Geschichte der deutschen Eisenbahn - hier: die Geschichte der deutschen Personenzugwagen und die Zugbildung mit den Personenzugwagen
     


Die Deutsche Bahn

Geschichte der Personenzugwagen - Teil 1 - zweiachsige Personenzugwagen


Titelbild-Dampflok



Vorbemerkung
So interessant und anspruchsvoll der Anlagenbau bzw. die Konstruktion der elektrischen, elektronischen und baulichen Teile auf der Modellbahnanlage sind, der Hauptaugenmerk eines Modellbahner wird aber in der Regel immer beim rollenden Material liegen. Dabei wird nicht immer nur die Lok bzw. der Triebwagen im Vordergrund stehen. Immer mehr Modellbahner wollen auch ihren Zugverband realistisch darstellen, also so wie er tatsächlich ausgesehen hat bzw. bei modernen Zugverbänden, wie der tatsächlich aufgestellt ist.

Wir wollen uns in diesem Aufsatz mit der Geschichte der Personenzugwagen und den Zugverbänden bei der großen Eisenbahn befassen und dadurch Hilfsmittel für eine vorbildliche Modellbahn geben.

Hilfreich ist mittlerweile hier das Angebot der Modellbahnhersteller. Heute kann jeder Modellbahner, sofern er will, seine Zugverbände originalgetreu zusammen stellen. Im Gegensatz zu den Modellangeboten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, sind die Wagenmodelle in Spur H0, N und TT, sowohl aus der Dampflokzeit, als auch aus der Neuzeit fast vollständig im Angebot zu finden. Die Gleichstrombahner haben hier aber dennoch - wegen der Vielzahl von Herstellern - Vorteile gegenüber den Märklinern.

Noch ein Hinweis. Der nachfolgende Aufsatz endet mit den Personenzugwagen aus der Epoche V. Eine weitere Betrachtung der Einzelpersonenwagen ist nicht sinnvoll, da durch die Einführung der ICE-Technik - also den Triebwagenverbänden - Einzelpersonenwagen nicht mehr benötigt werden. Die modernen Zugverbände bestehen aus integrierten Wagen, die teilweise selbst als Antriebeinheit des Zuges dienen.

Vorbemerkung
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Vor dem Zusammenschluss der Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn Gesellschaft - DRG - (vor 1920) haben die Länderbahnen für ihre Personenzugwagen jeweils eigene Bezeichnungen gehabt.
Mit dem Zusammenschluss zur DRG musste die Bezeichnung der Reisezugwagen der ehemaligen Länderbahn–Verwaltungen vereinheitlicht werden. Hinzu kam auch noch, dass ab dieser Zeit es auch keine 4. Klasse der Personenzugwagen mehr gab und stattdessen die Wagen der 4. Klasse in Wagen der 3. Klasse umgebaut wurden.
Übrigens bei der bayerischen Länderbahn gab es keine 4. Klasse.
Die 4. Klasse Wagen entfielen ab dem Jahr 1928. Diese Wagen wurden dann zu C-Wagen - z.B. BCD wurden zu BCC-Zugverbänden. Da die ehemalige Herkunft der Länderbahnwagen aber weiterhin in die Bezeichnung der Personenzugwagen Eingang finden sollte wurden den Wagen sog. Indexe nachgestellt. Also z.B. "C3i pr 05". Dies bedeutete 3. Wagenklasse- Durchgangswagen - 3 Achsen

