Der Modellbahn und der automatische Betrieb hier: Die Technik der Gleisbesetztmeldermodule und Rückmeldemodule
     


Die automatisierte Modelleisenbahn

-- Die Technik der Gleisbesetztmeldermodule und Rückmeldemodule --



Inhaltsverzeichnis

- Einführung

- Der analoge Gleisbesetztmelder

- Das Rückmeldemodul

- Digital: s88-Rückmeldesystem

- Digital: Tipps zum s88-Rückmeldesystem

- Digital: Das Loconet-Rückmeldesystem

- Links zum Thema




Einführung
Wir haben im ersten Teil des Themas "automatisierte Modelleisenbahn" die Schaltelemente besprochen, die wir zu einem automatisierten Betrieb auf der Modellbahn benötigen. Nun beschäftigen wir uns als nächstes mit der Technik der Rückmelder- und Gleisbesetztmeldermodule. Dabei werden wir sowohl den analogen Betrieb, als auch den digitalen Betrieb besprechen.

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Die Gleisbesetzmeldermodule
Wer sich schon einmal in einem Stellwerk aufgehalten hat, wird sehr schnell festgestellt haben, dass auf dem Stellwerkstisch jeder Zug durch ein leuchtendes Band dargestellt. Dies kommt daher, dass auch auf der großen Bahn Gleisbesetztmelder im Einsatz sind. Gleisbesetztmelder melden wo sich ein Zug befindet. Dies ist nicht nur bei der großen Eisenbahn wichtig, sondern auch bei der Modellbahn, wenn sie automatisiert werden soll. Der Gleisbesetztmelder ist auch wichtig beim Aufbau eines Gleisbildstellwerkes mit Zugüberwachung. Wenn wir uns auf der Modellbahn ein Blocksystem anlegen oder einen Schattenbahnhof einrichten wollen, dann kommen wir ebenfalls um Gleisbesetztmelder nicht herum.
Wichtig: Die Gleisbesetztmelder eignen sich nicht zum Anschluss an digitale s88-Rückmeldemodule. Diese s88-Rückmeldemodule sind reine digitale Zugbeeinflussungsmodule.
Wie wir nun wissen, überwachen Gleisbesetztmelder Gleisabschnitte und ermöglichen durch die integrierten Relais viele Schaltmöglichkeiten ohne zusätzliche Bauteile. Der Gleisbesetztmelder meldet jeden Fahrstrom ab 1 mA in dem Trennabschnitt der von ihm überwacht wird. Er ist ein elektronisches Modul, das die Dauerüberwachung eines Gleisabschnittes ermöglich. Er ist der ideale Artikel zur permanenten Überwachung eines Gleisabschnittes. Wenn ein Belegtmelder oder auch Gleisbesetztmelder eingesetzt wird, müssen die einzelnen Blöcke entsprechend abgetrennt werden. Meistens geschieht das durch die Trennung des Nullleiters (beim Dreileitersystem Trennung einer Schiene; beim Zweileitersystem der Nullleiter).

In der Regel arbeiten alle Gleisbesetztmeldermodule nach dem System von Stromfühlern. Wird Strom von einem Verbraucher - wie z.B. eines Lokmotors - verbraucht, dann kann dies der Gleisbesetztmelder erkennen. Der Mindeststromverbrauch an dem der Besetztmelder anspringt ist in der Regel 1 mA. Wenn dies der Fall ist, so wird der Bereich oder die definierte Strecke der Zentrale als belegt gemeldet. Aus dieser Schilderung könnt ihr bereits sehen, dass diese Belegtmelder hauptsächlich für Blockstrecken, Schattenbahnhöfe, Rangierbereiche, Kehrschleifen und Pendelstrecken eingesetzt werden. Diese Aussage gilt sowohl für das Dreileitersystem, als auch für das Zweileitersystem. Der Gleisbesetztmelder ist somit Rückmeldemodul und Überwaschungsmodul in einem. Es gibt Gleisbesetztmeldermodule für analoge und digitale Anlagen von den verschiedensten Herstellern. Um nur einige zu nennen: Märklin, Littfinski DatenTechnik (LDT), Tams, Zimo, ESU, Roco etc.
Bei digitalen Anlagen werden die Daten des Gleisbesetztmeldermoduls dann über die jeweiligen Bussysteme (z.B. s88, RS-Bus, CAN-Bus, LocoNet) an die Zentralen übertragen und entsprechende Funktionen bzw. Schaltungen ausgeführt. Für den digitalen Schaltbetrieb sind aber eigentlich die s88-Module geeigneter, da sie auch als Rückmelder eingesetzt werden können.
Der Vorteil der Gleisbesetztmeldermodule besteht in manchen Fällen darin, dass keine weiteren Schaltelemente mehr eingesetzt werden müssen, da z.B. die Gleisbesetztmeldermodule schon Stromfühler beinhalten und dementsprechend kein weiteres Rückmeldeschaltelement mehr benötigen.


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Für Modellbahner, die sich mit dem Digitalbetrieb auf der Modellbahn nicht so anfreunden können, gibt es im Handel auch analoge Gleisbesetztmeldermodule. Die automatisierte Eisenbahn ist also nicht nur dem Digitalbetrieb vorbehalten. Allerdings sind die Möglichkeiten hier doch eingeschränkt.

Wir nehmen uns hier ein Gleisbesetztmeldermodul aus dem Handel her, um uns Klarheit darüber zu verschaffen, was so ein Modul leisten kann. Dabei muss uns klar sein, dass es eine Unterscheidung bei den Modulen zwischen einem Zweileitersystem und einem Dreileitersystem gibt. Nehmen wir z.B. den Viessmann GBM 5206. Er kann sowohl für den analogen Betrieb, als auch für den digitalen Betrieb eingesetzt werden. Auch Gleisbesetztmelder anderer Hersteller arbeiten vergleichbar. So auch der Gleisbesetztmelder von Uhlenbrock (63400). Auch dieser Gleisbesetztmelder dient zur zuverlässigen Anzeige von stehenden und fahrenden Zügen auf dem Gleis. Außerdem eignet er sich zur Verwendung als elektronischer Schalter. Der Gleisbesetztmelder von Uhlenbrock kann sowohl analog auch als digital eingesetzt werden. Gleisbesetztmelder gibt es für das Zweileiter- und Dreileitersystem.

