Modelleisenbahninfos: Kupplungsarten und Kupplungssysteme bei der Spur H0 - Teil 1
     


Modellbahntechnik

-- Die Kupplung an der Lok und dem Wagen im H0-System - Teil 1 --



Inhaltsverzeichnis

- Einführung

- Begriffsdefinitionen

- Bügelkupplungen

- Kupplungssystem mit Normschacht




Einführung

In der Spurgröße "H0" herrscht bei Kupplungen ein heilloses Chaos. Viele Hersteller entwickelten sowohl in der Vergangenheit, als auch heute noch eigene Kupplungstypen um die Modellbahner an ihre Marke zu binden. Größtenteils sind diese Kupplungen zu anderen Systemen nicht kompatibel und erschweren die Verwendung unterschiedlicher Wagen-Fabrikate.
Somit kommt die Ausssage bereits jetzt, dass es den besten Kupplungstyp nicht gibt, nur die für den jeweiligen Modellbahner bzw den Einsatzzweck am besten geeignetste Kupplung gibt es.
Mit dem nachfolgenden Aufsatz, soll versucht werden, einen Überblick über die vorherrschenden Kupplungsarten im H0-System zu gewinnen. Desweiteren soll auch ein wenig auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kupplungssysteme eingegangen werden.

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Begriffsdefinitionen

Bevor wir aber weiter in dieses Thema vordringen noch ein paar Begriffsdefinitionen:

Der Pufferabstand
Die Angabe des Pufferabstands ist mit Vorsicht zu genießen. Sie hängt davon ab mit welchen Toleranzen die Abstände Pufferebene-Vorderkante Normschacht ausgelegt sind. Bei den ersten Kurzkupplungsfahrzeugen von Roco ist dieser Abstand sehr knapp gehalten, was bei Verwendung von echten Kurzkupplungen zu Problemen beim Ankuppeln führt. Bei Loks, die in aller Regel nicht genügend Platz für eine ausreichend dimenionierte Kurzkupplungskinematik bieten, ist der Abstand Pufferebene-Vorderkante Normschacht höher. Hier entsteht meist auch bei Verwendung von echten Kurzkupplungen ein Pufferabstand von 5 mm oder höher.

Vorentkupplung
Die Vorentkupplung ermöglicht die Entkupplung am Entkuppelgleis oder mit einem Handentkuppler bzw. das Schieben und Abstellen von Fahrzeugen an beliebige Positionen. Nach dem Abziehen des Wagenverbands fallen die Kupplungen zurück und sind bereit für den nächsten Kuppelvorgang

normale Kupplung
Die normale Kupplung findet man bei allen alten Wagen und Loks. Die "normale" Kupplung besitzt keine Knickstabilität. Ein Puffer an Puffer fahren ist damit nicht möglich (Kurz gekuppelte Wagen). Der Kupplungsvorgang erfolgt in der Regel über die Schwerkraft des Wagens (sanftes Einkuppeln). Dabei wird der Kupplungsbügel leicht angehoben und über den Kupplungsdorn gehoben. Der Vorteil dieses Kupplungstyps ist, dass ein Einkuppeln in der Regel auch im Bogen möglich ist.
Die Kupplung ist relativ tolerant gegenüber Höhenabweichungen. Diese Kupplungstechnik ist z.B. bei Märklin, Fleischmann, Trix-Express, Piko, Lima etc. zu finden.

