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linie Modellbahntechnik
Vertiefungsthema: Gleisbau - Tipps und Tricks -
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Wie werden Gleise auf der Modellbahnanlage richtig verlegt ?

Nun das ist eine Frage, die nicht mit einem Satz beantwortet werden kann. Es hängt davon ab, welches Gleis gewählt wurde.
Bei einem Gleissystem mit bereits fertig aufgebrachter Schotterung, sieht die Verlegearbeit selbstverständlich anders aus, als bei einem Gleissystem, das nur aus den Schienen und den Schwellen besteht.

Sehen wir uns als erstes mal das Gleissystem mit einer fertigen Schotterbettung an, wie Trix, Märklin und Fleischmann z.B. es anbieten.
Diese Gleissysteme eigenen sich natürlich nicht nur für einen temporären Aufbau. Sie können selbstverständlich auch stationär auf die Anlage gebracht werden. Am besten ist es, diese Gleise auf die Platte zu schrauben, damit sie ggf. später wieder ohne Mühe und vor allem ohne Beschädigung von der "Platte" entfernt werden können.
Für Modellbahner, die sich wenig Arbeit mit der Gestaltung der Gleiskörper machen und mehr sich der Technik widmen wollen sind diese Gleissysteme optimal. Natürlich müssen hier Abstriche in Hinblick auf Orginaltreue gemacht werden.
Zur Technik der Verlegearbeit gibt es nicht viel zu sagen, da die Einschötterung der Gleise entfällt. Allerdings ist es, um das "Dröhnen" zu unterbinden (bei der Fahrt) ratsam, als Dämpfung einen Korkstreifen unter das Gleis zu legen. Der überstehenden Korkstreifen kann übermalt oder mit Grasmatten oder Grasstreu retuschiert werden.

Interessanter gestaltet sich die Arbeit ohne diese "fertigen" Gleissysteme.

Sehen wir uns als nächsten ein Gleissystem an, das keinen fertigen Schotteraufbau aufweist, also nur aus Schienen und Schwellen besteht.
Hier ist echte Handarbeit und Zeit angesagt. Technisch ist zu erwähnen, dass das Schotterbett bei der Bahn für eine stabile Lage der Gleise sorgt. Es hat ferner, wegen der Lastabtragung einen trapezförmigen Querschnitt. Auf der Modellbahnanlage kann dies durch eine Korkgleisbettung umgesetzt werden. Es gibt viele Hersteller von derartig fertig zubereiteten Korkgleisbettungen.

Eine billigere Möglichkeit besteht allerdings darin, dass "Modellbahner" sich von einem Baumarkt unbehandelte Korkfliesen besorgt und sich diese nach den eigenen Vorstellungen zuschneidet. Die Korkplatten sind zwar manchmal ein klein wenig dicker, aber das macht sich nur im Millimeterbereich bemerkbar und ist ohne Einfluss auf die Gleisverlegearbeiten.
Im Gegenteil, es ist schöner und wirkt natürlicher, wenn die Gleisbettung gegenüber dem umliegenden Gelände höher liegt.
Um die Korkplatte korrekt auf die Modellbahnplatte zu bekommen, ist zuerst die Gleistrasse mit Bleisift darzustellen (und zwar als Mittelachse).

Bild-Gleisbau

Der nächste Schritt ist dann die Korkplatten zurecht zu schneiden (mit einem Außengefälle - trapezförmig) und mit Schreinerleim (Weißleim) auf die Unterlage zu kleben. Natürlich mittig entlang der angezeichneten Gleisachse.
Hier muss genau gearbeitet werden, damit später die Gleise auch auf die Korkplatten exakt justiert werden können.
Bis zum Festwerden des Klebstoffes können Nadeln aus Muttis Nähkasten oder Tapetenstifte zur Positionsfixierung dienen. Dieses Fixieren ist besonders in gebogenen Abschnitten und bei Rampen wichtig.

Bild-Gleisbau

Im Bereich von Weichen werden die Korkstreifen an den Außenkanten weiter geführt bis die Gleisäste einzeln wieder weitergeführt werden können. Der Zwischenraum der Weiche wird ebenfalls mit Korkplatten ausgefüllt, wobei die Korkplatte in das entstandene Dreieck genau eingepaßt werden muss.

Wenn die Korkplatten angetrocknet sind, ist die Verlegung des Gleises angesagt. Die Gleise müssen exakt auf die Korkunterlage aufgelegt werden. Danach werden sie entweder mit Schrauben oder Nägeln auf der Unterlage befestigt (achtet darauf, dass die Nägel oder Schrauben nur über die dafür vorgesehenen vorgestanzten Löcher in den Schwellen eingeschraubt bzw genagelt werden).