Der Gleisbesetztmelder von Viessmann (5206) kann acht Gleisabschnitte überwachen und meldet den Gleiszustand über sog. Relaisausgänge. Dabei melden je zwei Ausgänge (= ein Relais-Umschaltkontakt) für jeden Gleisabschnitt, ob das Gleis frei oder besetzt. Der Gleisbesetztmelder funktioniert dabei unabhängig von der Fahrtrichtung der Züge und mit allen Stromsystemen (Gleichstrom, Wechselstrom und Digitalfahrstrom). Im Betrieb kann der GBM (Gleisbesetztmelder) die besetzten und freien Gleise auch in Gleisbildstellwerken (auch analogen) anzeigen. Darüber hinaus sorgt er für eine automatische Steuerung von Einfahr- und Ausfahrzügen in Abstellbahnhöfen (z. B. Schattenbahnhöfe). Auch die Steuerung von Signale von Selbstblockstrecken ist möglich. Eine weitere Funktion des GBM ist die Erzeugung der Gleisbesetztmeldung zur Verarbeitung in Rückmeldedecodern.

Die Technik im Analogbetrieb funktioniert nun folgendermaßen:

Der GBM 5206 versorgt die zu überwachenden Gleisabschnitte mit der Fahrspannung. Dazu wird er zwischen Fahrtrafo und das Gleis geschaltet. Er erkennt den Stromfluss zum Gleis, wenn sich ein stromaufnehmendes Fahrzeug (Lok, beleuchteter Waggon mit eigenem Stromabnehmer) auf diesem befindet. Er besitzt somit einen eingebauten Stromfühler. Wir benötigen zusätzlich keine Schaltkontakte mehr. Das ist schon mal von Vorteil.

Damit der GBM auch im Zweileitersystem funktioniert sind die Räder mit Hilfe von Widerstandslack und die Achsisolierungen der Radsätze von unbeleuchteten Waggons hochohmig zu überbrücken. Dadurch werden die Waggons zu geringen Stromverbrauchern und können von den Stromsensoren des Gleisbesetztmelders erkannt werden. Es gibt als Alternative auch Widerstandradsätze im Handel. Der Widerstandslack ist allerdings preislich günstiger.

Der GBM benötigt zwei Spannungsversorgungen. Diese müssen galvanisch voneinander getrennt sein (aus zwei getrennten Transformatoren stammen). Neben dem Fahrstromanschluss muss der Gleisbesetztmelder an einen Wechselspannungstrafo mit einer Ausgangsspannung von 16 V angeschlossen werden.

Der Gleisbesetztmelder funktioniert auch, wenn keine Fahrspannung am Gleis anliegt. Er sendet dann über einen eingebauten Pulsgenerator Messimpulse auf das Gleis. Wenn der Pulsgenerator in Betrieb ist, kann man bei Lokomotiven ein leises Knacken hören, das aber keine Nachteile für die Loks hat.

Jedem Gleisabschnitt ist ein internes Relais zugeordnet, von dem sowohl der Arbeitskontakt für Besetztmeldung, als auch der Ruhekontakt für Freimeldung nach außen geführt sind. Beim Zweileitersystem sollten immer nur in die Masseleitung die Trennstellen eingebaut werden. So werden zum Einen Kurzschlüsse vermieden und zum Anderen werden die Abschnitte unabhängig von der Einspeisung des Fahrstromes. Damit auch unbeleuchtete Fahrzeuge vom GBM erkannt werden, sollten die Radisolierungen mit Widerstandslack überbrückt werden. Um abgehängte Wagen rechtszeitig über den GMB zu erkennen, sollte der letze Wagen eines Zuges immer eine Beleuchtung aufweisen und damit einen entsprechenden Widerstand darstellen. Der Anschluss eines GBM ist einfach. Das Gleis wird im überwachenden Abschnitt aufgeteilt. Die Gleisbesetztmeldung wird an der zu überwachenden Schiene, an den Wechselspannungsausgang eines Trafos oder an die Digitalspannung und an den zu schaltenden Artikel angeschlossen.

Über die Schaltung von Gleisbesetztmelder werden wir uns in einen anderen Teil beschäftigen. Es geht derzeit nur darum, wie diese GBM-Modul funktionieren. Dazu ist folgendes festzustellen.
Die GBM-Module besitzen in der Regel für jeden Anschluss eine Leuchtdiode. Damit kann im analogen Betrieb gesehen werden, welche Gleisabschnitte besetzt sind und welche nicht. Beim einem analogen Gleisbildstellpult kann durch eine entsprechende Verdrahtung gesehen werden, ob der Gleisblock besetzt ist oder nicht. Ferner kann automatisiert die Schaltung von Signalanlagen erfolgen. Mit einem Gleisbesetztmodul kann somit auch im Analogbetrieb ein Schattenbahnhof, ein Blockbetrieb oder andere Schaltungen vorgenommen werden, die auf eine permanente Überwachung der Gleise setzen müssen.
Für Schaltungen die nicht auf eine permanente Gleisüberwachung setzen müssen, wie z.B. eine Weichenstraßenschaltung, benötigt einen Kurzzeitimpuls. Dazu wird aber kein GBM erforderlich.

Gleisbesetztmelder-Viessmann     Gleisbesetztmelder-Uhlenbrock
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Das Rückmeldemodul
Wir wissen nun, dass ein Gleisbesetztmeldermodul eine permanente Überwachung eines Gleisabschnittes vornimmt. Nun benötigen wir aber noch ein Modul, das die Informationen des Gleisbesetztmelders an die Digitalzentrale weitergibt.
Rückmeldebausteine geben somit die Information des Gleisbesetztmelders, ob sich in den von ihnen überwachten Gleisabschnitten ein Fahrzeug befindet, an eine Digitalzentrale, an angeschlossenen Digitalgeräte oder an ein Computersteuerungsprogramm weiter. Diese führen dann automatisch den Schaltbefehl aus, der für diese Rückmeldung hinterlegt worden ist. Hierbei kann es sich z.B. um das Schalten eines einzelnen Magnetartikels oder einer ganzen Fahrstraße handeln.
Die Zweileiter-Rückmeldemodule (für Zweileiteranalgen) bestehen in der Regel aus einem Besetztmelder, einer Rückmeldeeinheit und einer Spannungsüberwachung. Die Besetztmelder überwachen die Gleiseingänge. Die Stromüberwachung registriert jeden Stromfluss im Trennabschnitt, der größer als 3 mA ist. Damit werden Loks, beleuchtete Wagen und auch leitende Wagenachsen erkannt. Die Spannungsüberwachung verhindert, dass auch bei abgeschalteter Spannung eine fehlerhafte Freimeldung erfolgen kann.
Ein Dreileiter-Rückmeldemodul arbeitet mit einer isolierten Schienenseite, die an den Meldebaustein angeschlossen wird und über die leitenden Achsen der Fahrzeuge mit Masse verbunden wird.
Desweiteren müssen wir zwischen analogen Rückmeldermodulen und digitalen Rückmeldermodulen unterscheiden.