Der Normschacht
Die Kupplungsvielfalt in H0 und die Nichtkompatibilität der jeweiligen Kupplungsarten untereinander, führte zur Entwicklung des Normschachtes. Dieser sog. Normschacht bietet dem Modellbahner die Möglichkeit, die verschiedensten "Normkupplungen" an den jeweiligen Wagen bzw Lok anzubringen. So können an diesen Schacht sowohl Bügelkupplungen von Märklin, Lima etc oder auch Universalkupplungen von Roco, Kurzkupplungen von Märklin oder spezielle Fallhakenkupplungen (Fallhakenkupplung mit NEM-Schachtanschluss) von Fleischmann angebracht werden. Es handelt sich hier also nur um einen Schacht, der die eigentliche gewünschte Kupplung aufnehmen kann. Vergleichbar ist dieses System mit einer digitalen Schnittstelle in einer Lok an diese digitale Schnittstelle kann sowohl ein digitaler Lokdekoder angesteckt werden, als auch ein analoges elektrisches Modul. Der Vorteil dieses Normschachtes besteht darin, dass ein Wagen mit einem Kupplungs-Normschacht die vielfältigsten Kupplungsarten aufnehmen können, wenn die Kupplung selbst für die Aufnahme in diesen Schacht mit einem sog. "Schwalbenschwanz" ausgebildet ist. Auch der Kupplungswechsel ist einfach. Den "Schwalbenschwanz" zusammendrücken und die Kupplung nach vorne aus dem Schacht heraus ziehen - Fertig. Es ist somit möglich, auf einfachste Weise, die Kupplungen seinen eigenen Wünschen entsprechend zu tauschen. Die Wagen und Loks der letzten 10 Jahre werden bereits in der Regel serienmäßig mit einem Normschacht ausgestattet.

Die echte Kurzkupplung (KK)

Die echten Kurzkupplungen wie die Fleischmann-Profi-Kupplung oder die Roco-Kurzkupplungen stellen über eine Kinematik eine starre Verbindung der Wagenkästen her. Die KK-Kupplung hat ein sog. 0-Spiel in der Länge und ist nicht abknickbar. Die KK-Technik ist damit fähig, die Wagen Puffer - an - Puffer fahren zu lassen. Das Einkuppeln der Kupplungen wird normalerweise über Federkraft realisiert. Deshalb ist der Einkuppelvorgang mit einer gewissen Kraft verbunden, da die Feder mehr Widerstand aufbringt als die Schwerkraft des Wagens zustande bringt. Eine Kurzkupplung benötigt somit eine Auslenkkulisse.

Alte vierachsige Waggons sind in aller Regel so konstruiert, dass die Kupplungsdeichsel horizontal beweglich am Drehgestell befestigt ist. Diese starre Verbindung dieser Kurzkupplungen in Verbindung mit der vorherrschenden Kinematik, kann bei unebener Gleislage oder in Kurven die Wagenkästen verspannen oder nur unmerklich anheben und so das Drehgestell aus dem Gleis heben. Das betrifft insbesondere Waggons im echten Längenmaßstab von 1:87, die dann rd. 30 cm lang sind.

unechte KK-Kupplung

Es handelt sich hier eigentlich um eine normale Bügelkupplung, die aber weniger Längenspiel hat und mit seitlichen "Nasen" knickstabiler ist. Diese Kupplungen können aber wegen ihrer Konstruktion "weich" einkuppeln (der Einkuppelvorgang erfolgt bereits mit der normalen Schwerkraft des jeweilgen Wagens). Allerdings hat diese Kupplungsart wieder mehr Spiel zwischen den Wagen als die KK-Kupplung. Dieses Spiel ist erforderlich um Platz zum Herabfallen des Kupplungsbügels zu haben. Die unechte KK-Kupplung ist kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und vorentkuppelbar. Diese Kupplungen sind z.B. bei der Märklin-Kurzkupplung und der Roco-Universalkupplung zu finden.

Die Telex-Kupplung

Das Rangieren mit An- und Abkuppeln von Lokomotiven zu den verschiedenen Zügen gehört zu den interessanten Spielvariationen auf der Modellbahnanlage. Märklin hat mit seinem Telex-System (Telexkupplungen), dase ja Nachfolger des Relex-System ist, hier Pionierarbeit geleistet. Andere, wie die Firma Roco und die Firma Krois haben zwar auch Telexkupplungen, die aber alle soweit dem Verfasser bekannt, nach Märklin auf den Markt kamen.
Die Telex-Kupplung ermöglicht es, dass bereits entkuppelte Züge rückwärts gedrückt werden können, ohne das die Wagen sich wieder untereinander kuppeln.
Telex-Kupplungen besitzen Elektromagnete, die das Auskuppeln erlauben. Dabei bleibt dann der ausgekuppelte Bügel auch beim Schiebevorgang nach oben geklappt. Da der Elektromagent sonst Schaden erleidet, sollte die Einschaltdauer bei max. 6 sec liegen. Im praktischen Betrieb reichen aber in der Regel 3 sec aus um sicher zu Entkuppeln. Weitere Details dann nachfolgend.