Die Hauptgattungszeichen (HGZ) der Personenzugwagen ab 1920, die ab 1930 ergänzt wurden sahen wie folgt aus:
 HGZ Bedeutung Kombinations-
möglichkeiten
 Nebengattungszeichen 
A1. Klasse WagenAB; ABC----
B2. Klasse WagenAB; ABC; BCD; CPost; BPw----
C3. Klasse WagenABC; BC; CPost; CD; CPw; CpwPost----
WRSpeisewagenSalonWR----
WLSchlafwagenWLAB; WLC; SalonWR----
SalonSalonwagenSalonWR; SalonWL----
PwGepäckwagenBPw; CPw----
PwgGüterzuggepäckwagen------
PostPostwagenBPost; PwPost; CPwPost----
LLokalbahnwagen--------
WLC3. Klasse Schlafwagen------
S; SdrSonderwagen------
ZGefangenenwagen------
--Dreiachsige Wagen--3
--Vierachsige Wagen--4
--Durchgangswagen mit Faltenbelägen z.B. BC4ü = 2. Klasse - 3. Klasse - 4achsig - Durchgangswagen ü
--Durchgangswagen mit
offenen Übergängen
z.B. BC4i = 2. Klasse - 3. Klasse - 4achsig - Durchgangswagen i
--Behelfspersonenwagen in
Güterbauweise
z.B. Cg g
--mit Druckluftbremse z.B. Pwg = Gepäckzugwagen mit Druckluftbremse n
--Wagen mit Traglastabteil --- tr
--Wagen mit Krankenabteil --- kr
--Wagen mit Kücheneinrichtung --- k
--nach 1928 nicht umgebauter 4. Klasse Wagen--- d
--auf 3. Klasse umgebauter
4. Klasse Wagen
--- u
--vorläufig auf 3. Klasse umgebauter
4. Klasse Wagen
--- v


Zu den nachfolgenden Kurzbezeichnungen in den Bildern und Text noch ein paar erklärende Worte:
Die Deutsche Reichsbahn war die staatliche Eisenbahngesellschaft in der Weimarer Republik und während der Zeit des Nationalsozialismus bis 1949 existierte.
Nach dem Krieg wurde die Deutsche Reichsbahngesellschaft von der:
  • DB = Deutsche Bundesbahn der Bundesrepublik Deutschland

  • DR = Deutsche Reichsbahn der DDR
abgelöst. Wir haben nachfolgende Kurzbezeichnungen verwendet:
- DRG - Deutsche Reichsbahngesellschaft bis zum Jahre 1949.
- DR - Die Deutsche Reichsbahn der DDR.
- DB - Die Deutsche Bundesbahn der Bundesrepublik Deutschland
- DB-AG - Deutsche Bahn AG - die Nachfolgeorganisation der DB nach der sog. Privatisierung der Bahn.






Die Wagengruppen
Die Personenzuwagen wurden in Deutschland in sog. Verwendungsgruppen unterteilt. Durch diese Gruppennummern konnten die Personenzugwagen von der Technik und der Herstellungsjahre her unterteilt werden. Es wurden folgende Gruppen bei den Persionenzugwagen unterschieden:
    - Gruppe 05: Länderbahnwagen mit Holzaufbau
    - Gruppe 15: Länderbahnwagen mit Stahlaufbau
    - Gruppe 23: Wagenbauart 1923 bis 1927 (Hechtwagen)
    - Gruppe 29: Wagenbauart 1928 bis 1934
    - Gruppe 30: Wagenbauart 1929 bis 1934 --> genietete Wagen - Einheitsbauarten
    - Gruppe 35: Wagenbauart 1935 bis 1938
    - Gruppe 36: Wagenbauart 1935 bis 1939 --> geschweißte Wagen - Einheitsbauarten
    - Gruppe 39: Wagenbauart 1938 bis 1944 --> Wagen mit Schürze und vorgezogener Seitenwand
    - Gruppe 44: Wagenbauart 1940 bis 1944 --> Schürzeneilzugwagen - Einheitsbauarten
    - Gruppe 52: ab 1952 --> 26 m Wagen - Mitteleinstiegswagen
    - Gruppe 53: ab 1952 --> 26 m Personenzugwagen -- UIC-X-Wagen der DB
    - Gruppe 61: ab 1960 --> 26 m Personenzugwagen --> verstärkte Ausführung mit Drehfalttüren
    - Gruppe 63: ab 1962 --> 26 m Personenzugwagen --> mit Klimaanlage -- Rheingoldwagen






Zugbildung in den Epochen
Die Zugbildung bedeutet sowohl bei der großen Eisenbahn, als auch bei der Modellbahn die Zusammenstellung von Personen- und Güterwagen zu einem Zug. Maßgeblich für die Zugbildung ist in Deutschland die Fahrdienstvorschrift (FV), die unter anderem die für den Zuglauf zulässige Länge und Achsenanzahl beschreibt. Bei der Zugbildung muss unterschieden werden - nach den Zugbildungsvorschriften - zwischen Reise- und Güterzügen.