Die analoge Rückmeldung
Bleiben wir zuerst bei der analogen Rückmeldung bzw. bei den analogen Rückmeldermodulen (RMM). Im Grunde genommen sind es eigentlich Schaltmodule. Von Uhlenbrock gibt es z.B. das Schaltmodul 63410. Es kann als Analogschaltmodul konfiguriert werden und zwar für 10 Weichen, 2 Formsignale (mit Momentkontakt), 10 Lichtsignale (mit Dauerkontakt) und besitzt 20 Schaltausgänge. Damit können viele automatisierte Aufgaben ausgeführt werden. Es werden aber dazu noch Rückmeldekontakte benötigt wie z.B. Reedkontakte. Im Handel gibt es den reinen analogen Rückmelder nicht. Die im Handel angeboten Module können meistens sowohl analog als auch digital eingesetzt werden und besitzen nicht nur Impulschalter, sondern auch Dauerschalter für die Gleisbestztmeldung.
Ein reiner analoger Rückmelder kann nur selbst hergestellt werden und zwar mit einfachen Mitteln aus einem Reedkontakt und einem Schaltrelais. Dazu braucht es kein Modul von irgendeinem Hersteller.

Es gibt im Handel für bestimmte Aufgaben auch entsprechende analoge Schaltmodule, die natürlich einen Rückmeldeschaltkontakt benötigen. Einen allumfassendes Rückmelder gibt es nicht, da die analoge Technik, im Gegensatz zur Digitaltechnik, nur dezentrale automatisierte Schaltungen zulässt. So gibt es z.B. analoge Pendelautomatikmodule, mit denen ein analoger Pendelzugbetrieb aufgebaut werden kann. Es gibt auch analoge Kehrschleifenmodule mit denen die Stromumkehrung geschaltet werden kann. Kurz gesagt, für den analogen Schaltbetrieb gibt es keine allumfassenden Rückmeldemodule, da diese wegen der analogen Technik nicht alle möglichen Schaltaufgaben in einem Modul erfüllen können.

Interessant ist noch ein anderes Modul und zwar der Weichenrückmelder von Tams. Auch ein Weichenrückmelder ist ein Rückmeldemodul. Dieses Modul wertet aus, in welcher Stellung sich der Antrieb von Weichen und Signalen mit Doppelspulenantrieb befindet. Beim Tams Weichenrückmelder WRM-4 wird die Position des Ankers in den Spulen ausgewertet. Daher reagiert der Weichenrückmelder auch, wenn die Weiche oder das Signal von Hand verstellt werden. Dadurch kann auch der analoge Weichenantrieb ideal in ein analoges Gleisbildstellwerk eingebaut werden für Weichen ohne Endabschaltung. Wir haben euch nun nachfolgend eine Schemaskizze für eine analoge Rückmeldeschaltung erstellt. Ihr seht auf dem Bild die analoge Schaltung einer Weichenstraße mit Lichtschranken (damit wir nicht immer mit Reedkontakten arbeiten).

analoge Rückmelder
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Wie dem Bild zu entnehmen ist, ist der Verkabelungs- und Schaltungsaufwand bei analogen Schaltungen sehr hoch. Wir haben hier lediglich zwei Schaltvarianten dargestellt. Jede weitere Schaltvariante benötigt einen weiteren Schaltungsverteiler. Besser würde das System mit einem Gleisbildstellwerk funktionieren, denn dann könnten die Fahrstraßen dargestellt und über eine Rückmeldung auch die Weichenstellung dargestellt werden. Mit unserer Schaltung haben wir keine Weichenrückmeldung. Wir müssen uns darauf verlassen, dass sich die Weichen auch stellen. Aber das Bild sollte ja nur die Möglichkeit einer automatisierten Weichenstraße darstellen. Wesentlich einfacher gestaltet sich so etwas natürlich mit einem digitalen Rückmelder im Digitalbetrieb.



Die digitale Rückmeldung
Wie wir nun wissen, gibt es Rückmeldemodule für analoge Anlagen und auch für digitale Anlagen. Bevor wir uns nun mit den digitalen Rückmeldesystemen beschäftigen, sehen wir uns die Vorbereitungen, die zum Einsatz bei Rückmeldemodulen erforderlich sind, an. Dabei müssen wir unterscheiden zwischen Zweileiter- Rückmelder und Dreileiter-Rückmelder.

Die Vorbereitungen für das Zweileitergleichstromsystem und die Zweileiter-Rückmelder
    Die Lok und Wagenausrüstung ---> Wagen ohne Stromabnahme mit schwach leitenden Achsen ausrüsten oder Widerstandslack benutzen
    Änderungen an den Gleisen --- Einseitige Gleisunterbrechung und Anschluss des isolierten Abschnitts an das Gleisbesetztmelder-Modul
Die Vorbereitungen für das Dreileiter-Rückmeldesystems
    Änderungen an den Gleisen --- Gleisunterbrechung einer Außenschiene und Anschluss des isolierten Abschnitts an das Mod ul oder Schaltgleis

Nun nehmen wir als Beispiel ein Rückmeldemodul von Roco (10787) zur Hand, das auch für den digitalen Betrieb geeignet. Wir nehmen diesen Modul als Beispiel, damit wir uns über die Arbeitsweise eines Rückmeldemoduls Klarheit zu verschaffen. So können an das Modul sog. Momentenschaltelemente wie Reedkontakte, als auch Dauerkontakte wie Stromfühler angeschlossen werden. Das Modul ist somit Rückmeldemodul z.B. für Pendelzugsteuerung, als auch Besetztmelder für Blockstrecken einsetzbar. Ferner kann es direkt an ein Interface angeschlossen werden und damit für die Steuerung über einen Computer eingesetzt werden. Wir sehen also, dass die Hersteller nicht nur reine Rückmeldemodule, die ja eigentlich nur für Impulskontakte geschaffen sind, herzustellen, sondern gleich die Kombination Rückmeldemodul und Gleisbesetztmelder in einem Modul. Erkennen kann das der Modellbahner sehr leicht, da diese Kombinationsmodule sowohl Impulskontakte als auch Dauerkontakte zulassen.

