Anlagenbau - hier: Modellbahnunterlage und Topographie
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Modellbahn - Anlagenbau

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Inhaltsverzeichnis:

Einführung in das Thema

Modellbahnunterlage

Die Erstellung der Topographie



Einführung

    Das Thema Modellbau kann sicherlich nicht abschließend diskutiert werden. Der Bau einer Modellbahntopographie hängt auch entscheidend von der Entwicklung neuerer Materialien ab.
    Dennoch können grundsätzliche Aussagen, auf der Basis der derzeitig vorhandenen und genutzer Materialien vorgenommen werden.
    Der nachfolgende Aufsatz versucht deshalb die in der Vergangenheit benutzten Verfahren und auch die modernen Bauverfahren zu beschreiben und zu analysieren. Insbesondere für Neuanfänger im Modellbahnbau habe wir versucht einen Überblick über die bekannten Techniken zu geben.
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Die Modellbahnunterlage

    Die Plattenbauweise
    Die Frage welche Modellbahngrundplatte ich wähle, hängt natürlich von den handwerklichen Fähigkeiten des Modellbauers ab. Ein zweiter Punkt ist der Zeitaufwand.

    Wer auf die Schnelle seine Modellbahnanlage in Betrieb nehmen will, der wählt sicherlich eine Modellbahnplatte aus Pressholz aus, auf die er dann sein Modellbahndiorama aufbaut.

    Bei der Plattenanlage sollte aber darauf geachtet werden, dass sie einen ausreichend ausgesteift wird um sich nicht durchzubiegen. Wer lediglich eine Holzfaserplatte auf zwei Holzböcke stellt, hat ein Problem mit der Durchbiegung der Platte. Unbeabsichtigtes Aufstützen auf eine derartig gelagerte Platte führt in den meisten Fällen bei den Gleisverbindungen zu Problemen und auch die Gleise selbst können sich verbiegen. Es ist deshalb dringend anzuraten, sich unter die Modellbahnplatte ein verwindungssteifes Gestell zu stellen, auf das dann die Platte aufgeschraubt werden kann. Der Vorteil dieses Rahmens liegt auch darin, dass die Plattenstärke relativ gering ausfallen kann (rd. 1,0 cm Dicke reicht dann aus).

    Aus Anfängerkreisen ist immer wieder das Argument zu hören, dass halt die Platte nur dicker gekauft werden muss um ein Durchdrücken bzw. eine Verwindung zu verhindern. Hier ist festzustellen, dass dann aber - um eine Verwindungssteife Platte zu bekommen - mindestens eine Plattenstärke von 3,0 cm erforderlich ist. Unabhängig von deren Preis, ist dann das Gewicht der Platte schon sehr hoch und der Transport der Platte beschwerlich.

        Diese sog. Modellbahnen auf Platte haben folgende Vorteile:
           - Platte ist kostengünstig im Baumarkt zu bekommen.
           - Modellbahn kann jederzeit durch Ansetzen einer weiteren Platte vergrößert werden.
           - Die Gleisverlegung ist je nach Geländeaufbau unkompliziert.
           - Die Aufbauzeit ist relativ kurz.
           - Kleinere Platten können auch platzsparend - hochkant - in die Ecke gestellt werden.

        Die Nachteile dieser Bauart liegen aber auch auf der Hand:
           - Das Modellbahndiorama kann nur eingeschränkt realitätsnah gestaltet werden.
           - Schattenbahnhöfe sind nur eingeschränkt anlegbar.
           - Die Zugänglichkeit zu bestimmten Anlagenbereichen - insbesondere bei größeren Anlagen - ist eingeschränkt
           - Drehscheiben können nur unzulänglich eingebaut werden.


    Die Rahmenbauweise
    Sehen wir uns die zweite Alternative an.

    Die Modellbahnunterlage als Rahmen- und Lattengerüst.

    Das nachfolgende Bild zeigt eine Modellbahnplatte als Rahmengerüst in der Herstellungsphase. Wie aber auch bereits aus den Bildern zu ersehen ist, kann mit einer derartigen Anlage das Optimum aus einer Modellbahnanlage heraus geholt werden. Allerdings ist der Herstellungsaufwand ist um ein Vielfaches größer, als bei der Plattenbauweise.

    Bei der Rahmenbauweise ist auf eine stabile und verwindungsfreie Rahmenkonstruktion zu achten. Insbesondere die Eckverbindungen müssen stabil verschraubt werden.

