Der Einstieg in den digitalen Eisenbahnbetrieb - die digitale Eisenbahn - hier: die Zentraleinheit, der Booster, Fahrregler
     



Der Einstieg in den digitalen Eisenbahnbetrieb
-- Teil: 2 --



Inhaltsverzeichnis

- Die Zentraleinheit / Zentralstation

- Der Booster

- Der digitale Fahrregler




Die Zentraleinheit

Das Herzstück der digitalen Anlage ist die Zentraleinheit. Von der Zentraleinheit aus, werden zum Einen die Loks über ihren eingebauten Decoder gesteuert. Zum anderen können Weichen, Signale usw. über spezielle Schaltdecoder in das digitale System eingebunden werden.
Sehen wir uns Beispielhaft mal die Intellibox von Uhlenbrock an. Dieses Gerät beinhaltet die Funktionen von:
    - Zentraleinheit
    - Booster
    - Fahrtregler
    - Keyboard
    - Fahrstraßensteuerung
    - s88-Monitor
    - Programmer und Interface.

Die Zentraleinheit bildet somit das "Herz" jeder Digitalanlage, da hier alle Befehle die vom Modellbahner eingegeben werden verarbeitet und an die jeweiligen Komponenten (Lok, Weiche etc.) weitergegeben werden.

Märklin Unit
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Der Booster
Definition
Der Begriff kommt aus dem englischen "Booster" (gesprochen "buuster") und bedeutet Zusatzverstärker.
Das Gerät hat eine ähnliche Aufgabe wie das Gerät gleichen Namens, das die Leistung von Autoradios erhöht. Ein Booster "liest" die digitalen Signale der Digitalzentrale und gibt sie verstärkt an das Gleis weiter. Ein Booster ist immer dann erforderlich, wenn die Zentrale keinen Booster eingebaut hat, oder aber, die Leistung der Zentrale nicht ausreicht, weil z.B. zu viele Züge gleichzeitig fahren sollen. Wichtig ist dabei das Verb "gleichzeitig".
Der Booster versorgt einen eigenen Teilbereich der Anlage mit Digitalstrom und ist schienenseitig (physikalisch) von der restlichen Anlage getrennt. Aber, er wird von der Digitalzentrale mit den zu sendenden Digitalinformationen versorgt. Einige Digitalzentralen wie z.B. die Lenz LZ100, Tams oder Roco verzichten grundsätzlich auf einen eigenen Leistungsteil und sind schon für sich alleine auf einen externen Verstärker angewiesen.

Grundsätzliche Aussagen zum Mischeinsatz von Boostern verschiedener Hersteller
Kompatibilität: Märklin Booster und DCC-konforme Booster
Grundsätzlich können die beiden Boostertypen "Märklin-kompatibel" und "DCC-konform" nicht miteinander kombiniert werden, da sie auf unterschiedliche Art und Weise ein- und ausgeschaltet werden. Auch die unterschiedliche Funktionsweise der Kurzschlussrückmeldung der beiden Boostertypen verhindert in der Regel die Kombination.
Ausgleisströme
Beim Überfahren der Trennstellen zwischen den Boosterabschnitten entstehen immer Ausgleichsströme, die Kurzschlüsse an Boostern, Schienen, Rädern und Schleifern verursachen können, wenn sie ausreichend groß sind. Die Ausgleichsströme sind umso größer, je unterschiedlicher die Ausgangsspannungen der Booster sind. Kleine Ausgleichsströme treten aber selbst bei zwei baugleichen Booster vom selben Hersteller auf, da diese auf Grund von Bauteiltoleranzen in der Praxis niemals völlig gleiche Ausgleichsspannungen erzeugen. Diese sind aber ungefährlich.
Durchlaufzeit der digitalen Daten
Die digitalen Daten benötigen eine bestimmte Zeit, um im Booster verarbeitet zu werden und vom Dateneingang des Boosters zum Ausgang zu gelangen. Diese Durchlaufzeit ist bei jedem Booster bauartbedingt und auf Grund von Bauteiltoleranzen anders. Die Unterschiede können so groß sein, dass beim einen Booster noch ein negatives Signal am Ausgang anliegt, während ein anderer Booster, der von der selben Zentrale angesteuert wird, bereits ein positives Signal am Ausgang hat. Sobald die Trennstelle zwischen den beiden Boosterabschnitten von einer Lok überbrückt wird, kann auf diese Weise in den dann miteinander verbundenen Boosterabschnitten ein Datenwirrwar entstehen, der von den Fahrzeugdecodern falsch interpretiert wird und z.B. zu folgenden Phänomenen führt:
  • Lokdecoder verstehen das Signal als Impuls zum Umschalten in den Analogmodus. Da sich die Loks jedoch auf der Digitalstrecke befinden, rasen sie mit Höchstgeschwindigkeit los.
  •  Lokdecoder lesen aus dem fehlerhaften Datensignal einen Fahrbefehl für ihre Adresse heraus und setzen Loks in Bewegung.
  •  Funktionen wie Beleuchtung oder Sound werden ein- oder ausgeschaltet, ohne dass Schaltbefehle an der Zentrale eingegeben wurden.
Aus den obigen Ausführungen folgt, dass eine Anlage möglichst nur mit Boostern einer Bauart und eines Herstellers ausgestattet werden soll. Booster verschiedener Bauart und von verschiedenen Herstellern können auf einer Anlage eingesetzt werden, wenn sie z.B. für voneinander komplett getrennte Anlagenteile (z.B. Normalspurstrecke und Schmalspurstrecke) oder getrennt für die Aufgaben "Schalten" und "Fahren" eingesetzt werden. Werden Booster über den Gleisausgang an eine Zentrale oder eine kleine Digitalsteuerung angeschlossen, sollten der integrierte und der externe Booster grundsätzlich nicht gemeinsam für die Versorgung der Anlage mit Fahrstrom eingesetzt werden. Der in der Zentrale integrierte Booster kann sinnvoll zum Schalten der Zubehördecoder in einem eigenen Boosterkreis eingesetzt werden.

