Modellbautechnik -- hier: Gleisbau - Teil 2 - Gefälle, Steigung, Lichtraumprofil, Gleiswendel, Gleislängen an Haltepunkten
     


Modellbahn - Anlagenbau
-- Die Gleistrassen auf der Modellbahnanlage - Teil 2 --



Inhaltsverzeichnis

- Thema: Gefälle und Steigung

- Thema: Lichtraumprofile

- Thema: Gleislängen an Bahnhöfen, Haltstellen und Blockstellen

- Thema: Standorte für Signale

- Thema: Lichte Höhe / Lichte Weite bei Schattenbahnhöfen

- Thema: Gleiswendel




Thema: Gefälle und Steigung
Wie wir alle als Autofahrer wissen, verläuft eine Straße nicht immer in der Ebene. Eine Straße kann im Einschnitt, auf Dammlage und auch in einer Anschnittslage verlaufen. Bei der großen Eisenbahn ist das ebenfalls so. Die Trassierung einer Bahn ist natürlich stark von der vorhandenen Topographie abhängig. Bei der Bahn kommt aber, gegenüber der Straße noch erschwerend hinzu, dass hier die Höchstlängsneigung viel niedriger angesetzt werden muss, als bei einer Straße.
Der Grund liegt darin, dass zwischen dem Autorad und der Straße (Gummi auf Asphalt, Pflaster oder Beton) eine wesentlich höhere Griffigkeit (Reibung) vorhanden ist, als zwischen Schiene und Wagenrad (Eisen auf Eisen). Es wird sich deshalb keinesfalls vermeiden lassen, dass wegen der vorhandenen Topographie und einer ausreichenden Griffigkeit zwischen Rad und Schiene eben Einschnitte, Dämme und auch Anschnitte gebaut werden müssen.
Die wichtigste Aufgabe des Modellbahners, ist somit die Gleisplanung und die Wegeplanung auf der Modellbahnanlage. Dabei muss der Modellplaner wie der Verkehrsplaner wissen, welche Parameter er für die Schienentrassenplanung zugrunde legen kann, damit die Loks und Wagen auch auf diesen Trassen fahren können.
Wir alle wissen nun, wenn von einer Ebene aus eine bestimmte Höhe erreicht werden muss, erfordert dies eine bestimmte Steigung und daraus resultiert dann auch die erforderliche Länge bis zum bestimmten Höhenpunkt. Desweiteren wissen wir, dass Steigungen bei Gleistrassen - außer bei einer Zahnradbahn, die auch Steigungen bis 35% überwinden kann - nie größer als 3 bis 4 % sein sollten, da sonst die meisten Zugverbände die Steigung nicht mehr schaffen. Die Folge sind dann durchdrehende Räder oder ein überhitzter Motor der Lok. Bei gebogenen Gleisen kommen zusätzlich noch erhöhte Fahrwiderstände hinzu, dort sollte die Grenze von 4% noch etwas nach unten korrigiert werden (vor allem bei Spur N). Nur bei Nebenbahnen mit sehr kurzen Zügen (mit ca. 3 bis 5 zweiachsige Wagen ohne Mittelschleifer) kann auch eine etwas höhere Steigung eingeplant werden. Aber auch hier sollten max. 5% nicht überschritten werden.
Aufgrund unserer Erfahrungen und Mitteilungen von Modellbahnern, ist besonders bei der Spurgröße N auf die Einhaltung der max. 4% Steigung zu achten. Die Modelle sind sehr klein und dementsprechend ist auch der Motor sehr klein gehalten. Diese Motoren haben in der Regel nur geringe Standzeiten und sind nicht für den Dauerbetrieb geeignet. Wenn nun auch noch erhebliche Steigungen auf der Strecke vorhanden sind, dann kann dies sehr schnell zu einer Zerstörung der Ankerwicklungen führen. Die Folge ist entweder, dass die Lok überhaupt nicht mehr fährt, oder nur noch mit verminderter Geschwindigkeit, da ein Teil der Ankerwicklungen miteinander verschmolzen sind. Toleranter sind da die Motoren bei Spur H0 und TT.
