Das Gleisbildstellwerk für Modelleisenbahnanlagen
Logo von hpw-modellbahn.de    
linie Modellbautechnik
Vertiefungsthema: Das Gleisbildstellwerk -


1. Einführung

Damit der Modelleisenbahner, der über eine größere Modelleisenbahnanlage verfügt nicht den Überblick über Weichen, Signale und Blockstrecken etc verliert, muss er sich Gedanken über die Darstellung seiner Eisenbahnbetriebsfunktionen machen.
Wird von der Computertechnik abgesehen, so bleibt eigentlich nur die Erstellung eines Gleisbildstellwerkes. Dieses ist sowohl praktisch als auch vorbildgetreu. Gleisbildstellwerke gibt es im Fachhandel angeboten. Der Modelleisenbahner der Elektronikerfahrung besitzt, kann sich aber auch sein ganz persönliches Stellwerk mit den entsprechenden Features selbst bauen.. Der nachfolgende Aufsatz sollt ein klein wenig dazu beitragen die Scheu vor dem Bau eines Gleisbildstellwerkes zu nehmen.



2. Planung und Realisierung

Das wichtigste, auch wenn es banal klingt, ist die Planung eines derartigen Stellwerkes. Die meisten Modelleisenbahner bauen ja nicht gleich zu Beginn Ihrer Modelleisenbahnkarriere eine Gleisbildstellwerk. Ein Gleisbildstellwerk wird meistens erst mit fortschreitender Erweiterung der Anlage ins Auge gefasst. Nun wie geht man in derartigen Fällen vor ?

1. Schritt:

Zuerst ist schriftlich festzulegen welche Funktionen die bisherige Anlage bereits aufweist und welche künftigen Funktionen noch gewünscht sind (z.B. außer den Weichen- und Signalschaltungen, auch Blockschaltungen und Gleissperrstrecken). Gegegenfalls kann auch die Beleuchtung ins System mit einbezogen werden. Hier ist genaues Arbeiten und Überlegen angesagt. Sog. Schnellschüsse helfen hier nicht weiter, da spätere Umbauarbeiten, ärgerlich und zeitaufwendig sind. Zu überlegen ist auch, ob das Gleisbildstellwerk aus Holz oder Metall erstellt werden soll.

2. Schritt:

Sind alle Funktionen festgelegt, so ist zu überlegen, welche Schalter, Stromversorgung, Glühbirnchen bzw Leuchdioden benötigt werden. Im Klartext, dass Stellpult muss nun geplant werden. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen zu überlegen, welche Abmessungen das Gleisbildstellwerk benötigt. Es ist durchaus vorteilhaft, das Stellpult in einzelne Elemente aufzuteilen, die jeweils eine Weiche oder ein Signal mit eigener Stromzuführung enthalten.
Auch auf eine gute Zugänglichkeit ist zu achten, damit der Modellbahner nach dem Bau des Stellwerkes nicht in Reha gehen muss.
Auf dem Stellpult kann die Position einzelner Loks oder Züge (vor allem in Schattenbahnhöfen) z.B. mit beschriftbaren Magneten gekennzeichnet werden (bei Holz klebt man einfach Blechstücke oder Magnete an den möglichen Stellen auf die Rückseite der Platte). Denkbar ist auch der Einbau von Steuerungen. Est ist durchaus sinnvoll die Schaltung der Beleuchtung von Straßen und Häusern in das Stellpult zu integrieren.

3. Schritt:

Nun geht es zum Bau. Die Entscheidung über das Trägermaterial muss bereits gefallen sein Auch die Abmessungen sind bekannt, sodass auf das Trägermaterial, sei es nun Holz oder Metall die Bohrungen für die Schalter und Beleuchtung angebracht werden können. Das Trägermaterial wird nun entsprechend lakiert.
Die Streckenführung zwischen den Weichen und Signalen wird nun aufgebracht. Am besten eignet sich hier ein Filzschreiber mit einem dicken Strichverlauf.
Sind Taster, LED's usw. eingebaut werden diese auf der Rückseite des Trägermaterials verdrahtet.