Der Booster und der Trafo
Der Booster benötigt einen Trafo. Für Märklin-kompatible Booster wird grundsätzlich ein Wechselspannungstrafo benötigt. In Kombination mit DCC-konformen Boostern kommen ebenfalls Wechselspannungstrafos zum Einsatz. Es können aber auch Trafos mit integriertem Gleichrichter bzw. Schaltnetzteile verwendet werden. In Hinblick auf die Auswahl eines Trafos ist aber nicht nur die Art der Spannung sondern auch die Leistung maßgebend. Wir haben auf unserer Page einen Aufsatz über die Elektrizität und auch über den Trafo. Deshalb wollen wir nur noch mal kurz auf folgende Punkte aufmerksam machen:
Die Leistung eines Trafos wird in VA oder Watt dargestellt. Beispiel: 15 VA sind 15 Watt.
Die Mindestleistung eines Trafos wird nach der Formel:
Leistung (VA) = Volt x Ampere
Hierzu ebenfalls ein Beispiel:
Gewünschte Gleisspannung: 16 Volt --> Gewünschter Abschaltstrom: 3 Ampere --> Die Mindesttrafoleistung beträgt dann: 16 x 3 = 48 VA oder 48 Watt

Stromspannung für Spur H0, TT, N
Fast jeder Booster gestattet durch die Einstellung seiner Ausgangsspannung eine Anpassung an die Baugröße bzw. Spurweite. Die Einstellung wird meist über ein Trimmpotentiometer, DIP-Schalter („Mäuseklavier“), Konfigurationsvariablen (CV) oder zumindest die Eingangsspannung des versorgenden Trafos vorgenommen. Details gibt es in der jeweiligen Bedienungsanleitung. Kommen mehrere Booster zum Einsatz, ist neben den richtigen Polaritäten unbedingt auf die korrekte Einstellung der Ausgangsspannungen zu achten. Bei allen eingesetzten Boostern muss der gleiche Wert vorhanden sein.
Manche Modellbahner meinen, dass eine größere Nennspannung (Eingangsspannung), als die erforderliche Nennspannung besser ist und dann ein größerer Trafo gewählt werden sollte. Diese Auffassung ist deshalb falsch, weil die Leistung, die aus der Differenz zwischen der tatsächlichen Trafospitzenspannung und der gewünschten Gleisspannung, multipliziert mit dem entnommenen Strom, entsteht, der Booster dies als Wärme abführen muss. Ist diese Leistung zu hoch, überhitzt der Booster und schaltet infolge Übertemperatur ab (wenn eine Übertemperaturabschaltung vorhanden). Hat ein Booster keine Temperaturabschaltung sind Schäden am Booster vorprogrammiert. Die nachfolgende Tabelle zeigt euch deshalb eine Übersicht über Gleisspannung und sinnvolle Trafospannung. Aus dem obig gesagten kann für den Modellbahner abgeleitet werden, dass auf jeden Fall hat die Trafospannung im erlaubten Eingangsbereich (Nennspanungsbereich) zu liegen hat und nicht zu weit von der gewünschten Gleisspannung abweichen darf. Eine zu hohe Trafospannung bedeutet nur unnötige Verlustwärme im Verstärker, und beim Trafo eventuell höhere Anschaffungskosten. Eine zu hohe Eingangsspannung bedeutet auch ein frühzeitiges Abschalten des Boosters bei Erreichen des max. Ausgangsstroms.


Gleisspannung
sinnvolle
Trafospannung
10 bis 12 Volt12 Volt
10 bis 15 Volt15 Volt
15 bis 18 Volt16 Volt
18 bis 22 Volt18 Volt
größer 22 Volt20 Volt
Spur
Gleisspannung
Z12 V
N14 V
TT14 V
H016 bis 18 V
022 bis 24 V
I22 bis 24 V
II22 bis 24 V