Natürlich gelten dieses Aussagen auch für den Anstieg auf eine Überführung und dem Ausstieg aus einer Unterführung. Legt man die max. Steigung von 4% zugrunde, so ist dies ein Höhenanstieg auf einer Länge von 10 cm von 4 mm. Dies klingt nun wenig, aber es ist zu bedenken, dass Modellbahnloks größere Steigungen zwar ohne Wagen durchaus bewältigen. Mit einem Wagenzug aber nur noch wenige Prozent-Steigung verkraften.
Wer sich ein wenig mit der Geometrie auskennt, der weiss auch, dass bei einer 4% Steigung keine großen Höhendifferenzen überwindet werden können. Gehen wir mal davon aus, dass wir eine Unterführung bauen wollen und wir hier ein Lichtraumprofil von 10 cm benötigen (bei H0). Wir wissen, dass bei 4% Steigung eine Höhendifferenz von 4 mm überwunden werden kann. Wir benötigen aber 100 mm Höhendifferenz. Dies bedeutet, um diese Höhendifferenz zu überwinden eine Länge von 250 cm.
Soll z.B. eine Bahnstrecke von Plattenebene "Null" (= 0 cm) ausgehend, eine andere Strecke, die ebenfalls in Plattenebene "Null" verläuft, überqueren, so wird bei einer Überführungshöhe von 9 cm eine Steigungsstrecke von 2,25 m Länge bei 4 % Steigung erforderlich. Die gleiche Streckenlänge kommt für die Rückführung der Bahnlinie auf Plattenebene "Null" noch mal dazu. Dies ist für manche Modellbahnplatte zuviel.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Steigungen nur durch größere Abwicklungslängen reduziert werden können. Wir haben aber bei einer Modellbahnplatte immer das Problem, dass die Plattengröße begrenzt ist. Dies führt dazu, dass in den meisten Fällen nicht genügend Raum vorhanden ist, um einen Rampenanstieg zu einer Brücke, für einen Zugverband, in einem erträglichen Steigungsverhältnis zu bauen. Eine Lösung des Problems kann dadurch erfolgen, dass wir beim Bau der Rampenneigung für eine Brücke auch den Kurvenbereich mit einbeziehen. Dadurch wird die Abwicklungslänge entscheidend vergrößert. Der Nachteil, im Kurvenbereich erhöht sich die Reibung zwischen Rad und Schiene und es kann die max. Steigung von 4% bei einem Zugverband bereits zuviel sein.
Eine Lösung des Problems kann folgende Methode bringen.
Eine Steigungsstrecke kann dadurch verkürzt werden, indem die zu überführende Strecke, von Plattenebene "Null" ausgehend, abwärts - z.B. auf z.B. minus 4,5 cm - geführt wird. Für eine Überführung mit einer Überführungshöhe von 9 cm wird dann bei 3 % Steigung nur noch die halbe Streckenlänge, nämlich 1,5 m benötigt. Bei dieser Methode sind die Modellbahner im Vorteil, die eine Rahmenbauweise gewählt haben. Mit einer Rahmenbauweise kann ohne Probleme eine sog. resultierende Steigung angelegt werden. Wenn man von einer fiktiven Modellbahnplatte ausgeht, so wird sowohl oberhalb, als auch unterhalb des Plattenniveaus die Steigung herausgearbeitet. Dadurch kann die Steigung, ab Plattenoberkantenniveau, kleiner gehalten werden, da der Lichtraum der Unterführung auch unterhalb des Plattenniveaus genutzt werden kann. Wer also die Rahmenbauweise wählt (siehe Ausführungen am Anfang des Themas) kann die Trasse sowohl in die Höhe, als auch in die Tiefe laufen lassen. Soll ein Gleis über ein anderes hinweg geführt werden, dann kann das eine Gleis fallend und das andere Gleis steigend geplant werden. Es ergibt sich dann etwa die Hälfte der erforderlichen Steigung und natürlich auch der Rampenlänge, als ohne diese "resultierenden" Steigungen.
Wer eine Modellbahnplatte besitzt der kann die resultierende Steigung nur dann erzielen, wenn er die Modellbahnplatte entsprechend aussägt und in dem besagten Bereich eine Unterkonstruktion anbringt.

