark verdünnte, wässrige Alterungsfarben und wählt einen größeren Spritzabstand, dann ist eine solch feine Düse auch für größere Flächen gut geeignet.
Der Spritzdruck an der Pistole sollte normalerweise zwischen 1 und 1,5 bar liegen, 2 bar sind auch noch möglich. Bei höherem Spritzdruck ergibt sich eine feinere Zerstäubung, aber auch ein stärkerer Sprüh-Nebel. Niedriger Spritzdruck ergibt eine etwas grobere Zerstäubung, weniger Nebel und einen feineren Spritzstrahl. Bei einem Druck von nur ca. 0,2 bis 0,3 bar erreicht man z. B. eine sichtbare Pünktchen-Lackierung (feine Sprenkel), die man zum Altern von Wagendächern gebrauchen kann.
Den idealen Spritzabstand sollte an einem Stück Papier ausprobiert werden. Er liegt je nach Zerstäubung zwischen 15 und 30 cm. Bei höherem Druck und größerer Düsenweite soll der Abstand größer sein und umgekehrt. Vom Verlassen der Spritzpistole bis zum Auftreffen auf das Modell soll schon ein Teil des Verdünnungsmittels verdunsten, sodass der Lack auf der Oberfläche nicht mehr läuft.
Beim Spritzen hält man den Sprühstrahl immer senkrecht auf das Modell und führt ihn im Kreuzgang (siehe Bild unten) hin und her, immer im gleichen Abstand zum Modell und mit gleichmäßiger Armbewegung. Verlaufen der Farbe und Nasenbildung können auftreten, wenn die Bewegung ungleichmäßig erfolgt oder kurz unterbrochen wird, oder wenn der Spritzabstand zu klein geworden ist.

Spritz-Muster     Spritzmethode
Falsches und richtiges Spritzen
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Glänzend bis Matt - der Glanz
Eine realistische Wirkung eines Modelles entsteht nur durch die angemessene Verwendung glänzender, seidenmatter und matter Lacke. Dabei ergibt nicht jeder als matt ausgewiesener Lack auch wirklich einen matten Überzug. Oft wirkt das Ergebnis eher seidenmatt. Glänzende Lackoberflächen trifft man bestimmt nicht bei der Eisenbahn an. Was glänzt bei der Eisenbahn sind vielleicht Handgriffe. Solche Teile können nach einer matten Decklackierung nachträglich mit dem Pinsel und Klarlack auf Hochglanz gebracht werden. Schlecht aufgerührte, matte oder seidenmatte Farben ergeben übrigens auch glänzende Oberflächen.
Nach der Norm wird der Glanzgrad von Lacken in einer Skala von 0 bis 100% wie folgt definiert:

0 % = Stumpfmatt
20 % = Matt
40 % = Halbmatt
60 % = Halbglanz
80 % = Glanz
100 % = Hochglanz

Nach dieser Definition ist:
- seidenmatt: 10 bis 15%
- Samtmatt: 30%
- Seidenglänzend: 60%
Die Firma Märklin hat bei Ihren Modellen einen Glanzgrad zwischen 35 % und 50 %, also Halbmatt bis Halbglanz. Den Glanzgrad kann man zwar mit Meßgeräten feststellen. Der Preis für diese Geräte ist aber für einen Modellbahner einfach zu teuer. Am besten ist es sich auf seine Augen und seine Erfahrung zu verlassen. Man sieht ja schließlich einem Modell an, ob der Glanzgrad der Realität nahe kommt. dazu braucht es dann kein Meßgerät mehr.

Die wichtigere Frage wäre dann schon, wie stelle ich den Glanzgrad her. Nach den Erfahrungen des Verfassers kann aus einem Hochglanzlack durch Beimischen von Mattlack der entsprechende Glanzgrad hergestellt werden, der benötigt wird. Es kann aber auch der Glanzgrad eines Glanzlackes durch Beimischen eines Verdünnerns herabgesetzt werden. Matterierungspaste, die manchmal in den Modellbahngeschäften angeboten wird, sollte nicht verwendet werden, da diese schlechte Ergebnisse liefert.


Altlacke entfernen
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass auf allen Modellen der Altlack entfernt werden muss. Bei Plastikmodellen muss dies in den meisten Fällen nicht erfolgen, es sei denn, dass Farbabplatzungen vorhanden sind. Diese dadurch entstehenden Farbeintiefungen sind mit einem Überlackieren nicht zu beseitigen. Hier muss dann die gesamte alte Farbe entfernt werden.
Anders sieht es mit Metallloks aus. In der Regel sind diese Loks und Wagen zuerst von der alten Farbe zu beseitigen, bevor eine Neulackierung aufgebracht wird. Dies liegt am Material Metall. Metall nimmt Farbe nicht an. Die Lackierung klebt nur gewissermaßen an dem Material. Mit Neuaufbringung einer Farbe, wird die alte Farbe leicht angelöst. Dadurch entstehen dann Lackablösungen bzw Aufquellungen.

