Die Elektrik auf der Modellbahn - hier: Das Relais, Teil 2
     


Die Elektrik auf der Modellbahn
-- Das Relais - Teil 3 --



Inhaltsverzeichnis

- Der Umbau einer defekten Weiche zu einem Schaltrelais

- Der Umbau zu einem bistabilen Relais

- Beispiel für ein bistabiles Relais von einer Piko Permont Weiche

- Der Umbau zu einem monostabilen Relais




Der Umbau einer defekten Weiche zu einem Schaltrelais
Viele Modellbahner besitzen manche Weichen, die wegen Defekte nicht mehr in Benutzung sind. Diese Weichen in die Tonne zu treten wäre zu schade, da sie immer noch als Schaltrelais eingesetzt werden können. Wir wollen euch nachfolgend zeigen, wie das geht.
Zuerst einmal müssen wir uns natürlich eine defekte Weiche besorgen. Eine Weiche hat immer zwei Spulen und kann somit als bistabiles Relais eingesetzt werden.
Es ist darauf zu achten, dass die beiden Spulen noch intakt sind. Wenn eine Weichenspule defekt ist, kann die Weiche nur noch als monostabiles Relais verwendet werden. Den Unterschied „Monostabil“ und „Bistabil“ haben wir im Teil 1 erläutert.
Wir haben als Musterobjekt eine alte Piko Weiche ausgewählt – eine sog Permont Weiche. Diese Weiche ist sehr übersichtlich aufgebaut und eignet sich deshalb bestens für unseren Umbau zu einem bistabilen Schaltrelais, ferner sind die beiden Spulen und der Schaltkolben in Ordnung sind. Alle anderen Teile der Weiche werden nicht benötigt.

Permont Weiche
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Der Umbau zu einem bistabilen Relais
Man kann die Permont-Weiche nun entweder absägen oder man belässt sie so, wie obiog abgebildet. Wenn sie so belassen wird, dann nimmt das künftige Relais natürlich mehr Platz ein, als wenn die Weiche selbst abgesägt wird. Deshalb haben wir die Weiche entfernt und nun sind nur noch die beiden Spulen, die Anschlüsse und der Schaltkolben vorhanden.

Permont Weiche
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Als nächstes wollen wir uns die Anschlüsse für die Spulen ansehen. Wie dem nachfolgenden Bild zu entnehmen ist, ist der Anschluss relativ einfach. Da wir lediglich den Wechslstromanschluss eines Trafos mit ca. 12 bis 16 Volt benötigen, ist es egal welchen Anschluss wir für den Hauptstromanschluss und für die Steuerungsanschlüsse verwenden.
Die beiden Anschlüsse C und D werden von uns als Hauptstromanschluss für die Weichenspulen verwendet. Die Anschlüsse A und B werden als Steuerungsanschlüsse verwendet und gehen deshalb zum Impulsschalter. Der dargestellte Schalter ist ein Impulsschalter von Trix. Dies bedeutet, dass bei einer Schalterstellung (z.B. Vorne) der Schaltkolben nach links geschoben wird (in Richtung Spule 1) und z.B. bei der hinteren Schalterstellung der Schaltkolben wieder in Richtung Spule 2 geschoben wird.

Permont Weiche
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Damit hätten wir eigentlich schon ein fertiges funktionierendes Relais. Es muss aber noch auf die entsprechenden Einsatzbedürfnisse ausgelegt werden. Deshalb werden wir hier euch nachfolgend ein einfaches Beispiel vorstehen.

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Beispiel für ein bistabiles Relais von einer Piko Permont Weiche
Wir haben im nachfolgenden Bild ein Beispiel gewählt, dass relativ einfach aufgebaut ist. Bei der Überfahrt eines Zuges über ein Schaltgleis soll eine rote Signallampe aufleuchten und die Lok vor der Signallampe gestoppt werden. Der Zug kann weiterfahren, wenn der Impulsschalter gedrückt wird und der Schaltkolben wieder in Richtung Spule 2 geschoben wird. Um dieses System zu erstellen, müssen wir die obige Schaltung erweitern bzw. ergänzen. Der Schiebekolben muss um eine sog. Kontaktspange erweitert werden (blau). Die Kontaktspange wird an den Schiebekolben (isoliert) angeschraubt oder geklebt. Durch diesen erweiterten Schiebekolben können nun die Kontakte, die an die Weichenunterlage angeschraubt, angesteuert werden. Diese Kontakte steuern die Signallampe und die Sperrstrecke.

Permont Weiche
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Das Bild 1 stellt den Zug vor der Überfahrt des Reedkontaktes dar. Die Signallampe leuchtet nicht. Die Sperrstrecke ist nicht gesperrt.