Immer wieder die Funktionen überprüfen, um auftretende Fehler sofort korrigieren zu können.

Bild-01




Bild-02




Bild-02


Fertigprodukte im Handel
Es gibt im Handel aber auch bereits vorgefertigte Gleisbildstellwerk. Allerding muss hier der Modellbahner schon richtig Geld in die Hand nehmen.

Roco Gleisbildstellwerk (GBS)
Ein Gleisbildstellwerk hat Roco in den 1980 iger Jahren in den Handel gegeben. Geworben wurde unter der Slogan "Erfüllen Sie sich den Traum vieler Modellbahner, bauen Sie Ihr eigenes Gleisbildstellpult" Das System zeichnet sich durch den baukastenartigen Aufbau aus. Die Optik und Funktion gleicht dem vorbildgerechten Gleisbildstellwerk der Bahn. Das Gleisbildstellwerk kann für alle denkbaren Gleispläne verwendet werden. Dazu benötigt der Erbauer keine technische Vorkenntnisse oder Spezialwerkzeuge, wohl aber eine maßgebliche Zeit an Bastelstunden. Als Leitfaden wurde von Roco das sog. "GBS-Standard-Handbuch" herausgegeben, das in ausführlicher Form die einzelnen Arbeiten erläutert (Artikel-Nr. 81424). Das "GBS-Standard-Grundset" gab es unter der Art-Nr. 10347. Diese Basispackung enthielt bereits alle Bauteile, Werkzeuge und Hilfsstoffe, die zum Aufbau eines Bahnhof mit 8 Weichen und 1 Entkupplungsgleis benötigt wurden. Dieses Produkt gibt es heute nur noch im Gebrauchthandel.

Roco: Gleisbildstellwerk

Gleisbildstellwerk




Track-Control von Uhlenbrock
Track-Control von Uhlenbrock ist dem Siemens Gleisbildstellpult DrS2 nachempfunden, das seit den 1960iger Jahren bei der Deutschen Bundesbahn eingesetzt wurde. Es ist gegenüber den bisher beschriebenen Gleisbildstellwerken ein digitales Gleisbildstellwerk. Die Funktionalität ist an den modellbahnerischen Bedarf angepasst worden, so dass man kein Stellwerker sein muss, um das Pult bedienen zu können. Das Basis-Set von Track-Control enthält alle Artikel, die zur Grundausstattung gehören und pro Stellpult nur einmal erforderlich sind:

Einzelteile track-control


- ein Anschlussmodul
- ein Anschlusskabel
- ein LocoNet-Kabel
- eine CD mit dem Planungsprogramm
- das Handbuch.
- 30 Segmente mit Streuscheiben und Steckverbindern, 32 Tastenkappen, 3 Weichenplatinen, 3 Signalplatinen, 4 Kreuzverbindungsplatinen, 2 Verbindungsplatinen ohne Ausleuchtung und ein Foliensatz für den Aufbau eines kleinen Stellpults.

Das Erweiterungsset enthält 30 Segmente mit Streuscheiben und Steckverbindern, 32 Tastenkappen, 4 Weichenplatinen, 4 Signalplatinen, 2 Kreuz-Verbindungplatinen, 4 Verbindungsplatinen ohne Ausleuchtung und 4 verschiedene Folien.

Lieferbar sind folgende Sets
Art.-Nr. 69000      Basis-Set
Art.-Nr. 69010      Erweiterungs-Set
Art.-Nr. 69091      Folie Weichen- und Kreuzungssymbole
Art.-Nr. 69092      Folie Streckensymbole
Art.-Nr. 69093      Folie Signalsymbole
Art.-Nr. 69094      Verschiedene Folien und Leerfelder
Art.-Nr. 69100      6 Kunststoffsegmente mit Streuscheiben und Steckverbindern
Art.-Nr. 69110      Je 5 Tastenkappen in den Farben blau, gelb, grün, rot, schwarz und weiß
Art.-Nr. 69210      2 Kreuz-Verbindungsplatinen
Art.-Nr. 69212      4 Verbindungsplatinen ohne Ausleuchtung
Art.-Nr. 69214      2 Verbindungsplatinen mit Ausleuchtung
Art.-Nr. 69220      Weichenplatine
Art.-Nr. 69230      Signalplatine

aufgebautes track-control


Zu diesen Sets gibt es auch noch einen Fahrregler mit DirectDrive-Funktion (Art.-Nr. 69300). Was bedeutet nun der Begriff "DirectDrive-Funktion"?