Erklärungen zur Steigung

Steigung
Steigung

Resultierende Steigungen
resultierende Steigung

Beispiele
Es soll eine Bahnstrecke von der Ebene "Null" (= 0 cm) ausgehend, eine andere Strecke, die ebenfalls in Ebene "Null" verläuft, überqueren. Bei einer gewählten Steigung von 3 % wird bei einer "Lichten Höhe" von 9 cm eine Länge von 3,00 m benötigt. Dieselbe Streckenlänge benötigt man dann noch für den Abstieg. Bei einer Steigung von 4 % würde die Rampenstrecke 2,25 m betragen.

Lichte Höhe / Lichte Weite

Eine andere Möglichkeit, wenn die Streckenlänge nicht vorhanden ist, kann die Steigungsstrecke dadurch verkürzt werden, wenn die zu überführende Strecke nicht von der Ebene "Null" ausgeht (resultierende Steigung).

Lichte Höhe / Lichte Weite

Hilfsmittel
Die Tabelle zeigt euch, wieviel Gleislänge in mm zum Erreichen einer gewünschten Höhe erforderlich ist und welche Steigung in % die Steigungsstrecke dann aufweist. Die Tabelle ist auf 4% begrenzt, da eine darüber gehende Steigung für die meisten Zugverbände nicht mehr zu schaffen ist.

Steigung

Steigung

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Thema: Lichtraumprofile
Bei der Planung einer Brückenüberfahrt oder eine Brückenunterführung Straße/Eisenbahnlinie oder Straße/Straße ist darauf zu achten, das die sog. "Lichten Weiten" eingehalten werden. Die "Lichte Weite" stellt den Umriss über dem Gleis dar, indem sich kein Gegenstand befinden darf. Der Umfang der "Lichten Weite" hängt davon ab, welche Arten von Fahrzeugen diesen Raum befahren sollen. Wird z.B. eine Oberleitung für Elloks verwendet, erhöht sich dadurch der Minimalabstand zwischen unterem Gleis und der Unterkante einer Brücke weiter. Für die erforderlichen Lichtraumhöhen und Lichtraumbreiten gibt es eine Norm mit dem Namen NEM102.

     Lichte Höhe / Lichte Weite
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Beim Thema Lichtraumprofile ist natürlich auf die Spurgröße zu achten. Es gibt deshalb für die unterschiedlichen Spurgrößen auch unterschiedliche Lichtraumprofile. Um es nochmals zu wiederholen, wir besprechen hier:
    - Spur H0: 1 : 87
    - Spur N: 1: 120
    - Spur N: 1: 160

Das erforderliche Lichtraumprofil für Brücken, Unterführungen, Tunnelportale sind in den nachfolgenden Normen geregelt.
    - NEM 102 - Umgrenzung des lichten Raumes bei gerader Gleisführung
    - NEM 103 - Umgrenzung des lichten Raumes bei Gleisführung im Bogen
    - NEM 102/103 - Beiblatt 1 zu Profillehre für Nenngröße H0
    - NEM 104 - Umgrenzung des lichten Raumes bei Schmalspurbahnen