Der Strombedarf eines Boosters
Der Trafo muss mindestens so viel Strom liefern wie der Booster am Ausgang bereitstellen kann. Der Trafostrom muss also mindestens so hoch sein wie der Abschaltstrom des Boosters bei einem Kurzschluss oder Überstrom. Bei einem Kurzschluss oder einem zu hohen Stromverbrauch wird der maximale Strom des Boosters am Ausgang überschritten. Beträgt der Abschaltstrom des Boosters z. B. 5 Ampere, der maximale Strom des Trafos jedoch nur 3 Ampere, kann der Booster den Überstrom nicht erkennen und folglich auch den Strom nicht abschalten, um die elektronischen Bauteile im Booster, die Fahrzeuge und die Schienen vor Schäden zu schützen. Es besteht auch Brandgefahr. Deshalb ist es wichtig wie viel Strom tatsächlich gebraucht wird.
Nun zum Stromverbrauch:
Wenn z.B. 15 Züge im Schattenbahnhof stehen, aber nur maximal 3 davon unterwegs sind, braucht in der Regel kein (weiterer) Booster angeschafft zu werden. Der Primärbooster in oder an der Digitalzentrale schafft das ohne weiteres. Die meisten Digitalzentralen liefern am Gleisausgang eine Stromstärke von 3 A. Wenn nun für z.B. Spur: H0 typische Verbrauchswerte zu Grunde gelegt werden, ist sehr schnell zu erkennen, dass eine mittlere oder große Modellbahnanlage mit der Leistung der Digitalzentrale alleine nicht auskommt.
Tabelle: Strombedarf
Art des Zuges
Strombedarf für H0
Güterzug 15 Wagen, je 2 Achsen mit 18 kOhm, Lok mit LED (15 mA)30 mA
Güterzug 10 Wagen, je 2 Achsen 18 kOhm, Lok mit LED (30 mA)40 mA
Güterzug 12 Wagen, je 2 Achsen 18 kOhm, Lok mit Glühbirnen (100 mA)112 mA
Reisezug 5 Wagen, jeweils mit LED-Licht, Zugschluss, Lok mit LED270 mA
Reisezug 6 Wagen, je 2 Glühbirnen, Zugschluss, Lok mit Glühbirnen715 mA
Güterzug mit 10 Wagen, 18 kOhm, Lok Licht mit Glühbirnen (100 mA)110 mA
Güterzug 10 Wagen, 18 kOhm, Lok beschleunigt (800 mA)810 mA
Reisezug 6 Wagen, Beleuchtung, Lok fährt (400 mA)670 mA
Art des Zuges
Strombedarf für N
für mitlere Lok 600 mA
für Wageninnenbeleuchtung50 bis 200 mA
für Geräuschmodul100 bis 300 mA
für Weichen 10 bis 15% des Gesamtstromverbrauchs des fahrenden Materials


Tabelle: Kurzschlussempfindlichkeit (Abschaltstrom) in Abhängigkeit von der Spurgröße

Spur
Abschaltstrom
Z 2 bis 1 A
N2 bis 1 A
TT 3 A
H03 A
05 A
I5 A
II5 A

Allein bei einem H0-Schattenbahnhof mit z.B. acht Gleisen, ist zu erkennen, dass es mit 3 A im Schattenbahnhofsbereich bereits mit der Stromstärke eng werden kann. Wir haben hier von Spur: H0 gesprochen. Wenn wir uns andere Spurgrößen wie TT und N ansehen, dann haben kleineren Spurweite einen leistungstechnischen Vorteil. Dennoch ist aber auch bei TT oder N-Anlagen auf den Strombedarf zu achten, und daher entsprechende Berechnungen bereits bei der Vorplanung vorzunehmen. Es gibt aber auch Ausnahmen vom obig gesagten. Die Zentrale von Zimo besitzt einen 8 A Ausgangsstrom am Gleisausgang. Das Basisgerät MX1 von Zimo bietet weitere 3 A am befahrbaren Programmierausgang, und die Hochstrom-Version MX1HS stellt sogar 2 x 8 A zur Verfügung. Auch die neue Zentrale MX10 bietet ähnliche Werte. Hier kommen dann die meisten Modellbahner auch bei einer mittelgroßen Anlage mit der Digitalzentrale mit integrierten Booster aus. Weitere Digitalzentralen mit höherem Leistungsvermögen (Ausgangsstrom) sind die Zentralen von Digitrax oder Massoth. Aber es gibt auch Schattenseiten bei den leistungsfähigen Zentralen. Stromstärken über 5 A sind für die Radschleifer von Gleichstromlokomotiven im Kurzschlussfall ein Risiko. Hier kann es dann zu Anschmelzungen von Laufrädern und Schleifern kommen. Einige Hersteller empfehlen daher den Einsatz von stärkeren Boostern (und Zentralen) nur für die Spurweiten größer/gleich H0. Nicht ohne Grund bewegen sich die meisten Hersteller von Digitalzentralen und Boostern im Bereich um die 3 A Ausgangsstrom, wenn gleich bei den Boostern der Trend zu mehr Leistung geht.
Tüchtige Verkäufer, aber auch manche Modellbahner meinen Weichen und andere Magnetartikel brauchen zusätzlich einen eigenen Booster. Dies ist aber nicht immer der Fall. Der geldsparende Modellbahner sollte sich nur dann einen zusätzlichen Booster anschaffen, wenn die vorhandene Zentralstation mit Booster tatsächlich von der Leistung her nicht mehr ausreicht.
Den grundsätzlichen Anschluss eines Boosters an eine Digitalzentrale seht ihr nachfolgend.