    Für Modellbahner die sich mit Schreinerarbeiten nicht so genau auskennen bzw. hier keine Zeit investieren wollen, gibt es auch vorgefertigte Rahmenbausätze. Diese Rahmenbausätze sind zum Einem passgenau und ermöglichen zum Anderen einen schnellen und sauberen Anlagenaufbau.

    Modellbahnplatte      Trägerrost für Modellbahnplatte      Rahmen
    Zum Vergrößern - Bilder anklicken


    Wenn man selbst sein Modellbahngerüst bauen will, ist besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt auf das Grundgerüst der Anlage zu legen. Da das Grundgerüst (Rahmen) die "Stütze" der Anlage darstellt, muss der Unterbau eine hinreichende Stabilität und Verwindungssteifigkeit aufweisen. Eine simple Platte als Grundlage scheidet bei der Rahmenbauweise aus, da den aufzubringenden Landschaftsreliefs mitsamt den Abstützungen der Höhenentwicklungen das Gewicht die Platte verbiegen würde. Zudem wären sämtliche „Innereien“ nach Fertigstellung der Dioramen nicht mehr erreichbar.

    Bei den Rahmenbauweisen oder auch „offenen Bauweisen“ ist von den sonst recht vorteilhaften L-Trägern (Stahl) abzuraten, da deren Verwindungswiderstand - speziell bei Transporten - nicht ausreichend ist. Widerstandfähige L-Träger erhöhen aber wiederum das Gewicht der Anlage erheblich.

    Bewährt haben sich bei der Rahmenbauweise über Kreuz verzahnten Holzlatten und die schreinermäßige Verzinkung der Verbindungen. Zusätzliche diagonale Streben unter dem Leistenverband sichern die Verwindungssteifigkeit. Das Gewicht eines solchen Unterbaues ist relativ gering und gleichzeitig ist er verwindungssteif.

    Die Verwendung dicker Vierkanthölzer ist ebenfalls möglich. Aber hier wird das Gewicht des Rahmen groß. Diese Bauweise eignet sich nur, wenn die Modellbahnanlage nach dem Aufbau nicht mehr bewegt werden muss.

    Mit dem Bau des Anlagen-Grundgerüsts und der Erstellung einer rohen Landschaftsform hat man dann bereits den Einstieg in den Geländebau geschafft. Ein Hinweis sei hier allerdings gestattet. Bitte niemals so einfach darauf loswerkeln. Das wichtigste ist, sich zuerst mal einen Plan erstellen, was so alles auf und unter der Anlage sein soll. Danach dann eine Skizze erstellen und diese ein paar Tage liegen lassen. Danach nochmals ansehen. Ihr werdet merken, da werden dann noch viele Korrekturen vorgenommen. Wie so ein Grundgerüst mit einem Roh-Geländeaufbau aussehen kann ist dem nachfolgenden Bild zu entnehmen.

    Trägerrost mit Rohgelände
    Ausschnitt aus einer Rahmenanlage
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Der Geländebau (Topographie)

    Um nicht missverstanden zu werden - Die Geländemodellierung wie sie in den 1950er bis 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist nicht überholt. Im Gegenteil !!! Dennoch kam z.B. durch die Einführung des Montageschaum (wird vor allem im Baugewerbe verwendet) ein schnelles und variantenreiches Material für die Herstellung von Gebirgen und Anhöhen in den Modellbahnbau.


    Geländebau mit Drahtgitter, Papier und Gips

    Ausgangsmaterialien:

    Gips:
    Es kann natürlich Modellgips verwendet werden. Der ist aber sehr teuer. Bewährt hat sich aber auch Gipsputz, der in Baumärkten günstig gekauft werden kann. Reiner Gips ist ungeeignet, da er zur Rissebildung beim Trockenvorgang neigt. Gipsputz bindet langsamer aber als reiner Gips, den z.B. Elektriker bei der Kabelverlegung einsetzen. Durch die Zugabe von Gips, kann aber die Abbindezeit des Gipsputz gesteuert werden. Je mehr dem Gipsputz reiner Gips zugesetzt wird, desto schneller bindet er ab.

    Drahtgitter oder Putzgitter
    Kann günstig im Baumarkt oder in Gärtnereien gekauft werden. Die Maschenweite darf nicht zu groß sein. Man nennt dieses Gitter im Volksmund auch Fliegengitter. Alternativ kann auch Putzgitter eingesetzt werden. Dies besteht aus Kunststoff und hat eine kleinere Maschenweite. Ist aber teurer als Fliegengitter.

