Der Reedkontakt
Ein Reedkontakt ist ein berührungsfreier Schalter, der durch einen von au'en wirkenden Magneten geschaltet wird.
Reedkontakte werden, wegen ihrer Bauart, auch als Schutzgasrohrkontakte (SRK)
bezeichnt.e
Der Reedkontakt ist in einem gasdichten Glasröhrchen eingebettet und besteht aus zwei Kontaktzungen, die an den Zuleitungen
federnd befestigt sind. Sobald ein Magnetfeld über die weichmagnetischen Anschlussdrähte fließt, ziehen sich die Kontaktzungen
gegenseitig an und stellen einen Kontakt her. Wenn das Magnetfeld wieder verschwindet bzw. einen gewissen Betrag unterschreitet,
öffnet der Kontakt wieder aufgrund der Federkraft. Es braucht ein etwas höheres Magnetfeld für das Schließen des Kontaktes als
beim Öffnen. Reedkontakte "prellen" ein wenig, was die angeschlossene Schaltung verkraften muss.
Das nachstehende Bild verdeutlicht nochmals das gesagte.
Sowohl Schaltgleise als auch Reedkontakte lösen - wie der Name schon sagt - Stromkontakte aus. Reedkontakte gehören somit zur Gattung
der Momentkontakte oder Stromimpulskontakte. Beim Überfahren des Reedkontaktes z.B. durch einen Modellbahnzug wird ein
Kontakt erzeugt, der an eine Digitalzentrale oder an eine analoge Schaltung weitergegeben und dort ausgewertet wird. Der Magnet
der erforderlich ist um einen Reedkontakt auszulösen sollte z.B. beim Blockstreckenbetrieb immer am letzten Wagen angebracht werden.
Da der letzte Wagen erst durch die jeweilige Blockstrecke durchgefahren sein muss, bevor diese Blockstrecke wieder freigegeben werden kann.
Merke:
Der Reedkontakt ist zum direkten analogen Schalten einer Weiche oder eines Signals geeignet.
Sollen mehrere Magnetartikel - mit dem Reedkontakt - analog geschaltet werden so sind zusätzlich zu jedem Magentartikel entsprechende
Reedkontakte einzusetzen.
Im Digitalbetrieb können auch
mehrere Kontakteingänge beim Decoder
gleichzeitig ausgelöst werden.
Nur im Digitalbetrieb kann deshalb mit nur einem Reedkontakt eine Fahrstraße und damit beliebig viele Magnetartikel geschaltet werden.
Reedkontakte gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, so dass für jeden Anwendungsfall der geeignete Reedkontakt zur Verfügung steht.
Nun haben wir bereits gelernt, dass der Reedschalter ein elektromechanischer Kurzzeitschalter ist. Reedkontakte können allerdings -
gegenüber einem Relais
- keine hohen Leistungen schalten. Dies würde die dünnen Schaltkontakte überfordern. Im Übrigen ist er dazu auch nicht gedacht.
Reedkontakte eignen
sich wegen ihrer einfachen Bauweise hervorragend für miniaturisierte Produkte, also auch für die automatisierte analoge oder digitale
Modelleisenbahn.
Reedschalter oder besser gesagt Reedkontakte, können entweder:
- elektromagnetisch durch das Feld einer stromdurchflossenen Erregerspule
oder
- mechanisch durch das magnetische Feld eines Permanentmagneten
betätigt werden.
Bei der elektromagnetischen Betätigung befinden sich die Kontaktelemente meist im inneren einer Spule. Sehr vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich allerdings für mechanisch betätigte Reedkontakte.
Dabei wird die zum Schalten erforderliche Änderung des magnetischen Erregerfeldes durch einen relativ zum Reedkontakt
bewegten Permanentmagneten erzeugt. Die Bewegung kann z.B. durch Drehen, Kippen, Schieben oder Heben erfolgen.
Ausschlaggebend für das Schalten der Kontaktzungen ist die Lage und Verteilung des magnetischen Feldes relativ zu den
Kontaktzungen; d. h., der Reedkontakt wird als Sensor mit Schaltfunktion eingesetzt.
Mit Reedkontakten kann eine Modelleisenbahnanlage relativ kostengünstig automatisiert werden. Sie ermöglichen das
automatische Schalten von Magnetartikel wie Weichenspulen, Antriebe für Formsignale etc. etc.. Durch Reedkontakte können
sogar komplette Weichenstraßen gestellt und Blockstrecken automatisiert werden.
Der Reedkontakt hat gegenüber anderen Schaltelementen wie Relais und Schaltgleisen zwei entscheidende Vorteile:
1. Er ist nicht richtungsgebunden. Das bedeutet er kann richtungsunabhängig eingesetzt werden.
2. Er ist unkompliziert anzubringen und auch wieder einfach zu entfernen bzw. zu verändern.
Natürlich hat der Reedkontakt gegenüber einem Schaltgleis auch Nachteile: Viele Modellbahner, die auf Dreileitergleisen
fahren bemängeln, dass durch die Richtungsunabhängigkeit von Reedkontakten - im Gegensatz zu Schaltgleisen - ein erhöhter
technischer Aufwand betrieben werden muss.
Diese Aussage gilt vor allem auf eingleisigen Strecken. Diese Aussage ist aber nur für Dreileitersysteme akzeptierbar.
Für Zweileitersysteme weisen Schaltgleise
dagegen erhebliche Nachteile auf. Aber auch im Dreileitersystem kann der Reedkontakt als Ersatz für ein Schaltgleis
eingesetzt werden. Zwar mit geringen Mehraufwand,
aber wesentlich kostengünstiger. Wir werden euch in den nachfolgenden Kapiteln die Einrichtung von Reedkontakten
und Schaltgleisen darstellen.
Dann könnt ihr selbst entscheiden, welche Lösung für euch die Bessere ist.
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