Die Lichten Weiten für die Modellgröße H0 (H-Null)
Eine Dampf- oder Diesellok benötigt eine Mindesthöhe zwischen Schienenoberkante und Brückenunterkante von ca. 60 mm. Wird die Oberleitung mit eingeplant, dann sind ca. 90 mm die untere Grenze für einen Ellok-Betrieb. Ferner ist die die Schienenhöhe noch mit zu berücksichtigen, wenn wir die freie Höhe unter der Brücke bestimmen. Diese sollte daher bei einem Betrieb:
    - mit einer Dampflok oder Diesellok mindestens 65 mm bis 75 mm betragen.
    - bei einer Ellok mindestens bei 105 mm (bei H0).
Um eine Durchfahrtshöhe von 75 mm zu erreichen wird somit mindestens eine Streckenlänge von 2,5 m benötigt. Dabei ist aber die Ausrundung beim Beginn und dem Ende der noch nicht berücksichtigt. Die Differenz zwischen zwei geraden Standardstücken sollte nicht mehr als 1% liegen. Das erste Gleisstück besitzt somit bei einer Standardlänge von 18 cm am Ende eine Höhe von 1,8 mm. Das zweite Gleis besitzt dann eine Steigung von 2%. An dessen Ende ergibt sich gegenüber dem Anfangsniveau eine Höhe von 3,6 mm + 1,8 mm = 5,4 mm. Ab dem dritten Gleis haben wir dann die Steigung von 3 % erreicht.
Pro Gleis ergibt sich somit einen Höhenunterschied von 5,4 mm.
Wenn wir dies bei der Gesamthöhe von 75 mm berücksichtigen, haben wir jetzt bereits eine Auffahrt Länge von knapp 2,9 Meter. Die Brücke hat aber auch noch eine sog. Konstruktionshöhe zwischen Gleisunterkante und freiem Durchfahrtraum unter der Brücke. Diese Differenz ist auch noch berücksichtigen. Je nach verwendeter Brücke ergibt sich so eine Auffahrt von 3 Meter bis 3,5 Meter Länge.
Bei einer Oberleitung bei der unteren Strecke erhöht sich diese Auffahrtlänge dann meist noch um weitere 100 cm. Wer Brücken in der Realität anschaut, wird hier deutlich höhere Abstände zur Brückenunterseite feststellen. Um eine realistische Optik auch bei der Modellbahn zu erreichen, wird hier dann einen Abstand von mehr als 105 mm einhalten müssen. Eine Auffahrt hat dann locker eine Länge von 5 m und mehr. Um hier Einsparungen vornehmen zu können, verweisen wir auf die resultierenden Steigungen in den obigen Ausführungen.

Lichte Höhe / Lichte Weite - H0
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Die Lichten Weiten für die Modellgröße TT

Lichte Höhe / Lichte Weite - TT
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Die Lichten Weiten für die Modellgröße N

Lichte Höhe / Lichte Weite - N      Lichte Höhe / Lichte Weite
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Thema: Gleislängen an Bahnhöfen, Haltstellen und Blockstellen
Ein wichtiger Punkt, der bei der Gleisplanung unbedingt beachtet werden muss ist die sog. nutzbare Gleislänge. Damit ist die Länge bestimmter Gleisabschnitte, zum Beispiel von Bahnsteiggleisen, Abstellgleisen und Blockstrecken, gemeint. Die Länge ist so zu planen, dass beim Fahrbetrieb die Züge, die diese Gleisabschnitte befahren sollen, auch vollständig darin Platz finden. In jedem Modellbahnkatalog befindet sich bei jedem Fahrzeug - egal ob Lok oder Wagen die Bezeichnung "LüP". Diese Kurzbezeichnung bedeutet "Länge über Puffer" und drückt die Gesamtlänge eines Fahrzeugs ohne Kupplungen aus.
Die o.g. Bereiche müssen so bemessen sein, dass die dort befindliche Züge bzw. Züge die diese Bereiche anfahren auch darin Platz finden. Um nun die Länge eines Zuges berechnen zu können, wird die "LüP" benötigt. Ausgeschrieben: Länge über Puffer. Wo bekommt man nun diese Angabe her. Da gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Man misst dieses Abstandsmaß am Modellbahnfahrzeug selbst nach
2. Man beschafft sich dieses Maß über den Katalog des entsprechenden Herstellers.