So kann z.B. das Rückmeldemodul von Uhlenbrock die Information eines Gleisbesetztmeldeschalters an eine Digitalzentrale oder an ein Computersteuerungsprogramm weitergeben. Diese führen automatisch den Schaltbefehl aus, der für diese Rückmeldung hinterlegt worden ist. Hierbei kann es sich um das Schalten eines einzelnen Magnetartikels oder einer ganzen Fahrstraße handeln.
Die Zweileiter-Rückmeldebausteine bestehen aus einem Besetztmelder, einer Rückmeldeeinheit und einer Spannungsüberwachung. Die Besetztmelder überwachen die Gleiseingänge. Die Stromüberwachung registriert jeden Stromfluss im Trennabschnitt, der größer als 3 mA ist. Damit werden Loks, beleuchtete Wagen und leitende Achsen erkannt. Die Spannungsüberwachung verhindert, dass bei abgeschalteter Spannung eine fehlerhafte Freimeldung erfolgen kann. Die Dreileiter-Version arbeitet mit einer isolierten und getrennten Schienenseite, die an den Meldebaustein angeschlossen wird und über die leitenden Achsen der Fahrzeuge mit Masse verbunden wird. Der Rückmelder meldet jede Zustandsänderung (frei oder belegt) über das LocoNet an die Zentrale bzw. an andere LocoNet Geräte.

Eines der bekanntesten Rückmeldemodule - im Digitalbetrieb - ist das s88-Modul von Märklin. Mittlerweile ist dieses technisch überholt und wird durch andere s88-Module ersetzt. Eines wollen wir euch hier vorstellen und zwar das Märklin s88-Link (60883). Es bietet Anschlussmöglichkeit für das s88 (60881) und s88 DC (60882) und der bisherigen s88 Rückmeldemodule (6088 und 60880) an die Central Station 2 bzw. an das Terminal (60125). Es hat 16 Eingänge für analoge Kontaktgeber (60881). Diese 16 Eingänge können für Gleisbildstellpulte konfiguriert werden, so dass eine Matrix mit bis zu 64 Tastern erstellt werden kann. Alle Märklin Module werden Rückmeldemodule genannt. Tatsächlich können aber mit diesen Geräten alle denkbaren Schaltaufgaben auf der Modellbahn gelöst werden. Ihr seht schon. Die Begriffe Gleisbesetztmeldermodule und Rückmeldemodule sind fließend und können nicht nur einer Aufgabe zugeordnet werden. Entscheidend für den Einsatz als Gleisbesetztmelder oder als reinen Rückmelder sind die mit verbauten Rückmeldeschaltkontakte.


Rückmeldemodule - Vergrößern - Bild anklicken

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Die s88-Rückmeldetechnik
Am weitest verbreitet ist das digitale S88-Rückmeldesystem von Märklin, das bereits zu den Urgesteinen der Digitaltechnik zählt. Da es das bekanneste ist, besprechen wir diese digitale Rückmeldetechnik als erstes.
Die mit dieser Technik ausgestatteten Rückmeldemodule (6088 und 60880) von Märklin stammen aus der Zeit des Memory (6043) und des Interface 6050 und 6051. An jedes Memory, dass als Protokoll nur das Motorola-Protokoll versteht, können und konnten max. 3 dieser s88 Rückmeldemodule angeschlossen werden. Jedes Modul war für Fahrstraßen zuständig, die mit dem Memory programmiert werden konnten. Wenn jemand damals und auch heute noch mit dem PC das Märklin Motorola-Protokoll bzw. das digitale Märklin-Motorola-System mit dem Interface (6050 bzw. 6051) steuern will, kann bis zu 31 dieser beiden Rückmeldemodule anschließen. Das wäre aber dann wirklich eine Großanlage, die nur wenige Modellbahner besitzen dürften. Das System gibt es nicht mehr im Neuwarenhandel. Dennoch ist es im Gebrauchtmarkt noch häufig anzutreffen. Es ist zwar immer noch interessant für kleine Dreileiterdigitalanlagen das System einzusetzen, aber erwerben sollte man dieses Märklin Motorola-System nur noch, wenn die Artikel wirklich billig zu erwerben sind und dabei meinen wir unter 20 bis 25 Euro darf eine komplette Motorola Digitalausstattung (Zentralstation und Memory) nicht mehr kosten. Wir sagen euch auch gleich warum.
Die Anzahl der möglichen Rückmelder ist nicht der Grund weshalb das alte s88-System billig sein muss. Wesentlich problematischer, aus heutiger Sicht, ist die serielle Anordnung der Module und das alte Interface, das nicht über USB, sondern nur seriell anschließbar ist. Die heutigen Computer besitzen meistens diesen Anschluss nicht mehr. Ferner ist der Signalpegel von 5 Volt für Störungen sehr anfällig. Der größte Schwachpunkt dieses Rückmeldesystems sind die weiten Kabelwege von der Meldestelle bis zur Zentrale, da dort alle Rückmelder in Reihe an den Bus angeschlossen werden müssen. Dieses sog. Registersystem mit den langen Kabelverbindungen führen öfteren zu falschen Belegtmeldungen. Um es abzuschließen, dass alte Motorola-System mit den s88 Rückmeldedecodern 6088 und 60880 ist durchaus noch interessant, aber nur wenn der Preis stimmt. Lasst euch hier nicht über den Tisch ziehen.

Damit Anwendungen wie Automatikbetrieb oder Automatiksteuerung über Computer funktionieren, werden Informationen darüber benötigt, welche Gleise durch Züge belegt sind. Diese liefern sog. Rückmeldesysteme.

Nachfolgend eine Übersicht über die s88-Rückmeldemodule. Sie kann natürlich nicht vollständig sein, da es zu viele Hersteller auf dem Markt gibt.
Tabelle der Rückmeldemodule
Artikel-Nr. Hersteller Bezeichnung Beschreibung
6088 Märklin s88

Dieser s88 Rückmeldedecoder ist der erste s88 den Märklin auf den Markt brachte und damit seine Führerschaft bei den Rückmeldemodulen einleitete. Als Anschluss wird das 6-adrige Flachbandkabel benutzt. Ferner besitzt es noch Anschlussbuchsen für das 2,6 mm Steckersystem. Dieses s88 Modul ist mittlerweile im Gebrauchhandel sehr günstig zu erwerben.

