Geländebau
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linie Modellbautechnik
Vertiefungsthema: Geländebau - Tipps und Tricks -
linie


Einführung

Das Thema Modellbaugelände kann nicht abschließend diskutiert werden. Der Bau von Modellbahntopographie hängt auch entscheidend von der Entwicklung neuerer Materialien ab.
Dennoch können grundsätzliche Aussagen, auf der Basis der derzeitig vorhandenen und genutzer Materialien vorgenommen werden.
Der nachfolgende Aufsatz versucht deshalb die in der Vergangenheit benutzten Verfahren und auch die modernen Bauverfahren zu beschreiben und zu analysieren. Insbesondere für Neuanfänger im Modellbahnbau habe ich versucht einen Überlick über die bekannten Techniken zu geben.



1. Die Grundplatte
Die Frage welche Modellbahngrundplatte ich wähle hängt natürlich entscheidend von den handwerklichen Fähigkeiten des Modellbauers ab. Ein zweiter Punkt ist der Zeitaufwand.

Wer auf die Schnelle seine Modellbahnanlage in Betrieb nehmen will, der wählt sicherlich eine Modellbahnplatte aus Pressholz aus, auf die er dann sein Modellbahndiorama aufbaut.

Bei der Plattenanlage sollte aber darauf geachtet werden, dass sie einen ausreichend ausgesteiften Unterbau aufweist. Wer lediglich eine Holzfaserplatte auf zwei Holzböcke stellt, hat ein Problem mit der Steifigkeit der Platte. Unbeabsichtigtes Aufstützen auf eine derartig gelagerte Platte führt in den meisten Fällen bei den Gleisverbindungen zu Problemen und auch die Gleise selbst können sich verbiegen. Es ist deshalb dringend anzuraten, sich unter die Modellbahnplatte ein verwindungssteifes Gestell zu stellen, auf das dann die Platte aufgeschraubt werden kann. Der Vorteil dieses Rahmens liegt auch darin, dass die Plattenstärke relativ gering ausfallen kann (rd. 1,0 cm Dicke reicht dann aus).

Aus Anfängerkreisen ist immer wieder das Argument zu hören, dass halt die Platte nur dicker gekauft werden muss um ein Durchdrücken bzw eine Verwindung zu verhindern. Hier ist festzustellen, dass dann aber - um eine Verwindungssteife Platte zu bekommen - mindestens eine Plattenstärke von 3,0 cm erforderlich ist. Unabhängig von deren Preis, ist dann das Gewicht der Platte schon sehr hoch und der Transport der Platte ist beschwerlich.



Rahmen     Modellbahnplatte


    Diese sog. Modellbahnen auf Platte haben folgende Vorteile:
       - Platte ist kostengünstig im Baumarkt zu bekommen.
       - Modellbahn kann jederzeit durch Ansetzen einer weiteren Platte vergrößert werden.
       - Die Gleisverlegung ist je nach Geländeaufbau unkompliziert.
       - Die Aufbauzeit ist relativ kurz.
       - Kleinere Platten können auch platzsparend - hochkant - in die Ecke gestellt werden.

    Die Nachteile dieser Bauart liegen aber auch auf der Hand:
       - Das Modellbahndiorama kann nur eingeschränkt realitätsnah gestaltet werden.
       - Schattenbahnhöfe sind nur eingeschränkt anlegbar.
       - Die Zugänglichkeit zu bestimmten Anlagenbereichen - insbesondere bei größeren Anlagen - ist eingeschränkt
       - Drehscheiben können nur unzulänglich eingebaut werden.

Sehen wir uns die zweite Alternative an.

Die Modellbahn als Rahmen- und Lattengerüst. Das nachfolgfende Bild zeigt solch eine Anlage in der Herstellungsphase. Wie aber auch bereits aus den Bildern zu ersehen ist, kann mit einer derartigen Anlage das Optimum aus einer Modellbahnanlage heraus geholt werden. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen, dass sich mit einer Rahmenbauweise große Möglichkeiten für den Modellbahnanlagenbau eröffnen. Allerdings - und das ist auch aus den Bildern zu ersehen - der Aufwand ist um ein Vielfaches größer.

Modellbahnplatte

Modellbahnplatte

Modellbahnplatte


Wie gehe ich nun bei der Rahmenbauweise vor.

Trägerrost für Modellbahnplatte


Besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt ist auf das Grundgerüst der Anlage zu legen (siehe hierzu auch das obere Bild). Da das Grundgerüst die "Stütze" der Anlage darstellt, muss der Unterbau eine hinreichende Stabilität und Verwindungssteifigkeit aufweisen. Eine simple Platte als Grundlage scheidet bei der Rahmenbauweise aus, da den aufzubringenden Landschaftsreliefs mitsamt den Abstützungen der Höhenentwicklungen das Gewicht die Platte verbiegen würde. Zudem wären sämtliche „Innereien“ nach Fertigstellung der Dioramen nicht mehr erreichbar.

Bei den Rahmenbauweisen oder auch „offenen Bauweisen“ ist von den sonst recht vorteilhaften L-Trägern (Stahl) abzuraten, da deren Verwindungswiderstand - speziell bei Transporten - nicht ausreichend ist. Widerstandfähige L-Träger erhöhen aber wiederum das Gewicht der Anlage erheblich.

Bewährt haben sich bei der Rahmenbauweise über Kreuz verzahnten Holzlatten. Zusätzliche diagonale Streben unter dem Leistenverband sichern die Verwindungssteifigkeit während eines Transports. Das Gewicht eines solchen Unterbaues ist relativ gering und gleichzeitig ist er verwindungssteif. Die Verwendung dicker Vierkanthölzer ist zwar möglich aber nicht zu raten, da dieses ein retaliv großes Gewicht auf die Waage bringen und darüber hinaus - besonders wenn sie noch nicht ausgetrocknet sind - eine gewisse Verformungsunbeständigkeit aufweisen.