Der Booster dient also einfach gesagt der Stromversorgung der Anlage mit digitalen Fahr- und Schaltstrom . Es ist somit ein Digitaler-Leistungsverstärker mit einem zusätzlichen Trafo. Einen Booster kann somit nicht, wie manche Modellbahner meinen, als Zusatztrafo für Analoganlagen eingesetzt werden. Ferner muss Digitalzentrale und Booster das gleiche Digitalprotokoll verstehen. Also eine DCC-Zentrale kann nicht mit einem Motorolabooster ausgestattet werden. Es ist also darauf zu achten, dass der Booster das richtige Protokoll erzeugen kann: DCC, Selectrix, FMZ oder Motorola.
Booster verstärken nicht nur die Fahr- und Schaltbefehle, die von der Zentrale an die Fahr- und Zubehördecoder (Lokdecoder/Schaltdecoder) gesendet werden. In verschiedenen Rückmeldesystemen sind sie auch für die Rückmeldedaten "verantwortlich" und übernehmen zum Teil noch weitere Aufgaben. Bei der Benutzung von rückmeldefähigen Protokollen wie mfx oder RailCom ist darauf zu achten, dass die Rückmeldungen vom Booster auch verarbeitet werden. Booster verarbeiten diese nur, wenn sie explizit für das betreffende System vorgesehen oder vorbereitet sind. Bei einigen Boostern von Drittherstellern kann man gezielt den bidirektionalen RailCom-Modus ein- oder ausschalten, also:beim Kauf von Boostern von Drittherstellern die Beschreibung genau zu lesen. Nachfolgend werden diese Protokolle dargestellt:

Digitalprotokoll "mfx" (Märklin)
Die Trennstellen zwischen den Boosterabschnitten sind eine Hürde, die die Daten beim Anmelden einer mfx-Loks überwinden müssen. Als Lösung müssen spezielle Booster eingesetzt werden. Eine Alternative die eine Verwendung von Standard-Boostern erlaubt, ist der Einsatz von sog. Booster-Links. Der Booster-Link überträgt die mfx-Rückmeldedaten über die Trennstellen zwischen den Boosterabschnitten und kann mit allen handelsüblichen Standard-Boostern eingesetzt werden. Das nachfolgende Bild, dass aus einem Beitrag der Fa. TAMs entnommen wurde stellt dies nachvollziehbar dar.

Booster-Link


RailCom
Um z.B. RailCom-Informationen übertragen zu können, muss der Datenstrom von der Zentrale zu den Decodern kurz unterbrochen werden. Dieses RailCom-Cutout wird von den Boostern bereitgestellt. Dies bedeutet, wenn Booster nicht RailCom tauglich sind, sollte man von deren Anschaffung Abstand nehmen, den Lokdecoder oder Schaltdecoder die nicht für RailCom ausgelegt sind, haben mit dem RailCom-Cutout zuweilen Probleme. Das Cutout kann in der Regel bei RailCom fähigen Boostern ausgeschaltet werden.

LocoNet
Die Booster benötigen zwei RJ12-Buchsen, um sie mit den LocoNet-Busleitungen zu verbinden und darüber in den Datenbus einzubinden.

BiDiB
Über den bidirektionalen Datenbus werden Booster in ein System eingebunden, das die umfassende Kommunikation zwischen allen stationären Digital-Komponenten ermöglicht. Als Busleitungen kommen RJ 45-Kabel zum Einsatz, die eine sichere Datenübertragung gewährleisten. Über BiDiB können aktuelle Zustände des Boosters an den PC gemeldet werden (z.B. Stromverbrauch, Gleisspannung, Temperatur, Kurzschlussmeldungen). Diese bilden die Grundlage, um mit PC-Unterstützung Sicherungsmaßnahmen zu automatisieren.

Die Trennung der Stromkeise beim Einsatz von Boostern
Jedem Booster, der für die Versorgung der Anlage gebraucht wird, muss ein eigener Streckenabschnitt zugeordnet werden, für den er zuständig ist. Die einzelnen Boosterabschnitte bzw. auch der Streckenbereich der Digitalzentrale zum Booster, müssen strikt physikalisch voneinander getrennt werden. Sind die Ausgänge verschiedener Booster miteinander verbunden, können Ausgleichsströme in die Ausgänge zurückfließen. Bereits recht niedrige Rückströme reichen aus, um die Halbleiter in den Boostern zu beschädigen.
Bei Zwei-Leiter-Systemen wird üblicherweise eine Schiene durchtrennt, welche ist nicht bedeutsam. Es muss jedoch in allen Boosterabschnitten dieselbe Schiene ("links" oder "rechts") durchtrennt werden. In größeren, unübersichtlichen Anlagen ist es empfehlenswert, sicherheitshalber beide Schienen zu durchtrennen, was keinen Einfluss auf die Funktionsweise hat.
Bei 3-Leiter-Systemen muss in der Regel nur der Mittelleiter durchtrennt werden. Beim Einsatz bestimmter Booster müssen allerdings die Außenleiter ebenfalls durchtrennt werden. Für welche Booster das erforderlich ist, steht in der Anleitung zu dem betreffenden Booster.
Eine Gleistrennung zwischen einer Märklin Control-Unit und einem Booster sieht dann so aus:
Die Märklin Control Unit ist die Zentrale mit den Bedienelementen, der Booster im Prinzip eine Control-Unit, allerdings ohne Bedienelemente. Die Control-Unit wird mit einem 1. Gleisabschnitt verbunden und der Booster mit einem 2. Gleisabschnitt. Der Booster muss noch mit einem zusätzlicher Trafo versorgt werden. Jeder Booster benötigt einen eigenen Trafo.
Der Booster besitzt keine Bedienelemente. Er bekommt deshalb die Digitalsignale, somit von der Contol-Unit oder anders ausgedrückt von der Zentralstation. Ein Booster kann also nie selbstständig handeln. Er ist somit nur der "verlängerte Arm" der Zentralstation - allerdings nur im 2. Gleisabschnitt (= Stromkreis).
Festzuhalten bleibt somit folgendes:
Die beschriebenen Gleisabschnitte sind voneinander (physikalisch) elektrisch getrennt, aber die Steuerbefehle der Zentrale (z.B. Control-Unit) sind in beiden Gleisabschnitten identisch. Dies bedeutet wiederum, dass es völlig egal ist, in welchem Gleisabschnitt sich eine Lok befindet, da sie immer mit derselben Zentralstation gesteuert wird. Im Fahrbetrieb merkt man also nichts von der Trennung in Gleisabschnitte.
Anders ausgedrückt:
Der Booster versorgt zwar einen eigenen Stromkreis auf der Anlage, die Steuerung einer Lok bleibt aber bei einer Digital-Anlage völlig unabhängig von der Einteilung der Stromkreise bei der Zentral-Station. Die gleiche Lok kann immer auf dem gleichen (irgendeinem) Fahrpult gesteuert werden, egal, in welchem Stromkreis sie sich gerade befindet.