Die Durchführung der Zugbildung erfolgt in der Regel bei der großen Eisenbahn - und so sollte es dann auch auf der Modellbahn - auf dem "Rangierbahnhof".

Reisezugwagen sind fest in einem Bahnhof beheimatet und werden durch die Umlauf- und Reihungspläne an bestimmte Züge und feste Umläufe gebunden. Die Art der Wagen, deren Anzahl und Anordnung in einem Zug werden durch den Zugbildungsplan vorgeschrieben. Zusätzliche Vorschriften regeln das Aus- und Einstellen von Sonderwagen, außerplanmäßigen Verstärkungswagen und das Bilden von Sonderzügen.

Die Reihung der Wagengruppen innerhalb eines Zuges wird in Deutschland seit 1926 durch die Güterzugbildungsvorschrift (GZV) bestimmt. Ein Sonderfall der Zugbildung sind Triebzüge wie der ICE oder der LINT der Deutschen Bahn.

Die Zugbildung auf der Modellbahnanlage unterscheidet sich von der großen Eisenbahn im Wesentlichen durch die Verkürzung der Züge. Es können meistens schon aus Platzgründen keine umfangreiche Personenwagenzüge zusammen gestellt werden. Dennoch kann sich die Zugbildung am Vorbild orientieren und so auch stimmiges Zugbild auf der Modellbahnanlage erreichen lassen.

Bei der Zusammenstellung der Reisezugwagen sollte der Modellbahner darauf achten, dass entweder nur Drehgestellwagen oder nur Lenkachswagen im Zugverband gekoppelt sind. Lässt sich eine Kombination nicht vermeiden, so sollten die Drehachswagen immer zuerst gekoppelt werden und danach die Lenkachswagen. In sog. D-Zügen sollte aus Gründen der Vorbildtreue nur immer eine Gattungsgruppe laufen - entweder Drehgestell oder Lenkachswagen.
Die 1. Klasse Personenzugwagen sollten entsprechend dem Vorbild in der Mitte des Zugverbandes angeordnet werden. Die Schlafwagen am hinteren Ende des Zuges. Post- und Packwagen entweder direkt an der Lok oder am Ende des Zuges.

Bis in die 1960er Jahre bestanden viele Personenzugwagen aus nicht arten reinen Wagen. So wurden Länderbahnwagen mit neueren Wagen zusammengestellt.

Wir wollen uns hier noch mit der Auswahl der Zugmaschinen befassen, bevor wir die einzelnen Wagengruppen besprechen. Wichtig für den Modellbahn ist hier zu wissen, dass von Epoche zu Epoche der Triebfahrzeugeinsatz sehr stark variierte und das lag nicht allein am technischen Fortschritt.

Die Triebfahrzeuge und Personenzugwagen in der Epoche I
Die Epoche I umfasst die Geschichte der deutschen Eisenbahn von ihren Anfängen bis zur Gründung der DRG im Jahre 1920. Während der Epoche I entstand ein zusammenhängendes deutsches Schienennetz. Die Epoche I ist das Zeitalter der Dampfloks jedweder Art. In dieser Zeit entwickelte sich die Dampflokomotive zu einem technisch ausgereiften Triebfahrzeug. Am Anfang der Epoche I - also während der Länderbahnzeit - hatten die Dampfloks noch ein farbiges Aussehen. Am Ende der Epoche I - also ab der DRG - wurde es einheitlich mit dem schwarzen Farbanstrich. Ebenfalls noch in diese Epoche fällt die Gründung der MITROPA. Auch die ersten Elloks wurden am Ende der Epoche getestet.


Die Triebfahrzeuge und Personenzugwagen in der Epoche II
Diese Epoche war die letzte große Blütezeit der Dampflokomotiven. In dieser Epoche waren hauptsächlich Dampfloks auf dem deutschen Schienennetz unterwegs. Aber des gab auch schon den Einsatz von Elloks (auch schweren Elloks wie das Deutsche Krokodil) und Dieselloks. Die Personenzüge waren meist in einem dunklen Grün gehalten.