    Zeitungspapier oder Verpackungspapier
    Dies wird benötigt um die Topographie (Berge, Täler, Mulden, Böschungen etc.) herauszuarbeiten.

    Tapetenkleister (auch im Baumarkt erhältlich)

    Holzstückchen

    Vorgehen
    Das Fliegengitter oder das Putzgitter wird so modelliert, wie die künftige Geländetopograpie oder Gebirgstopographie aussehen soll. Das Gittergebilde muss nun mit Holzstückchen unterstützt werden, damit es bei der Weiterbehandlung seine seine Form. Das Gitter an die Holzstücken mit Heißkleber anhaften, damit es beim Auftrag des Gips seine Form behält.

    Geländebau      Geländebau
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    Der nächste Schritt ist nunmehr das Zeitungspapier auf einer glatten Unterlagen auszulegen und es gut mit Tapetenkleister zu bestreichen. Danach wird es über das Gittergewebe gelegt. Um Erhebungen oder sonstige Geländegestaltungselemente aufzubringen, kann das Zeitungspapier auch geknüllt werden, in Tapetenkleister gelegt und dann an die entsprechende Stelle aufgelegt werden. Das Ganze gut durchtrocknen lassen.

    Nach dem Durchtrocknen wird der Gipsbrei aufgebracht werden.

    Eine weitere Variante ist anstatt Zeitungspapier eine Raufasertapete zu verwenden. Mit Tapetenkleister wird die Rückseite der Tapete voll eingestrichen. Gut durchweichen lassen und dann auf das Drahtgerüst legen. Mit einem kräftigen Pinsel (z.B. Heizkörperpinsel) das Ganze verstreichen und leicht andrücken. Nach dem Austrocknen kann entweder eine zweite Tapetenlage aufgebracht werden oder man belässt es mit einer Lage. Um dann z.B. die Unterlage für eine Bergweide herzustellen genügt eine Schicht Spachtelmasse, die mit einem Pinsel geformt und verstrichen wird.
    Die Abbindezeit für den Gipsbrei kann - wie oben bereits gesagt - variiert werden. Dennoch sollte das Aufbringen des Gipsbreies zügig vorangehen.
    In einen Gummibecher oder sonstigen flexiblen Gefäß (kann auch ein größerer Plastikeisbecher sein) wird Wasser eingefüllt. Dann wird der Gips hinzu gegeben. Solange Gips zugeben bis eine schlagsahneähnliche Masse entstanden ist. Nach kurzem "Sumpfen" rührt man die Masse nochmals durch und bringt das Material mit einer Spachtel auf.
    Nach dem Abbinden des Gips ist er sehr gut nachbearbeitbar. Es können dann noch schöne Gelände und Felsstrukturen herausgearbeitet werden.


    Geländeaufbau mit Drahtgitter und Pappmasche'

    Ausgangsmaterialien:
    Fliegengitter und Pappmasche' (aus Papierfasern, Wasser und Tapetenkleister)

    Vorgehen:
    Leichtes Fliegengitter oder auch Putzgitter von der Baustelle entsprechend der gewünschten Geländestruktur modellieren und auf die Modellbahnplatte tackern. Unterstützung der Geländestruktur mit Holzklötzchen.
    Dann das Pappmache' aufbringen. Pappmaché hat den Vorteil, dass es wesentlich leichter ist als Gips. Insbesondere bei temporären Anlagen, also bei Anlagen die immer wieder abgebaut werden müssen, ist das Gewicht einer Anlage nicht zu vernachlässigen.
    Der Pappmachébrei klumpt allerdings. Deshalb ist es wesentlich schwieriger hier eine glatte Geländestruktur zu erreichen. Für gebirgiges Gelände eignet sich Pappmache' aber hervorragend (wegen der Klumpenbildung). Auf ebenen Flächen wie Acker- und Wiesenflächen ist es nicht zu empfehlen.

    Nach dem Trocknen (gut durchtrocknen lassen) geht es dann weiter mit der Farbgebung. Übrigens Pappmache' kann auch nach dem Durchtrocknen geschliffen werden. Auf Pappmache' können Abtönfarben und auch wasserlösliche Lackfarben aufgetragen werden.