Mit dem Bau des Anlagen-Grundgerüsts und der Erstellung einer rohen Landschaftsform hat man dann bereits den Einsteig in den Geländebau geschafft. Ein Hinweis sei hier allerdings gestattet. Bitte niemals so einfach darauf loswerkeln. Das wichtigste ist, sich zuerst mal einen Plan erstellen, was so alles auf und unter der Anlage sein soll. Danach dann eine Skizze erstellen und diese ein paar Tage liegen lassen. Danach nochmals ansehen. Ihr werdet merken, da werden dann noch viele Korrekturen vorgenommen. Wie so ein Grundgerüst mit einem Roh-Geländeaufbau aussehen kann ist dem nachfolgenden Bild zu entnehmen.

Trägerrost mit Rohgelände

Trägerrost mit Rohgelände
Ausschnitt aus einer Rahmenanlage




2. Wie gestalte ich mein Gelände auf der Modellbahnanlage ?
Hier ist zu unterscheiden zwischen dem klassischen und dem modernen Geländebau.


2.1. Klassischer Geländebau
Um mich nicht miss zu verstehen. Die Geländemodellierung wie sie in den 50iger bis 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchgeführt wurde ist nicht überholt. Im Gegenteil !!! Dennoch kam z.B. durch die Einführung des Montageschaum (wird vor allem im Baugewerbe verwendet) ein schnelles und variantenreiches Material für die Herstellung von Gebirgen und Anhöhen in den Modellbahnbau.

a) Geländebau mit Drahtgitter, Papier und Gips

Ausgangsmaterialien:
Gips: Man benötigt Modellgips, andere Sorten sind ungeeignet. Zu bekommen ist dieser Gips in Modellbahngeschäften (sehr teuer)oder auch in Baumärkten (nicht immer). Baugips ist ungeeignet, da er zu Rissebildung beim Trocknen neigt.
Drahtgitter
Bekommt man günstig im Baumarkt oder in Gärtnereien. Die Maschenweite darf nicht zu groß sein. Man nennt dieses Gitter im Volksmund auch Fliegengitter.
Gips: Zeitungspapier oder Verpackungspapier Gips: Tapetenkleister (auch im Baumarkt erhältlich)
Holzstückchen

Vorgehen
Das Fliegengitter wird so modelliert, wie die künftige Gebirgstopograpie oder sonstige Geländetopographie aussehen soll. Das Gittergebilde muss nun mit Holzstückchen unterstützt werden, damit es bei der Weiterbehandlung seine seine Form behält.

Bild-01


Der nächste Schritt ist nunmehr das Zeitungspapier auf einer glatten Unterlagen auszulegen und es gut mit Tapatenkleister zu bestreichen. Danach wird es über das Gittergewebe gelegt. Um Erhebungen oder sonstige Geländegestaltungselemente aufzubringen, kann das Zeitungspapier auch geknüllt werden, in Tapetenkleister gelegt und dann an die entsprechende Stelle aufgelegt werden. Das Ganze gut durchtrocknen lassen.

Nach dem Durchtrocknen muss nun der Gips aufgebracht werden.
Die Abbindezeit für Gips ist kurz, deshalb nicht zu lange mit dem Aufbringen brauchen. Auch sollte die Gipsmasse nicht zu lange gerührt werden, da es sonst nur zu einer unzureichenden Aushärtung kommt.
In einen Gummibecher oder sonstigen flexiblen Gefäß (kann auch ein großerer Plastikeisbecher sein) wird Wasser eingefüllt. Dann wird der Gips hinzu gegeben. Solange Gips zugeben bis eine schlagsahneähnliche Masse entstanden ist. Nach kurzem "Sumpfen" rührt man die Masse nochmals durch und bringt das Material mit einer Spachtel auf. Da das aufgebrachte Papier mit Tapetenkleister durchtränkt wurde, braucht man in der Regel nicht mehr vorwässern, bevor der Gips aufgetragen wird.
Nach dem Abbinden des Gips ist er sehr gut nacharbeitbar. Es können dann noch schöne Felsstrukturen herausgearbeitet werden.

Der letzte Schritt ist dann die Farbgebung. Hier sind der Phanasie keine Grenzen gesetzt. Eine Einfärbung der Spachtelmasse mit wenig Abtönfarbe ist möglich, aber man sollte außerhalb der Anlage das Aushärten überprüfen. Hier kann es schon einmal Probleme geben. Der schönste optische Effekt wird aber mit stark verdünnten Farben auf Wasserbasis erzielt.

Bild-02


Zum Abschluss möchte ich noch Varianten zu den beschriebenen Verfahren aufzeigen:

- Füllspachtel -
Anstatt des Gips kann kann auch sog. Füllspachtel verwendet werden. Füllspachtel ist allerdings wesentlich teurer als normaler Gips.
Der Vorteil:
Durch Zusatz von Wasserrückhaltemitteln und Abbinderegulatoren (z.B. Methylcellulose) zum Gips kann die Abbindezeit dieser Spachtelmasse deutlich verlängert werden. Die Verarbeitung erfolgt dann analog dem Gips. Allerdings steht man hier nicht mehr unter Zeitdruck. Die Zusätze verändern jedoch auch die Eigenschaften des ausgehärteten Materials. So ist Füllspachtel nicht so gut spanabhebend zu bearbeiten und die Porenstruktur ist weniger stark ausgeprägt, so dass eine lasierende Einfärbung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Auf der Modellbahn lässt es sich vielfältig zur Modellierung der Geländehaut einsetzen. Als Untergrund ist besonders die Kombination aus Gipsbinden und Fliegengitter geeignet. Füllspachtel kann mit handelsüblichen Abtönfarben eingefärbt werden. Da die Abbindezeit relativ lang ist, kann man auch größere Flächen wie aus einem Guß modellieren. Für Partien, die anschließend weiter bearbeitet werden sollen, ist allerdings Modellgips die bessere Variante.