60880 Märklin s88

Dieses s88 Rückmeldedecoder ist der Nachfolger des 6088 und unterscheidet sich vom 6088 lediglich durch einen anderen Stecker, der lediglich einen Durchmesser von 1,8 mm aufweist. Der Anschluss erfolgt mit dem gleichen Flachbandkabel wie beim 6088.

60881 Märklin S88 AC

Dieses Rückmeldemodul registriert alle Rückmeldekontakte, die gegen die gemeinsame Masse des Gesamtsystems schalten. Bis zu 62 dieser Rückmeldemodule mit jeweils 16 Eingängen können Sie an ein Rückmeldemodul L88 anschließen. Der Einsatz ist ausschließlich für das Dreileitersystem.

60882 Märklin S88 DC

Die 16 Eingänge dieses Bausteins prüfen, ob in dem jeweiligen überwachten Bereich sich mindestens ein Stromverbraucher befindet. Angetriebene Loks oder beleuchtete Wagen sind daher typische Beispiele für fahrende Modelle, die diesen Kontaktempfänger auslösen. Da diese Fahrzeuge dauerhaft bis zum Verlassen des Überwachungsbereichs als Kontaktgeber fungieren, kann ideser Baustein sehr gut als Dauerkontakt für Zweischienenanlagen in allen Spurweiten eingesetzt werden. Er funktioniert aber logischerweise auch bei Mittelleiteranlagen. Auch von diesem Typ von Rückmeldemodul können bis zu 62 Stück an ein Rückmeldemodul L88 angeschlossen werden.

60883 Märklin L88

Basismodul für die Central-Station 2 und 3. Dieses Element hat einen Eingang für eine elektrische Leistungsversorgung, die dann gleichzeitig auch alle zusätzlich an dieses Basiselement angeschlossenen Rückmeldemodule versorgt. Es können auch mehrere dieser Basiselemente im Gesamtsystem eingesetzt werden. Das L88 besitzt 16 Eingänge, an die im Normalfall Rückmeldekontakte angeschlossen werden, die gegen die Masse des Gesamtsystems schalten.

63330 Uhlenbrock LocoNet

Rückmeldemodul für Dreileitergleis. Besetztmelder für 16 Gleisabschnitte, Gleiskontakte oder Taster ein Masseausgang zum Anschluss von Reed- oder Schaltkontakten. Anschluss über das LocoNet. Jeder der Eingänge kann 2 Magnetartikel steuern, wenn ein Zug in den Gleisabschnitt einfährt oder 2 andere Magnetartikel, wenn ein Zug den Gleisabschnitt verlässt. Zusätzlich können direkt vom Rückmeldemodul aus Magentartikel geschaltet werden. Mit dieser Funktion können einfache Schaltaufgaben direkt vom Rückmelder ausgeführt werden, ohne dass dabei eine Fahrstraße in einem anderen Gerät wie Intellibox oder IB-Switch belegt wird. Jeder Gleiseingang kann zwei Magnetartikel schalten, wenn ein Zug in das angeschlossene Gleis einfährt und zwei weitere Magnetartikel, wenn ein Zug das Gleis verlässt. Mit dieser Automatikfunktion kann der Rückmelder beispielsweise direkt eine Bahnschranke, ein Andreaskreuz oder ein Signal steuern.

RM88N LDT-Littfinski RM88N

Zum Anschluss an Digitalzentralen und Interfaces, die den s88-Rückmeldebus unterstützen: z. B. Märklin Interface, Märklin Memory, Central-Station 1 und 2, Intellibox, Twin-Center, EasyControl, Viessmann Commander und HSI-88(-USB). Das Rückmeldemodul RM-88-N verfügt über 16 Eingänge, die nach Masse schalten (wie das Märklin s88). Einfacher und sicherer Anschluss von Schaltgleisen, Kontaktgleisen, Gleisbesetztmeldern und Reedkontakten etc. über Schraubklemmen. Das Rückmeldemodul RM-88-N kann beliebig mit den Rückmeldemodulen RM-88-N-O, RM-GB-8-N und RM-DEC-88 / RM-DEC-88-O / RM-GB-8, sowie mit s88-Rückmeldemodulen von Märklin und anderen Herstellern kombiniert werden.

50094 ESU ECoSlink

Rückmeldemodul, 16 Dig. Eingänge, davon 4 RailCom Rückmelder. Für 2-Leiter- oder 3-Leiterbetrieb, Optokoppler.

S883- Tams s88-Rückmeldemodul

Standard-S88-Rückmeldemodul mit RJ 45-Anschlüssen nach S88-N. 16 Eingänge. Kompatibel zu allen Komponenten, die mit dem von der Firma Märklin entwickelten s88-Bus arbeiten (auch zum s88-Link für Märklin Digital). Der Rückmelder S88-3 hat RJ-45-Anschlüsse entsprechend der Norm s88-N, die die Belegung von handelsüblichen Patch-Kabeln für die Verwendung in s88-Rückmeldesystemen regelt. Anders als die häufig verwendeten 6-adrigen Anschlusskabel sind Patch-Kabel, die in Computer-Netzwerken gebräuchlich sind, gegenüber fremden elektrischen Signalen weitestgehend abgeschirmt. Durch Verwendung von Patch-Kabeln wird die Störanfälligkeit im s88-Bus daher erheblich reduziert.