Zu jedem Modellbahnfahrzeug befindet sich im Katalog des jeweiligen Herstellers die Angabe "LüP". Damit wird die Gesamtlänge eines Fahrzeugs ohne Kupplungen beschrieben. Durch Addition der entsprechenden Wagenlängen kann dann die Länge des gesamtes Zuges errechnet werden. Zu dieser errechneten Zuglänge kommt dann noch das sog. Überstandsbereich von jeweils 50 mm (vorne und hinten). Dieses Überstandsmaß ist deshalb erforderlich, damit bei parallel verlegten Gleisen (Abstand von Gleismitte zu Gleismitte bei parallel verlegten Gleisen 63,5 mm) der Zug nicht in den Weichenbereich hineinragt.

Gleislänge
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Thema: Standorte für Signale
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Festlegung der Standorte für Signale, egal ob es sich um Formsignale oder Lichtsignale handelt. Dabei ist natürlich wieder zwischen H0-, TT- und N-Spur zu unterscheiden. Hier zuerst die wichtigsten Signale:
Hauptsignale / Vorsignale
Standorte Signale
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Nachfolgend zu den Standorten einige Tipps.
Spurgröße H0:
    - Der Abstand von Lichtvorsignal zum Lichthauptsignal: 30 bis 46 cm
    - Standort Einfahrtssignale - Abstand a = 30 cm bis 35 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
    - Standort Signale bei Abzweigungen - Abstand y = 30 cm bis 46 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
Spurgröße TT:
    - Der Abstand von Lichtvorsignal zum Lichthauptsignal: 25 bis 40 cm
    - Standort Einfahrtssignale - Abstand a = 25 bis 30 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
    - Standort Signale bei Abzweigungen - Abstand y = 25 cm bis 40 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
Spurgröße N:
    - Der Abstand von Lichtvorsignal zum Lichthauptsignal: 20 bis 30 cm
    - Standort Einfahrtssignale - Abstand a = 20 bis 25 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
    - Standort Signale bei Abzweigungen - Abstand y = 20 cm bis 30 cm (siehe dazu nachfolgendes Bild)
Das nachfolgende Bild zeigt den Standort für Einfahrtshauptsignale und Ausfahrtssignale in den Bahnhof oder Haltepunkt.

Standorte Signale
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Thema: Die Lichte Höhe beim Schattenbahnhof
Ein Schattenbahnhof ist ein (nicht sichtbarer) Abstellbahnhof. Er dient dazu, komplette Züge abzustellen und dadurch die sichtbare Zugfolge auf der Modellbahn abwechslungsreicher zu gestalten. Schattenbahnhöfe können sowohl manuell oder auch automatisch gesteuert werden.
Wenn die Anlage in mehrere Ebenen geplant wird, so ist es sinnvoll auf der untersten Ebene, einen Schattenbahnhof anzulegen. Da der Schattenbahnhofes der i. d. Regel unter der Plattenebene platziert wird, muss auch ein genügender "Lichtraum" vorhanden sein, um auch bequem manuell eingreifen zu können. Ein Schattenbahnhof sollte deshalb mind.   15 cm   unter der darüber liegenden Anlagenebene angeordnet werden und vom Anlagenrand zugänglich sein.
Der Schattenbahnhof sollte immer mit doppelt so vielen Gleisen geplant werden, als man Züge besitzt. Der Grund dafür ist, dass die Züge sich im Laufe des Modellbahnhobbys eher vermehren als verringern. Wenn z.B. bei der Planung der Anlage der Modellbahner 4 Züge besitzt und 4 Schattenbahnhofsgleise plant haben auch nur 4 Züge eine Abstellmöglichkeit. Wenn nun nur ein einziger Zug dazukommt, dann kann dieser nicht mehr im Schattenbahnhof abgestellt werden. Je mehr Gleise also ein Schattenbahnhof besitzt, um so mehr Züge können dort abgestellt werden.
Das längste Abstellgleis im Schattenbahnhof bestimmt die maximale Zuglänge. Längere Züge müssen dann - wenn sie dort abgestellt werden sollen - geteilt werden. Bei der Gleisplanung ist somit die nutzbare Gleislänge zu beachten.
Wichtig ist auch die Zugänglichkeit zum Schattenbahnhof. Irgendwann wird sicherlich dort ein Zug entgleisen oder eine Weiche funktioniert nicht mehr. Dann ist der Zeitpunkt gekommen den Schattenbahnhof von außen zu erreichen. Deshalb sollte beim Bau darauf geachtet werden, dass jeder Punkt des Schattenbahnhofs von außen erreichbar ist. Falls ein Modellbahner den Schattenbahnhof völlig verdecken will, dann sollte er lediglich eine Verblendung vorsetzen, die dann relativ rasch entfernt werden kann.
In Hinblick auf den Aus- und Eingang des Bahnhofes sollte entweder ein Tunnelausgang oder eine Brücke dienen.
Da Schattenbahnhöfe verdeckt angelegt werden, sollten hier Gleisbesetztmelder zum Einsatz kommen. Damit weiß der Modellbahner welche Gleise im Schattenbahnhof besetzt sind.
Eine weitere Frage stellt sich noch und zwar die Frage wie soll die Gleistrassierung aussehen? Viele Schattenbahnhöfe besitzen sog. Gleisharven. Wir sind keine Freunde davon, da sie einen erheblichen Platzbedarf benötigen und immer kleiner werdenden Abstellflächen besitzen. Da der Schattenbahnhof in der Regel nur über eine Zufahrt angefahren wird, hat uns die sog. Fächerform besser gefallen, da hier annähern gleich große Abstellflächen angelegt werden können. Wie diese Fächerform aussieht, könnt ihr dem nachfolgenden Bild entnehmen.