Bild-03


- Gipsmastix -
Der Begriff besteht aus Gips und Mastix. Es handelt sich hier um ein Gemisch aus Gips und Papierfasern (Papierfetzen) oder Plastikstreifen oder Holzwolle. Die beiden Bestandteile Gips und die Mastixfasern werden zusammen gemischt und bilden dann eine sehr ziehbare Masse, die auch größere Öffnungen überbrücken kann. Gipsmastix kann direkt auf dem Fliegengitter aufgebracht werden. Man spart somit das Papier. Um die Abbindezeit des Gips zu verlängern, kann Tapetenkleister zugemischt werden, aber bitte nicht zuviel. Anstatt Gips kann auch Knauf-Feinputz verwendet werden. Dies klingt zwar witzig, ist aber durchaus ernst gemeint. Der Feinputz beinhaltet bereits Tapetenkleister, deshalb können die Verputzer diesen Gipsputz ohne Zeitnot verarbeiten und er bindet auch ohne Risse ab. Er ist aber in kleinen Gebinden nicht billig. Bei großen Gebinden (40 kg) hat man zuviel Gips übrig. Aber vielleicht gibt es Ausbesserungsarbeiten im Haus, dann kann der Rest dazu verwendet werden.

- Gipsbinden -
Anstatt des Papiers können auch Gipsbinden auf das Drahtgitter aufgebracht werden. Billige Gipsbinden gibt es in Apotheken.


b) Geländeaufbau mit Drahtgitter und Pappmasche'

Ausgangsmaterialien:
Fliegengitter und Pappmasche' (aus Papierfasern, Wasser und Tapetenkleister)

Vorgehen:
Leichtes Fliegengitter oder auch Putzgitter von der Baustelle entsprechend der gewünschten Geländestruktur modellieren und auf die Modellbahnplatte tackern. Unterstützung der Geländestruktur mit Holzklötzchen.
Dann das Pappmache' aufbringen. Pappmaché hat den Vorteil, dass es wesentlich leicher ist als Gips. Insbesondere bei temporären Anlagen, also bei Anlagen die immer wieder abgebaut werden müssen, ist das Gewicht einer Anlage nicht zu vernachlässigen.
Der Pappmachébrei klumpt allerdings. Deshalb ist es wesentlich schwieriger hier eine glatte Geländestruktur zu erreichen. Für gebirgiges Gelände eignet sich Pappmache' aber hervorragend (wegen der Klumpenbildung). Auf ebenen Flächen wie Acker- und Wiesenflächen ist es nicht zu empfehlen.

Nach dem Trocknen (gut durchtrocknen lassen) geht es dann weiter mit der Farbgebung. Übrigens Pappmache' kann auch nach dem Durchtrocknen geschliffen werden. Auf Pappmache' können Abtönfarben und auch wasserlösliche Lackfarben aufgetragen werden.

Varianten zu diesem Verfahren

Pappmaché aus Papierstreifen hat einen erheblichen Nachteil. Dieser Brei ist schwierig zu formen und - wie bereizs gesagt - er erklumpt. Nach meinen Erfahrungen mit Pappmachébrei ist dieser nicht klumpenfrei anzurühren (vielleicht bin ich auch zu ungeschickt). Die Geländemodelierung ist durch die Klumpenbildung schwierig. Ein Ersatz für Pappmache' kann:
kaschierte Pappmaché
aus Papierstreifen, Wasser und Tapetenkleister sein.
Die Herstellung ist einfach:
Tapetenkleister und Wasser mischen. Dann quellen lassen. Die Papierstreifen werden mit Tapetenkleister durchtränkt und auf das Fliegengitter aufgelegt. Dies erfolgt in mehreren Lagen von kreu und quer gelegten Schichten. Durch Verdickungen (mehrfaches legen von Papierstreifen können auch Geländestrukturen herausgearbeitet werden. Das fertige Werk muss dann rd. 10 bis 14 Tage gut austrocknen. Dann ist das Gelände hart. Das Schöne an kaschierter Pappmaché ist, dass es weiter verarbeitbar ist. So kann z.B. das Gelände später ohne Probleme geändert oder weiter modelliert werden.

Eine weitere Variante ist die Verwendung von
Holzmache'.
Holzmache' besteht aus Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister
Nun gibt es diese Mischungen auch in einschlägigen Modellbahnfachgeschäften fix und fertig zu kaufen - aber sündhaft teuer-. Eigentlich nichts für einen Modellbahner, der sein Geld ja lieber in Gleise, Loks und Wagen investiert.
Nun gibt es auch Herstellungstipps von Holzmasche' die ich euch nicht vorenthalten will.
Gebraucht wird Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister. Das Mischungsverhältnis zwischen Holzmehl : Tapetenkleister ---> 5 : 0,5. Dann gut durchmischen und mit Wasser aufgießen bis eine streichbare Konsistenz entsteht. Die Konsistenz kann erst nach 20 bis 25 Minuten genau eingestellt werden, da der Tapetenkleister und das Holzmehl quillt und dem Brei Wasser entzieht. Eigentlich sollte dies genügen. Leider versprödet beim Trocknen die Masse und es gibt Risse. Deshalb ist es sinnvoll noch Schreinerleim dazu zu geben (Weißleim z.B. Ponal). Das Mischungsverhältnis sieht dann so aus:
Holzmehl : Tapetenkleister : Weißleim ---> 5 : 0,5 : 0,1-0,2.
Der Weißleim macht die Mischung zäher. Das Auftragen kann mit einer Kuchenschabe aus Plastik, mit einer elastischen Stahlspachtel, oder mit einem Pinsel erfolgen. Die aufgetragene Masse mehrere Tage gut durchtrocknen lassen. Nach dem Trocknen kann es dann mit der Farbgestaltung weitergehen.

Bild03'






2.2. Moderner Geländebau

Unter modernem Geländebau wird vor allem die Verarbeitung von neuen, in der Vergangenheit unbekannten Material und Verfahren verstanden. Dies bdeutet aber nicht, dass die "alten verfahren" nicht gleichwertig sind.
Moderner Geländebau ist nur dann interessant, wenn der Bauerfolg schneller und sicherer garantiert werden soll, als mit herkömmlichen Verfahren. Das nachfolgend dargestellte Geländemodellierungsverfahren sind nicht abschließend zu sehen. Es gibt sicherlich noch viele andere moderne Geländebauverfahren, die hier nicht angesprochen werden.