Die Triebfahrzeuge und Personenzugwagen in der Epoche III
Die Epoche III war wohl der Zeitabschnitt mit den unterschiedlichsten Triebfahrzeugeinsätzen In dieser Epoche kamen sowohl Dampfloks, als auch Diesel- und Elektroloks zum Einsatz. Alle Triebfahrzeugarten kamen an allen Zugverbänden zum Einsatz. Die Züge selbst bestanden ebenfalls aus den unterschiedlichsten Wagenmaterial, wie Speisewagen, Gepäckwagen, Postwagen, internationale Kurswagen. In dieser Zeit kamen auch noch Wagen der 3. Klasse zum Einsatz. Erst ab dem Jahre 1956 wurde die 3. Klasse abgeschafft. Die Personenzugwagen waren teilweise immer noch aus der Länderbahnzeit, es gab aber auch bereits die neuen Personenzugwagen der DB.


Die Triebfahrzeuge und Personenzugwagen in der Epoche IV
Die Epoche IV von 1969 bis 1986 hatten sich die neuen Personenzugwagen durchgesetzt. Altes Wagenmaterial wurde nun Zug um Zug ausgemustert. Teilweise wurden die Wagen noch auf Nebenstrecken eingesetzt. In der Epoche IV schaffte die DB die Einführung des IC-Netzes. Das Symbol der IC-Züge war die Ellok BR103. Aber auch die Ellok BR 112 kam noch zum Einsatz. Ferner waren die Züge ausschließlich mit 4 achsige Wagen (Drehgestellwagen) bestückt. Ab 1973 wurden bei der Bahn die alten Reisezugfarben blau und grün durch die Farben rot-beige für die erste Wagenklasse im IC-Verkehr und ozeanblau-beige für die erste und zweite Wagenklasse in Schnellzügen abgelöst. Die Züge mit der BR112 behielt die TEE-Farben. Es gab auch in diesen Zugverbänden Schlafwagen und Speisewagen.


Die Triebfahrzeuge und Personenzugwagen in der Epoche V
In der Epoche V werden die Personenzugverbände bunter. Neue Lackierungen lösen die Farben beige und ozeanblau nach und nach ab. In dieser Epoche kommen wegen der Wiedervereinigung Deutschland immer mehr Waggons auch der DR der DDR in Westdeutschland zum Einsatz. Ferner lösen zunehmend die ICE-Triebwagenzüge die Personenzugwagenverbände ab. Seit dem Jahr 2001 sind die IC-Wagen an das Farbkonzept der ICE-Züge angepasst. Insgesamt werden in der Epoche V die Einzelzugwagen verschwinden und durch Triebwagenverbände abgelöst.






Die zweiachsigen Personenwagen aus der Dampflokzeit
Die zweiachsigen Personenzugwagen aus der Epoche I und Epoche II (Länderbahnzeiten) waren teilweise noch den Postkutschen nachempfunden. Durch die starren Achsen besaßen sie auch keinen sehr hohen Fahrkomfort. Die zweiachsigen Wagen waren lange im Einsatz. Bis noch nach dem zweiten Weltkrieg fand man diese Wagen auf deutschen Bahnstrecken. Die Ausmusterung dieser Wagen fand eigentlich erst mit dem Ende der Dampflokzeit statt.


Die Personenzugwagen der preußischen Länderbahn - Epoche I - zweiachsig
Die Preußische Staatseisenbahn = Länderbahn - befand sich im Eigentum des Königreichs Preußen. Die offizielle Bezeichnung lautete zunächst „Königlich Preußische Staatseisenbahnen“ (K.P.St.E.). Wegen des Zusammenschlusses mit den Großherzoglich Hessischen Staatseisenbahnen ab 1897 bis Ende des Ersten Weltkriegs wurde sie dann als „Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Staatseisenbahn“ (K.P.u.G.H.St.E. – Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft) und schließlich „Preußische Staatsbahn“ (P.St.B.) bezeichnet. Im Jahre 1920 ging diese Länderbahn in der DRG auf.
Die Personenzugwagen der Preußischen Länderbahn waren bis in die Mitte des 20 Jahrhunderts (bia nach dem zweiten Weltkrieg) auf dem deutschen Eisenbahnnetz zu finden.
Die Abteile diese Wagen waren jeweils vorne bzw. hinten am Wagen zu betreten. Ein Durchgang in der Mitte oder an der Seite des Wagens war nicht vorhanden.