Permont Weiche
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Das Bild 2 stellt den Zug nach der Überfahrt des Reedkontaktes dar. Die Signallampe leuchtet rot. Die Sperrstrecke ist gesperrt. Der Zug hält.
Nach Drücken des Impulsschalters, wird der Schiebekolben wieder in Richtung Spule 2 gedrückt. Dadurch wird wieder die Strecke freigegeben und die Signallampe erlischt. Wie ihr seht ist die Schaltung zwar einfach, aber effektiv. Die so präparierte ehemalige Weiche kann nun für viele andere Schaltungen verwendet werden. Wir zeigen euch nachfolgend nochmals die ehemalige Weiche als vollwertiges Schaltrelais

Permont Weiche
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Der Umbau zum monostabilen Relais
Nun weiß natürlich jeder Modellbahner, dass defekte Weichen manchmal Probleme haben mit einer durchgebrannten Spule. Dies kann daher kommen, dass ein Impulsschalter defekt ist und Dauerstrom abgibt. Da dauert es nur ein paar Sekunden bis die Spule ins Nirwana sich verabschiedet. Aber auch hier kann die Weiche noch als Relais umgebaut werden. Zwar nicht als bistabiles, sondern nur als monostabiles Relais. Die bedeutet, dass der Schaltkolben nach jedem Schaltvorgang wieder in seine Ausgangsstellung zurück geht. Gehen wir davon aus, dass bei unserer Weiche die Spule 1 defekt ist. Dann kann nur die Spule 2 den Schaltkolben bewegen und zwar in Richtung defekter Spule 1.
Um dieses Relais funktionsfähig zu machen, muss der Schiebekolben mit einer Rückholfeder versehen werden. Diese Feder ist erfoderlich um den Kolben wieder in seine Ursprungslage zurückzuholen (eine zweite Spule ist ja nicht mehr vorhanden). Wenn die Spule 2 Strom erhält wird der Schaltkolben in Richtung Spule 2 gedrückt. Nach Beendigung der Stromzufuhr wird der Kolben durch die Feder wieder in Richtung Spule 1 zurückgeschoben. Das Prinzip ist also relativ einfach.

monostabil-Permont Weiche
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Wir sehen nachfolgend ein Beispiel, wie hier der Einsatz des umgebauten Relais erfolgen kann. Das Beispiel ist sehr einfach gehalten. Ein Zug fährt über zwei Reedkontakte und schaltet eine Signallampe ein bzw. aus. Anstatt des Impulsschalters benötigen wir nun einen Federschalter.

monostabil-Permont Weiche
Bild 1 -- Vergrößern -- Bild anklicken

Auf Bild 1 sehen wir nun den sog. Grundzustand oder Ruhezustand vor Überfahrt des 1. Reedkontaktes. Die Signallampe ist nicht eingeschaltet. Das Relais ist in Ruhestellung und die Kontaktfeder des Schalters ist gedrückt ohne dass der Schalter aber ausgelöst wurde.
Das nächste Bild (Bild 2) zeigt folgendes: Der Zug fährt über den Reedkontakt 1. Dabei schaltet das Weichenrelais und zieht den Stahlstab von der Schaltfeder des Schalters. Dabei wird der Stromzufluss zur Signallampe geöffnet und die Signallampe leuchtet rot auf.

monostabil-Permont Weiche
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Beim folgenden Bild 3 befindet sich der Zug im Zwischenbereich. Das Relais geht wieder auf Ruhestellung, da kein Strom fließt. Dabei wird die Schaltfeder gedrückt. Die Signallampe bleibt auf rot.

monostabil-Permont Weiche
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Auf dem Bild 4 wird der Reedkontakt 2 überfahren und das Relais zieht an und gibt die Schaltfeder des Schalters frei. Der Schalter schaltet. Dabei wird die Stromzufuhr zur Signallampe unterbrochen und sie erlischt wieder.

monostabil-Permont Weiche
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Bild 5 zeigt die Sitiuation nach Überfahrt des Reedkontaktes 2. : Das Relais geht wieder in den Ruhezustand. Der Stahlstab drückt wieder die Feder des Schalters und wartet auf den nächsten Schaltbefehl durch das Relais bzw. Reedkontakt.

monostabil-Permont Weiche
Bild 5 -- Vergrößern -- Bild anklicken

Diese Schaltung kann auch verwendet werden, um z.B. eine Schrankenanlage zu betreiben.
Wie ihr seht, kann mit defekten Weichen noch eine Menge angestellt werden. Wir hoffen euch mit diesem Beitrag animiert zu haben, eure alten defekten Weichen mit neuen „Leben“ zu versehen..

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