Loknummern und Namen werden hier nicht mehr benötigt. Die Lok, die gerade einen bestimmten "LISSY-Empfänger" passiert hat wird per Knopfdruck auf den Fahrregler aufgenommen, ohne die Adresse einzugeben.

Die "DirektDrive-Funktion" bildet in Kombination mit LISSY die höchste Komfortstufe, die moderne Modellbahnsteuerungen bieten können.

Beispiel: Dem Fahrpult des "Track-Control" wird ein "LISSY-Empfänger" zugeordnet. Per Knopfdruck - ohne Eingabe von Lokadresse oder Loknamen - kann die Lok auf den Fahrregler übernommen werden, die diesen "LISSY-Empfänger" passiert hat.

LISSY-Empfänger können ferner mit Signalfeldern verknüpft werden, so dass diese sich die Adresse der Lok merken, die vor dem entsprechendem Signal auf Fahrt wartet. Jetzt kann diese Lok auf den Fahrregler übernommen werden, indem die Taste auf dem Signalfeld und eine Taste auf dem Fahrregler gedrückt wird

Fahrregler


Der Fahrregler besitzt folgende Vorteile:

1. Er kann direkt in das Gleisbildstellpult eingefügt werden.
2. Er kann 16 Sonderfunktionen und die Lichtfunktion schalten
3. Er ist mit bder "DirectDrive-Funktion" ausgestattet
4. Er kann bis 9999 Lokadressen schalten.
5. Er besitzt den Endlosdrehregler mit Fahrtrichtungsumschaltung, AC- und DC- Fahrreglermodus
6. Er besitzt eine Rangierfunktion (in Kombination mit LISSY)
7. Er hat eine Notstopp-Einrichtung.

Das nachfolgende Bild verdeutlicht das System


track-control-systembild

Als Planungstool für das Gleispultsystem "TrackControl" gibt es von Uhlenbrock das Softwareprogramm "TC-Edit". Die kostenlose Download-Version kann hier herunter geladen werden. Diese Software kann selbstverständlich auch von der Internetseite der Fa. Uhlenbrock herunter geladen werden.     Zum Download

Uhlenbrück stellt seinem Produkt auch noch sog. Zusatzteile beiseite, die geondert gordert werden können.

Track-Control Folien
- Art-Nr. 69091: Weichen- und Kreuzungssymbole
- Art-Nr. 69092: Streckensymbole
- Art-Nr. 69093: Signale
- Art-Nr. 69094: Kreuzungen ohne Antrieb, Drehscheibe, Fahrstraßenspeicher, Zugnummernanzeige, Leerfelder

track-control-systembild


Track-Control Fahrstraßenspeicher (Nr. 69240)
- Segment zum Einfügen in das Gleisbildstellpult
- Speichert über 2000 Schaltbefehle für Fahrstraßen, die über das Gleisbildstellpult aufgerufen werden können.
- Aufruf von Fahrstraßen über Start- Zieltasten

track-control-systembild


Track-Control Zugnummernanzeige (Nr. 69250)
- Segment zum Einfügen in das Gleisbildstellpult
- In Verbindung mit dem LISSY-System (Bei Einsatz des Lok-individuellen Steuerungssystems LISSY werden die Zugnummern der Züge angezeigt, die den zugeordneten Sensor des LISSY-Systems (z.B. am Ausfahrgleis des Schattenbahnhofs) passieren.

track-control-systembild


Weitere Informstionen können übefr die nachfolgenden Videos abgerufen werden:
Zum Track-Control-Aufbauvideo
Zum TC-Edit-Programmier-Video


Ein reales Gleisbildstellwerk bei der Bahn

Reales Gleisbildstellwerk



weiterhin viel Spass mit eurer Modellbahnanlage wünscht euch
hpw-modellbahn


linie
Startseite -->
linie