Personenwagen Epoche I -preußische Staatsbahn
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Die Personenzugwagen der DRG - Epoche II - preußische Bauart - zweiachsig
Diese Personenwagen in der Epoche III stammen aus der Bauart der preußischen Länderbahn. Sie wurden auch nach dem zweiten Weltkrieg noch eingesetzt.

Personenwagen - DRG - zweiachsig - Epoche II
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Die Personenzugwagen der bayerischen Länderbahn (K.Bay.Sts.B) - Epoche I - zweiachsig
Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) war die staatliche Eisenbahngesellschaft des Königreichs Bayern. Sie wurde im Jahre 1844 gegründet. Die bayerische Staatsbahn war die zweitgrößte Länderbahn nach der preußischen Staatsbahn. Die Bayerische Staatseisenbahn ging 1920 in der Deutschen Reichseisenbahnen auf.

Personenzugwagen Epoche I - bayerische Staatsbahn - zweiachsig - Epoche  I
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Die Personenzugwagen aus den bayerischen Länderbahn - Epoche II - DR - zweiachsig
Die Wagen der Bayerischen Staatseisenbahnen wurden auch in der Epoche II nach dem ersten Weltkrieg von der DRG übernommen.. Die nachfolgenden Wagen wurden auf den Haupt-und Nebenstrecken des deutschen Eisenbahnnetzes eingesetzt.

Personenzugwagen Epoche II - DR - zweiachsig
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Auch die nachfolgenden Wagen stammen aus der Zeit der Bayerischen Staatseisenbahnen und kamen auch bei der DRG zum Einsatz. Die Bezeichnung der Wagen waren bei den Bayerischen Staatseisenbahnen:
- für die Personenwagen: CL Bay 95 (C steht für 3. Klasse)
- für die Pack-und Postwagen: Li Bay00

Personenwagen zweiachsig
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Die nachfolgenden Personenwagen der Bayerischen Staatsbahnen wurden hauptsächlich auf Nebenstrecken eingesetzt.

Personenwagen zweiachsig K.Bay.Sts.B
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Die sächsischen Länderbahn Personenzugwagen - Epoche I - zweiachsig
Die sächsische Staatsbahn beschaffte nach dem ersten Weltkrieg die nachfolgend dargestellten Personenzugwagen mit Abteileinrichtung. Sie wurden zwischen 1910 und 1916 als zwei- und dreiachsige Fahrzeuge mit Bremserstand an einem Wagenende gebaut. Es gab diese Wagen von der 1. bis zur 4. Klasse. Neben den Wagen mit Sitzplätzen wurden auch Wagen mit Traglastenabteils und Packwagen auf die Schiene gesetzt. Nach der Bildung der Deutschen Reichsbahn, in der die Länderbahnen aufgingen, kamen diese Wagen auf auf dem gesamten deutschen Schienennetz zum Einsatz.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Wagen ausschließlich wieder nur in Sachsen eingesetzt. Nur wenige dieser Wagen waren nach dem Krieg noch im Bestand der Deutschen Bundesbahn zu finden.

Personenzugwagen zweiachsig-Sächsische Staatsbahn - Epoche I
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Die Windbergwagen - sächsische Länderbahn - DRG - DR - Epochen: I / II / III - zweiachsig
Die Windbergwagen ist eine Besonderheit der DR. Im Jahre 1907 wurde auf der Windbergbahn von Dresden nach Possendorf der Personenverkehr aufgenommen. Da die Strecke sehr große Steigungen aufwies und dazu noch enge Kurvenradien, mussten die Wagen relativ kurze Achsabstände aufweisen, um die engen Kurven durchfahren zu können. Ferner mussten die Wagen "kleingehalten" werden, damit die Steigungen bewältigt werden konnten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Wagen noch auf den Strecken der DR (DDR) übernommen. Das nachfolgende Bild zeigt die Wagen aus 3 Epochen.