    Varianten zu diesem Verfahren

    Pappmaché aus Papierstreifen hat einen erheblichen Nachteil. Dieser Brei ist schwierig zu formen und - wie bereits gesagt - er klumpt. Nach meinen Erfahrungen mit Pappmachébrei ist dieser nicht klumpenfrei anzurühren (vielleicht bin ich auch zu ungeschickt). Die Geländemodellierung ist durch die Klumpenbildung schwierig. Ein Ersatz für Pappmache' kann:
    kaschierte Pappmaché
    aus Papierstreifen, Wasser und Tapetenkleister sein.
    Die Herstellung ist einfach:
    Tapetenkleister und Wasser mischen. Dann quellen lassen. Die Papierstreifen werden mit Tapetenkleister durchtränkt und auf das Fliegengitter aufgelegt. Dies erfolgt in mehreren Lagen von kreuz und quer gelegten Schichten. Durch Verdickungen (mehrfaches legen von Papierstreifen können auch Geländestrukturen herausgearbeitet werden. Das fertige Werk muss dann rd. 10 bis 14 Tage gut austrocknen. Dann ist das Gelände hart. Das Schöne an kaschierter Pappmaché ist, dass es weiter verarbeitbar ist. So kann z.B. das Gelände später ohne Probleme geändert oder weiter modelliert werden.

    Eine weitere Variante ist die Verwendung von
    Holzmache'.
    Holzmache' besteht aus Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister
    Nun gibt es diese Mischungen auch in einschlägigen Modellbahnfachgeschäften fix und fertig zu kaufen - aber sündhaft teuer-. Eigentlich nichts für einen Modellbahner, der sein Geld ja lieber in Gleise, Loks und Wagen investiert.
    Nun gibt es auch Herstellungstipps von Holzmasche' die ich euch nicht vorenthalten will.
    Gebraucht wird Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister. Das Mischungsverhältnis zwischen Holzmehl : Tapetenkleister ---> 5 : 0,5. Dann gut durchmischen und mit Wasser aufgießen bis eine streichbare Konsistenz entsteht. Die Konsistenz kann erst nach 20 bis 25 Minuten genau eingestellt werden, da der Tapetenkleister und das Holzmehl quillt und dem Brei Wasser entzieht. Eigentlich sollte dies genügen. Leider versprödet beim Trocknen die Masse und es gibt Risse. Deshalb ist es sinnvoll noch Schreinerleim dazu zu geben (Weißleim z.B. Ponal). Das Mischungsverhältnis sieht dann so aus:
    Holzmehl : Tapetenkleister : Weißleim ---> 5 : 0,5 : 0,1-0,2.
    Der Weißleim macht die Mischung zäher. Das Auftragen kann mit einer Kuchenschabe aus Plastik, mit einer elastischen Stahlspachtel, oder mit einem Pinsel erfolgen. Die aufgetragene Masse mehrere Tage gut durchtrocknen lassen. Nach dem Trocknen kann es dann mit der Farbgestaltung weitergehen.

    Geländebau
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    Varianten zu den obigen Geländebauarten

    - Füllspachtel -
    Anstatt des Gips kann auch sog. Füllspachtel verwendet werden. Füllspachtel ist allerdings wesentlich teurer als normaler Gips.
    Der Vorteil:
    Durch Zusatz von Wasserrückhaltemitteln und Abbinderegulatoren (z.B. Methylcellulose) zum Gips kann die Abbindezeit dieser Spachtelmasse deutlich verlängert werden. Die Verarbeitung erfolgt dann analog dem Gips. Allerdings steht man hier nicht mehr unter Zeitdruck. Die Zusätze verändern jedoch auch die Eigenschaften des ausgehärteten Materials. So ist Füllspachtel nicht so gut spanabhebend zu bearbeiten und die Porenstruktur ist weniger stark ausgeprägt, so dass eine lasierende Einfärbung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Auf der Modellbahn lässt es sich vielfältig zur Modellierung der Geländehaut einsetzen. Als Untergrund ist besonders die Kombination aus Gipsbinden und Fliegengitter geeignet. Füllspachtel kann mit handelsüblichen Abtönfarben eingefärbt werden. Da die Abbindezeit relativ lang ist, kann man auch größere Flächen wie aus einem Guß modellieren. Für Partien, die anschließend weiter bearbeitet werden sollen, ist allerdings Modellgips die bessere Variante.