Sehen wir uns deshalb die Vorgehensweise beim Entfernen des Altlackes bei einer Metalldampflok an.

Nach dem Entfernen des Fahrwerkes und dem Ausbau aller Plastikteile wird das Lokoberteil (Kessel mit Führerhaus) zum Lösen des Altlacks etwa eine bis zwei Stunden in ein scharfes Lösungsmittel, z. B. in eine Nitro-Universal-Verdünnung, gelegt. Dazu kann ein alter Kochtopf oder eine Glasschale verwendet werden. Nach der Einwirkzeit (ca: 15 bis 30 Minuten) ist der aufgeweichte Lack mit einem kurzgeschnittenen Borstenpinsel (Größe 6 oder 8) sauber abzubürsten, bis der letzte Lackkrümel entfernt ist. Hier ist schon Gründlichkeit angesagt. Es gibt nichts schlimmeres beim Neulackieren, wenn immer wieder alte Farbreste auftauchen und die erst beseitigt werden müssen, bevor weiter lackiert werden kann. Wärhend des Abbürstvorganges ist es zweckmäßig das verschmutzte Lösungsmittel mehrfach zu erneuern. Man verbraucht weniger Lösungsmittel, wenn man es nicht in die Schale gießt, wo es schnell durch Lackreste verschmutzt, sondern es in ein separates Glas füllt und mit dem Pinsel immer wieder frisches Lösungsmittel zum Säubern des Modelles aus dem Glas entnimmt.
Die gelösten Farbpartikel werden dann vom Modell herunter in die Schale gespült. Wer sehr sparsam ist, kann das durch Lackkrümel verschmutzte Lösungsmittel durch ein superfeines Sieb laufen lassen und noch ein zweites Mal benutzen. Zu empfehlen ist diese Art des Sparens allerdings nicht, da zu der sowieso nicht gerade "sauberen" Arbeit noch ein pantschen mit dem Lösungsmittel dazu kommt.
Wenn das Teil gereinigt ist muss es getrocknet werden. Am besten gelingt dies schnell und unkompliziert mit einem Fön. Danach wird das Modell an einen trockenen Platz gestellt und mehere Stunden stehen gelassen, damit es vollständig durchtrocknen kann.

Nach dem Trocknen wird als Grundierung ein Haftgrund hauchdünn aufgetragen. Je nach der Basis des vorgesehenen Decklackes wählt man eine Kunstharzgrundierung, eine Nitrogrundierung oder eine Spirituslack-Grundierung. Auf Zinkmodellen wäre eine Acryllack-Grundierung Etwas haltbarer. Bevor der Decklack aufgebracht wird, ist das Modell noch abzuschleifen (600er oder 800er Schleifpapier) und zu säubern.


Beseitigung von Farbfehlern
Beim Farbanstrich von Modellen können natürlich auch Fehler eintreten.

Bei einem zu sattem Farbauftrag entstehen häufig so genannte Farbnasen vor allem an den Kanten eines Modells. Sog. Farbnasen lassen sich nur durch Abschleifen mit feinstem Nassschleifpapier (400er, 600er, bis hinauf zu 1000er Körnung) entfernen.
Sind die Farbnasen sehr stark ausgeprägt, ist der Lack - vor der Austrocknung - vorsichtig mit einem scharfen Bastelmesser Schicht für Schicht bis auf die übrige Farbstärke abzutragen.

Staubfussel auf der Lackoberfläche können mit einer Spitzpinzette bzw einer feinen Nadel entfernt werden.

Sind kleine Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche vorhanden, können diese mit einem Poliermittel aus der Tube vorsichtig ausgeglichen werden.

Können Farbfehler nicht mehr ausgeglichen werden, so ist die aufgebrachte Farbe bis zum Materialgrund zu entfernen.

Von Metallmodellen lassen sich Farbschichten am einfachsten in einem Acetonbad entfernen. Bei Plastikmodellen ist Vorsicht geboten. Hier ist in der Regel der Univeralverdünner anzuwenden um die Farbe zu beseitigen.


Das Herstellen von Rostfarbe
Bei der Darstellung von "alten" bzw. stark benutzten Fahrzeugen geht es ohne die Darstellung des Rostes nicht. Nun kann Rost auf verschiedene Weise dargestellt werden. Der einfachste aber nicht realistische Weg ist die eine entsprechende Rostfarbe aufzubringen. Diese zweidimensionale Darstellung entspricht nicht der Realität, da Rost in der Regel immer dreidimensional auftritt (sog. Rostbeulen oder Rostkriesel). Um diese Erscheinung darzustellen, ist es zweckmäßig mit Kreide zu arbeiten, am besten mit Künstlerkreiden. Es geht aber auch mit Straßenkreide, wie sie Kinder verwenden. Die Kreiden mit den entsprechenden Farben werden mit einem Messer so abgeschabt, dass Kreidestaub entsteht. Der Kreidestaub der jeweiligen Kreide wird dann so vermischt, dass ein rostfarbener Staub entsteht. Der rostbraune Kreidestaub wird dann mit einem Klarlack auf Wasserbasis vermischt und auf die entsprechenden Flächen aufgetragen. Ohne den Klarlack wird der Kreidestaub nicht haften. Übrigens auch die Darstellung von Alteisen, kann so erfolgen.

