Der Modellbahn und der automatische Betrieb hier: Die Einrichtung einer Bremsstrecke
     


Die automatisierte Modelleisenbahn

-- Die Einrichtung einer Bremstrecke bzw. die Zugbeieinflussung vor Signalen --



Inhaltsverzeichnis

  • Einführung in das Thema


  • Die analoge Bremsstrecke


  • Die digitale Bremstrecke





  • Einführung in das Thema

    Unter Zugbeeinflussung auf der Modellbahnanalge versteht man u.a. Züge an Signalen automatisch zum halten zu bringen, wenn das Signal auf Stop zeigt. Natürlich kann zu diesem Vorgang auch ein automatisches Abremsen und ein automatisches Beschleunigen bei Anfahrt des Zuges gehören. Bremsstrecken werden sowohl im analogen als auch im digitalen Betrieb zur Zugsteuerung eingesetzt. Dabei ist das hauptsächlichste Einsatzgebiet vor Signalen und bei Blockstreckensteuerungen. Für die Zugbeeinflussung ist es unerheblich, ob es sich um Formsignale oder Lichtsignale handelt.

    Schwieriger ist es bei analogen Anlagen diesen Bremsvorgang bzw. den Beschleunigungsvorgang einzurichten.

    Im Digitalbetrieb ist dies einfancher. Es hängt hier der Brems- bzw. Beschleunigungsvorgang wesentlich vom Lokdecoder ab. Es gibt noch alte Lokdecoder die diese Zugbeeinflussung noch nicht beherrschen. Wir denken hier insbesondere an die Delta-Decoder, alte Selectrix und alte Fleischmann-Decocder. Die neueren Decoder beherrschen diese Zugbeeinflussung. Um aber eine Lok abbremsen und beschleunigen zu können, muss man entweder die Position einer Lok (Lokadresse vor Signalen) erkennen oder entsprechende digitale Signale an den Lokdecoder senden.

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    Einrichten einer analogen Bremsstrecke
    Das Einrichten von Haltestrecken auf analogen Gleisstrecken ist - wie bereits gesagt - aufwendiger als im Digitalbetrieb. Das wichtigste elektrische Bauteil ist hier das Relais zusammen mit einem Impulsschalter (Weichenschalter). Durch den Einsatz von Bremswiderständen kann ferner ein automatisches Abbremsen eingerichtet werden. Ein homogenes Anfahren des Zuges gelingt allerdings mit vertretbaren Mitteln nicht.

    Als Beispiel nehmen wir einen Gleisstrang auf freier Strecke der mit einem Signal ausgestattet ist. Die Züge sollen bei der Signalstellung "Halt" (wird durch den Schalter gestellt) heranfahren und vor dem Signal halten. Bei Signalstellung "Fahrt" sollen sie wieder fahren. Durch den Einsatz eines Schalters in Verbindung mit einem Schaltrelais kann innerhalb eines festgelegten Gleisabschnittes der Strom zu und abgeschaltet werden. Viele Hersteller von Signalen, aber auch die bekannten Modellbahnfimen Märklin, Roco/Fleischmann-Holding Piko etc. haben in ihrem Sortiment Signale, die bereits eine Zugbeeinflussung integriert haben. Aber auch ehemalige Modellbahnfimen wie Trix, Rokal, Zeuke haben deratige Signale gebaut. Damit ist die Herstellung einer einfachen Zugsteuerung mit diesen Signalen relativ einfach. Allerdings hält hier der Zug abrupt, was nicht sehr schön aussieht. Um die Sache realistischer zu gestalten gibt es von verschiedenne Herstellern sog. Bremswiderstände, die den Zug langsam zu stehen bringen.

    Das nachfolgende Bild zeigt nun die grundsätzliche Lösung einer Zugeineinflussung für analoge Gleichstrombahnen im Zweileitersystem. Das Signal besitzt keine interne Zugbeeinflussung. In die Schaltung haben wir noch keinen Bremswiderstand eingebaut, der einen Zug langsam abbremsen kann.

    Bei der analogen Modellbahn ist eigentlich nur noch eine Haltestrecke erforderlich. Da die analoge Lok selbst keine Möglichkeit bietet die Geschwindigkeit langsam herunter zu fahren bzw. langsam zu beschleunigen, ist der Einsatz einer sog. Bremsstrecke unnötig. Es gibt zwar bei der analogen Modellbahn sog. Bremswiderstände, die den abrubten Stop einer Lok mindert, aber dennoch wird auch hier nur eine Haltestrecke benötigt. Wichtig ist, dass die Haltestrecke mind. die Länge der längsten Lok besitzt, da sie sonst von den Radschleifern einer langen Lok überbrückt werden kann.