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Die Bügelkupplung

Die sog. Bügelkupplung ist die häufigste anzutreffende Kupplungsart. Außer Märklin haben - bis auf wenige Ausnahmen - alle namhaften Hersteller diesen Kupplungstyp eingebaut. Außnahmen bilden die alten Wagen und Loks von Fleischmann (Hakenkupplung) und die sich nicht mehr im Handel befindliche Trix-Express (Drahtbügelkupplung). Der Vorteil der Bügelkupplung ist das in der Regel sehr leichte und weiche Einkuppeln und die hohe Zugtrennungssicherheit.

Der Nachteil dieses Kupplungssystems ist, dass ein Einkuppeln im Bogen eigentlich nicht möglich ist, da die Kupplungen durch Federn in der Regel immer weider zentriert ausgerichtet werden. Die älteren Lima Fahrzeuge besitzen zwar keine "Zentrierfeder" und verharren in der letzten Position. Sie sind aber wegen der Labilität der Kupplungslage in der Regel nicht kuppelbar (weichen beim Einkuppeln aus).
Die meisten Bügelkupplungen sind allerdings auf dem Entkupplungsgleis entkuppelbar.
Ein weiterer entscheidender Nachteil der Bügelkupplung ist der zu große Wagenabstand, den dieser Kupplungstyp verursacht. Es ist also nicht wie beim realen Fahrbetrieb bei der großen Bahn möglich, zwei Wagen Puffer an Puffer zu kuppeln. Es gibt mehrere Arten der Bügelkupplung:

Bügelkupplung nach NEM
Diese Kupplung gehört zu den neueren Typen und ist universell einsetzbar. Voraussetzung ist allerdings, dass der Wagen den sog. Normschacht (NEM-Schacht) aufweist, aber dazu später mehr. Sie ist preiswert und überall verwendbar, wenn eben dieser Normschacht vorhanden ist. Allerdings ist sie nicht vorentkuppelbar. Sie ist aber über einem Kupplungsgleis mechanisch entkuppelbar.

Kupplung nach NEM


Märklin Bügel-Kupplung:
Diese Bügelkupplung ist noch sehr stark verbreitet. Auch heute noch werden viele neue Fahrzeuge mit diesem Kupplungstyp ausgeliefert - allerdings für den Normschacht -. Wie wir bereits wissen, ist dieser Kupplungstyp nun nach NEM genormt und passt somit in jeden Norm-Schacht. Diesen Vorteil des NEM-Schachtes haben die älteren Modelle noch nicht. Die nachfolgend dargestellten Bügelkupplungen sind älteren Datums (Zeitraum zwischen 1950 bis 1980).
Der Nachteil der Bügelkupplungen besteht darin, dass der Pufferabstand sehr groß ist und die Kupplungsgenauigkeit zu wünschen übrig lässt. Insbesondere bei den alten zweiachsigen Märklin Personen- und Güterwagen tritt dies unangenehm in Erscheinung, da hier zur automatischen Zentrierung der Kupplung eine Feder zwischen den beiden Kupplungen angebracht ist. Dadurch wird die Kupplung bei einer Auslenkung immer wieder in die Mittelstellung gebracht - allerdings nicht genau genug für den Fahrbetrieb -.