Wir sehen uns nun mal an, wie ein digitaler Rückmelder eine Belegtmeldung erhält. Dabei müssen wir zwischen Zweileitersystem und Dreileitersystem unterscheiden. Bei Gleichstrombahnen (Zweileitersystem) wird das Gleis mit dem Digitalstromanschluss unterbrochen, die Gleisseite mit dem Massestromanschluss hingegen nicht. Der Rückmelder wird nun mit dem unterbrochenen Gleis verbunden. Befindet sich eine fahrende oder stehende Lok auf dem betreffenden Gleis, entsteht ein Stromfluss, den der Rückmelder erkennt. Er veranlasst daraufhin eine Meldung an die Digitalzentrale. Sollen auch Anhänger ohne Beleuchtung erkannt werden, sind Achsen mit einem eingebauten Widerstand oder mit aufgetragenem Widerstandslack zu verwenden. Da der Gleismelder auch über Reed-Kontakte ausgelöst werden kann, können Gleichstrombahner (Zweileitersystem) auch diese Variante des Rückmelders nutzen. Damit das funktioniert, muss aber ein Magnet unter den Fahrzeugen befestigt werden, der den Reed-Kontakt betätigt. Möglich ist darüber hinaus das Auslösen einer Meldung auch durch einen Taster

Im Dreileitersystem (Märklinsystem) ist es einfacher. Das Dreileitersystem benutzt die entsprechenden Schalt- oder Kontaktgleise. Man kann aber auch beim K-Gleis einfach einen Gleisstrang abtrenne und mit dem Rückmelder verbinden. Wird beim C-Gleis ein Meldeabschnitt gebraucht, der länger als eine Gleislänge ist, muss die Masseverbindung innerhalb des Gleises, die beide Gleise verbindet, unterbrochen werden. An den Fahrzeugen sind keine zusätzlichen Arbeiten erforderlich. Das nachfolgende linke Bild zeigt euch den Anschluss eines Rückmelders im Digitalsystem von Uhlenbrock mit der Intellibox im Zweileitersystem. Das nachfolgende rechte Bild zeigt euch den Anschluss eines Rückmelders im Digitalsystem von Uhlenbrock mit der Intellibox im Dreileitersystem.

digitale Rückmelder-Zweileitersystem     digitale Rückmelder-Dreileitersystem
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Beim Rückmeldereinsatz ist noch zu beachten, dass sowohl die Loks/Wagen, als auch an den Gleistrassen zusätzliche Einbauten bzw. Veränderungen erforderlich werden. Die nachfolgende Tabelle zeigt euch diese zusätzlichen Arbeiten ohne die Rückmeldung in der Digitaltechnik nicht funktioniert.

Zusätzliche
Arbeiten
Zweileitersystem Dreileitersystem

Loks- und Wagen
Wagen ohne Stromabnahme mit schwach leitenden Achsen ausrüsten oder Widerstandslack benutzen
keine Arbeiten an Loks und Wagen hier erforderlich

Arbeiten an der Gleistrasse
Einseitige Gleisunterbrechung und Anschluss des isolierten Abschnitts an das Modul.
Gleisunterbrechung an einer Außenschiene (beide Schienen sind sog. Nullleiter im Märklin Dreileitersystem und Anschluss des isolierten Abschnitts (überwachter Bereich) an das Modul oder Schaltgleis

Zusätzliche Hinweise
keine
keine

Mittlerweile haben manche Hersteller von Rückmeldern spezielle auf ihr jeweiliges System ausgerichtete Datenbusse entwickelt, an die eigene Rückmelder und Zusatzgeräte angeschlossen werden können. Andere Hersteller versuchen, die Leistungsfähigkeit der S88-Rückmelder zu verbessern. Allen Rückmeldern ist aber gemeinsam, dass sie eine Meldung absetzen, sobald sich ein Zug im Bereich des Meldekontaktes befindet.

Damit wir hier nun nicht nur den Trockenkurs absolvieren, wollen wir uns die Technik der Rückmeldung mit diesem alten System ansehen:

Was wir uns gönnen ist eine Control-Unit, ein Memory, ein Keyboard und natürlich einen Trafo. Ferner besorgen wir uns noch ein s88-Modulle 6088. Mit diesen Artikeln können wir uns bereits Blockstrecken einrichten. Wer nicht weiß was eine Blockstrecke ist, der gehe auf unsere Hauptseite uns rufe dann den Artikel über Blockstrecken auf. Leider reicht die Control-Unit nicht aus, da sie keinen s88-Busanschluss besitzt. Er muss hier zusätzlich das Memory zur Steuerung von Abläufen mit eingebaut werden. Das s88 Buskabel muss dann an das Memory angeschlossen werden.

Um eine Blockstrecke einzurichten nehmen wir hier ein Kontaktgleis. Ein Kontaktgleis ist nichts anderes als ein Gleis, das eine Trennung auf einem Schienenstrang aufweist. Beim Dreileitergleis ist es entweder die rechte oder die linke Schiene (beide sind Nullleiter). Im Zweileitersystem ist es die Minusschiene. Märklin hat bereits fertige Kontaktgleise, sowohl für das C-Gleis als auch für das K-Gleis. Das M-Gleis betrachten wir hier nicht mehr. Die Kontaktstrecke wird nun mit einer Kabellitze zwischen dem Massekontakt der Schiene und einem S88-Decoder verbunden. Der S88-Decoder wird an die Memory angeschlossen. Das nachfolgende Bild zeigt die Schaltung.

Rückmelder Motorola
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Mit dieser Schaltung und diesem 1 Rückmelder, ist eine Blockstrecke eingerichtet. Eine zweite und dritte und weitere erfolgen analog der ersten Blockstrecke. Die Schaltung, die wir oben zeigen kann nur mit dem Dreileitersystem funktionieren, da hier die Räder und die Achse stromleitend sind. Mit isolierten Rädern funktioniert das Ganze nicht.

Wer sich noch überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt hat, dem beschreiben wir nun den Vorgang. Ein Zug befährt die Kontaktstrecke = Streckenblock. Durch die elektrisch leitende Radsätze wird ein Kontakt zwischen beiden Schienen hergestellt (beide Schienen sind Nullleiter). Das S88-Rückmeldemodul erkennt den Schaltkontakt und gibt einen Schaltimpuls an die Control-Unit weiter. Da wir hier die Adresse 1 des s88 Moduls angeschlossen haben (es könnte auch eine andere sein) In diesem Beispiel ist es der erste Adresse des ersten S88-Rückmeldemoduls, im Memory also Adresse A1. wird in der Digitalzentrale die Schaltfolge der Adresse A1 auslöst. Damit können weitere Ereignisse ausgelöst werden, wie z.B. Zugstopp. Mit dem Memory können dann z.B. auch Fahrstraßen automatisch geschaltet werden, wenn der Zug die Kontaktstrecke befährt. Ihr seht also mit einem Rückmeldemodul lässt sich viel automatisieren.