Moderner Geländebau mit Geländebaumörtel und Styroporelementen
Mit den moderenen Material Styropor und Geländebau-Mörtel ist es möglich sehr schnell Dioramen herzustellen. Ich habe vor kurzem meine Wohnzimmersitzgarnitur erneuert. Bei der Entsorgung der alten Sitzgarnitur habe ich festgestellt, dass diese auf einem Styroporkern aufgebaut war. Eigentlich zu schade um einen derartigen Styroporblock wegzuwerfen, dachte ich. Mir kam dann die Idee, diesen Styroporblock mit dem Messer so zu formen, dass eine schöne Gebirgswelt entstand. Mit dem Geländebaumörtel habe ich dann noch die Feinheiten vorgenommen. Der Geländebaumörtel ist für Styropor besser geeignet, da er aus einer Zellulose-Spachtelmasse und einem Kunststoffzusatz besteht, haftet er besser am Styropor als Gips. Ferner kann auch eine feinere Modellierung vorgenomen werden. Der Geländebau-Mörtel bleibt nach dem Anrühren ca. 30 Minuten verarbeitungsfähig. Weitere positive Eigenchaften:
- schrumpft nicht,
- verzieht sich nicht,
- haftet auf allen Untergrundmaterialien
- kann nach dem Trocknen wie Holz bearbeitet werden.

Bild03'





Moderner Geländebau mit Fertigelementen
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Fertigteilen für den Modellbau (Dioramenteile). Mit diesen Fertigelementen ist es innerhalb kürzester Zeit möglich, eine Modellbahnanlage herzustellen. Dies hat zwar seinen Preis, aber für Leute die in Zeitnot sind und schnell eine Anlage auf die Beine stellen wollen, ist dies durchaus eine Alternative. Nachfolgend will ich euch eine Reihe von Fertigdioramen zeigen.

a) Fertigtunnel
Hersteller: Busch

Tunnel'    Tunnel'    Tunnel'


b) Bergdioramen
Hersteller: Busch

Bergdioramen

   Bergdioramen'

   Bergdioramen




c) Geländedioramen
Hersteller: Busch

Bergdioramen




3. Geländegestaltung
Der Modellbahnbau besteht nicht nur aus der Herstellung von nacktem Gelände. Sicherlich kann der Anstrich des Geländes mit Farbe schon eine interessante Gestaltungart sein. Allerdings ist diese Landschaftsdarstellung weit von einer realistischen Darstellung entfernt.
Die Landschaftsdarstellung ist eine echte Herausfordertung für einen Modellbahner.
Nun stellt sich natürlich zurerst die Frage, wie gestalte ich meine soeben gebaute Landschaft, oder anders ausgedrückt wie richte ich nun mein Rohgelände ein.
Sehen wir uns deshalb mal der Reihe nach die dazu erforderlichen Materialen und die dazugehörigen Anleitungen an:

Das Gestalten von Wiesen, Felder und Weiden
Zuerst ist mal zu unterscheiden zwischen:
- Wildgras 6 mm schlanke Kunstgrasfaser
- Feldgras 5 mm schlanke Kunstgrasfaser
- Streugras 2,5 mm schlanke Kunstgrasfaser

Feldgras eignet sich ideal für die Gestaltung von höherem Grasbewuchs auf Wiesen oder Nutzfeldern. Es gibt viele Hersteller von Feldgras. Die Palette reicht von Vollmer über Kibri bis zu Noch. Durch das Mischen von Feldgrasmischungen kann der Modellbahner die für seine Zwecke beste Grasfärbung erreichen. Ein besonders realistischer Effekt wird durch die Mischung von Streugras, Feldgras und Wildgras erreicht.

Blühende Wiesen - Die Farbtupfer auf Wiesen, Felder und Weiden
Eine Wiese ist nie ein gleichmäßig grüner Teppich. Jahreszeit, Höhenlage, Intensität der Sonneneinstrahlung und Bodenbeschaffenheit sind nur einer von vielen Einflussfaktoren, die Farbe, Länge und Art der Wiesenflora bestimmen. In der Vergangenheit wurden diese Farbtupfer mit Farbe hergestellt. Im Handel gibt es aber Nunmehr gibt es auch Wiesen-Flora- und Blüten-Flora-Produkte, die eine sehr realistische Darstellung zulassen. Diese Produkte lassen sich gut mit Feld-und Wildgras mischen. Sie können aber auch nachträglich eingearbeitet werden.

Wiesenflora Blütenflora


Die Herstellung einer realistische Wiese

Wiese kurz vor dem Mähen
- 1 Teil Wildgras hellgrün
• 1 Teil Wildgras dunkelgrün
• 1 Teil Feldgras ocker
• 2 Teile Feldgras hellgrün

Kuhweide - abgegrast
- 2 Teile Streugras Sommerwiese
- 1 Teil Feldgras mittelgrün
- 1 Teil Feldgras goldgelb
- 1 Teil Wildgras dunkelgrün

Wiesen


Gestaltung eines Kornfeldes
- 2 Teile Wildgras beige
- 1 Teil Feldgras goldgelb
- 1/2 Teil Wildgras dunkelgrün

Gestaltung eines Waldrandes oder einer abgeweideten Kuhweide
- Zumischen von den gewünschten Flora-Farben dem Feldgras bzw. Wildgras.

Dichte Begrasung - z.B. Wiese kurz vor dem Schnitt
Begrasen der Fläche zuerst mit Feld- bzw. Wildgras, dann aufstreuen der gewünschten Flora-Produkte. Dann arbeite dieses Produkt mit dem Finger in das bereits aufgestreute Gras ein.