Märklin-H0-Bügelkupplung      Märklin-H0-Bügelkupplung      Märklin-H0-Bügelkupplung      Märklin-H0-Bügelkupplung
Kupplung ist bei älteren Märklin Güterwagen (1950 bis ca. 1980) zu finden.
    Märklin-H0-Bügelkupplung     Märklin-H0-Bügelkupplung

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Märklin Relex-Kupplung (Bestell-Nr. 72060)
Zuerst mal ist der Begriff "Relex" zu klären. Wie wird nun bei Wagen bzw. Loks mit Relex-Kupplungen gekuppelt. Beim Einkuppeln ist ein Bügel beim gegenüberliegenden Haken eingehängt. Nach dem Entkupplungsvorgang von Hand oder am Entkupplungsgleis liegt der Bügel liegt nun oben auf. Der Wagenverbund kann an den Zielort geschoben werden, ohne dass die Kupplung wieder einhängt. Am Zielort angekommen zieht die Lok weg und der Wagenverbund trennt sich
Diese Relex-Kupplung von Märklin ist kompatibel zur NEM-Bügelkupplung und vorentkuppelbar. Sie besitzt aber einen großen Pufferabstand.
Märklin-Lokomotiven mit Telex-Kupplung sind dadurch zu erkennen, dass die Zuggarnitur oder einzelne Wagen an jeder beliebigen Stelle der Modellbahnanlage - ferngesteuert vom Fahrpult aus - abgekuppelt bzw. angekuppelt werden können.
Als Beispiele für Loks die mit Relex-Kupplung ausgerüstet sind sei die Tenderlokomotive BR 81 und die Tenderlokomotive BR 86 gennannt.

Märklin-Relex-Kupplung von Märklin
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Fleischmann - Fallhaken-Kupplung:
Die Fallhakenkupplung ist eine Eigenheit der alten Fleischmann Loks und Wagen. Sie gehört eigentlich zur Gattung der Bügelkupplungen. Mittlerweile gibt es diesen Kupplungstyp auch für den Normschacht. Dadurch können die "alten" Wagen mit Wagen anderer Hersteller kombiniert werden.
Die Fallhakenkupplung gestattet ein sehr weiches einkuppeln. Sie ist allerdings nicht vorentkuppelbar. Hinzu kommt, dass sie sehr teuer ist. Ältere Fleischmann H0-Wagen haben wegen dieser Kupplungsart dementsprechend den Nachteil, dass sie umgerüstet werden müssen, wenn sie auf Anlagen anderer Hersteller eingesetzt werden sollen.

Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung      Fleischmann-Fallhaken-Kupplung
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Fleischmann - Bügelkupplung
Die Fleischmann Bügelkupplungen dienen als Ersatz für die Fallhakenkupplungen. Dadurch ist es möglich auch Fleischmann wagen mit Wagen anderer Hersteller laufen zu lassen. Es gibt Bügelkupplungen für die unterschiedlichsten Befestigungsmethoden. Sie sind speziell auf die vorhandenen Fleischmann-Befestigungen ausgerichtet. Diese Bügelkupplungen haben denselben Nachteil wie die Bügelkupplungen anderer Hersteller (nicht vorentkuppelbar, zu großer Pufferabstand).

Fleischmann-Bügelkupplung
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Trix-Express-H0-Bügelkupplung
Dieser Kupplungstyp ist überholt. Die Kupplung ist sehr klobig, weist einen extrem großen Kuppelabstand auf und ist auch nicht vorentkuppelbar. Da es keine neuen Trix-Express-Loks und Wagen mehr gibt (es gibt nur noch Trix-International), stirbt diese Kupplung im betrieb langsam aus.

Trix-H0-Bügelkupplung



Lima-H0-Bügelkupplung
Lima Modelle haben ebenfalls Bügelkupplungen. Die Lima Bügelkupplungen sind aber meistens sehr klobig und weisen einen extrem großen Kuppelabstand auf. Die Kupplungen sind nicht vorentkuppelbar. Teilweise können die Wagen auch nicht über ein Entkupplungsgleis entkuppelt werden, da hierfür bei manchen Lima-Kupplungen die entsprechende Vorrichtung fehlt. Hinzu kommt, dass die Lima Wagen aus den 1950iger Jahren bis in die 1980iger Jahren keine Zentriereinrichtung besitzen. Dies bedeutet, dass die Kupplung nicht in die Zentrierposition zurück geht. Rangieren ist somit unmöglich. Wenn Modellbahner Lima Wagen oder auch Loks zu Gesicht bekommen, deren Kupplung an der Stelle verweilt, an der sie hinbewegt wurde, handelt es sich um ältere Lima-Fahrzeuge. Lima Kupplungen sind auch nicht vorentkuppelbar. Die neueren Lima Wagen haben mittlerweile die Normschacht Kulisse bzw. sind teilweise auch mit Kurzkupplungen ausgestattet.