    - Gipsmastix -
    Der Begriff besteht aus Gips und Mastix. Es handelt sich hier um ein Gemisch aus Gips und Papierfasern (Papierfetzen) oder Plastikstreifen oder Holzwolle. Die beiden Bestandteile Gips und die Mastixfasern werden zusammen gemischt und bilden dann eine sehr ziehbare Masse, die auch größere Öffnungen überbrücken kann. Gipsmastix kann direkt auf dem Fliegengitter aufgebracht werden. Man spart somit das Papier. Um die Abbindezeit des Gips zu verlängern, kann Tapetenkleister zugemischt werden, aber bitte nicht zuviel. Anstatt Gips kann auch Gipsputz verwendet werden. Der Feinputz beinhaltet bereits Tapetenkleister, deshalb können die Verputzer diesen Gipsputz ohne Zeitnot verarbeiten und er bindet auch ohne Risse ab. Er ist aber in kleinen Gebinden nicht billig. Bei großen Gebinden (40 kg) hat man zuviel Gips übrig. Aber vielleicht gibt es Ausbesserungsarbeiten im Haus, dann kann der Rest dazu verwendet werden.

    - Gipsbinden -
    Anstatt des Papiers können auch Gipsbinden auf das Drahtgitter aufgebracht werden. Billige Gipsbinden gibt es in Apotheken.



    Geländebau mit modernen Materialien

    Unter modernem Geländebau wird vor allem die Verarbeitung von neuen, in der Vergangenheit unbekannten Material und Verfahren verstanden. Dies bedeutet aber nicht, dass die "alten Verfahren" nicht gleichwertig sind.
    Moderner Geländebau ist nur dann interessant, wenn der Bauerfolg schneller und sicherer garantiert werden soll, als mit herkömmlichen Verfahren. Das nachfolgend dargestellte Geländemodellierungsverfahren ist nicht als abschließend zu sehen. Es gibt sicherlich noch viele andere moderne Geländebauverfahren, die hier nicht angesprochen werden.


    Geländebau mit Geländebaumörtel und Styroporelementen

    Mit dem moderneren Material Styropor und Geländebau-Mörtel ist es möglich sehr schnell Dioramen herzustellen. Wir haben vor kurzem unser Büro neu gestaltet und die alte Sitzgarnitur entsorgt. Bei der Entsorgung der alten Sitzgarnitur stellten wir fest, dass diese auf einem Styroporkern aufgebaut war. Eigentlich zu schade um einen derartigen Styroporblock wegzuwerfen, dachten wir. Uns kam dann die Idee, diesen Styroporblock mit dem Messer so zu formen, dass eine schöne Gebirgswelt entsteht. Mit dem Geländebaumörtel wurden dann die Feinheiten herauskristallisiert. Der Geländebaumörtel ist für Styropor besser geeignet, da er aus einer Zellulose-Spachtelmasse und einem Kunststoffzusatz besteht, haftet er besser am Styropor als Gips. Ferner kann auch eine feinere Modellierung vorgenommen werden. Der Geländebau-Mörtel bleibt nach dem Anrühren ca. 30 Minuten verarbeitungsfähig. Weitere positive Eigenschaften:

    - schrumpft nicht,
    - verzieht sich nicht,
    - haftet auf allen Untergrundmaterialien
    - kann nach dem Trocknen wie Holz bearbeitet werden.

    Geländebaumörtel      Styrodur
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    Geländebau mit Hartschaumplatten

    Mit dem modernen Material "Hartschaum" ist eine relativ einfache und dennoch ansprechende Topographiegestaltung auf der Modellbahn möglich. Hartschaummaterial ist in jedem Baumarkt zu einem günstigen Preis zu bekommen. Bisweilen haben manche Baumärkte größere Dicken von Hartschaumplatten nicht in ihrem Sortiment. Da behilft sich der Modellbahner damit, mehrere Hartschaumplatten übereinander zu kleben. Damit wird dann auch dei gewünschte Dicke der Platte erreicht. Berge müssen sowieso mit mehren Platten aufeinander geklebten Platten gebaut werden. Zum Verkleben von Styrodur sind alle lösungsmittelhaltigen Klebstoffe ungeeignet, da sie die Materialoberfläche angreifen und dadurch eine maßhaltige Verbindung nicht möglich ist. In den Baumärkten gibt es lösungsmittelfreie Spezialkleber. Es geht aber auch mit Weißleim, besser bekannt als Schreinerleim. Die Verbindung des Werkstoffs mit saugenden Untergründen wie Holz, Pappe, Putz oder Beton funktioniert auch mit Weißlein und ebenfalls mit den speziellen Styroporklebern.