Wenn ihr einen Schattenbahnhof mit den aufgeführten Artikel organisieren wollt, dann braucht ihr allerdings noch mehrere Kontaktstrecken, da ja hier nicht nur ein Abstellgleis vorhanden ist, sondern mehrere. Ferner muss sichergestellt werden, dass vor dem aus dem Schattenbahnhof ausfahrenden Zug kein Zug davor steht. Deshalb muss jedem Schattenbahnhof eine Freigabe-Kontaktstrecke eingerichtet werden um dies zu verhindern. Das würde dann so aussehen:

Rückmelder Motorola
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Ihr seht also, im Digitalsystem ist die Anlage z.B. von Blockstrecken mit digitalen Rückmeldemodulen nicht so aufwendig, wie im analogen System. Wir wollen aber hier jetzt nicht weiter uns mit Blocksystemen beschäftigen, das machen wir dann im nächsten Aufsatz intensiver.

Wie wir nun wissen, besitzen die meisten handelsüblichen s88- Rückmeldemodule - auch von anderen Herstellern, nicht nur von Märklin, in der Regel 16 Eingänge. Dem Bedarf können mehrere Module aneinandergereiht werden (kaskadiert). Die maximale Anzahl von Rückmeldern an einem s88-Bus hängt davon ab, wie viele die Digitalzentrale oder das PC-Interface verwalten können. Märklin hatte am Anfang bei der Einführung des s88 -- 31 Module als Obergrenze festgelegt. Technisch sind jedoch auch mehr möglich. So können z.B. an die Master-Control bis zu 52 Stück s88-Module angeschlossen werden.
Um die s88-Module digital auswerten zu können; ist eine Digitalzentrale mit einer s88-Schnittstelle Pflicht. Ohne eine derartige Digitalzentrale funktioniert natürlich das s88 System nicht. Hauptaufgabe der Zentrale ist dabei, die Rückmeldungen zu sammeln und an den PC weiterzuleiten. Wenn Zentralen bereits z.B. ein Gleisbildstellpult oder eine Pendelzugsteuerung integriert haben, wird ein PC nicht benötigt.
Wer mit einem PC seine Anlage steuern will, benötig entweder eine Digitalzentrale mit PC-Schnittstelle oder er besorgt sich ein externes Interface. Auch über das Thema "PC und Modellbahn" werden wir in Kürze einen eignen Aufsatz verfassen.
Nun wieder zurück zu unseren s88-Rückmeldesystem. Das s88 Rückmeldesystem ist eine lange Aneinanderreihung von sog. Schieberegistern, die entsprechend dem Zustand der zugeordneten Eingänge der Rückmeldemodule gesetzt werden. Analog zu den beiden möglichen Zuständen der Eingänge (geschlossen oder offen bzw. mit Masse verbunden oder nicht) stehen sie entweder auf "high" oder "low", was in der Digitaltechnik 1 oder 0 entspricht. Damit während des Auslesens der Register keine Informationen verloren gehen, wird jede Änderung an den Eingängen der Rückmeldemodule in Puffern - den sog. Latches - zwischengespeichert. Wir wollen uns aber nicht näher mit der internen Technik der s88 Rückmelder beschäftigen sondern die praktische Handhabung uns ansehen. Deshalb haben wir im nachfolgenden Bild schematisch die Anordnung von s88 Modulen zur Digitalzentrale dargestellt.

Rückmelder Schemaskizze
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Die meisten s88-Rückmelder haben 16 Eingänge zum Einlesen von Massekontakten. Der Rückmelder im Digitalmodul stellt lediglich fest, ob der Eingang mit Masse verbunden ist oder nicht -- also geschlossen oder unterbrochen ist. Wie so ein Massekontakt erzeugt werden kann, dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Variante 1:
Diese Variante setzt ein Dreileitersystem voraus. Bei der Einfahrt eines Fahrzeugs in einen isolierten Gleisabschnitt wird der Kontakt über den Radsatz hergestellt. Dazu muss man wissen, dass beim Dreileitersystem die beiden Schienen den Nullleiter darstellen und die Mittelschiene den Plusleiter (+). Im nachfolgenden Bild haben wir dies anhand eines Lämpchens dargestellt, wie das System funktioniert

Massekontakt Schemaskizze
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Variante 2:
Herstellen eines Massekontaktes durch einen Schalter (z.B. Reedkontakt)


Variante 3:
Herstellen eines Massekontaktes durch einen Gleisbesetztmelder. Damit beim Schließen des Eingangs eine Masseverbindung entsteht, muss der s88-Rückmelder mit der gleichen Masseleitung verbunden werden wie die Schaltung, die den Massekontakt herstellt.

Bei Dreileiter-Anlagen, die über Booster mit durchgehender Masse versorgt werden, wird die Masseverbindung zwischen s88-Rückmelder und den übrigen Komponenten über die Masseleitung im s88-Buskabel hergestellt. Bei falsch verbundenen Masseverbindungen können sog. Brummschleifen auftreten, die nicht nur das s88-Rückmeldesystem negativ beeinflussen, sondern alle Komponenten des Digitalsystems. S88-Rückmelder mit galvanischer Trennung können zwar Abhilfe bei Masseschleifen schaffen, allerdings nur im s88-Bus.

Die Schaltung eines Rückmelders sieht dann wie folgt aus:

Rückmelder Dreileiter
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In Zweileiter Anlagen oder in Digitalanlagen, deren Booster galvanisch getrennt sind, muss der s88-Rückmelder über einen speziellen Masseausgang mit einer gesonderten Masseleitung verbunden werden.

Rückmelder Zweileiter
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Tipps zum s88-System
Das Abschirmungsproblem - s88
Die beliebten 6-poligen Flachbandkabel sind nicht gegen elektrische Störungen abgeschirmt. Deshalb ist die Länge der s88-Flachbandkabel zwischen den einzelnen Rückmeldemodulen und zur Zentrale zu begrenzen. Eine wenig störanfällige Länge des Buskabels beträgt rd. 1,00 m. Demgegenüber sollen die s88-Flachbandkabel mit einem Mindestabstand von mind. 20 cm zu den digitalen Versorgungsleitungen, den Weichenantrieben und anderen Stromverbrauchern verlegt werden. Da dies in der Praxis immer wieder auf Probleme stößt, da der Abstand nicht eingehalten werden kann, sollten abgeschirmte Kabel verwendet werden. Derartige Kabel können Patch-Kabel mit RJ-45 Anschlüssen sein. Diese sind in Computer-Netzwerken gebräuchlich und gegenüber fremden elektrischen Signalen abgeschirmt. Dank der guten Abschirmung der Patch-Kabel stellen längere Busleitungen dann kein Problem dar. Durch diese Patch-Kabel wird es möglich, die s88-Module in unmittelbarer Nähe der Rückmeldeabschnitte anzuordnen. Übrigens Patch-Kabel sind in vielen Längen und für wenig Geld im Fachhandel oder im Internet kostengünstig erhältlich. Nun gibt es noch ein Problem, um die herkömmliche s88-Rückmeldemodule und Digitalgeräte mit 6-poliger Schnittstelle an Patch-Kabel anschließen zu können, sind Adapter erforderlich. Die Adapter ermöglichen den Austausch der Flachbandkabel zwischen alten Modulen gegen Patch-Kabel.
Leider halten sich nicht alle Hersteller, die s88-Rückmeldemodule mit RJ-45-Anschlüssen anbieten, an den Standard s88-N. Manche verwenden eine eigene Pin-Belegung. Diese Module können nicht mit Modulen anderer Hersteller kombiniert werden. Deshalb darauf achten, dass die RJ-45-Anschlüsse den S88-N-Standard erfüllen.