Booster-Bild     Booster-Bild     Booster-Bild

Der Booster hat als Zusatzverstärker, wie die Zentraleinheit zwei Leistungsendstufen (eine für die negativen, die andere für die positiven "Impuls-Halbwellen"). Nun können Transistoren oder integrierte Schaltungen, die in verschiedenen Geräten eingesetzt werden, niemals völlig identisch hergestellt werden. Vor allem unterscheiden sie sich geringfügig in ihrem Zeitverhalten.
So kann es z. B. passieren, dass die Endstufe der Zentraleinheit einen positiven Spannungsimpuls um einen winzigen Sekundenbruchteil später durchschaltet als die Endstufe eines Boosters. Wären die beiden Stromkreise dann nicht voneinander isoliert, würden für einen sehr kurzen Moment sehr hohe Ausgleichströme zwischen den beiden Stromkreisen fließen, begrenzt nur durch die Strombegrenzung der Endstufen.
Eine solcher Betrieb wäre auf Dauer weder den Endstufen der Geräte noch der Betriebssicherheit der Anlage zuträglich. Es muss also immer auf eine einwandfreie Isolierung zwischen den verschiedenen Stromkreisen geachtet werden.

Die Aufteilung in Boosterabschnitte
Die Frage, in wie viel Boosterbereiche teile ich die Anlage auf, muss natürlich jeder Modellbahner für sich entscheiden. Aber dennoch hier ein paar Tipps. Wichtig ist, dass auf eine gleichmäßige Verteilung des Digitalstromes gedacht wird, wenn sich in diesen Bereichen eine ähnliche Anzahl von Verbrauchern befinden. Denkbare Anlagenabschnitte können sein:
  • Schattenbahnhofsbereich
  • Hauptbahnhofsbereich
  • räumlich getrennte Anlagenteile
Insbesondere bei einer räumlichen Trennung der Anlage und des Stromkreises sind Kabellängen und der damit verbundene Verkabelungsaufwand einzuplanen. Mitunter ist es sinnvoll und kostengünstiger, einen zusätzlichen Booster einzuplanen, um überschaubare und eigenständig versorgte Bereiche zu erhalten. Auch im Kurzschlussfall wird ein kleinerer Abschnitt leichter zu überprüfen sein. Nachfolgend ein Beispiel für die Aufteilung einer Anlage in mehrer Stromkreise mit Einsatz von Boostern.



