Hinweise zum Modellbahnhersteller Fleischmann
     


Die Modellbahnfirma Fleischmann
- Teil: 1 -


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Die Historie
    Die traditionsreiche Firma Fleischmann stellte als erste Modellbahnfirma Zweileiter-Gleichstrommodelle und Anlagen - bis Ende des 20. Jahrhunderts - in der Spurgröße H0 und N her. Die Spur N-Modelle wurden ab dem Jahre 1969 unter dem Namen "Fleischmann-Piccolo" produziert.
    Die Firma Gebr. Fleischmann GmbH & Co. KG mit Sitz in Nürnberg hatte bis zur Jahrtausendwende zu den international bedeutenden Herstellern von Modelleisenbahnen (H0, N«piccolo» und Magic Train) gehört.

    Das Unternehmen wurde 1887 gegründet und war bis zur dritten Generation im Familienbesitz. Es ging nach der Jahrtausendwende in die Insolvenz. Mit der Firma Roco entstand dann die Holding Roco/Fleischmann mit Sitz in Österreich. Der letzte Geschäftsführer der eigenständischen Firma war Horst Fleischmann.



Fleischmann-Trafos      Fleischmann-Loks.H0
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Im Jahre 1887 gründete Jean Fleischmann eine Gravieranstalt in Nürnberg. Erst im Jahre 1949, auf der Frankfurter Herbstmesse wird neben einem neuen Passagierschiff eine Modelleisenbahn mit der Spurweite 0 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war die erste Modellbahn auf dem Markt, die mit einem Zweileiter-Gleichstrom-System ausgestattet war. Die Firma betrieb aber weiterhin das Dampfmaschinen-Programm der Vorkriegszeit. Aber auch die Dampfmaschinenproduktion ging zu dieser Zeit in Betrieb.

Im Jahre 1952 präsentierte die Firma - wieder auf der Spielwarenmesse in Nürnberg - dann ihr neu aufgelegtes H0-Modelleisenbahnprogramm. Wie schon bei der Spur 0 entschied sich Fleischmann hier ebenfalls für das 2-Leiter-Gleichstromsystem und war wieder der erste deutsche Hersteller, der eine H0-Bahn in dieser Technik auf den Markt brachte.

Durch den Gleichstrombetrieb ließ sich die Fahrtrichtung der Triebwagen eindeutig bestimmen. Die Fahrzeuge fuhren auf trittfesten Metallschienen, die mit schwarzen Pappschwellen ausgestattet waren. Das Anfangsprogramm umfasste die Schlepptenderlok der Baureihe 01, die Tenderlok der Baureihe BR80 und die Ellok der Baureihe E44. Fleischmann hatte erkannt, dass der Modellbahner ein komplettes Modelbahnsystem angeboten haben will. Deshalb hat die Firma auch von Anfang an ein vollständiges Modelleisenbahnsystem in den Verkauf gegeben - von der Schiene, über die Fahrzeuge bis zum Trafo bzw. Fahrregler.

Im Jahre 1955 kam dann die Entscheidung die Produktion der Dampfwalzen einzustellen, da hier die Nachfrage nachließ..Auch die Spur: 0 Eisenbahn hatte wegen der Größe einer derartigen Anlage, keine große Fan-Gemeinde mehr. Deshalb entschloss sich Fleischmann ab dem Jahre 1959 sich nur noch auf die H0-Produktion zu konzentrieren. Die Firma hatte in diesem Segment bereits große Verkaufserfolge.

Im Jahre 1960 brachte Fleischmann die US-Pacific-Schlepptenderlok - als Gußmodel (1365) - auf den Markt. Basis für diese Lok war die deutsche Schlepptenderlok BR01, die bereits ab dem Jahre 1952 produziert wurde.

Eine weitere Innovation war im Jahre 1967 die Einführung der Fleischmann-Autorennbahn. Dadurch wurden vor allem die jungen Autofans angesprochen.

Ein weiteres entscheidendes Datum war die Einführung der Spurgröße: N im Jahre 1969. Diese Spurweite wurde von der Firma als "Piccolo" auf den Markt gebracht. Auch hier wurde eine komplette Modelleisenbahn vom Gleis bis zm Trafo aufgelegt. Sodass der Modellbahner keine weiteren Teile von anderen Firmen benötigte.


Fleischmann-Lok-N      Fleischmann-Gueterwagen-N      Fleischmann-Personenwagen-N
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Das Piccolo-Programm erwies sich als Verkaufsschlager und es wurden nach unserem Wissen mehr Piccolo-Artikel in der Folgezeit verkauft als H0-Artikel

Im Jahre 1970 wurden die sog. "denkenden Weichen" eingeführt. Dazu nachfolgend noch mehr. In den 1970er Jahren wurde auch eine Drehscheibe in einer hervorragenden Modellqualität in den Verkauf gebracht. Es dauerte aber dann bis zum Jahre 1982 bis sich beim Gleissystem im H0-Bereich etwas tat. Bisher wurde immer noch am alten Gleissystem festgehalten. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde das sog. H0-Profi-Gleis erfolgreich eingeführt.

Das digitale Zeitalter begann bei Fleischmann verzögert gegenüber seinen Konkurrenten. Mitte der 1980err Jahre wurde das Fleischmann Mehrzugsteuerung - besser bekannt unter dem Begriff FMZ - der Öffentlichkeit vorgestellt..Dieses Digitalsystem war Fleischmann spezifisch und ist mit anderen Digitalprotokollen nicht kompatibel. Es kann trefflich darüber diskutiert werden, ob dies eine kluge Entscheidung von Fleischmann war. Zum damaligen Zeitpunkt war es aber bei den deutschen Modellbahnherstellern üblich, eigene Digitalsysteme auf den Markt zu bringen um den Kunden an sich zu binden. So glaubte man. Im Nachhinein gesehen wäre es besser gewesen, wenn Fleischmann sofort auf ein international genormtes Digitalsystem gesetzt hätte.