Personenzugwagen zweiachsig Windbergwagen
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Die Personenzugwagen (Donnerbüchsen) der DRG - zweiachsig - Epoche II bis Epoche III
Mit dem Namen Donnerbüchse bezeichnet man die zweiachsigen Durchgangspersonenwagen der DRG, die ab 1921 gebaut wurden und im Gegensatz zu den vorhergehenden Ausführungen vollständig aus Eisen bzw. Stahl hergestellt waren. Die Deutsche Reichsbahn hatte nach dem 1. Weltkrieg (1919) einen großen Mangel an Personenzugwagen. Deshalb beschaffte sie sich zwischen den Jahren 1921 und 1923 - 90 Wagen aus Stahl und 2639 hölzerne Personenzugwagen. Die Wagen aus Holz wurden als 4. Klasse-Wagen gebaut. Die Wagen aus Stahl als zweite - dritte - vierte Klasse umgebaut. Diese Wagengattung wurde auch Donnerbüchsen bekannt. Ab dem Jahre 1930 wurden einige dieser Wagen auch zu Traglastwagen umgebaut. Neben den Personenwagen entstanden zwischen den Jahren 1923 und 1931 auch 917 Packwagen (Pwi). Diese sog. Einheitspersonenwagen fuhren bis in die Mitte des 20 Jahrhunderts.
Ein bedeutendes Merkmal der Epoche III war der Strukturwandel weg von den Dampfloks und hin zu Diesel- und Elektroloks. Auch charakteristisch für diese Epoche war der durchmischte Personenzugpark. So wurden Personenzugwagen aus der Vorkriegszeit des zweiten Weltkrieges eingesetzt. Es wurden aber auch schon Neubauten der modernen Drehgestellwagen auf die Schienen gebracht. Erst Ende der 1950er Jahre, nachdem Neu- und Umbauwagen in ausreichender Zahl zur Verfügung standen, änderte sich das Bild langsam.

    Personenzugwagen - DRG - zweiachsig - Epoche II / III
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Die Personenzugwagen (Donnerbüchsen) der DR - zweiachsig - Epoche III
Die DR der DDR übernahm ebenfalls von der DRG, nach dem zweiten Weltkrieg, einen Teil dieser Donnerbüchsen (Einheitswagen).

    Personenzugwagen - DB - zweiachsig - Epoche III
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Die Personenzugwagen (Donnerbüchsen) der DB - zweiachsig - Epoche III
Auch von der DB wurde ein Teil der sog. Donnerbüchsen von der DB übernommen. Diese Wagen wurden erst Anfang der 1960er Jahre ausgemustert.

    Personenzugwagen - DB - zweiachsig - Epoche II / III
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Die Personenzugwagen der DB - zweiachsig - Epoche: IV
Personenzugwagen in der zweiachsigen Ausführung waren auch in der Epoche IV (nach dem zweiten Weltkrieg), insbesondere auf den Nebenstrecken noch oft zu finden. Ein Exemplar das aus der Epoche IV stammt ist der nachfolgende Bahnpostwagen der Deutschen Bundesbahn Post. Dieser Wagen wurde den Personenzugwagen - ob zweiachsig, dreiachsig oder vierachsig zugekoppelt. Der Modellbahner kann diesen Postwagen allen Personenzügen der Epoche II bis IV zukoppeln.

Personenzugwagen Epoche IV - DB (BRD) - zweiachsig
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Die Personenzugwagen der DR - zweiachsig - Epoche: III
Nachfolgend zeigen wir euch die Personenzugwagen aus der Epoche III der DR.

Personenzugwagen Epoche III - DR - DDR - zweiachsig
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Die Reko - Personenzugwagen - DR - Epoche IV - zweiachsig
Um den Personenzugwagenbestand nach dem Krieg schnell zu modernisieren, wurden von der DR (DDR) die vorhandenen zwei- und dreiachsigen Fahrgestelle der Länder-Personenzugwagen mit neuen Aufbauten versehen. Das Hauptmerkmal dieser Wagen war die auf einer Wagenseite vorhandene Schiebetür. Ab dem Jahre 1959 wurden diese Wagen von der DR (DDR) auf die Schienen gebracht und wurden als Reko-Wagen bezeichnet. Die Deutsche Bundesbahn (DB) brachte in diesem Zeitraum die sog. Umbauwagen auf die bundesdeutschen Schienen. Wir haben deshalb bei den Reko-Wagen sowohl zweiachsige, als auch dreiachsige Wagen.

Personenzugwagen zweiachsig-Reko
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Beispiele für die Zusammenstellung von zweiachsigen Zügen

Zugverband-zweiachsige Wagen
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Fortsetzung folgt im Teil 2



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