Adapter Patchkabel
Adapter-Patchkabel -- Vergrößern -- Bild anklicken

Der s88-Rückmelder und der zusätzliche Einbau eines zusätzlichen Rückmelders
Die s88 Rückmeldemodule können entweder mit einem s88-Kabel oder mit einem CAT Kabel und einem s88-Adapter an die Zentralstation angeschlossen werden. Die nachfolgenden Decoder werden dann, wenn ein CAT-Kabel Verwendung findet, mit normalen CAT-Kabeln weiter verbunden werden. Wie wir wissen werden die s88 Rückmeldedecoder alle hintereinander geschaltet und die Adressierung wird fortlaufend fest vorgegeben. Wenn wir nun drei Rückmelder einsetzen dann haben wir 3 x 16 Rückmeldekontakte und zwar beginnend mit dem 1. Rückmeldemodul 1 (1 bis 16), das 2. Rückmeldemodul 2 (1-16) u.s.w. Wenn man nun zwischen dem 1. und dem 3. Rückmeldemodul ein zusätzliches einbauen muss, sind alle Adressen auf der Digitalstation ab dem neu eingebauten Modul zu ändern. Um die Neuprogrammierung zu umgehen, gibt es von der Fa. Tams Rückmeldemodule bei dem man die Adresse selbst einstellen kann.

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Das Loconet System
Außer dem s88-Rückmeldesystem gibt es noch andere Rückmeldesysteme. Ein weiteres ist das sog. Loconet-Rückmeldesystem. Es wird vor allem von Uhlenbrock verwendet. Voraussetzung für die Datenübertragung ist der LocoNet-Bus. Dieser Bus verbindet Digitalzentrale, Steuer- und Bediengeräte, Rückmelder, Schaltmodulen und weiteren Elementen. Der Bus verbindet somit alle digitalen Geräte, die auf der Anlage vorhanden sind. Natürlich müssen diese Geräte auch das LocoNet verstehen. Das LocoNet wurde von der Firma Digitrax entwickelt. Es wird übrigens auch von Fleischmann/Piko verwendet. Das beim LocoNet verwendete Kabel ist sechspolig (Flachbandkabel) und mit sog. Westernsteckern ausgerüstet. Alle Geräte, die über das LocoNet angeschlossen werden, also auch unsere Rückmeldermodule, beziehen ihre Betriebsspannung aus dem LocoNet. Der benötigte Strom wird dem LocoNet von der Digitalzentrale zur Verfügung gestellt. Übersteigt der Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte den von der Digitalzentrale gelieferten Strom, so ist eine zusätzliche LocoNet-Stromeinspeisung möglich. Soweit die Technik. Nun wieder zurück zu unserem Rückmelder im LocoNetsystem. Es gibt für das LocoNet Rückmeldemodule (z.B. Uhlenbrock 63320) und Schaltmodule (z.B. Uhlenbrock 63410). Eine Besonderheit hat Uhlenbrock. Anstatt Gleisbesetztmelder besitzt Uhlenbrock als Gleisbesetztmeldesystem - also zur Zugerkennung - das sog. Lissy.

Die Fa. Roco/Fleischmann Holding, die ebenfalls den LocoNet-Bus benutzt hat dagegen z.B. das Rückmeldemodul 10787. Dieses Rückmeldemodul ist die Grundlage für alle automatischen Funktionen, die von einem Computer aus gesteuert werden können. Es besitzt acht galvanisch getrennte Ausgänge mit Schraubklemmen, an denen sich Moment- oder Dauerkontakte anschließen lassen. Wird ein Kontakt betätigt, leuchtet die dazugehörende Leuchtdiode. Mit dem beiliegenden Kabel kann das Rückmeldemodul an eine Digitalzentrale angeschossen werden, die den LocoNetbus versteht. Sehen wir uns so ein Schemabild für das LocoNetsystem an und da werdet ihr erkennen, dass der automatisierte Betrieb auf einer digitalen Modellbahn immer durch die Digitalzentrale gesteuert werden muss. Das Digitalsystem handelt hier ausschließlich zentral. Im Analogbebtrieb fehlt eine derartige Zentrale und deshalb sind hier die Bauteile zur automatischen Steuerung im dezentral - also für jeden Automatikbetrieb ntsprechende Module.

Bleiben wir beim LocoNet-Bussystem. Nachfolgend ist dargestellt, wie eine Automatisierung aussehen kann:

Loconetrückmelder
Loconetanschlüsse -- Vergrößern -- Bild anklicken

Wie dem obigen Systembild entnommen werden kann, können LocoNet-System alle Geräte wie z.B. Digitalzentrale, Fahrregler, Gleisbildstellpult, Rückmelder und Schaltdecoder angeschlossen werden. Jedes Gerät kann Befehle über das LocoNet an andere Geräte abgeben oder empfangen oder einfach Informationen versenden. Das System ist somit einfach und überschaubar.

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Links zum Thema
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Grundlagen der Computersteuerung
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Systemanforderung und Software
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Rückmelder
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Rückmeldungen
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Pilotanlage
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: PC-Anschluss, virtuelle Stellwerke, Blockbelegung
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Fragen und Antworten

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Im nächsten Teil wollen wir uns nun detailliert mit den Möglichkeiten des automatischen Modellbahnbetriebs befassen und kommen als erstes zur Erstellung von Blockstellen bzw. zur Blockstellensteuerung. Viel Freude weiterhin mit eurer Modellbahn wünscht euch
hpw-modellbahn

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