Löwenzahnwiesen, Rapswiesen, Mohnwiesen
- Begrasen der Fläche zuerst mit Feld- bzw. Wildgras,
- Mit einem Sprühkleber auf die Grasspitzen
lockeres Aufstreuen der Blüten-Flora.

Farbmuster


Das Schilfgras
Ein weiteres Gestaltungselement auf der Modellbahn ist das Schilfgras. Mit Schilfgras können lange Gräser, die insbesondere an Seen, Weihern oder Bachläufen wachsen, perfekt imitiert werden. Mit Schilfgras können aber auch Getreidefelder hervorragend nachgebildet werden.

schilfgrasbeispiel
schilfgrasbeispiel


Realistische Blumendarstellung
Wir haben nun schöne Wiesen, Felder und Uferbewuchs uns angesehen. Es gibt aber noch ein weiteres Highlight in Bezug auf Wiesengestaltung. Bei meinen Recherechen bin ich beim Modellhaushersteller Faller auf ein echtes Schmankerl gestoßen. Es handelt sich um die Darstellung von Blumen wie Margariten, Tuplen, Narzissen etc.
Mit diesen Artikeln könnt ihr eure Wiesen, Hausgärten und Bauerngärten noch realistischer darstellen.
Die nachfolgenden Bilder dürften euch einen guten Eindruck über die Möglichkeiten der Gestaltung mit diesen "Modellbahnblumen" geben.

Blumen


Die Gestaltung einer Bahnböschung
Die Bahnböschung bzw der Gleisbereich einer Modellbahn ist ein besonderer Blickpunkt für die Betrachter einer Modellbahnanlage. Deshalb sollte hier auch ein besonderes Augenmerk auf dieses Diorama gelegt werden. Die nachfolgenden Bilder zeigen eindrucksvoll wie mit den o.g. Gräsern schöne Gleisbereiche gestaltet werden können.

Bahndamm

Bahndamm




Die Gestaltung von Buschwerk
Ein beliebtes Thema ist immer wieder - Wie gestalte ich Bäume, Buschwerk und sonstige Geländeflächen - .
Die alten Modellbahnhasen haben in der Vergangenheit oft Islandmoos genommen. Der Nachteil ist allerdings der relativ hohe Preis und es gelingt auch nicht immer eine realistische Darstellung.
Mit der Einführung der sog. Schaumflocken kann nunmehr auch die Darstellung von Büschen und Kleinbewuchs hervorragend gelingen.
Die Frage ist nun, was sind Schaumflocken ?
Schaumflocken sind aufgeschäumte offenporige Weichplastikgebilde, die mit entsprechenden Farben eingefärbt werden.
Schaumflocken gibt es im Handel im Beutel oder als Foliage.
Lose Schaumflocken (also im Beutel oder im Becher) sind für folgende Anwendungsbereiche geeignet:
- Belaubung von Bäumen
- Gestaltung von Bodendeckern
- Ausgestaltung von Wiesen.

Bei der Schaumflocken-Foliage werden die Schaumflocken auf ein fein gesponnenes Trägermaterial aufgebracht. Dadurch können z.B. auch schnell Buschreihen hergestellt werden.

Schaumflocken

Schaumflocken


Aufbringen von Schilfgras, Feldgras, Schaumflocken etc auf das Gelände
Wie bringe ich nun Schilfgras, Feldgras oder Schaumflocken haltbar und auch ansehnlich auf das Gelände ?
Die billigste Methode ist sicherlich weiterhin das Aufbringen von Weißleim - auch Schreinerleim genannt - auf die dazu ausgewählte Fläche. Auch Tapetenkleister eignet sich gut. Es sollte allerdings ein Tapetenkleister sein, der für das Aufbringen von Vliestapeten geeignet ist.
Es gibt aber im Handel mittlerweile spezielle "Graskleber". Der Vorteil des Grasklebers besteht darin, dass die eingestrichene Fläche länger zum abbinden braucht. Dadurch können größere Flächen begrast werden und der Grasteppich kann dichter ausgeführt werden, da die elektrostatisch aufgeladenen Grasfasern leichter in den Leim eindringen können. Allerdings hat Glaskleber auch seinen Preis.
Ich verwende weiterhin Weißleim, allerdings verdünne ich ihn, so dass ich damit die Abbindezeit verzögere. Dadurch entsteht nahezu der gleiche Effekt wie beim Glaskleber.
Ein sinnvolles Gerät zum Aufbringen der Grasfasern selbst ist der Gras-Master von Noch.

Dieses Gerät lädt die Grasfasern elektrostatisch auf. Das Ergebnis ist, dass die Fasern dann tatsächlich senkrecht auf dem Untergrund stehen und dadurch ein sehr realistischer Grasteppich entsteht.
Die Arbeit mit dem "Gras-Master" ist einfach:
- Mischen der verschiedenen Grasfasern (Farben und Längen) je nach Wiesen- bzw. Feldart.
- Einbringen der Mischung in den Gras-Master.
- Betreichen der zu begrasende Fläche.
- Erdung des Gras-Master´s in oder in der Nähe der zu begrasenden Fläche (z.B. an einem kleinen Nagel).
- Begrasen der Landschaft, indem der Gras-Master ca. 10 cm über die zu begrasende Fläche gehalten wird und dabei leicht schütteln.


Glaskleber von Noch    Glaskleber von Noch



Geländegestaltung mit Islandmoos
Islandmoos ist ein Naturprodukt. Von billigeren Moos, das es in Bastelgeschäften oder Baumärkten für die Blumendekoration gibt, ist abzuraten, da diese Moose nicht farbecht sind. Sie färben ab und verlieren bereits nach kurzer Zeit ihre Farbe. Ein passendes Stück Islandmoos mit den Händen heraustrennen, mit Leim oder Alleskleber bestreichen und an der gewünschten Stelle auf der Anlage platzieren. Durch Kombination verschiedener Farben und verschieden großer Stücke lassen sich schöne Effekte erzielen. Durch sein großes Volumen ist Islandmoos ideal zur Gestaltung von Büschen, Waldböden, Wiesen und vor allem selbstgebauten Bäumen geeignet.