    Aufgrund der Härte des Materials können aus Styrodur sogar Planken herausgeschnitten werden und damit größere Hänge oder Bergrücken geformt werden. Das Ausschneiden der Planken erfolgt am besten mit der Stichsäge. Auch Ausschnitte für den Schattenbahnhof sind möglich. Der Aufbau erfolgt wie bei der Verwendung von Holz und führt zu einem gitterartigen Gerüst, das dann mit einer "Geländehaut" überzogen werden muss.

    Der Überzug eines Styrodurgerüst sollte mit einem Vliesbaustoff erfolgen. Den gibt es auch günstig im Baumarkt. Es können aber auch Gipsbinden verwendet werden. Der bessere Weg sind aber Vliesbaustoffe. Diese werden dann mit Spachtelmasse überstrichen und entsprechend moduliert.

    Wie geht man nun im Detail vor:

    Zuerst wird die Grundstruktur eines Gebirges oder eines Landschaftsteile mit Styrodurplanken hergestellt. Die einzelnen Planken werden miteinander verklebt. So entsteht ein Gerüst. Dieses wird mit Vliesstoff überspannt. Die Befestigung des Vlies an die Styrodurplanken erfolgt z.B. mit Weißleim. Damit es kein Verrutschen vor dem Abbinden des Klebers gibt, sollte das Vlies bzw die Vliesteile mit Stecknadeln (gibt es aus Muttis-Nähkiste) an den Planken angeheftet werden. Dann muss das Ganze abbinden, bevor weitergearbeitet werden kann. Falls die Überspannung des Vliesstoffes zwischen den einzelnen Planken zu groß ist kann als Versteifung ein Gittergewebe untergelegt werden.

    Als nächstes - nach dem Abbinden des Klebstoffes ist dann die Spachtelmasse oder eine Gipsmasse auf das Vlies aufzubringen. Um bereits eine farbliche Grundstruktur aufzubringen, kann die Masse bereits mit einer Farbgebung versehen werden. Im Baumarkt gibt es für Dispersionsfarben entsprechende Farben. Diese Farben eignen sich hervorragend zum Zumischen.

    Zum Auftragen, Verteilen und Ausformen des Geländes mit der Spachtelmasse haben sich kurze und schmale Spachtel bewährt. Zu grob wirkende Oberflächenstrukturen lassen sich nach Aufsprühen von Wasser problemlos glatt ziehen. Auch mit einen Pinsel können Strukturen in die Spachtelmasse eingearbeitet werden, wenn diese im Abbindeprozess ist. ´

    Nach dem Abbinden der Spachtelmasse kann das Gelände dann weiter bearbeitet werden - Z.B. mit der Aufbringung von Gräsern, Bäumen, Felsstrukturen etc.

    Neben den Styrodurplatten oder Hartschaumplatten kann auch Styropor verwendet werden. Allerdings ist dieses Material wegen seiner Porenstruktur sehr weich und lässt sich nicht so gut bearbeiten wie Styrodur.

    Hartschaumplatten      Hartschaumplatten - bearbeiten      Weggestaltung
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    Wir wollen uns mal die Hartschaumplatte vornehmen um einen Wirstchaftsweg bzw Feldweg zu gestalten. Wie aus den obigen Bildern zu ersehen ist, wird zuerst mit einem Messer, besser mit einem kleinen Fräser die künftige Topographie und Trasse des Weges aus der Platte herausgefräst.

    Hartschaumplatten      Hartschaumplatten - bearbeiten
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    Aber nicht nur Wege können so gestaltet werden. Auch Brücken und Tunnel und Bachläufe können gestaltet. Darüber gibt es aber eigene Kapitel.




    Geländebau mit Fertigprodukten

    Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Fertigteilen für den Modellbahnbau (Dioramenteile). Mit diesen Fertigelementen ist es innerhalb kürzester Zeit möglich, eine Modellbahnanlage herzustellen. Dies hat zwar seinen Preis, aber für Leute die in Zeitnot sind und schnell eine Anlage auf die "Beine" stellen wollen, ist dies durchaus eine Alternative. Nachfolgend werden einige Fertigprodukte dargestellt.


    Industriell hergestellte Dioramen
    Hersteller: Busch

    Bergdioramen      Bergdioramen      Bergdioramen
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    Geländedioramen
    Hersteller: Busch

    Bergdioramen
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    Feriganlagen
    Hersteller: Noch

    Fertiganlagen
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