Die Verkabelung
Um die Verkabelung etwas zu vereinfachen, können auch die Masseanschlüsse zweier Booster gemeinsam genutzt werden. Dies geht aber nur dann, wenn es sich um zwei baugleiche Booster handelt. Im anderen Fall verursachen Laufzeitdifferenzen der Digitalsignale Störungen. Nicht baugleiche Booster müssen immer getrennt angeschlossen werden. Werden auf einer Anlage mit Zweileiter-Gleis mehrere Booster benutzt, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Systemmasse (braun) immer auf der gleichen Schienenseite angeschlossen wird.
Es sollte bei der Wahl der Kabel darauf geachtet werden, dass Kabel mit einem Querschnitt von 0,75 bis 1,0 mm 2 und dünner für den Modellbahnfahrbetrieb untauglich sind. Litzendurchmesser von 1,0 bis 1,5 mm2 sind für kurze Abschnittseinspeisungen gut geeignet. Die Hauptzuleitungen sollten allerdings einen Querschnitt von 2,5 mm2 nicht unterschreiten. Je größer der Querschnitt (bei Großanlagen bis zu 4,0 mm2 bis 6,0 mm2). Die größtenteils in den Startpackungen enthaltenen 0,19-mm²-Kabeldurchmesser sind für eine ordentliche Verkabelung einer stationären Modellbahn ungeeignet. Der Grund für größere Kabelquerschnitte liegt in der Erwärmung und den daraus resultierenden Widerstand.
Voll- und Halbbrückenbooster
Bei den im Handel befindlichen Booster wird zwischen:
  • Vollbrückenbooster
  • Halbbrückenbooster
unterschieden. Deshalb ist bei der Anschaffung von Boostern die verwendete Verstärkerschaltung zu beachten. Vor allem in Hinblick auf die Masseverbindungen zwischen Trafos, Zentrale und Booster sind hier Detailkenntnisse von Vorteil.
. Bei einem Vollbrückenbooster wird die zugeführte Trafospannung (meistens durch einen Wechselspannungstrafo) über einen Diodenbrückenschaltung in eine Gleichspannung umgewandelt und dem Verstärkerbaustein zur Verfügung gestellt. Es entsteht somit eine interne Versorgungsspannung mit einer intern vorhandenen Bezugsmasse. Das Digitalsignal wird in der Regel über einen Optokoppler, also galvanisch getrennt, zugeführt und ausgewertet. Die Endstufe des Verstärkers erzeugt schließlich ein Schienensignal, das keine direkte Verbindung zur Versorgungsspannung oder zum Versorgungstrafo besitzt. Eine Masseverbindung zwischen den Transformatoren der Zentrale und des Boosters ist nicht vorgesehen. Die Vollbrückentechnik kommt z.B. bei den Boostern der Firmen Lenz, Esu und Zimo zum Einsatz.
Im Gegensatz dazu wird bei einem Halbbrückenbooster die Versorgungsspannung aus zwei Gleichrichtern erzeugt. Die interne Versorgungsspannung hat eine Bezugsmasse, die vom Trafoeingang bis zum Schienenausgang durchgeführt ist. Auch das Digitalsignal hat in der Regel einen Bezug zu diesem Massesignal. Bei Boostern mit CDE-Eingang wird jedoch auch hier das Digitalsignal über einen Optokoppler geführt – eine Masseverbindung wird dann durch diese elektrische Trennung vermieden. Bei der Halbbrückentechnikbei gibt es somit eine durchgängige Masseverbindung, also eine reale gemeinsame Systemmasse. Halbbrückentechnik beinhalten die Booster der Firma Uhlenbrock, sowie die Booster des alten Märklin-Digitalsystems (6021, 6015 und 6017).
Wer beim gleichen Hersteller seine Booster bezieht, hat natürlich hier keine Probleme. Interessant wird es aber, wenn eine Kombination zweier Booster mit unterschiedlichen Verstärkerschaltungen in Bezug auf das Massepotential voirhanden ist (weil z.B. die Geräte billig gebraucht gekauft worden sind). Bei diesem Mischbetrieb sind hier unbedingt die jeweiligen Anleitungen von Digital-Zentrale und Booster zu beachten. Es empfiehlt sich deshalb immer, eine Schienenseite als Masseschiene konsequent beizubehalten und die Boosterbereiche nur einseitig aufzutrennen. Eine Verbindung von „Trafo-Massen“ ist nicht notwendig.

Zusammenfassung:
Es ist jedem nun klar, jede Lokomotive und jede Lampe verbraucht beim Betrieb eine bestimmte elektrische Leistung. Diese Leistung muss von einem Transformator zur Verfügung gestellt und von der Zentraleinheit verarbeitet werden. An eine Modellbahnanlage müssen hohe Anforderungen an die elektrische Sicherheit gestellt werden. Die Ausgangsleistung der Geräte darf deshalb nicht beliebig groß werden. Zusätzlich müssen besondere Schutzmaßnahmen für den Kurzschlussfall vorgesehen werden.
Die maximale Ausgangsleistung einer Zentraleinheit, die von einem Trafo versorgt wird, beträgt ca. 45 Watt oder, in der Technikersprache, 45 VA (Volt-Ampere). Das reicht aus, um etwa 5 kleine oder 4 große H0-Digital-Lokomotiven zu betreiben (ohne zusätzliche Beleuchtungen oder Magnetartikel).

Da aber auch jede Lampe Strom verbraucht, stößt man bei einer größeren Anlage bald an die Leistungsgrenzen der Zentraleinheit.
In der Regel sind bei den meisten Herstellern in der Zentraleinheit bereits Booster mit eingebaut. Allerdings ist deren Leistung sehr begrenzt.

Bei der Control-Unit von Märklin sind zusätzliche Booster erforderlich, wenn viele Züge, Weichen, Zugbeleuchtungen etc. in Betrieb genommen werden. Hier muss dann zusätzlich ein Booster eingebaut werden, um mehr Leistung in die Gleise einzuspeisen (siehe obiges Bild).

Da wie gesagt das Digital-System auch für wesentlich größere Anlagen ausgelegt wurde, muss zusätzliche elektrische Leistung zur Verfügung gestellt werden. Jede Digital-Anlage braucht somit nicht nur eine Zentraleinheit (eine Zusammenarbeit von mehreren Zentraleinheiten ist nicht vorgesehen), sondern auch Booster, also reine Leistungsverstärker. Die Booster bekommen alle Informationen direkt von der Zentraleinheit.
Der Booster stellt somit zusätzliche Leistung für eine Digital-Anlage zur Verfügung.