Gelände mit Islandmoos

Gelände mit Islandmoos     Gelände mit Islandmoos

Gelände mit Islandmoos



Geländegestaltung mit Fertigprodukten
Es gibt im einschlägigen Fachhandel mittlerweile viele Fertigprodukte. Zu bekommen sind Fertighecken, Buschwerk, Bäume etc, etc. Nachfolgend werden einige Beispiele von Fertigprodukten dargestellt.

Fertigprodukte

Grasstreu     Grasstreu



4. Spezielle Modellbahneffekte
Der Modellbahnbau besteht nicht nur aus Gelände. Nein, interessant wird eine Modellbahnanlage vor allem durch Detaildarstellungen, sei es durch die Anlage eines Teiches, eines Mühlenbereiches, eines Schwimmbades, eines Regenrückhaltebeckens, einer Sandgrube mit entsprechenden Baggerseen etc etc.
Ich will hier nachfolgend ein paar Anregungen geben.

a) Bau von Bachläufen und Seen
Bei der Gestaltung von Bauläufen oder Seen gibt es zwei Systeme. Ein System ist die klassische Herstellung mit Gips, Farbe und Folie. Diese Herstellungsmethode ist sehr aufwendig, aber realistisch, wie die Herstellung von Wasserläufen mit modernen Materialien.
Sehen wir uns zuerst die Herstellung eines keinen Sees - mit einer altbewährter Methode - an.
Dazu wird Gips (kann auch Modellgips, Pappmaschee' , Zellkrepppapier etc. sein), Wasserfarbe oder Plakatfarbe, Silicon und eine Küchenfolie benötigt.

Vorgehen:

1. Auf einer entsprechenden Unterlage wird die künftige Seefläche mit blauer Farbe angemalen. Es sollte nicht zu kleinlich dabei vorgegangen werden. Die tatsächliche Seefläche muss innerhalb dieser Anstrichfläche liegen.

2. Nun werden die künftigen Uferränder gestaltet. Dazu werden entweder Gips, Holzschnitzel oder ähnliche Materialien genommen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ich habe auch schon mit Tapetenkleister durchtränktes Zeitungspapier genommen und entsprechend modelliert. Nach dem Trocknen sieht das sehr realistisch aus.

3. Als nächstes wird das Silicon (vom Baumarkt - Farbe: transparent) vollflächig auf die Seefläche aufgebracht. Dabei nicht zu sparsam umgehen. Es soll eine dicke Schicht entstehen. Am besten nimmt man einen Pinsel für diese Arbeit.

4. Sofort nach dem Auftragen des Silicons wird die entsprechend zugeschnittene Folie aufgebracht. Die Folie zuerst mit einem Pinsel andrücken. Danach entsprechende Wellenmodellierungen mit dem Zeigefinger oder einem harten Bostenpinsel vornehmen.

5. Wenn das so gestaltete Diorama durchgetrocknet ist, die Folie mit blauer Farbe bestreichen. Die Wellenbewegungen entsprechend mit weißer Farbe ausgestalten.

6. Danach bginnt der Bau des Uferbereiches mit Modellbausteinchen, Wiesenstreu, Schilfgras oder anderen Gestaltungselementen. Hilfreich sind im Uferbereich auch Schaumflocken, da sie mit dazu beitragen, einen realistischen Uferbereich darzustellen.

Übrigens:
Ich habe auch schon gesehen, dass Modellbahner auf die Folie verzichten und nach dem Austrocknen des Silicons die Farbgebung vornehmen. Allerdings wird dann eine nicht so schöne Gewässeroberfläche erzeugt.

Seebild mit Silicon




Seebild    Seebild

Seebild


Eine weitere Möglichkeit der Gestaltung von Seen sieht so aus:

1. Raufasertapete auf eine Grundplatte kleben (gibt es im Baumarkt)
2. Mit Heißkleber die Wellenstruktur nachahmen
3. Mit Dispersionsfarbe das Wasser farblich gestalten
4. Den so entstandenen See mehrmals mit Klarlack überziehen.


Eine Beipiel für die Gestaltung eines Bach- oder Flusslaufes:

1. Mit Gips die Struktur der Wasseroberfläche modellieren. Dabei den Flusslauf beachten.
2. Während der Gips noch feucht ist, bereits das Ufer anlegen.
3. Nach dem Trocknen den Gips mit Dispersionsfarbe farblich gestalten
4. Die Fläche mehrmals mit Klarlack überziehen.

Wasserfall mit Gips      Wasserlauf



Nun sehen wir uns die Gestaltung mit modernen Materialien an.
Um Wassereffekte zu erzeugen ist es heute nicht mehr erforderlich eine Gipsmodelierung vorzunehmen. Beim Hersteller - NOCH - (es gibt auch andere Hersteller) gibt es zur Effektgestaltung an Gewässern ein sog Wassergel. Damit gelingen realtiv einfach realistische Stromschnellen und eindrucksvolle Wasserfälle. Die Wassereffekte kommen durch eine zähflüssige, weiße Substanz zustande, die flexibel und transparent austrocknet. Wegen der sehr zähen Konsistenz kann das Material auch direkt an steilen Stellen (z.B. für Wasserfälle) verwendet werden. Um z.B. Stromschnellen zu basteln, werden einige Streifen dieses Gel's auf den Flusslauf aufgetragen. Mit einem groben Borstenpinsel werden dann die Gelstreifen verteilt.
Gegenüber der alt hergebrachten Methode spart sich der Modellbahner hier die Modellierung der Stromlinien bzw der Stromschnellen mit dem Gips oder dem Silicon. Es ist nicht zu verschweigen, dass durch die Gelstruktur und die Lichtreflexion dieses Materials sehr gute Wassereffekte hervorgerufen werden.