Um nun die Gesamtlänge eines Zuges bestimmen zu können, müssen somit alle "LüP" und auch die Abstände zwischen den Puffern addiert werden. Die Abstände zwischen den Puffern hängen davon ab, ob eine Kurzkupplung oder eine andere Kupplungsart vorhanden ist.

Am einfachsten geht man so vor, wenn Klarheit herrscht, welche Züge in einem bestimmten Gleisabschnitt halten sollen.

Auf einer glatten ebenen Oberfläche wird der jeweilige Zugverband (Lok + Wagen) zusammengestellt und abgemessen. Dieses Maß + Sicherheitsmaß (jeweils 50 mm) kann dann auch gleichzeitig die Basis für die Planung des jeweiligen Gleisabschnittes (z.B. Bahnsteiglänge) sein. Über die Gestaltung eines Schattenbahnhofes gibt es einen eigenen Aufsatz.

Schattenbahnhof-Fächerform
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Wer wenig Platz besitzt, kann sich auch Gedanken über eine Gleiswendel machen. Eine Gleiswendel hat den Vorteil, dass sie an die Anlage angesetzt werden kann und so - auf wenig Platz - Höhenunterschiede überbrücken kann. Wie eine Gleiswendel gestaltet wird, davon später. Gleiswendel gibt es natürlich auch als Fertigteile im Handel. Der Eigenbau ist aber wesentlich interessanter und mach Spass.

Schattenbahnhof-Gleiswendel
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Nachfolgend ein paar Beispiele für die Gestaltung eines Schattenbahnhofes.

Schattenbahnhof     Schattenbahnhof     Schattenbahnhof     Schattenbahnhof
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Thema: Die Gleiswendel
Viele Modellbahner kämpfen mit dem Platz. Deshalb wird viel Geist investiert, um die vorhandenen Platzverhältnisse optimal zu nutzen. In der Regel soll ein Schattenbahnhof auf der Modellbahnanlage nicht fehlen. Schattenbahnhöfe sind deshalb interessant, da Zuggarnituren zusammengestellt werden - ohne sie auf der Anlage zu sehen - und auf Abruf auf die Modellbahnanlage fahren können. Nun kann der Schattenbahnhof flächenhaft gebaut werden, oder er kann verkürzt werden mit einer sog. Gleiswendel. Man kann die Gleiswendel aber auch für große Steigungsstrecken einsetzen und so auf engsten Raum den Zug in die entsprechende Höhenlage bringen (z.B unter einem Bergmassiv).