Lima-H0-Bügelkupplung      Lima-H0-Bügelkupplung      Lima-H0-Bügelkupplung
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Die Röwa-Bügelkupplung
Diese Röwa-Kupplung ist nicht kurzkuppelbar. Sie besitzt in etwa die Eigenschaften der Märklin-Bügelkupplung.

Röwa-H0-Bügelkupplung
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Die Röwa-Hakenkupplung
Diese Röwa-Hakenkupplung ist eine Adaption zur Fleischmann-Hakenkupplung. Mit dieser Röwa-Kupplung können alle Röwa Wagen mit Fleischmann-Wagen gekuppelt werden. Die Nummer für diese Kupplung lautet 5078.

Röwa-H0-Hakenkupplung
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Die Röwa-Bügelkupplung für Trix-Express
Diese Röwa-Drahtbügel-Kupplung ist eine Adaption zum Trix-Express-Kupplungssystem. Mit dieser Röwa-Kupplung können alle Trix-Wagen mit Röwa-Wagen gekuppelt werden. Die Kupplung ist nicht kurzkuppelbar. Die Nummer für diese Kupplung ist 5076.

Röwa-Trix-Kupplung-System
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Kadee-Kupplung:
Dieser Kupplungstyp wird bei amerikanischen Herstellern verwendet. Er gestattet ein sehr weiches Einkuppeln. Dieser Kupplungstyp ist vorentkuppelbar und besitzt eine berührungsfreie Fernentkupplung durch Magnete (Elektro- oder Permanentmagnet). Dabei werden zwei metallische Bügel an der Unterseite der Kupplung durch die Magnetkräfte auseinandergedrückt und die Kupplung wird dadurch gelöst. Leider ist die Kupplung nicht kompatibel zur NEM-Bügelkupplung (Weitere Infos weiter unten bzw. im Modellbahnarchiv). Bei der Kadee-Kupplung gibt es Varianten mit unterschiedlicher Schaftlänge, was eine Feinanpassung des gewünschten Pufferabstands ermöglicht. Die Nachteile der Kadee-Kupplung sind aber, dass eine Kurzkupplungskinematik am Waggonboden angeordnet werden muss, da sonst bei Schubkräften im Gleisbogen die Schächte nach außen gedrückt werden und eine Trennung der Kupplung stattfindet.

Kadee-Kupplung
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Krois-Kupplung:
Krois hat mehrere Kupplungstypen - unter anderem auch ein analoges Kupplungssystem. Die analoge Kupplung von Krois funktioniert mit magnetischer Kraft, also ohne elektrische Ansteuerung. Im Kupplungskörper befindet sich ein Permanentmagnet, der beim Überfahren von vorbestimmten Schienenabschnitten die Kupplung der angehängten Waggone entkuppelt.

- Rein Magnetische Ansteuerung, keine zusätzliche Verkabelung nötig
- Kurzkupplung
- Passend für alle Loks und Wagen mit Normschacht
- Einfache Montage
- Löst Reed-Kontakte aus

Krois-Kupplung
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Das Systembild stammt von der Fa. Krois

Bei schnell fahrenden Wagen hat allerdings die Kupplung keine Wirkung. Loks ohne diese Krois-Kupplung können die Gleismagnete problemlos überfahren. Dadurch wird ein Rangierbetrieb mit normalem Fahrbetrieb am selben Gleis möglich. Krois liefert die analoge Kupplung mit Mechanik und eingebautem Permanentmagneten. Zusätzlich liegen zwei Stück 3mm Permanentmagnete zum Einbau im Gleis bei (für eine Entkupplungsstelle).