Eine weitere Möglichkeit für eine bessere Gewässergestaltung sind sog. Water-Drops. Es handelt sich hier um ein Granulat, das bei 170°C im Backofen erhitzt wird und einfach auf den Flusslauf ausgegossen wird. Die Water-Drops sind transparent für kristallklare Flüsse und Seen erhältlich. Sie können aber auch bereits farbig im Handel gekauft werden und mit dem transparenten Granulat, je nach Gewässerart, koloriert werden. Dank des niedrigen Schmelzpunktes kann die Oberfläche eines mit Water-Drops gestalteten Gewässers mit einem normalen Haartrockner wieder angeschmolzen werden, um z.B. Kratzer zu entfernen oder Wellen zu modellieren. Ich habe derzeit diese Water-Drops nur beim Hersteller Noch gesehen. Wahrscheinlich gibt es aber auch noch andere Hersteller dieses Granulats.

Eine weitere Neuentwicklung ist das 2K Wasser-Gel von Noch. Mit dieser Zweikomponenten-Entwicklung lassen sich Seen, Flüsse, Bäche und Weiher einfach und echt realisieren. Die beiden Komponenten werden im Verhältnis 1:1 vermengt und anschließend auf die entsprechende Fläche gegossen. Die Zeitdauer zwischen dem Vermengen und dem Ausgießen der Flüssigkeit entscheidet über die Konsistenz dieses Wasser-Gel's.
Anfangs ist es dünnflüssig, nach ca. 30 Minuten honigartig und nach 90 bis 120 Minuten ist es zähflüssig.

Noch-Produkte

Bild-Wasser


Es gibt aber auch noch das Merkur-Styroplast-Wasser (erhältlich über Conrad). Das Merkur-Wasser hat zwar den Vorteil, dass es geruchlos und ohne Wärmeentwicklung aushärtet, aber es hat aber den Nachteile, dass es nur sehr langsam aushärtet (dies kann bis zu mehrere Tage dauern). Während des Aushärtens verliert das Material an Volumen. Da das Bachbett ein Gefälle aufweist und das Merkur-Wasser nicht schnell aushärtet, muss die gesamte Anlage so schräg gelagert werden, dass das Bachbett waagrecht ist - sonst fließt das gesamte Merkur-Wasser buchstäblich den Bach hinunter. Wenn das Bachbett waagrecht liegt, kann das Merkur-Wasser eingeträufelt werden.

Übrigens: Stromschnellen bzw Wasserwirbel können mit einer Stricknadel gestaltet werden. Die Nadel in das Merkur-Wasser (weiße Acrylfarbe) tauchen und im Bereich, in dem Wasserwirbel, Wassergischt oder ein unruhiger Bachverlauf dargestellt werden sollen, vorsichtige Drehbewegungen machen oder einfach hineinstechen. Da das Merkur-Wasser weiß ist, kann das Ergebnis nicht gleich gesehen werden, da kein Farbunterschied zwischen der Farbe und dem Wasser erkennbar ist. An den Rändern sollte das Wasser mit der Stricknadel bis an den Rand verteilt werden, da es von sich aus nicht eben verrinnt. Leider muss der Vorgang mehrmals wiederholt werden da das Wasser beim Austrocknen an Volumen verliert und die Wasserstandshöhe nach dem Austrocknen niedriger ist. Ich habe hier kein Foto, da mein Experiment insofern misslungen ist, da die Flüssigkeit nicht transparent ausgetrocknet ist. Weshalb weiß ich nicht. Vielleicht liegt es am Material. Deshalb komme ich zum Ergebnis, dass das Noch-Material besser ist.

Als letze Möglichkeit stelle ich euch die sog. Seefolie vor.
Die Seefolie habe ich beim Hersteller Kibri gesehen. Habe sie aber selbst nicht ausprobiert. deshalb zeige ich euch nur das Bild des Herstellers.

Seefolie


Nach den Erfahrungen von Modellbahnfreunden, ist der Einsatz dieser Folien einfach. Allerding sollte der Untergrund für die Seefolie gestaltet werden. So ist der Einsatz von Sand, Steinen und Farbe geeignet um Tiefen vorzutäuschen. Seefolie bringt es bei Seen und Flüssen recht gute Ergebnisse. Bachläufe und fliesende Gewässer lassen sich damit jedoch nur unzureichend nachbilden.

Eine weitere Möglichkeit kleine Gewässer realistisch darzustellen ist der Einsatz von Klarlack .
Der Klarlack, der in jedem Baumarkt erhältlich ist, muss dabei in dünnen Schichten aufgetragen werden, bis die gewünschte "Wasserdicke bzw Wassertiefe" erreicht ist. So um die 2 bis 4 mm sollten es sein. Die einzelen Schichten aber bitte nicht zu stark auftragen, da sonst Luftblasen (Lufteinschlüsse) entstehen können. Bitte auch darauf achten, dass die einzelnen Schichten gut durchtrocknen (sonst gibt es Haarrisse).


b) Bau von Felsstrukturen
Was wäre eine Modellbahnanlage ohne Gebrigs-oder Felsstrukturen. Sicherlich wenig eindrucksvoll.
Die Frage ist aber nun, wie bringe ich Fels- bzw Gebirgsstrukturen auf meine Modellbahnanlage ?
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Versuchen wir mal uns einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen:

Die erste Variante ist sicherlich die einfachste und auch nicht gerade die billigste. Im Modellfachhandel gibt es sog. Korkfelsen. Das Material ist aus Kork und so gestaltet, dass es Felsstücken sehr ähnlich sieht. Wie das nachstehenden Bild zeigen, kann mit diesen Korkfelsen eine akzeptable Gestaltung erreicht werden.

Korkfelsen

Korkfelsen     Korkfelsen


Eine weitere Variante stellt die Herstellung von Felsbänken mit Hilfe von Gips, Papmachee, Montageschaum oder Holzmachee dar. Diese Art der Felsgestaltung ist für Modellbahnanlagen nach meiner Auffassung die beste und kostengünstigste Lösung, da Gebirgszüge bzw Felspartien homogener gestaltet werden können als mit Korkfelsen. Der Aufwand ist allerdings größer. Auf Bilder verzichte ich hier, da bereits weiter oben entsprechende Ausführungen hierzu erfolgten.