Bei Bedarf können auch mehrere Booster eingesetzt werden. Jeder Booster muss an einen eigenen Trafo und an einen eigenen Stromkreis angeschlossen werden. Da der Booster aber nur die Digital-Informationen aus der Zentraleinheit verstärkt, sind die Informationen in allen Stromkreisen der Anlage identisch. Überfährt eine Lok den Übergang von einem Stromkreis zum anderen, bemerkt der Lokdecoder davon nichts.

Der Modellbahner braucht somit beim Betrieb der Anlage nicht mehr zwischen den verschiedenen Stromkreisen unterscheiden. Eine Lokomotive wird durchgehend mit demselben Fahrpult unter derselben Adresse gesteuert, egal in welchem Stromkreis sie sich gerade befindet.

Fazit:
Mit dem Booster kann ein Stromkreis versorgt werden.
Bei mehreren Stromkreisen sind entsprechend mehr Booster erforderlich (für jeden zusätzlichen Stromkreis ein Booster).
Eine größere Digital-Anlage ist somit immer in Versorgungsabschnitte zu unterteilen.
Der erste Abschnitt wird durch die Zentraleinheit versorgt. Die weiteren Abschnitte werden durch eigene Booster mit je einem Transformator versorgt.
Die Booster haben die Aufgabe die Befehle der Zentraleinheit zu verstärken, so dass alle Versorgungsabschnitte identische Informationen erhalten und die Lokdecoder den Übergang von einem Abschnitt in den anderen Abschnitt nicht bemerken.

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Der digitale Fahrregler

Mit einem analogen Fahrregler können Loks auch ohne Digitaldecoder in verschiedenen Stromkreisen, unabhängig voneinander, gesteuert werden. Natürlich können auch mehrere Handregler miteinander kombiniert werden, von denen jeder auf jeden Stromkreis zugreifen kann.

Beim digitalen Einstieg ist aber festzuhalten, dass die analogen Fahrregler hier nicht mehr zum Einsatz kommen können. In der Regel ist in einer digitalen Zentraleinheit bereits mind. 1 Fahrregler enthalten. Zum komfortablen Mehrzugbetrieb sollten aber zusätzliche digitale Fahrregler an geschaffen werden.

Wie das Steuern einer Digital-Lok vor sich geht haben wir bereits besprochen.

Booster-Bild
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Einige Anmerkungen aber dennoch hier noch:

Mit dem Fahrregler wird eine bestimmte Geschwindigkeit eingegeben. Die Stellung des Fahrreglers ist eine "analoge" Information, die zunächst im Fahrpult "digitalisiert", also in eine entsprechende Zahl umgewandelt, wird.
Außerdem wird der Wert der Zusatzfunktion (16 = ein, 0 = aus) dieser Information hinzugefügt.
Der Mikroprozessor im Fahrpult wandelt nun beide Zahlen, Lokadresse und Geschwindigkeit, in eine Folge von 0 und 1 Werten um. Diese 0 und 1 Werte können nacheinander über eine einzige Leitung (+ Stromrückleitung, also 2 Kabel) geschickt werden. Dieses "nacheinander" nennt man in der Technikersprache "seriell". Die seriellen Informationen werden über die z.B. seitliche Steckerleiste zur Zentraleinheit übertragen.
Die Zentraleinheit überprüft als erstes, ob die gewünschte Lok nicht vielleicht schon auf einem anderen Fahrpult aufgerufen ist, denn es ist nicht möglich, eine Lok von zwei Fahrpulten gleichzeitig zu steuern. Ist das der Fall, schickt die Zentraleinheit eine "Besetzt" Meldung zum aufrufenden Fahrpult. Dieses lässt daraufhin die gewählte Loknummer in der Anzeige blinken, als Hinweis darauf, dass die Lok bereits auf einem anderen Fahrpult aufgerufen ist. Ohne weiteres Zutun des Bedieners "klopft" das Fahrpult nun immer wieder bei der Zentrale an, um nachzufragen, ob die Lok mittlerweile vielleicht doch gesteuert werden könnte. Es könnte ja in der Zwischenzeit auf dem anderen Fahrpult eine andere Lok aufgerufen worden sein.
Tatsächlich laufen die hier beschriebenen Vorgänge mit großer Geschwindigkeit ab, so dass zwischen Eintippen der Lokadresse und Blinken der Anzeige nur ein winziger Augenblick liegt.

Der Ablauf der Informationsübertragung beim Steuern einer Lok (schematisch).
Blaue Pfeile: analoge Ströme
rote Pfeile: Digital-Daten
ist im Bild dargestellt.
Wenn die gewünschte Lok frei ist, wandelt die Zentrale das interne Datensignal vom Fahrpult in ein digitales Datenformat z.B. das Motorola-Protokoll oder das DCC-Protokol um und sendet die Befehle an das Gleis.

Die Lok fährt daraufhin mit der am Fahrpult eingestellten Geschwindigkeit los. Danach schickt die Zentrale eine Bestätigung an das Fahrpult zurück, und erst daraufhin leuchtet am Fahrpult die eingegebene Adresse dauernd auf. Solange die Lok auf dem Fahrpult aufgerufen ist, wird jede Änderung der Geschwindigkeit, Fahrtrichtung oder Zusatzfunktion sofort auf den Weg zur Zentraleinheit und von hier zur Lok gesandt.