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Das neue - mittlerweile etablierte - H0-Kupplungssystem mit Normschacht

Aus den bisherigen Ausführungen ist erkennbar, dass ein Zugbetrieb mit Wagen von unterschiedlichen Herstellern bereits bei den Kupplungen erhebliche Probleme bereiten kann.
Als Modellbahner, der die verschiedensten Wagentypen von den unterschiedlichsten Herstellern verwendet (als Epochensammler ist das zwangsläufig so) bereitet dies immer wieder Probleme.
Als beste Lösung ist derzeit die Normkupplung mit dem Normschacht anzusehen.
Um verschiedene Kupplungsfabrikate freizügig verwenden zu können, wurde in den Normen Europäischer Modellbahner (NEM) auf Blatt 362 (H0) sowie 355 (N) eine einheitliche Kupplungsaufnahme für Kupplungsköpfe vereinbart, welche für Modellbahnhersteller nun verbindlich sind. Damit im Zusammenhang steht NEM 352, welche die Führungen für Kupplungsaufnahmen (die sogenannte Kurzkupplungs-Kinematik) vorschreibt (siehe NEM 352, NEM 355, NEM 362). In diesen Normen ist auch die Lage des Normschachtes bezüglich Schienenoberkante und der Pufferebene festgelegt.

Leider ist bei manchen älteren Fahrzeugen der Abstand Pufferebene-Normschacht- Vorderkante zu gering, wodurch sich Verhakungen/Überpufferungen bei ungünstigen Gleisführungen (S-Kurven ohne Ausgleichsgerade oder zu enge Radien) ergeben können.
Durch die Lösung mit dem Normschacht ist es möglich verschiedene Kupplungssysteme sehr schnell im täglichen Modellbahnbetrieb zu vereinheitlichen.
Anders ausgedrückt:
Durch die Möglichkeit des schnellen Kupplungswechsels (der Schacht passt für verschiedene Kupplungen) ist das Umrüsten von Modellbahnwagen unterschiedlichster Hersteller kein Problem mehr. Dies bringt auch beim Zusammenstellen von epochenreinen Zügen erhebliche Vorteile, da die Zuggarnitur dann auch einheitliche Kupplungen aufweist.

Normschacht nach NEM


Nichts ist für einen Epochensammler schlimmer als ein epochenreiner Zug mit den unterschiedlichsten Kupplungen.

Wie bereits gesagt, war es die Kupplungsvielfalt in H0 und die Inkompatibilität der einzelnen Konstruktionen unter einander, die zur Entwicklung des Normschachtes führte. Die eigentliche Kupplung wird also nicht mehr direkt am Wagen oder der Lok angebracht, sondern wird in einen genau definierten Aufnahmeschacht gesteckt. Dank den Rastnasen an den Kupplungen können sie im Kupplungsschacht gut arretiert werden und können auch wieder durch Drücken der Rastnasen (am besten mit einer kleinen Flachzange) aus der Kupplung gezogen werden. Erst durch diesen Kupplungsschacht wird es möglich, auf einfache Weise die Kupplungen seinen eigenen Wünschen entsprechend zu tauschen. Die neuen Wagen und Loks werden mittlerweile grundsätzlich mit einem Normschacht ausgestattet. Auch sind alle modernen Kupplungssysteme für den Normschacht erhältlich.

Der NEM Kupplungsschacht bietet auch noch den Vorteil, dass ein paar mm weniger Kuppelabstand herausgeholt werden kann, indem die Kupplung tiefer in den NEM-Schacht gesetzt wird.
Dies geschieht entweder durch Kürzen des NEM-Schachtes oder durch das Einfeilen des hinteren Kupplungsendes (in dem Bereich, wo die Kupplung an den NEM-Schacht anliegt).

Der NEM-Schacht bietet auch die Möglichkeit kleinere Höhenabweichungen korrigieren zu können. Dies geschieht dadurch, dass an der Kupplung etwas Material entweder am oberen (höhersetzen) oder am unteren Teil (tiefersetzen) abgefeilt wird. Gegenüber der abgefeilten Seite ist dann entweder ein Pappstückchen oder ein Kunststoffplättchen in den NEM-Schacht einzulegen, damit die Kupplung nicht wackelt.

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