Eine teuere Variante für die Gestaltung von Felsmassiven ist die mit sog. Gebirgssteinen, die es von verschiedenen Herstellern, wie Noch, Vollmer etc gibt. Die Gebirgssteine können zu Felsmassiven zusammengeklebt werden. Sie bestehen aus Hartschaum. Die Felsenstruktur ist dem Alpenmassiv nachempfunden.

Gebirgssteine     Felsen aus geschäumten Material     Felsen aus geschäumten Material


c) Bau von Mauern
Der Bau von Mauern und Kunstbauwerken (Brücken etc) wird von den Modelleisenbahner nicht so gerne durchgeführt. Meistens wird ins Fachgeschäft gegangen und erwirbt Tunnelportale, Stützmauern u.ä. als Fertigprodukt. Über die jeweiligen Fertigprodukte lasse ich mich hier nicht aus. Es gibt dazu auch nicht allzuviel zu sagen.
Wenn Zeit und Lust mitgebracht wird, kann aber eine Mauer auch selbst gebaut werden - und zwar aus Gips -. Hier eignet sich am besten Baugips. Der härtet schnell aus und das ist wichtig beim Mauerbau. Nun wie geht man vor.
Stellen wir uns vor, wir benötigen eine Stützmauer aus Naturstein. An der Stelle wo die Mauer entstehen soll, stellen wir einen steifen Pappkarton auf. Dieser soll als Rückseite für die Mauer dienen. Auf diesen Karton wird nunmehr in Lagen Gips aufgestrichen. Da der Gips sehr schnell härtet, können die Gipslagen in sehr kurzen Zeitabständen aufgetragen werden. Anstatt Gips können auch Gipsbinden aufgebracht werden. Die letzten Lagen sollen allerdings nur aufgestrichen werden. Den Grund nenne ich später.
Die Dicke der Mauer ist euren Bedürfnissen anzupassen. In der Regel reichen aber 5 mm an der schwächsten Stelle aus.

Wenn alles richtig durchgehärtet ist, kann die sichtbare Wandfläche bearbeitet werden. Soll eine Bruchsteinmauer dargestellt werden, so ist die Oberfläche mit einem spitzen Gegenstand (z.B. ein spitzes kleines Messer) zu bearbeiten. Schnell geht so eine Bearbeitung mit einem kleinen elektrischen Fräswerkzeug.
Nun beantwortet sich die Frage selbst, weshalb die letzten Schichten der Mauer nicht mit Gipsbinden aufgebracht werden sollen. Um die Mauersteine darzustellen, muss in den Gips gefräst werden. Gipsbinden würden beim Fräsen aber ausfransen.
Mit der Fräsmethode können alle möglichen Stein- oder Betonmauern dargestellt werden. Wie das im Bauzustand aussehen kann ist dem nachfolgenden Bild zu entnehmen.


Gipswand

Gipswand


Die fertige Oberfläche der Mauer kann dann mit jeder Farbe (auf Wasserbasis) coloriert werden. Achtet aber dabei auf einen natürlichen Effekt. Übrigens: Auch Gabionenwände können so gestaltet werden.

Tunnel





5. Bau von Wegen
Eine spezielle Sparte im Dioramenbau ist der Wegebau. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten wie Wege im Modell gebaut werden können.
Zuerst ist aber die Überlegung anzustellen, welche Wege den es überhaupt in der Realtität gibt.

Zu unterscheiden sind folgende Wege und Straßen

- Überörtliche Straßen wie zwei und mehrsteifige Bundesstraßen und Autobahnen, Landstraßen

- zwischengemeindliche und örtliche Straßen (Gemeindeverbindungsstraßen, Ortsstraßen

- Landwirtschaftliche Wege und Flurwege

- Rad- und Gehwege in der Flur und in der Stadt

Jede dieser Wege benötigt eine besondere Gestaltung und damit unterschiedliche Herstellungstechniken.
Nun gibt es im Handel eine schier unüberschaubare Produktpalette an Fertigprodukten. Wir werden uns diese noch näher ansehen. Für einen preisbewussten Modellbahner und für einen Hobbybastler werden diese Produkte aber nicht in Frage kommen. Im Übrigen ist es manchmal mit der Realitätstreue dieser Produkte auch nicht weit her.

Beschäftigen wir uns zuerst mal mit den Feld-und Waldwegen - also den landwirtschaftlichen Wegen. Diese Wege sind zwar in der Straßenhierachie an drittletzter Stelle zu finden - es gibt dann nur noch die Geh-und Radwege und die Privatwege - in der Modellherstellung sind sie aber äußerst anspruchsvoll.
Wie können nun derartige Wege hergestellt werden:

Wirtschaftswege oder fachmännisch ausgedrückt Feld-und Waldwege werden vielfach nur ungebunden befestigt, also mit Schotter oder als sog. sandgeschlämmte Decke. Um einen Weg als sandgeschlämmten Weg darzustellen, ist es erforderlich, Sand durch einen Teefilter aus Metall oder einem Teeein zu sieben. Dadurch bekommt man einen feinen Sandstaub. Dieser Sandstaub wird dann auf eine Unterlage, die mit weißem Schreinerleim bedeckt wurde aufgestreut und dann mit einer kleinen Tapetenrolle aufgefdrück. Dabei darauf achten, dass der Schreinerleim nicht zu dick aufgebracht wird, da sonst der Leim durch den Sandstaub gedrückt wird. Durch diese Methode wird eine realitische Darstellung einer sandgeschlämmten Decke erreicht.

Waldweg      Geh-und Radweg

Feldweg
landwirtschaftlicher Weg neben einem Bahngleis






Sobald es meine Zeit erlaubt werde ich den Aufsatz fortstetzen

Bis dahin

weiterhin viel Spass mit eurer Modellbahnanlage.
euer
Peter Wankerl


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