Bevor nun mit dem Einschottern der Gleise begonnen wird, ist auf alle Fälle eine Probefahrt mit der größten Lok und dem größten Wagen den ihr habt vorzunehmen. Nur so können Unzulänglichkeiten und Fehler in der Verlegeart noch unkompliziert ausgebessert werden. Nach dem Einschottern ist das nur noch mit erheblichem Arbeitsaufwand möglich.

Bild-Gleisbau

Bevor es mit dem Einschottern losgeht, sollte das Augenmerk auf den Schotters selbst gelegt werden. Manches Schotterstreu sieht nicht sehr naturgetreu aus. Es gibt das unterschiedlichste Schottermaterial. Schottermaterial aus Quarzsand sollte nicht verwendet werden, da es zu unnatürlich aussieht und die Körnung zu groß ist, zumindest für N-Bahnen. Aber letztendlich entscheidet natürlich der Modellbahner selbst, welches Material er verwenden will. Es ist viel Geduld und Zeit für das Einschottern der Gleise mitzubringen. Aber es lohnt sich. Auf kurzen Gleisabschnitten (3 bis 8 Schwellenabstände) gibt man Weißleim auf, der im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt und dem einige Tropfen Spülmittel zur Verbesserung der Kriechfähigkeit zugegeben wurde, in die Zwischenräume der Schwellen. Eine andere Möglichkeit besteht mit Latexkleber. Dieser Kleber wird mit Wasser verdünnt (Mischungsverhältnis 1:1). Ein Spritzer Spülmittel macht das Gemisch fliessfähig. Latexleim hat den Vorteil, dass er nicht wie der Weißleim hart wird, sondern eine bestimmte Elaszitität behält und somit die Rollgeräusche vermindert.Das Aufbrinden des Klebers, ob Weißleim oder Latexkleber kann mit einer Spritze oder mit einem kleinen Pinsel erfolgen.
Danach wird sorgfältig Schottermaterial, das es bei vielen Herstellern in verschiedenen Farben gibt (z.B. Auhagen, Jeweha), in die Schwellenfächer gestreut. Er ist mit Hilfe eines Pinsels so in den Schwellenfächern zu verteilen, dass weder die Schwellen noch die Kleineisennachbildungen bedeckt sind (leichter gesagt als getan ...)
Dann drückt man den Schotter mit einem festen Gegenstand an (z.B. mit dem oberen flachen Ende eines Bleistiftes) und lässt den Schotter antrockenen. Bei Bedarf werden lückenhafte Bereiche nachgeschottert. Hierzu bringt man die Schotterkörner trocken auf und träufelt geringe Mengen des Klebergemisches mit einem schmalen Pnsel oder einer Pipette darauf.

Bild-Gleisbau

Nach dem Antrocken saugt man mit einem geringen Saugstrom die losen Schotterpartikel vom Gleis. Damit ist die eigentliche Arbeit getan.

Nicht vergessen sollte man aber die Säuberung der Gleisoberflächen. Hier ist es ratsam mit einem feinen Sandpapier, das um einen kleinen Holzklotz gewickelt wird, die Gleise abzuschliefen.
Es genügt in der Regel ein einmaliger Durchgang. Nur so ist gewährleistet, dass die Loks auch ausreichend Kontakt bekommen und nicht stehenbleiben. Keinesfalls sollte man diese "Schleifarbeit" von einer Schleiflok oder Schleifwagen machen lassen.
Hier besteht die Gefahr, dass durch Klebereste die Lok verschmutzt und dann grundlegend gereinigt werden muss.
Nach dem Schleifen gehe ich in der Regel noch mit einem angefeuchteten Wattestäbchen über die Gleise um den Feinstaub der durch das Schleifen entsteht zu beseitigen.

Bild-Gleisbau
So sollte eine Einschotterung aussehen.


Manche Modellbahner verteilen das Schotterstreu mit einem Teelöffel oder ähnlichem Gegenstand vorsichtig und büsten dann mit einem weichen, kurzen Borstenpinsel das Material sauber zwischen die Schwellen und außerhalb der Schwellenbereiche. Die Verklebung erfolgt dann dannach mit Weißleim oder Latexkleber. Ich halte von dieser Methode aber wenig, da das Material nicht homogen verklebt wird.

So kann die Sache dann aussehen. Wirkt diese Einschotterung nicht natürlicher, als ein Gleissystem mit fertigem Schotterbett ?

Bild-Gleisbau

Im nächsten Kapitel will ich euch über andere Methoden der Gleisverlegung informieren. Bis dahon wünsche ich euch weiterhin viel Spass mit eurer Modellbahnanlage.
euer
Peter Wankerl


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