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    Im Märklin Dreileitersystem funktioniert dies ähnlich. Hier wird allerdings der Mittelleiter durchtrennt. Die Trennung eines Schienenstranges führt hier nicht zum Ziel, da die beiden Schienen den Nullleiter darstellen und beim Überfahren der nicht isolierten Radachsen bei Wagen und Lok eine Überbrückung der Stromunterbrechung eintreten würde. Also darauf achten, beim Märklingleis muss der Mittelleiter unterbrochen werden. Die von Märklin vertriebenen Signale sind meist mit einer internen Zugbeeinflussung ausgerüstet, sodass ein Relais hier in der Regel nicht erforderlich ist.
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    Einrichten einer digitalen Bremsstrecke
    Der Modellbahner der seine Anlage umfänglich digital betreiben will, sollte sich bereits bei der Planung seiner Anlage über die geplanten Bremsstrecken im Klaren sein. Um Bremsstrecken z.B. vor Signalen zu realisieren, sind Trennstellen im Gleis einzubauen. Diese können über spezielle Bausteine einen automatischen Bremsvorgang einleiten. Das ist vor allem dann interessant, wenn auf der Hauptstrecke ein automatischer Fahrbetrieb ablaufen soll, während im Bahnhof rangiert wird.
    Ein nachträglicher Einbau von Bremsstrecken im fertige Schotterbett ist dann wesentlich aufwendiger, als wenn bereits im Vorfeld die Bremsstrecken bzw. Signalpunkte feststehen.
    Die wichtigste Voraussetzung im Digitalsystem – sowohl im Motorola/mfx-System, als auch im DCC-System – ist der Einsatz von Lokdecodern mit einstellbarer Anfahr- und Bremsverzögerung. Das bedeutet, ältere Lokdecoder - insbesondere die Delta Decoder beherrschen dies nicht.
    Bei Lokdecoder die das Motorola / mfx-System verstehen und eine Anfahr- und Bremesverzögerung besitzen, halten die Loks mit der voreingestellten Bremsverzögerung (CV-Programmierung erforderlich).
    Im DCC-Protokoll geschieht dies ähnlich. Dies ist aber eigentlich nicht unserer Thema. Nur soviel noch: Achtet beim Kauf von Lokdecodern auf die Fähigkeit des Decoders für eine Anfahr- und Bremsverzögerung.

    Das nächste und für uns wichtigste Punkt ist die Größe und Teilung der Haltestrecke. Zum sicheren Anhalten der Lok werden in der Regel drei isolierte Streckenabschnitte angelegt.
    Den ersten Bereich wird Übergangsabschnitt genannt. Dieser Bereich dient nur dazu Kurzschlüsse an der Digitalzentrale zu vermeiden. Der Übergangsabschnitt sollte mind. eine Schleiferlänge einer Märklin Lok haben, besser ein wenig mehr.
    Der zweite Bereich wird Bremsbereich genannt. In diesem Bereich wird bei Signalstellung "Halt" das digitale Bremssignal gelegt. Dieser Bereich sollte eine Länge von mind. 40 bis 50 Zentimetern haben.
    Der dritte Bereich wird bei der Signalstellung "Halt" stromlos geschaltet. Man nennt ihn auch den Halteabschnitt Dieser Bereich ist wichtig, damit auch Züge mit einer längeren Bremsstreckeneinstellung auf jeden Fall vor dem Signal zu halten kommen. Um Kurzschlüsse zu vermeiden, muss der Fahrbereich vor dem Halteabschnitt mind. so lang sein wie der längste eingesetzte Zug. Die Bremsverzögerung im Lokdecoder ist so einzustellen, dass der Zug im Halteabschnitt zum Stehen kommt. Über ein Relais muss dazu bei einem Halt zeigenden Signal der Boosterstrom mit dem Bremssignal in den Halteabschnitt eingespeist werden. Um zu verhindern, dass es zu Überlagerungen von Brems- und normalen Digitalsignalen kommt, wird über einen Gleisbesetztmelder der „Bremsstrom“ erst in den Halteabschnitt eingespeist, wenn in diesem ein Zug erkannt wird


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