Die reine Verarbeitung der Informationen im Fahrpult und in der Zentraleinheit benötigt sehr wenig Energie. In der Zentraleinheit müssen allerdings die Digital-Informationen verstärkt werden (durch einen eingebauten Booster, oder durch einen separaten Booster), und zwar so, dass sie gleichzeitig als Betriebsspannung für den Motor und die Beleuchtung benutzt werden können. Die verstärkte "Digital-Spannung" wird dann an das Gleis gegeben.

Der Schleifer der Lok nimmt diese Digital-Spannung dann vom Gleis ab.

In der Digital-Lok gelangt die Spannung aber nicht direkt zum Motor, sondern zunächst in den "Digital-Lokdecoder".

Der Begriff Decoder kommt von "Decodieren", das heißt: eine Information entschlüsseln.

Zunächst prüft der Lokdecoder, ob die gesendete Digital-Adresse mit seiner eingestellten Adresse übereinstimmt. Wenn nein, geht ihn die gesendete Information nichts an, er kümmert sich also nicht um die nachfolgenden Daten, sondern behält seine bisher gespeicherten Werte für Geschwindigkeit und Zusatzfunktion bei.
Nur wenn die gesendete Adresse "seiner" Adresse (Telefonnummer) entspricht, wertet der Decoder die Informationen für Fahrrichtung und Geschwindigkeit aus und speichert sie in seinem eingebauten Speicher.
Schließlich steuert er mit Hilfe der gleichgerichteten Digital-Spannung den Motor entsprechend der ausgewerteten Information "Fahrgeschwindigkeit". Ebenso schaltet er, entsprechend der neuen Information, die Zusatzfunktion ein oder aus.
Die neue Fahrgeschwindigkeit und Zusatzfunktion bleibt als Zahl in seinem internen Speicher festgehalten, bis er wieder eine neue, für seine Adresse bestimmte Information erhält. Mit der gespeicherten Geschwindigkeit fährt daher die Lok weiter, egal, ob sie noch auf einem Fahrpult aufgerufen ist oder nicht.
Kommt die Lok an ein rotes Signal, hält sie an, weil sie in der Signal-Haltestrecke keine Spannung mehr für den Motor erhält.
Die Informationen über Fahrgeschwindigkeit und Zusatzfunktion bleiben auch ohne äußere Stromquelle weiterhin im Speicher des Lokdecoders. Zumindest eine Zeitlang, denn die Elektronik im Lokdecoder verbraucht ebenfalls eine, wenn auch sehr kleine, Leistung.
Bei älteren Lokdecodern wurde diese Speicherzeit mit ca. zwei Minuten angegeben, bei neueren Versionen kann sie auch mehrere Stunden betragen. Damit die Lok auch bei einem längeren Signalhalt ihre gespeicherten Informationen nicht vergisst, kann man in die eigentlich abgeschaltete Signal-Haltestrecke einen sehr kleinen Strom fließen lassen. Dazu muss nur ein keiner Widerstand in die Verdrahtung eingebaut werden. Dieser kleine Strom reicht aus, um den winzigen Stromverbrauch des Decoders zu decken. Er reicht natürlich nicht, um den Motor oder die Beleuchtung in Gang zu halten. Auf diese Weise erfährt der Decoder sogar während eines Signalhaltes eingegebene Änderungen. Er führt sie sofort aus, sobald die Signalstrecke wieder freigeschaltet wird.
Die Lokdecoder c80 und c81 von Märklin können z.B. erkennen, wenn die Lok auf einem konventionellen Gleisabschnitt fährt, wo keine Digital-Spannung zur Verfügung steht. Sie schalten automatisch auf diesen Betrieb um und können dann durch einen konventionellen (analogen) Trafo gesteuert werden.
In ihrem Speicher bleibt aber die letzte "digitale" Fahrgeschwindigkeit weiterhin gespeichert. Sobald sie wieder auf einen digital versorgten Gleisbereich kommt, schaltet der Decoder automatisch auf die gespeicherte Geschwindigkeit und Zusatzfunktion um.

Aber auch die Zentrale speichert die jeweils letzten Informationen für alle aufgerufenen Loks. Sie wiederholt diese Informationen selbständig (ohne Zutun der Fahrpulte) in regelmäßigen Abständen, damit auch Loks, die vorübergehend "schlecht hören" (z. B. wegen schlechtem Stromübergang am Schleifer) auf dem laufenden bleiben.

Festzuhalten bleibt somit folgendes:

- Das Digital-Fahrpult:
erfasst Steuerinformationen wie Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Zusatzfunktion, wandelt es in ein serielles Digital-Signal um und gibt es an die Zentrale weiter.

- Die Zentraleinheit:
Sortiert und Zwischenspeichert die Daten, wiederholt die Lokdaten, wandelt die Signale ins entsprechende Digitale-Datenformat um, verknüpft sie mit der Versorgungsspannung und leitet sie an das Gleis weiter. Außerdem bietet die Zentraleinheit Schutz vor Überlastung und Kurzschluss.

- Der Lokdecoder:
vergleicht empfangene und eingestellte Adresse, Fahrgeschwindigkeit, Fahrtrichtung und Zusatzfunktionen und wertet sie aus. Das Digital-Signal wird gleichgerichtet und Motor bzw. Zusatzfunktionen werden angesteuert. Die Lokdaten werden zwischengespeichert.

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