Gleiswendel
Das Bild stammt aus der Zeitschrift "Eisenbahnmagazin"
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Die Gleiswendel wird somit im Modellbahnbau verwendet um große Höhenunterschiede zu bewältigen. Die Herstellung von einer Gleiswendel erfordert schon eine fortgeschrittene Bastlererfahrung.
Zuerst mal ein paar grundsätzliche Informationen:
Der Radius einer Gleiswendel sollte so groß wie möglicgh gewählt werden. Also nutzt euren zur Verfügung stehenden Raum voll aus. Umso größer der Radius, umso leichter ist es für Züge die Steigung zu überwinden.
Die Steigung einer Gleiswendel sollte 3% nicht übersteigen.
Die Gleisplanung ist mit den nachfolgenden EDV-Programmen möglich. Nachdem die Gleisplanung abgeschlossen ist, legt man die Größe der Kreissegmente fest. Es gibt zwar viele Möglichkeiten wie die Wendel gebaut werden kann, dennoch sollte der Anfänger sich auf einen "Kreis" festlegen.

Das benötigte Material:
Außer dem normalen Handwerkszeug wie Schraubzwingen, Stichsäge, Schwingschleifer, Schrauber, Holzbohrer wird natürlich das Material für die Gleiswendel benötigt.
Man benötigt Sperrholz, Gewindestangen Muttern und Unterlegscheiben. Beim Sperrholz sollte darauf geachtet werden, dass das sog. Grundholz, also das Holz welches das Spiralgerüst bildet eine Stärke von 8 bis 10 mm aufweist. Sonst besteht die Gefahr der Durchbiegung. Die Verleimungsbrettchen benötigen lediglich eine Stärke von rd. 3 mm.
Damit ein Zug unter die Platte fahren kann muss der Schattenbahnhof mind. 8cm unter der Platte gebaut werden. Daraus ergibt sich eine minimale Rampenlänge von 160 cm. Der Genaue Abstand zur Platte ist natürlich auch abhängig vom Gleistyp.

Gleiswendel     Gleiswendel


Wenn die Kreisspirale gebaut ist (die Anzahl der Windungen hängt vom zu überwindenden Höhenunterschied ab), so beginnt die Ausrichtung der Gleiswendel mittels der Gewindestangen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kreisspiralflächen in parallelen Steigungen verlaufen. Dies ist teilweise ein echtes Geduldsspiel bis die Ebenen entsprechend justiert sind. Nach der Justierung sind die Gewindeschrauben anzuziehen, damit das Spiralgerüst auch stabil wird.

Gleiswendel
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Nachfolgend werden noch einige Daten zur Konstruktion gegeben:

Gleiswendel
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Die Konstruktion einer Gleiswendel kann über EDV-Programme erfolgen. Mit diesen Berechnungshilfen von Herrn Udo Eickenberg, können auf einfache Weise Gleiswendel berechnet werden:
zum Programm "Gleiswendel mit und ohne eingefügte Geraden"

Gleiswendel-Trassenbrett-Rechner - Rechner für die Berechnung von 6- und 8- eckigen Trassenbrettern für 1- und 2-gleisige Gleiswendel. (Autor: Udo Eickenberg)
zum Programm "Gleiswendel-Trassenbrett-Rechner"

Fahrdrahtlänge im Bogen. Hierbei handelt es sich um eine Excel-Tabelle mit den errechneten Fahrdrahtlängen nach NEM 111 bei Zick-Zack-Verlegung (Autor: Udo Eickenberg)
zum Programm "Fahrdrahtlänge im Bogen nach NEM 111"

Für die Herstellung einer Gleiswendel wird der nachfolgende Link empfohlen. Sollte der Link nicht mehr aufrufbar sein bitte melden.
Herstellung einer Gleiswendel von www.stayathome.ch"

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Weiterhin viel Spass mit eurer Modellbahnanlage wünscht euch
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