Die Darstellung mit Kreide hat allerdings in Hinblick auf die notwendige Mischung verschiedener Kreidefarben ihre Probleme. Es muss schon viel probiert werden, um eine echte Rostdarstellung zustande zu bringen.

Eine Alternative bildet das Rostpulver. Dieses Material hat gegenüber Kreide den Vorteil, dass es sehr plastisch wirkt. Wie bekommt man so ein Rostpulver. Nun relativ einfach. Man benötigt Stahlwolle (gibt es in der Küche zum Topf reinigen), Essigessenz und Klarlack. Die Stahlwolle wird in einem Mörser so zerkleinert, dass sie nur noch in pulverisierter Form vorliegt. Danach wird Essigessenz dazu gegeben. Bitte das Material damit nicht wässern, sondern nur beträufeln. Dann wartet man einige Zeit um den Rostansatz zu fördern. Entspricht der Rost den Bedürfnissen, so vermischt man das Material mit Klarlack. Danach bringt man es an die entsprechenden Stellen des Wagens oder der Lok. Durch das Aufstäuben von weißer Kreide, kann dem rostigen Material auch der Augenschein des "schon länger liegen" gegeben werden.

Wichtig ist bei der Darstellung von Rost zu wissen, dass Rost nie gleichmäßig weder in der Farbe, noch in der Struktur auftritt. Je nachdem, wie lange die jeweiligen Teile schon rosten, und je nach Material und Bedingungen, können sich alle möglichen Farbzustände und Ausblühungen bilden. Typisch sind beispielsweise lackierte Lackschäden, unter denen der Rost hervor "blüht".


Das Altern, Patinieren bzw „Weathern“ von Modellen
Loks und Wagen haben einen unnatürlichen Glanz, wenn sie aus der Verpackung genommen werden. Im Vorbild gibt es durch den Gebrauch und den Alterungsprozess Spuren vom Regen, Schmutz und Rost. Beim Altern von Modellen kommt es nicht so sehr auf das handwerkliche Lackierkönnen des Modellbahners, sondern auf das Wissen, wie bestimmte Alterungsprozesse darstellbar sind an. Über dieses Thema werden wir uns nachfolgend detailliert auseinander setzen.
Es gibt einige Grundregeln für das Altern von Eisenbahnfahrzeugen.
   - Das Altern ist nicht überall an dem Modell, sondern nur an den konkreten Stellen vorzunehmen, wo auch Gebrauchs – und Alterungserscheinungen auftreten

   - Es sollen nur Farben gewählt werden, die die Vorbildtreue waren.

   - Ein Modell muss lückenlos gealtert werden. Es macht keinen Sinn, dass z.B. nur die Radlager gealtert werden, demgegenüber das Dach des betreffenden Güterwagen in einem fabrikneuen Zustand gezeigt wird.

   - Beim Auftragen der Alterungserscheinungen und Gebrauchsspuren nicht übertreiben, aber auch nicht zu zaghaft sein.

   - Den Alterungsprozess und die Gebrauchspuren möglichst realitätsnah darstellen.

Um diese Regeln auch umsetzen zu können ist folgendes zu beachten:
Fotos machen:
Bevor man sich an ein Modell heranwagt, ist es ratsam vor Ort, also an einem Bahnhof oder an einem Rangierbahnhof, von den Loks oder Wagen Fotos zu machen. Ohne eine derartige Vorlage ist das "Altern" oder auch „Weathern“ zum Scheitern verurteilt. Die Fotos können dann als Vorlage dienen.
Farbenkauf
es gibt im Handel bereits fertige "Alterungssätze". In diesen Farbsätzen sind die gebräuchlichsten Farben zusammengefasst. Selbstverständlich können derartige Farbsätze gekauft werden. Für den Anfänger ist dies vielleicht eine gute Sache. Wer sich intensiver mit dem Altern von fahrzeugen beschäftigt, wird aber sehr schnell erkennen, dass diese Farbpalette in der Regel nicht ausreicht. Vor allem ist bei der Farbauswahl auf die Vorbildtreue zu achten.



Weitergehende Informationen über Weathering, Alterung von Modellen etc. könnt ihr über das Modelleisenbahnarchiv abrufen

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