Im Jahre 1987 beginn Fleischmann sein 100 jähriges Firmenjubiläum und stellte zu diesem Jubiläum doe PROFI-Kupplung in Spurgröße N vor.

Auch gab es Anfang der 1990er Jahre eine Neuheit und zwar die sog. "Magic-Train". Die "Magic-Train" war insbesondere auf Kinder ausgelegt und nicht auf Hobby Modellbahner.

Im Jahre 2000 wurde die TWIN-TECHNIK eingeführt, die eine Weiterentwicklung der FMZ Technik bedeutete.

Überhaupt war Fleischmann Anfang des 21. Jahrunderts noch sehr innovativ. Viele neue Modelle im H0 und N Bereich kamen auf den Markt, so z.B. auch die die Baureihe 18.6 in der Spurgröße H0, sowie die Baureihen 194 und 185 in Spur: N. Ob sich Fleischmann wegen der vielen Neuproduktionen und Neuentwicklungen überhoben hat, oder die hohen Preise von den Kunden nicht mehr akzeptiert wurden, kann man nur spekulieren. Zum Zeitpunkt der Fleischmann Insolvenz stand auch der Fachhandel im Umbruch. Viele Fachgeschäfte mussten zugunsten von Discountern und großen Spielwarenhäusern aufgeben. Dadurch wurde Fachpersonal rar und die Kundenberatung ging zurück. Da die Firma Fleischmann ausschließlich auf den Fachhandel setzte und den aufkommenden Internethandel vollkommen ignorierte, war vielleicht auch dies ein Grund für den Niedergang. Wir haben selbst erleben müssen, dass ein sog. Fachverkäufer bei einer alten Lok, für die wir nach neuen Kohlestiften für den Fleischmann Motor nachgefragt haben, uns verärgert mitgeteilt hat "..wir sollen doch bitte diese alte Lok in den Müll werfen. Für so etwas lohnt sich doch kein Cent mehr....".

Tatsache ist, dass die Firma im Jahre 2008 in finanzielle Schwierigkeiten geriet und von der von der deutsch-österreichische Modelleisenbahn Holding - Roco Modelleisenbahn GmbH - heute Roco/Fleischmann-Holding - übernommen wurde. Fleischmann ist somit aufgegangen in dieser Holding. Die alte Firma Fleischmann gibt es nicht mehr.

Fleischmann Modelle sind grundsätzlich Zweileiter-Gleichstrommodelle (H0 und N). Es gab aber auch immer wieder Dreileitermodelle, die für Märkliner interessant waren. Die Roco/Fleischmann-Holding stellt mittlerweile auch Modelle in der Größe "TT" her. Allerdings führen diese Modelle ein Schattendasein.

Wegen der Normung seiner Modelle und des Gleissystems sind Loks und Wagen von Fleischmann auf nahezu allen Gleichstromanlagen einzusetzen.

Fleischmann war von der Größe her nicht mit Märklin zu vergleichen. Dennoch hatte die Firma vor allem in der Spurgröße: N einen hohen Marktanteil. Die Spurgröße H0 hatte in Bezug auf die Firma Märklin nur einen relativ kleinen Marktanteil. Dies war vor allem den hohen Preisen geschuldet, die Fleischmann immer bei seinen Artikel hatte. Allerdings muss hier auch gesagt werden, dass die Qualität der Modelle sehr hoch ist. Da aber der Zweileiter Gleichstrommarkt viel Konkurrent hat, wichen nicht wenige ehemalige Fleichmannkunden auf die billigeren Produkte anderer Hersteller aus.

Für Sammler sind alte Fleischmannmodelle immer eine Top-Adresse, da bis auf wenige Ausnahmen die Modelle sehr wertstabil sind. Einige Fleischmann Modelle aus den 1950iger und 1960iger Jahren haben zusätzlich einen überproportionalen Wertzuwachs erfahren.

Wer alte Fleischmann Modelle kauft kann sicher sein, dass der überwiegende Teil der Modelle eine sehr hohe Qualität aufweist. Für Sammler sind vor allem die H0-Modelle (und hier insbesondere die Gussmodelle) eine nicht uninteressante Wertanlage. Aber auch die älteren N-Modelle werden sind in dieser Richtung immer interessanten.


Fleischmann-Gueterwagen-H0      Fleischmann-Gueterwagen-H0      Fleischmann-Personenwagen-H0
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Ein Überblick über technische Neuerungen von Fleischmann bis zur Insolvenz
    1952:    Einführung Spur H0
    1953:    Motor 53
    1957:    Schaltpilz, Modellgleis
    1958:    Motor 58 (Rundmotor)
    1959:    D-Zugwagen aus Kunststoff
    1959:    Sentinel-Serie in USA
    1959:    Ende Spur 0
    1966:    Plastikkupplungen
    1966:    Antrieb in Tender
    1982:    Profi-Gleis
    1985:    Profi-Kupplung
    1986:    FMZ-Digitalsystem
    1986:    Kurzkupplungskulisse
    1989:    Schwungmasse im Motor-Rotor
    1990:    Brünierte Räder an Lokomotiven
    1996:    DIGITAL-Control
    2000:    TWIN-Center

    Da wir uns hier nur auf die "alte" Firma Fleischmann beziehen, haben wir die Liste hier abgebrochen


Im nächsten Teil werden wir uns mit der Historie der Fleischmann Kupplungen beschäftigen




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